Beiträge von Tom123

    Ich kann mir ehrlich gesagt auch gut vorstellen, dass die Empfehlungen nicht so umgesetzt werden. Es war ja "nur" Frau Merkel, die die Empfehlungen wichtig fand und letztlich entscheiden das ja die Länder. Zu mindestens bei uns gibt es auch viele Eltern, die gegen Schulöffnungen sind. Ich kann mir gut vorstellen, dass der ein oder andere Ministerpräsident oder Kultusminister da raus der Reihe tanzt. Insbesondere sind ja auch die Vorgaben, die gefordert werden, wie App, flächendeckende Test, Mundschutz in Bus und Bahn nicht erfüllt.

    Ich habe mir mal die Liste der Wissenschaftler angesehen. Ist es richtig, dass dort kein einziger Pädagoge oder Schulforscher mitgearbeitet hat? Das würde einiges erklären.

    Insbesondere auch die Begründung. Man möchte die Schulen nicht öffnen, damit die Eltern arbeiten gehen können. Oder damit die Kinder keinen seelischen Schaden davon tragen. Nein, man möchte die Schulen öffnen, um soziale Ungleichheiten und damit ungleichen Bildungschancen zu begegnen. Alles schön gut. Aber normal tut man auch nicht wirklich viel dafür. Bei uns gibt es zum Beispiel seit langem keinen richtigen Förderunterricht mehr. Nachmittagsangebot laufen auf Sparflamme. Wir könnten da alle eine lange Liste machen, mit welchen Maßnahmen man für mehr Bildungsgerechtigkeit sorgen kann. Nur es fehlt immer am Geld. Und jetzt kommt man auf einmal auf den Trichter, dass man die Schulen deswegen öffnen muss.

    Ich bin letztens alle Kinder abgefahren und habe Briefe abgegeben. Dabei habe ich auch mit vielen Eltern gesprochen. Keiner wollte unbedingt wieder die Schulen geöffnet haben. Es gab auch heute eine Meldung, dass die meisten Deutschen für eine Verlängerung der Maßnahmen sind. Ich denke es geht nicht darum bis zu den Sommerferien oder was auch immer. Es geht darum, dass wir noch nicht so weit sind. Das steht ja auch in der Leopoldina-Studie

    1. Masken sind nicht flächendeckend verfügbar.

    2. Es wird bei weitem nicht so viel getestet, wie die Studie fordert.

    3. Eine App ist immer noch nicht verfügbar. (Was ist daran eigentlich so schwer? Da sind sie ja schon wochenlang dran. Man hätte doch einfach die App aus Südkorea oder Israel als Vorbild nehmen können)

    Das ist auch das Problem. Die Empfehlungen sagen, wenn wir das und das machen, können wir wieder öffnen. Aber die Voraussetzungen sind ja noch gar nicht da.

    Niesende Schüler würde ich nach Hause schicken. Ich würde Schüler grundsätzlich zur Hygiene und rücksichtsvollem Umgang anhalten und Abstände einhalten.

    Man merkt, dass du nicht an der Grundschule arbeitest. Niesende Schüler kannst du nur dann nach Hause schicken, wenn jemand zu Hause ist. Thema Aufsichtspflicht. Dann musst du noch den Nachhauseweg organisieren (Elterntaxis, Taxi-Kinder außerhalb des Einzugsgebietes). Und es gibt tatsächlich Eltern, die wissen genau, dass die Schule anrufen könnte, weil sie ihr Kind morgens krank zur Schule geschickt haben und die stellen sich dann einfach tot. Und wenn sie es nicht machen und du Ihnen ihr Kind nach Hause schickst, weil es niest, werden sie es spätestens beim nächsten Mal machen. Mal davon abgesehen, dass in der Grundschule manchmal die halbe Klasse erkältet ist.

    Endlosschleife.

    "Viren nachweisbar" heißt nicht, "Infektion möglich".

    Corona wird über Tröpfcheninfektion übertragen, alles andere ist akademisch interessant, mehr aber auch nicht.

    Das ist genauso die persönliche Meinung von Moebius. Es ist keineswegs erwiesen, dass es nur Tröpfcheninfktion geht:

    Quelle:

    https://www.bfr.bund.de/cm/343/kann-da…agen-werden.pdf

    "Für das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 zeigen erste Laboruntersuchungen einer amerikanischen Arbeitsgruppe, dass es nach starker Kontamination bis zu
    3 Stunden als Aerosol, bis zu 4 Stunden auf Kupferoberflächen, bis zu 24 Stunden auf Karton
    und bis zu 2-3 Tagen auf Edelstahl und Plastik infektiös bleiben kann.....

    Eine Schmierinfektion einer weiteren Person erscheint dann möglich, wenn das Virus kurz danach über die Hände auf die
    Schleimhäute des Mund- und Rachenraumes oder die Augen übertragen wird. Um sich vor
    Virusübertragungen über kontaminierte Oberflächen zu schützen, ist es wichtig, die allgemeinen Regeln der Hygiene des Alltags wie regelmäßiges Händewaschen und Fernhalten der Hände aus dem Gesicht zu beachten."

    Ich stimme ja zu, dass die meisten Infektionen wahrscheinlich du Tröpfcheninfektion geschehen, aber es gibt auch Hinweise, dass es auch andere Möglichkeiten gibt.

    Frosch, ich glaube schon, dass es aus dem Kontext heraus klar ist, was niemand bedeutet. Letztlich haben wir auch so etwas wie Meinungsfreiheit in Deutschland. Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendein Gericht diese Aussage monieren würde. Wenn sie schreibt, dass sich niemand um die Lehrergesundheit kümmert, ist das ihre persönliche Meinung. Diese sollte sie auch in einem Forum äußern dürfen.

    Ohne dich angreifen zu wollen, fallen mir auch eine reine von Aussagen der "Gegenseite" ein, die man sonst auch alle mit Verweis auf die Nutzungsbedingungen ermahnen müsste.

    Das Problem ist, dass sich manche Kollegen vorstellen, sie hätten ein grundsätzlich verbrieftes Anrecht auf Infektionsschutz vor ansteckenden Krankheiten oder sowas derartiges, das existiert aber nicht.

    Doch das gibt es. Nennt sich Fürsorgepflicht des Dienstherrn. Die Frage ist nicht, ob sondern welche Maßnahmen angemessen sind. Du wirst nicht erwarten können, dass der Dienstherr alle Risiken abwehren kann. Aber du kannst erwarten, dass er angemessene Maßnahmen ergreift, um dich zu schützen.

    Es ist ja schön, dass du eine andere Meinung Frosch hast, aber meinst du nicht, dass jeder das Recht hat seine eigene Meinung zu vertreten? Mit Nutzungsbedingungen zu argumentieren ist schon sehr weit her geholt. Finde ich sehr bedenklich.

    Ich finde auch, dass die Interessenvertreter der Lehrkräfte da deutlicher Druck machen müsste. Wir wissen doch alle wie solche Sachen in der Vergangenheit gehandhabt wurden. Liebe Schulen macht wieder Unterricht für Jahrgang xy und haltet den Infektionsschutz ein. Wie es dann vor Ort aussieht. Das Räume zu kleine sind. Das Lehrer vorerkrankt sind. Das keine Masken, kein Desinfektionsmittel zur Verfügung steht. Wir haben nicht mal genug Waschbecken, damit die Kinder sich die Hände regelmäßig waschen können. Aber solche Probleme werden doch in den Kultusministerien nicht gelöst werden. Dann heißt es vielleicht wenden sie sich an den Schulträger.

    Ich kann mir nicht vorstellen, wie es mit Viertklässlern und Masken laufen sollen. Ich glaube, dass die Leopoldina dort etwas weltfremd sind. Sobald die nicht unter Aufsicht sind, werden sie sich zusammentun. Ist ja auch natürlich. Wir will man es schaffen, dass die Kinder nicht bei der Ankunft zusammen stehen und reden. Und vor allem das ist doch nicht für die Kinder schön. Wenn die in die Schule kommen und dort mit Masken sitzen sollen. Oder mit 2 m Abstand. Und die Lehrkräfte ständig auf Händewaschen und Abstand halten hinweisen. Mal davon abgesehen, dass wir kaum Handwaschbecken haben...

    Alles nicht durchdacht.

    Und noch vor einigen Wochen durfte das Derby Gladbach - Dortmund (?) stattfinden, obwohl bekannt war, dass viele Fans aus dem Kreis Heinsberg dabei waren. Hab ich damals nicht verstanden.

    Wobei man natürlich die verschiedenen Ebenen unterscheiden muss. Bei dem Spiel habe ich es auch nicht verstanden. Es lag aber wohl daran, dass das örtliche Gesundsheitsamt keine Bedenken hatte...

    Moebius: Ich hoffe ja, dass du Recht hast, aber auch das RKI warnt noch, dass wir erst am Anfang stehen:

    Schulz: Wo sehen Sie das Land aktuell im Kampf gegen Corona?

    Wieler: Wir stehen immer noch am Anfang dieser Pandemie, die wir ja erst seit wenigen Wochen im Land haben – eine Krankheit, die wir überhaupt erst seit wenigen Monaten kennen –, und wir haben immer noch steigende Fallzahlen. Allerdings hat sich die Steigerung etwas abgeflacht, was sicher ein schönes Ergebnis ist. Aber wir beobachten diese Krankheit weiter und wir müssen wirklich sehr, sehr vorsichtig sein und genau betrachten, wie sich die Krankheit ausweitet, und auch, wie die klinischen Fälle sich entwickeln.

    8.4.2020

    https://www.deutschlandfunk.de/rki-praesident…ticle_id=474283

    Vieles wird davon abhängen, wie wir uns jetzt verhalten. Ob wir den Höhepunkt hinter uns haben, hängt davon ab, dass wir die Verbreitung langsam so weit verlangsamen können wie jetzt. Ich bin ja mit dir durchaus einer Meinung, dass man den Lockdown nicht dauerhaft beibehalten kann. Aber wir werden auch zwangsläufig mit mehr Fallzahlen rechnen müssen, wenn wir Beschränkungen aufheben (müssen).

    Glück gehabt bezieht sich darauf, dass die Infektion sich erst relativ spät bei uns ausbereitet hat. Wir hatten relativ viel Zeit uns vorzubereiten.

    Und im Vergleich zum Ausland, stehen wir relativ gut da. Anscheinend haben wir also auch einiges richtig gemacht.

    Ich persönlich ärgere mich gerade mehr über meinen Ministerpräsident, der zwar überall in der Presse zu sehen ist, aus meiner Sicht aber zu wenig in Nds macht. Da gefällt mir die ruhig aber sachliche Art von Frau Merkel mehr. Aber das kann ja jeder sehen wie er will. Letztlich sind wir uns doch einig, dass wir froh sein können keinen Trump oder Johnson-Verschnitt bei uns zu haben.

    Das förderale System hat seine Vorteile und seine Nachteile. Was man am Ende gut und schlecht war, wird man sehen müssen. Ich finde auch, dass einige Dinge schlecht gelaufen sind. Aber das sind keine Dinge, die man mal eben ändern kann. Da wird man sich langfristig Gedanken, um die Zuständigkeiten machen müssen. Die Bundesländer haben sich ja auch in Sachen Vorbereitung nicht mit Ruhm bekleckert. Letztlich hat kaum jemand eine solche Situation so vorgesehen. Aus den Fehlern wird man lernen müssen. Das betrifft aber viele Bereiche.

    Wenn ich mir die Beiträge und Likes ansehe, sollten wir die Diskussion vielleicht einfach aufteilen. Eine Thread "Corona ist nicht so schlimm, weil .." und ein Thread "Corona ist schlimm, weil ...". Die Diskussionskultur geht gerade echt runter. Es ist eigentlich vollkommen egal, was inhaltlich geschrieben wird, es ist schon vollkommen klar, wer wem widerspricht und wer es dann liked. Inhaltliche Argumente sind momentan eher unnötig.

    Kurzer Lagebericht aus dem sonnigen Süden (ich habe keine Lust mehr auf irgendwelche Beiträge hier im Detail einzugehen, bringt eh nichts):

    Ist bei euch etwas in Richtung Bestimmung der Dunkelziffer geplant? Wenn die Zahlen aus Heinsberg stimmen, müsstet ihr ja irgendwo um 10mal so viele Fälle haben, damit die Sterblichkeit passt. Wäre ja spannend, ob das so hinkommt. Ihr seid ja doch mit Deutschland relativ gut vergleichbar. Wobei ich 10x schon sehr hoch fände.

    Ne, das habe ich nicht, denn ich lebe unter einem Stein! *Ironie*

    Diese immer wiederkehrenden schiefen Vergleiche machen es auch nicht richtiger. Das Virus hat sich dort lange vor irgendwelchen Maßnahmen unkontrolliert in der Bevölkerung ausgebreitet bei einem deutlich schlechteren allgemeinen Gesundheitssystem. Was soll ich also daraus ziehen? In Deutschland war es halt anders und wir haben auch ein anderes Gesundheitssystem. Ich bezweifel sehr, dass wir in Deutschland norditalienische Verhältnisse bekommen werden.

    84 Mio Deutsche davon stecken sich 60% auf Dauer an, sind wir bei 50 Mio Menschen. Selbst bei einer sehr niedrigen Sterblichkeit von 0,37% sind wir bei rund 185.000 Tote. Plus Langzeitschäden etc.

    Nein, ich glaube auch nicht, dass wir hier italienische Verhältnisse bekommen.

    Aber ich weiß auch, dass das deutsche Gesundheitssystem in vielen Regionen nicht gut aufgestellt ist.

    Ich lese, dass Masken, Medikamente, etc. fehlen.

    Und mir ist bei der Beurteilung der Situation bewusst, dass das Virus das Potential hat 100.000 und mehr Menschen zu töten.

    Hätte jemand vor 3 Monaten erzählt, dass das in New York, Madrid oder Mailand passiert, hätten wir ihn ausgelacht.

    Wenn du immer so tust, als ob es uns Deutschland nicht passieren kann, finde ich das einfach naiv.

    Wir haben gut gehandelt. Wir haben Glück gehabt. Wir haben fähige Virologen und eine gute Bundesregierung.

    Und wir haben ein verhältnismäßig gutes Gesundheitssystem.

    Aber wir sind nicht unangreifbar. Wir müssen genau überlegen, was wir machen, sonst erwischt es uns genauso wie andere Länder.

    Ich verstehe da gar nicht, was es da an Diskussionen gibt. Es ist fast überall in der Privatwirtschaft so, dass der AG alle Geräte stellt. Es mag den Koch geben mit seinen eigenen Messer oder den Handwerker der etwas eigenes mitbringt aber das war es auch. Bei uns hat die Stadt die Laptops in den Schulen eingesammelt, damit die Mitarbeiter sie zu Hause fürs Home-Office nutzen sollen.

    Nebenbei weist unsere Landesregierung auch explizit darauf hin, dass die Nutzung privater nicht notwendig ist. Notfalls kann man ja auch zur Schule fahren und die dortigen Geräte nutzen. Aber einen Zwang private neue Geräte für die dienstliche Nutzung zu kaufen? Niemals.

    Jeder Tag den man früher mit der Produktion von Impfdosen beginnen kann ist sicherlich nicht schlecht. Wird ab Produktionsbeginn dennoch gut 18 Monate dauern bis die Hälfte der Weltbevölkerung durchgeimpft ist.

    Wahrscheinlich wird die Hälfte der Welt gar nicht geimpft. Ich denke, dass es in Europa, Amerika relativ schnell geht, wenn es zugelassen ist. Vielleicht 6 Monate. Aber für Afrika, Südamerika, die unteren Bevölkerungsschichten in Indien oder China sehe ich eher schwarz.

    Gute Nachrichten?

    web.de Blog https://web.de/magazine/news/…herbst-34468484

    Britische Forscherin: Impfstoff könnte im September einsatzbereit sein

    Wie Sarah Gilbert, Professorin für Impfstoffentwicklung an der Universität von Oxford, erklärte, sei sie sich zu "80 Prozent sicher", dass besagter Impfstoff funktioniere und innerhalb der nächsten Monate erscheinen könne. "Das ist nicht nur eine Ahnung, und mit jeder Woche, die verstreicht, erhalten wir mehr Daten zur Auswertung."

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