Beiträge von Tom123

    Mal ehrlich: An welcher Schule weiß eine Sekretärin es nicht , wenn ein Mitglied der SL erkrankt ist? Das lässt sich ja wohl kaum übersehen in so einem Fall..

    Die TE hat sich augenscheinlich nur krank gemeldet aber nicht mitgeteilt, dass sie nicht erreichbar ist.

    Was du persönlich okay findest muss juristisch deshalb nicht haltbar sein.

    Wenn Du die gängigen Rechtsseiten bemühst, herrscht dort die Rechtsauffassung, dass die Kontaktaufnahme grundsätzlich nicht verboten ist. Du musst nicht antworten und der AG darf dich nicht belästigen. Ich denke, dass das vor allem dein persönliches Empfinden ist. Oder aast Du eine Rechtsgrundlage, die die Kontaktaufnahme verbietet? Insbesondere wissen wir nicht, aus welchem Grund der Dienstherr ihn kontaktiert. Vielleicht gibt es wirklich eine dringende Angelegenheit. Wir wissen es nicht.

    Und noch mal: ein mehrmaliges Anrufen ist ganz grundsätzlich und auch ohne weitere Informationen nicht in Ordnung, das ergibt sich einfach aus der Natur einer Krankmeldung. Über einen einzelnen Anruf oder Mails an die Schuladresse kann man noch diskutieren, aber dann ist irgendwann einfach mal gut.

    Naja, wenn ich Montag in den Ferien anrufe und die Person nicht erreichen und es am nächsten Tag noch mal versuche, ist es sicherlich auch ok. Die Frage, wie viele Kontaktversuche angemessen sind. Die TE war es zu viel. Das können aber auch 2-3 Kontaktversuche oder 10 sein. Das wäre für mich ok. Dass andere wäre für mich nicht ok.

    1. Dürfte an den meisten Schulen die Sekretärin sowieso wissen, wenn Lehrkräfte erkrankt sind, in jedem Fall weiß sie es aber, wenn es, wie hier, um ein Mitglied der Schulleitung geht.

    Woher hast Du diese Informationen? Aus dem Beitrag geht das nicht hervor. Ich denke, dass wenn das Sekretariat es wusste, hätte der/die TE es geschrieben.

    2. Die Krankmeldung an sich ist bereits die „Nicht stören“- Meldung, die genau genommen keiner weiteren Ergänzung oder Verstärkung bedarf.

    Das mag dein persönliches Empfinden sein, ist aber juristisch aus meiner Sicht nicht haltbar. Ich muss nicht rangehen und Daueranrufe sind sicherlich auch nicht in Ordnung. Aber das AG versucht Kontakt aufzunehmen, scheint mir akzeptabel. Insbesondere weißt Du nicht, ob es einen dringenden Anlass dafür gibt. Vielleicht wollte man auch einfach nur Gute Besserung wünschen.

    Nur wenn die anderen Mitglieder der SL das Anliegen nicht lösen können wird die erkrankte Person kontaktiert. Nachdem es nicht um Notfälle gehen kann, sprich nichts so zeitsensibel ist, dass es nicht entweder eine andere Person enteisen entscheiden kann oder es schriftlich abgeklärt werden kann, sollte auch dann nicht wiederholt angerufen werden.

    Vielleicht haben Sie es versucht? Schulleitung bitte Sekretariat: "Rufen Sie doch mal XY an, wünschen Sie gute Besserung und fragen Sie, ob XY schon sagen kann, wann XY wieder erreichbar ist." Fände ich vollkommen ok. Dann ist natürlich die Frage. Wenn es des Sekretariat 2-3 mal erfolglos versucht, ist das noch ok?

    Kannst du machen, wenn es für dich passt. Die TE hat aber das Problem, dass sie die dienstliche Kommunikation ihren Heilungsprozess hemmt.

    Die TE hat die Krankmeldung abgegeben und fragt, ob es akzeptabel ist, dass das Sekretariat sie trotzdem versucht zu kontaktieren. Ohne weitere Informationen, kann es in Ordnung sein, es kann nicht akzeptabel sein, insbesondere wenn mitgeteilt hat, dass man nicht erreichbar ist.

    Ich hatte den Absatz mit dem Bezug auf Linnemann so verstanden. Aber dann haben wir aneinander vorbeigeredet. Theoretisch könnte die CDU in denen von ihr regierten Bundesländern Lehrkräfte zukünftig als Angestellte einstellen. Wird natürlich nicht kommen. Alles Sommerloch.

    Wir sind doch erwachsene Menschen. Es geht doch nicht um "dienstliche Kommunikation". Sekretariat ruft an. Ich gehe ran und sage: Ihr wusstet es wahrscheinlich nicht aber ich bin krankgeschrieben und bin leider auch für schulische Fragen nicht erreichbar.

    I.R. wird sich dann die Person für die Störung entschuldigen und gut ist.

    Wenn ich explizit sage, dass ich nicht erreichbar bin und die Schule mich anruft, habe ich volles Verständnis für die Reaktion. Aber wenn ich "nur" eine Krankmeldung abgebe und die Schule mich anruft, kann man doch kurz informieren, dass man nicht gestört werden möchte.

    Nach § 3 Abs. 2 BeamtStG ist eine Berufung in das Beamtenverhältnis nur zulässig für die Ausübung hoheitsrechtlicher Aufgaben (Nr. 1) oder bei solchen Aufgaben, die für die Sicherstellung des öffentlichen Lebens nicht ausschließlich in privatrechtlichen Arbeitsverhältnissen stattfinden sollen (Nr. 2). Die Lehrtätigkeit gehört darunter. Der Bund könnte § 3 Abs. 2 Nr. 3 des BeamtStG streichen (das wäre wohl Linnemanns Traum) und damit wären Neuverbeamtungen für Lehrkräfte vom Tisch.

    Das kann de facto nicht richtig sein. Berlin hat jahrelang Lehrkräfte nicht mehr verbeamtet und zu meiner Zeit wurden in Niedersachsen auch Lehrkräfte für die ersten 3 Jahre als Teilzeitangestellte eingestellt. Die zitierte Rechtsnorm sagt auch nur, dass er Lehrkräfte verbeamten kann. Das bedeutet nicht, dass er das muss.

    Hallo Plattenspieler,

    ich habe eine Frage zum ersten Punkt: Ich bin derzeit Beamter auf Probe in NRW. Habe ich das richtig verstanden, dass ausschließlich die Landesregierung entscheiden kann, ob Lehrkräfte verbeamtet werden? Könnte man theoretisch — solange man sich noch in der Probezeit befindet — wegen solcher „ Einsparungsmaßnahmen“ auch wieder entlassen werden?

    Entschuldigt bitte die vielleicht naive Frage, aber ich habe das Gefühl, momentan läuft eine Art Hexenjagd und Beamte stehen im Fadenkreuz. Deshalb bin ich sehr beunruhigt.

    Vielen Dank für eure Antworten und eure Hilfe.

    Ich bin zwar nicht Plattenspieler aber antworte mal:

    Es gibt Beamte bei Kommunen, Ländern und beim Bund. Der jeweilige Dienstherr kann mehr oder minder frei entscheiden, welchen Stellen er anbietet. Berlin hat beispielsweise jahrelang Lehrkräfte nicht verbeamtet sondern als Angestellte eingestellt.

    Zu deiner persönlichen Situation: Wenn das Land dir eine Beamtenstelle zugesagt hat und Du nur in deiner Probezeit bist, kann man dir die Zusage nur wegnehmen, wenn du dich deine Probezeit nicht bewährst. Es muss also etwas vorfallen. Solange Du deine Probezeit "bestehst", ist der Dienstherr an seine Zusage gebunden. Du musst dir also keine großen Sorgen machen.


    Er könnte aber in Zukunft andere Stelle nur als Angestellte ausschreiben. Ob er dann genügend Bewerber findet, ist die andere Frage. Beamtenbashing wird immer gerne macht. Da der Dienstherr (das Land) aber überhaupt die Stellen besetzen muss und Angestellte im heute teurer sind als Beamte, neigen die Dienstherrn gerne zur Verbeamtung. Die Mehrkosten fallen erst an, wenn der Beamte in Pension geht. Und das ist dann das Problem der nächsten Generation.

    Ich glaube es ist wirklich vom Umgang im Kollegium abhängig. Bei uns ist es auch vollkommen normal. Zu mindestens die Parallellehrkräfte wissen meistens genau Bescheid. Aber wir machen auch viel gemeinsam und haben engeren Kontakt. Wir wissen viel mehr über das Privatleben der Kollegen. Wenn ich jetzt an einer großen Schule bin, wo man sich kaum kennt, ist das sicher etwas anderes.

    Aber auch da würde ich es mit einer Krankmeldung nicht voraussetzen, dass man mich nicht kontaktieren kann. Insbesondere als Mitglied der Schulleitung. Ich denke durchaus, dass man das noch zusätzlich mitteilen sollte.

    Eben. Mit der Krankmeldung ist klar, dass man nicht erreichbar ist. Und wer das selbst nach erfolglosen Kontaktaufnahmeversuchen nicht merkt, der ist eh nicht zu helfen.

    Mit der Krankmeldung teile ich der Schule mit, dass ich nichts dienstfähig bin. Das kann bedeuteten, dass ich auch nicht erreichbar bin. In der Regel bin ich aber trotzdem erreichbar. Wenn ich eine Krankmeldung abgebe, rechne ich durchaus damit, dass sich jemand aus dem Kollegium meldet. Und sei es nun, um zu Frage, ob ich etwas brauche. Wenn ich das nicht möchte oder nicht kann, teile ich es explizit mit der Krankmeldung mit. Daher finde ich es auch nicht unangemessen, wenn jemand versucht einen Kollegen trotz Krankmeldung zu kontaktieren.

    Und im konkreten Fall: Statt etliche Anrufe bewusst zu blockieren, würde ich einmal rangehen und das Sekretariat nett informieren, dass ich aus gesundheitlichen Gründen nicht kontaktiert werden möchte.

    Ich denke aber auch, dass das durchaus vom Einzelfall abhängig ist. Bei uns in der Schule ist das so üblich und normal. Wir sind aber auch ein relatives kleines Kollegium und man kennt sich untereinander. Wir haben alle auch die privaten Kontaktdaten der anderen. An einer Schule mit 100+ Lehrkräften ist das sicherlich anders.

    Wenn die Schulsozidlarbeit uns als Lehrer bei einer Aktion unterstützt, bekommen wir das zur Not auch ohne sie hin.

    Die machen bei uns in der Regel keine Aktionen. Vielleicht mal ein Sozialtraining oder so. Aber vor allem haben die ganze viele akute Fälle mit denen sie arbeiten und die unterstützen. Und durch Schweigepflicht ist auch nicht immer alles bekannt. Und selbst dort, wo wir Lehrkräfte eingebunden sind, erzählen sie uns nicht jeden Tag, was jetzt anliegt. Wenn da jemand krank wird ist das echt doof.

    Die Planung der Kollegen kennt man zwar nicht, aber die bisherigen Unterrichtsinhalte sind im Klassenbuch vermerkt. Und wir sind Profis, wir können dann selbst eine passende Vertretung planen, wenn nichts hinterlegt ist.

    Es ging um die Aussage des nahtlosen Übergangs. Natürlich kann jeder mal eine Vertretung machen. Und unsere Klassenbucheinträge sind auch nicht so detailliert, dass man da alles entnehmen kann. In Mathematik kann ich vielleicht einfach dem Buch weiter folgen. Aber beispielsweise in Sachunterricht werden viele Einheiten selbst geplant. Und selbst nach ausführlichen Studium von Mappen und Klassenbucheinträgen, ist es gut noch mal ein kurzes Feedback der Lehrkraft zu bekommen. Dazu haben wir noch in fast jeder Klasse Schüler, die individuell arbeiten. Teilweise auf einem anderen Niveau, teilweise aber auch an ganzen anderen Inhalten. Klar kann man sich da überall einarbeiten. Aber keineswegs nahtlos übernehmen. Und wenn die erkrankte Lehrkraft da ein paar Aussagen machen kann, ist das eine große Hilfe. Wenn die Lehrkraft das halt aus gesundheitlichen Gründen nicht kann, geht es auch ohne. Aber in den meisten Fällen, kann man trotz Krankheit ein paar Informationen liefern.

    In den 2 Stunden pro Klasse sind bei uns die persönlichen Stunden der Schüler schon mit drin... Nur für GE und KME kommen (teilweise) noch zusätzliche Kräfte. Die machen dann aber auch nur "ihr" Kind. Da scheint Berlin besser aufgestellt. Bei uns sind Förderschullehrkräfte auch absolute Mangelware. An der örtlichen Förderschule sind auch etliche Stellen frei.

    DAvon haben wir zwei, die vertreten sich gegenseitig.

    Haben wir auch mehrere, die das machen.

    Da habt ihr natürlich eine sehr gute personelle Ausstattung. In Nds. sind wir froh überhaupt eine halbe Schulsozialarbeiter(in) zu haben. Ich kenne keine einzige Grundschule mit mehr als einer Stelle. Bei den Förderschullehrkräften bekommen wir 2 h pro Klasse. Eine zweizügige Grundschule hat dann nur 16 h und selbst eine dreizügige kann mit 24 h noch von einer Person versorgt werden. Auf dem Land haben wir aber auch viele Schulen, die noch nicht mal zweizügig sind.

    In Berlin habt ihr auch noch die 5. und 6. Klassen, die uns fehlen. Dazu scheint ihr besonders groß zu sein.

    Unsere städtische EDV kann auch viel. Aber das ist halt kein nahtloser Übergang. Wenn eine digitale Tafel Probleme macht, kann ich sie oft sofort reparieren. Wenn ich nicht da bin, dauert es. Entweder bis der Schulträger oder jemand externes kommt. Im schlimmsten Fall kommt der Schulträger nach ein paar Tagen und stellt fest, dass er jemanden externes braucht. Dann muss der vom Schulamt genehmigt und bestellt werden. Dann müssen die wieder mit der EDV einen Termin vereinbaren, wo sie sich in der Schule treffen etc.. Wenn ich da bin und es nicht hinbekommen, rufe wir in der Regel direkt den externen an.


    Zur Not fragt man die Schüler:innen bei einer längerfristigen Erkrankung, was zuletzt gemacht wurde (oder natürlich auch bei einer kurzfristigen einmaligen Vertretung). Wir können über WebUntis sehen, was chilipaprika zuletzt in der 10a gemacht habe, wenn ich ihn vertreten muss. Und wenn es so schnell nicht geht: In Mathe kann man immer irgendwelche Wiederholungstehmen (Bruchrechnung, ...) machen.
    Zu den Noten: Wir müssen immer die Quartals- und Klausur-/ Klassenarbeitsnoten online eintragen. Da kommt dann zur Not die SL dran. Zum SJ Ende gebe ich meine Notenübersicht zur Not über Dritte an die SL weiter.

    Aber das ist ja kein Widerspruch zu dem was ich gesagt wurde. Improvisieren geht immer. Aber wenn eine Lehrkraft längerfristig ausfällt und ich ein Fach übernehme, würde ich immer eine Whatsapp schreiben, gute Besserung wünschen und fragen, ob sie Infos für mich hat. Meistens melden sich die Leute sowieso von sich aus und geben einen kurzen Stand.

    Das ist ein wenig Schwarz-Weiß-Malerei.

    Natürlich sollte es so sein, aber in den wenigsten Fällen wird das zu 100% abgedeckt sein. Wenn die Schulleitung plötzlich ausfällt, wird es bei fast jeder Schule klare Regelungen geben, wer den Job übernimmt. Aber wenn ich mich morgens zur ersten Stunde krank melde, weiß keiner außer mir was ich für den Tag geplant habe.

    Dann sind die Noten ein Problem. Tragt ihr wirklich alle Noten irgendwo in der Schule in eine Liste, damit jeder darauf notfalls Zugriff hat. Wäre eure Unterrichtsplanung für andere Kollegen einsehbar?

    Dann pragmatische Dinge. Z.B. die Verwaltung der iPads. Wir haben nur eine Person, die das Programm kennt und einen Benutzer-Account hat. Natürlich kann sich da jemand anderes einarbeiten und wir bekommen auch über die EDV des Schulträger weitere Accounts. Aber das würde dauern.

    Genauso ist es in anderen Bereichen. Bestimmte (dringende und vertrauliche) Dinge hat nur unsere Schulsozialarbeiterin Zugriff drauf. Wenn sie ausfällt, kann das keiner eben übernehmen.

    Unsere Förderschullehrerin hat Daten und Akten über Kinder teilweise in Papierform. Wenn sie nun langfristig krank wird, wird das ein Problem mit den Stichtagen zur Abgabe der Fördergutachten.

    Das sind alles Probleme, die man irgendwie lösen kann. Aber so ein richtiges Backup oder ein nahtloser Übergang ist das nicht. Den Fall der Förderschullehrkraft hatte ich schon. Sie war länger ausgefallen. Da habe ich trotz Krankmeldung einmal angerufen und gefragt, ob wir kurz drüber sprechen können. Wir haben uns ausgetauscht und alles war gut. Wenn sie jetzt explizit gesagt hätte, dass sie nicht erreichbar ist, wäre es natürlich was anderes gewesen.

    Aber ich denke, dass man da einfach den Einzelfall sehen muss. Wenn ich nicht erreichbar bin, teile ich das der Schule mit der Krankmeldung klar mit. Und dann sollte sich auch keiner melden. Und wenn sich jemand meldet, sage ich ihm das noch mal.
    Andererseits schreibe ich oft bei einer Krankmeldung gleich dabei, was wie gemacht werden kann und wo Sachen liegen.

    Ja, wolltest du ja nie hören. Wir sind zur Abwechslung mal besser versorgt... solange es dauert. Förderschullehrkräfte sehen wir selten, mal sehen, was das neue Jahr bringt.

    Wir sind auch recht gut versorgt. Aber das reicht nicht, wenn man effektiv DaZ betreiben will.

    Ich wüsste wirklich gerne, was sich unser RZI ausgedacht hat (halbjährlicher Wechsel, ständig Neuerungen), was sich OS ausgedacht hat und was wirklich Erlass ist. Dazu bräuchte ich Vorgaben aus z.B. Hannover oder Lüneburg.

    Das ganze System ist vollkommen überlastet. Es fehlt nicht nur an der Förderung auch mit den Gutachten kommt man nicht hinterher. Grundsätzlich ist die Frage, ob man einfach mehr Inklusionskinder hat oder die Lehrkräfte einfach nur mehr melden.

    Das große Problem ist, dass dieser Umstand in keiner offiziellen Statistik vorkommt. Müssten die Gymnasien immer mehr Standorte schließen, würden die Abinoten immer schlechter ausfallen und die Unis immer weniger Studieninteressierte finden, wäre gesellschaftlich der Ruf nach Taten deutlich lauter als jetzt. Eher ist ja das Gegenteil der Fall.

    Das war schon immer so. Vor 20 Jahre haben die Lehrkräfte an der Realschule sich schon darüber beschwert, dass das Niveau immer weiter sinkt. Ich würde selbst auch sagen, dass ich im Durchschnitt deutlich weniger mit den Kindern machen kann als früher.

    Politisch ist es halt gewollt, dass Schulen gute Noten bringen. Was an Lernerfolg dahinter steht, ist sekundär. Sieht man doch oft genug.

    Ob das ein Unterstützungsbedarf ist, zeigt sich über das Gutachten.
    Wenn eine Wiederholung neben den anderen Maßnahmen auch keine Besserung bringt, sollte man es überprüfen.

    Wenn Du dir mal aktuellen Vorgaben ansiehst, merkst Du sehr schnell, dass man die Zahl der Kinder mit Förderbedarf (politisch) reduzieren will. Auf Förderbedarf "Lernen" kannst Du i.R. erst in der dritten Klasse testen. Dann kommt der Förderbedarf erst in der vierten Klasse zu tragen. Wobei auch mehrere Fälle kenne, wo das Gutachten einen Förderbedarf vorgesehen hat, die Schulbehörde ihn aber trotzdem abgelehnt hat. Ein Fall übrigens, weil der IQ zu hoch war.

    a) Beratung zum Bereich Sprache (DaZ) holen oder
    b) die Kinder nach DaZ-Vorgaben beschulen, da sind die Fristen ausgesetzt oder
    c) über die Beratung bzw. Im Rahmen des Gutachtens eine Überprüfung der Herkunftssprache vornehmen lassen.

    a) und b) klappt bei euch? Super! Ich dachte, dass Du immer über fehlende Lehrkräfte und Unterstützung bei euch berichtet hast. Externe Hilfe dauert bei uns Ewigkeiten.

    Das mit den DaZ-Vorgaben klappt hier bei keiner Schule. Ich meine in den Vorgaben wurde die Förderung schon deutlich zusammengestrichen. Aber wenn ich jetzt mal rechne. Ich bekomme 10 DaZ-Stunden für rund 30 Kinder mit Bedarf. Diese haben natürlich verschiedene sprachliche Hintergründe und einen unterschiedlichen Leistungsstand. Wie machen daraus jetzt einen DaZ-Unterricht, der nachhaltig die Kinder in die Lage versetzt dem Unterricht zu folgen?
    Und dann kommen natürlich auch im laufenden Schuljahr plötzlich neue Kinder ohne Deutschkenntnisse. Wie baue ich diese dann spontan ein?

    Wenn ihr da ein tolles Konzept, würde ich mich freuen. Bei uns kommt natürlich noch dazu, dass hier keine Schule bei 100% Versorgung ist. Den Pflichtunterricht darf ich nicht kürzen, sonderpädagogische Grundversorgung kann ich auch nicht kürzen. Da bleiben der Nachmittag oder DaZ. Nachmittags müsste ich Kinder nach Hause schicken. Das sollen wir nur, wenn es keine andere Möglichkeiten gibt. Wo kürze ich nun die fehlenden Stunden? Dann sind es am Ende nicht 10 sondern nur noch 3,4,5 DaZ-Stunden. Und wenn eine Lehrkraft krank wird, sieht es ganz schlecht aus.

    Und natürlich differenzieren wird. Und natürlich fördern wir diese Kinder. Und zwar indem die Lehrkräfte viel Extraarbeit leisten, um den Kindern zu helfen.

    Aber das ist doch nicht die Lösung?

    Natürlich haben wir mehr leistungsschwache Schüler. Und aus meiner Sicht sind wir meilenweit davon entfernt diese angemessen zu fördern. Und das hat Einfluss auf alle Schulformen.

    Nein, ganz anderes Szenario für Hauptschulen, davon abgesehen geht es im Ausgangsthread ums Gymnasium. Die größten Klagen diesbezüglich kommen hier von dieser Schulart, gleichzeitig die Klage, dass man ja Gruppenarbeiten so bewerte, dass die SuS noch auf eine 4 kämen. Wer hat hier eigentlich die Verantwortung?

    Du hattest geschrieben, dass Du solche Klagen sogar von den Förderschulen hörst. Da ist halt nicht mehr viel mit einfach auf eine andere Schule. Genau wie an den Grundschulen.

    Zum Thema "nehmen wir mal an": hast du denn aktuell eine erste Klasse mit vielen Kindern, die solche sprachlichen Defizite haben, dass das Ziel der ersten Klasse nicht erreicht wird? Wie viele Kinder betrifft es genau? Woher weißt du, dass es nicht am IQ liegt, hast du sie testen lassen? Welche sprachlichen Defizite gibt es konkret, liegt es am Migrationshintergrund? Wenn ja, welche Förderprogramme habt ihr für Kinder mit DaZ? Wenn ihr keine habt: warum beschwerst du dich nicht an den entsprechenden Stellen? Klappt doch sonst bei Material bei euch so super, 10.000€ hast du kürzlich als kleinen Betrag bezeichnet, den man ruckzuck überwiesen bekäme.

    Eigentlich haben wir in fast jeder ersten Klasse Schüler, die das Lernziel nicht erreichen. Früher war es selten. Inzwischen ist es normal. Kinder, die Probleme mit dem Lernen haben, werden bei uns frühzeitig im Rahmen der pädagogischen Grundversorgung geprüft. I.R. findet dann auch eine IQ-Test statt. Letztlich hast Du aber oft das Ergebnis, dass es eigentlich kein Lernen-Kind ist sondern es einfach mit massiven Defiziten an die Schule kommt. Das kann (auch) am Migrationshintergrund liegen. Muss es aber nicht. Macht auch am Ende keinen Unterschied für uns. Ob es nun Probleme hat, weil es ein Flüchtlingskind ist oder ob es Probleme hat, weil die Eltern sich nicht um das gekümmert haben oder ... ist doch vollkommen egal.
    Wir haben ganz viele (DaZ)-Förderprogramme und Erlass. Und da kommen wir zum Problem. Auf dem Papier ist das alles toll. In der Praxis sind es zu viele Kinder und zu wenige / keine Lehrerstunden. Was hilft es mir, wenn ich auf dem Papier etliche Förderstunden habe, aber keine Lehrkräfte da sind? Oder Kinder in Willkommensklassen sollen, diese aber x-fach überlaufen sind. Und was mache ich mit den anderen Kindern, die auch Förderung aber halt kein DaZ brauchen?

    Die 10.000 € scheinen dich ja gewaltig getriggert zu haben. Witzig. Ich wäre mit tatsächlich sicher, wenn wir für 10.000 € diese Probleme lösen könnten, würden wir das hinbekommen. Die Kosten für Schulhelfer, Förderschullehrkräfte, Fördermaterial etc. sind deutlich höher.

    Es ist aber nur sehr wenig eine Frage des Geldes. Auf der einen Seite fehlt Personal. Es gibt in Nds. kaum eine Schule mit ausreichender Lehrerversorgung. Und selbst wenn wir voll versorgt wären, fehlen Förderstunden in den Vorgaben des Landes. Bei einer zweizügigen Grundschule mit 8 Klassen hast Du im Idealfall rund 10 Stunden DaZ und 16 Stunden sonderpädagogische Grundversorgung. Dem gegenüber stehen 20-30 Fälle für die sonderpädagogische Grundversorgung und 50 Kinder mit Deutsch als Zweitsprache.

    Aber der zweite und hier entscheidende Punkt ist, dass die Schüler einfach "schlechter" oder schwieriger werden. Wir haben jedes Jahr mehr Kinder mit Lernschwierigkeiten etc.. Es ist zu mindestens in Niedersachsen auch insgesamt so. Wir haben immer mehr Kinder aus einem bildungsfernen Elternhaus. Diese Kinder kommen mit so gut wie keinen Kompetenzen in die Schulen. Das sind aber auch keine Förderkinder. Sie könnten gute Schüler sein, wenn man sie entsprechend fördern würde. Dafür fehlen aber die Kapazitäten.

    Aber selbst in einer idealen Welt, wäre die Frage, ob man nur mit Förderung die Defizite der ersten 5-6 Lebensjahre aufarbeiten kann.

    Letztlich ist es nicht einfach mit nach Lehrplan arbeiten. Es sind nicht die Lehrkräfte, die einfach nur klagen. Die Kinder kommen mit immer weniger Kompetenzen und Schule bzw. den Bundesländern fehlen dazu noch Lösungen. Lehrpläne und Fördermaßnahmen passen nicht mehr zu den heutigen Kindern.

    Ja und? Entweder arbeite ich mit den Kindern, die da sitzen oder ich sorge dafür, dass der Unterricht dem Lehrplan entspricht und wer es nicht schafft, besucht eine andere Schule. Das ist nicht Aufgabe der Eltern, darüber zu entscheiden.

    Das hört sich in der Theorie alles super gut an. Wie mache ich das nun konkret? Nehmen wir mal an, dass ich eine erste Klasse habe und die Mehrheit der Kinder große Lernprobleme. An ein Unterricht nach Lehrplan ist nicht zu denken. Förderschule Lernen gibt es natürlich nicht mehr und eine Klasse wiederholen bringt oft auch nur kurzfristige Besserung. Ein Förderbedarf Lernen ist bei den meisten Kindern auch nicht angebracht. Diese Kinder haben oft kein Problem mit dem Lernen oder der Intelligenz. Ihnen fehlt das häusliche Umfeld, Förderung und sprachliche Defizite. Also was mache ich?

    Gleiches Szenario natürlich an IGSen oder Hauptschulen.

    Peter sollte zeitnah zur Gewerkschaft und sich (privat) einen Fachanwalt besorgen, der rechtliche Situation klärt.

    Sollte dieser zur Einschätzung kommen, dass das alles Rechtens ist, würde ich persönlich schleunigst die SL hinschmeißen. Es hilft wahrscheinlich im Vorfeld auf diese Situation aufmerksam zu machen. Solange Peter aber alles mit sich machen lässt, freut sich der Dienstherr.

    Die genaue Formulierung lautet: "diese Aufträge sollen auf mehrere Bewerber aufgeteilt oder an jährlich wechselnde, möglichst auch kleinere oder mittlere Unternehmen vergeben werden"

    Wo steht denn die Formulierung?

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