Beiträge von Schmidt

    Schmidt

    Die 35 h Woche dürfte aber auch nur auf dem Papier stehen. Hier geht es um Umsatz und da kennen die Chefs keine Gnade. Die Vorhaltung ist, so glaube ich, nicht ganz fair.

    In IGM Betrieben wird sich strikt an die 35-Stunden-Woche gehalten. Ja, punktuell ist es stressig und es wird mehr gearbeitet, das wird aber 100% durch Freizeit wieder ausgeglichen. Einer meiner Freunde arbeitet bei der Conti und hatte jetzt durch angefallene Mehrarbeit drei Monate am Stück frei. Auch ehemalige Kommilitonen, die in IGM Betrieben gelandet sind (und nicht/noch nicht im AT Bereich sind), berichten ähnliches.

    Ja, ich lese da aufrichtiges Interesse eines potenziellen Kollegen heraus, der für seinen neuen Berufsweg auch einiges auf sich nehmen würde. Da muss man nicht das Haar in der Suppe suchen.

    "Ich habe an einer renommierten Uni studiert, dann war mir aber die 35-Stunden-Woche im IGM (also mit vollem Überstunden-Zeitausgleich) zu anstengend. Deshalb will ich jetzt Lehrer werden. Wo habe ich da denn am allerwenigsten zu tun?"

    Muss ich jetzt ernsthaft genauer erläutern, warum private Tätigkeiten am Arbeitplatz nichts zu suchen haben? Von arbeitsrechtlicher Seite gibt es hierzu natürlich auch bereits Urteile, so hatte das ArbG Köln zum Beispiel 2018 eine Abmahnung eines Ford-Mitarbeiters für rechtmäßig erklärt, der nur kurz mit einem anderen Mitarbeiter auf einem Dienstgerät ein Fußballspiel anschaute.

    Der Sachverhalt hat nur mit der beschriebenen Situation als Lehrer nichts zu tun. Wenn ein Maschinenführer seine Maschine nicht beaufsichtigt, sondern stattdessen mit einem Kollegen Fußball schaut (wie im von dir angegebenen Fall) dann ist es durchaus vertretbar, das als Verletzung der arbeitsvertraglichen Pflichten zu sehen. Vergleichbar wäre es, wenn ein Lehrer seine Klasse unbeaufsichtigt lässt, um mit einem Kollegen im Lehrerzimmer Fußball zu schauen, oder die Klasse machen lässt, was sie wollrn, weil er vorne sitzt und auf seinem Handy Fußball schaut.

    (Für Interessierte: https://openjur.de/u/969067.html)

    Wie genau die Dienstpflicht/arbeitsvertraglichen Pflichten verletzt sein sollen, wenn ein Lehrer mit seiner Klasse an einem gesellschaftlichen Ereignis in Form einer Fußball WM teilnimmt, indem er Spiele in der Klasse zusammen ansieht, sehe ich nicht. Genausowenig wird/werden die Dienstpflicht/arbeitsvertraglichen Pflichten verletzt, wenn man vor den Ferien einen Film schaut (der irgendetwas mit dem Fach zu tun hat), statt bis zur letzten Stunde Unterricht zu machen.

    Ich mache beides nicht, sehe aber auch nicht, wo das rechtliche Problem liegen soll, wenn es Kollegen machen.

    Was mich an der Diskussion hier irritiert, unabhängig davon, ob Frauen- oder Männerfußball: Warum geht es nur um die Spiele der deutschen Mannschaft? Wenn, dann wollen wir doch, dass die SuS sich für den Sport begeistern, und nicht, dass sie U-Boot-Fans werden, die alle zwei Jahre auftauchen und sich in den Farben der deutschen Flagge schminken, aber sonst von Fußball keine Ahnung haben.

    Sehe ich auch so.

    Wenn man Fußball vernünftig in den Unterricht einbettet, etwas zum kulturellen Einfluss, zum Gastgeberland, zur Sporttheorie etc. macht, dann kann das sinnvoll sein. Einfach nur eine Leinwand aufzustellen und die Spiele der deutschen Nationalmannschaft zu zeigen, hat keinerlei Bildungswert und auch ansonsten nichts mit Schule zu tun.

    Zitat

    Gerade die Spiele der deutschen Herrenmannschaft waren bei den letzten Turnieren weder besonders hochwertig noch spannend noch erfolgreich, und es ist zu befürchten, dass es heuer bei den Damen nicht anders wird.

    Bei der letzten EM haben es die Damen immerhin ins Finale geschafft. Da erwarte ich fußballerisch durchaus etwas. Morgen wissen wir mehr.

    Ich schaue sowohl Frauen als auch Männer Fußball WM, allerdings nicht im Unterricht. Fußball ist nur ein wirtschaftlich sehr relevanter Sport, nicht mehr und nicht weniger. Warum sollte das Schauen von Spielen Relevanz im Unterricht haben?

    Ich glaube, dass ich vermutlich etwas missverständlich formuliert habe: mir wurde !von meinem! Arbeitgeber die Arbeitszeit um 20% gekürzt = 4 Tage arbeiten was ja den 22,4 bzw. 22,5 Stunden Schulwochenstunden Unterricht entspricht. Deshalb stellt sich mir eben die Frage, ob ich an diesen 4 Tagen jeden Tag von 8 bis 13 Uhr arbeiten muss, schließlich werde ich ja nur für 22,5 Stunden bezahlt.

    Ok, also ist die Arbeitszeit jetzt ein Problem für dich, weil dein AG deine Arbeitszeit entgegen deines Wunsches gekürzt hat?

    Vorher hast du ja proportional genausoviel gearbeitet.

    Du wirst die 5 Stunden täglich sicher nicht durcharbeiten, oder? Wie sieht denn dein Stundenplan genau aus? Keine Freistunden?

    Und es wird sicherlich beispielsweise auch Medizinstudenten geben, die nach dem Studium merken, dass es nicht passt.

    Das was nicht passt? Medizin studiert zu haben heißt nicht automatisch, Arzt im Krankenhaus oder in der eigenen Praxis zu sein. Man muss nach dem Studium nie wieder mit kranken Menschen zu tun haben, wenn man nicht will. Die Möglichkeiten als Mediziner sind vielseitig. Die Möglichkeiten als Lehrer eher nicht.

    Ich zitiere gerne auch den Rest meines Beitrages.

    Und ich habe bewusst den Teil deines Beitrags zitiert, dem ich widerspreche. Das war eine allgemeine Aussage, die sich darauf bezog, dass hier wohl einige nicht wüssten, wie es "in Familien" so läuft.

    Zitat

    Es gibt Empfehlungen zur Aufsichtspflicht von jüngeren Kindern, die aber im Ermessen der Erziehubgsberechtigten liegen und sich an der Reife und am Entwicklungsstand des Kindes orientieren.

    Diese Aussage ist soweit vernünftig. Im Gegensatz zu Teilen anderer Beiträge hier, die wehement dagegen sind, dass ein Kind alleine zuhause sein kann, weil es dann ja gar nicht zu essen hätte, wenn kein Erwachsener zuhause ist, es überhaupt verboten sei und grundsätzlich ganz schlimm sei, weil eben.

    Was har das ganze mit Hitzefrei zu tun, dass man dir heute dafür vermutlich das Jugendamt wegen Vernachlässigung der Aufsichtspflicht schicken würde?!?

    Wer schickt wem das Jugendamt? Du hast merkwürdige Vorstellungen.

    Bezug zu hitzefrei: auch junge Kinder können in der Regel ausnahmsweise mal alleine daheim sein, wenn sie ungeplant früher Schulschluss haben. Essen kann man vorbereiten, wenn sich heißes Wetter abzeichnet.

    Allerdings bemerke ich hier in der Diskussion, dass manchen das Verständnis fehlt, wie die Abläufe in einer Familie sind- die unterscheiden sich enorm von einem kinderlosen Haushalt.

    Hier beschreiben auch Menschen mit Kindern, dass das bei ihnen unproblematisch ist. Meiner ist noch zu klein, aber ich bin früher nach der Grundschule auch gelegentlich alleine zuhause, ohne zu sterben oder einen psychischen Schaden davon zu tragen. Ich wusste, wen ich im Notfall anrufen muss, dass ich nicht mit einer Schere in der Hand durch die Gegend renne und die Finger vom Herd zu lassen hatte.

    Unterm Strich werden die Besoldungen also lediglich um knapp 3% p.a. angehoben und daneben eine einmalige nicht pensionswirksame Sonderzahlung geleistet. Von einem Inflationsausgleich ist man so jedenfalls meilenweit entfernt.

    In EG9a Bund Stufe 3 liegt man im Moment bei 3363,83 Euro brutto. Ab 01.03.2024 steigt das brutto Gehalt auf 3759,89 Euro, also um 11,77%.

    In EG13 Bund Stufe 3 liegt man im Moment bei 4911,44 Euro brutto. Ab 01.03.2024 steigt das brutto Gehalt auf 5392,57 Euro brutto, also um 9,8%.

    Für EG5 Stufe 3 sind es 2875,93 Euro / 3245,11 Euro / 12,8%.

    Das ist jeweils selbst auf zwei Jahre umgelegt deutlich mehr, als knapp 3%. Vielleicht hast du die Erhöhung um 200 Euro nicht berücksichtigt, die bei bspw. EG5 Stufe 3 schon fast 7% ausmacht.

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