Beiträge von Schmidt

    Doch. Dadurch, dass sie in den Schlagzeilen sind.

    Aber: manche reagieren halt auf die Message ... andere auf den Boten.

    Die Leute, die auf die "Message" reagieren, hatten das Thema auch vorher schon auf dem Schirm. Viele der Menschen, die auf den Boten reagieren auch.

    Das sieht man auch hier im Thread: diejenigen, die die Kleberei toll finden, sind schon längst im Thema (wieviel jeder dieser Personen tatsächlich selbst fürs Klima tut, sei mal dahin gestellt). Von denen, die die Kleberei für sinnfrei halten, haben die meisten (alle) das Thema auch schon längst auf dem Schirm. Bei denen, die Klima-Kleber für Terroristen halten, ändert sich dadurch die Einstellung zum Thema auch nicht. Die Reaktionen der Politik sind bisher vollkommen unabhängig vom Inhalt der Botschaft.

    Aber red dir gerne etwas anderes ein.

    Den meisten ist nicht klar, was auf uns zu kommt.

    Wie kommst du darauf? Wer Klarheit darüber haben will, hat sich diese verschafft. Aber was genau ändert sich daran, wenn sich ein paar Kinder in Deutschland auf der Straße festkleben um anderen auf den Sack zu gehen? Genau: offensichtlich nichts. Hat der Mobilitätsgipfel nicht wieder nur mit Vertretern der Automobilindustrie stattgefundem?

    Zitat

    Ich erlebe seit 30 Jahren dummes Geschwätz, zu Beginn wurde es schlicht geleugnet, jetzt wir sind viel zu klein, wir können nichts ändern, sollen doch die anderen, die Chinesen (die erzeugen nur ein Drittel von uns, es geht um pro Kopf, nicht nach Nation, dann könnte man sich auf ein Bundesland beziehen, noch weniger Klimagase).

    Es geht im Endeffekt um absolute Zahlen. Alles andere ist unsinnig. Nochmal: wenn Deutschland von heute auf morgen fen individuelle. Autoverkehr komplett einstellt, passiert am Klima gar nichts. Das heißt nicht, dass gar nichts zu tun ist. Das heißt aber auch, dass man seine eigene Bedeutung nicht überbewerten sollte. Fürs eigene Gewissen ist es vielleicht nett, kein Auto zu fahren und außer selbst amgebautem Gemüse nichts weiter zu konsumieren. Für die Klimasituation ist dieses Verhalten aber vollkommrn irrelevant.

    Zitat

    Wie wenig Wissen viele haben, sieht man an den Diskussionen über 1,5 Grad (fast erreicht). Dann sind es halt 2 Grad. Kipppunkte? Ja, man kann nicht genau sagen, wann genau der einzelne fällt. Aber die Wahrscheinlichkeit steigt mit jedem hundertstel Grad (und es fallen immer weitere) . Dann müssten wir negativ Klima relevante Gase ausstoßen (also reduzieren), um Status Quo zu erhalten.

    Wir kommst du dauernd zu der Unterstellung, dass Menschen das nicht wissen? Dad eird seit Jahrzehnten auf allen möglichen Kanälen kommuniziert. Wenn es nicht ankommt, kommt es eben nicht an. Aber wissen tuen das reichlich Menschen.

    Zitat

    Verhalten sich nicht eher die kriminell, die zu viel Kohlenstoffdioxid etc. erzeugen (10,8 t statt unter 3 t oder ich zitiere

    "Der durchschnittliche CO₂e Fußabdruck pro Kopf liegt in Deutschland bei 10,8 Tonnen. 31 Prozent, also 3,4 Tonnen, sind auf den sonstigen Konsum zurückzuführen. 2,2 Tonnen beziehen sich auf das Wohnen, 5 Prozent auf Strom und 20 Prozent auf Mobilität. Zusätzlich ergeben sich 1,7 Tonnen pro Kopf aufgrund der Ernährung und 0,8 Tonnen durch die öffentliche Infrastruktur im Allgemeinen. Das Klimaziel legt einen Fußabdruck von unter einer Tonne CO₂e pro Kopf in Deutschland fest." Aus https://www.bmuv.de/media/kohlenst…0Mobilit%C3%A4t. Auf jeden Fall verursacht das viel mehr Tote.

    Daran siehst du selbst, wie unrealistisch diese Forderung ist. Dass in den nächsten Jahren nicht pro Kopf 90% des pro Kopf CO2 Ausstoßes reduziert werden wird, sollte offensichtlich sein.

    Zitat

    Also lieber die Klimaaktivisten als Kriminelle oder Terroristen beschimpfen, das lenkt herrlich ab. Tun ja alle.

    Nö, ich bezeichne die Klima-Kleber weder als Kriminelle noch als Terroristen. Machen hier im Thread die allerwenigsten. Man kann auch der Ansicht sein, dass die Aktionen sinnfrei sind und die Kinder den falschen Baum anheulen, ohne eine Verbrecher Schublade aufzumachen.

    Nö. Es ginge viel mehr, wenn man nur wollte. Mein Bus fährt alle 7 min. Und deiner?

    Mein Bus fährt alle 30 Minuten, mein Zug alle alle 45 Minuten. Natürlich nicht aufeinander abgestimmt. Mit dem ÖPNV brauche ich an schlechten Tagen 3 Stunden nachhause (weil Züge gerne mal ausfallen), mit dem Auto 1 Stunde. An guten Tagen mit dem ÖPNV 2 Stunden, mit dem Auto 35 Minuten. Meine Lebenszeit ist mir zu schade, um meine Lebensqualität für null Klimawirkung dermaßen einzuschränken.

    Wer ist eigentlich dieser "man"? Ich würde gerne mit einem bezahlbaren und vernünftig getakteten ÖPNV fahren. Den gibt es nur leider nicht. Den wird es auch nicht geben, wenn sich Kinder auf der Straße festkleben. Das hat offensichtlich keine Wirkung.

    Und es hat sich seit den 70ern enorm viel geändert. Wir wären noch viel mehr am Arsch, wenn es all die Diskussionen, angestossen durch links-grüne Spinner, nicht gegeben hätte. Nie waren unsere Luft und unser Wasser seit Beginn der Industrialisierung sauberer als jetzt.

    Zu den "links-grünen Spinnern" gehöre ich genau genommen auch, wenn auch in einer bestenfalls mittleren Ausprägung. Ich wäre aber früher in meiner aktiven Protestphase nie auf die Idee gekommen, mich an einfachen Arbeitnehmern abzuarbeiten.

    Du unterschätzt die Wirkung, die diese (leider rein hypothetische) Entscheidung auf den Rest der Welt hätte. Wenn niemand anfängt, wird sich nie was ändern.

    Die EU fängt schon an, indem sie Verbrenner bis 2030 auslaufen lässt. Es geht eben nicht alles von heute auf morgen; dafür sind staatliche (Aushandlungs-)Prozesse zu träge. Natürlich ginge noch mehr, das sind aber politische Prozesse. Die kann man durch Protest manchmal beeinflussen. Aber nicht, indem man den falschen Baum anheult.

    Es gibt soviele, deutlich sinnvollere Ziele für Protest. Statt mal drei Minuten sein Hirn zu benutzen, geht man Leuten auf den Sack, die einfach nur versuchen, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Kann man machen, bringt halt nur nichts.

    Sind die Kinder mit ihren von Mama und Papa bezahlten iPhones eigentlich auch in Lüzenrath dabei?

    Es bringt das Thema in die Runde, wie man hier schön sieht...

    (Wie gesagt, ich finde das Mittel sinnvoll, fraglich freilich, ob es bessere Mittel gäbe)

    Weil das Thema ja nicht schon seit den 70ern immer und immer wieder überall diskutiert wird. 😂 Das Thema ist schon längst "in der Runde". Ich frage mich, unter welchem Stein man leben muss, um das nicht mitbekommen zu haben.

    Nee, du bist dran.

    Ich bin nicht der Meinung, dass es im Moment sinnvolle Protestoptionen gibt, die über Fridays for Future hinaus gehen.

    Leuten auf den Sack gehen, die nichts für die Klimaprobleme können und auch nichts dagegen tun können, führt offensichtlich nicht dazu, dass mehr passiert, als es bereits der Fall ist. Und nein, nicht mehr mit dem Auto zu fahren ist keine Lösung für irgendwas. Wenn von heute auf morgen kein Deutscher mehr irgendwo mit dem Auto hinfährt, macht das mit dem Klima genau gar nichts. Es verschlechtert lediglich die Lebenssituation der Betroffenen, ohne global irgendeinen Nutzen zu haben.

    Also nein, nicht ich bin dran, sondern diejenigen, die meinen, dass hier irgendjemand einen Einfluss auf das Weltklima hat. Wer fordert was genau, wie ist das umsetzbar und welchen konkreten Nutzen haben die Maßnahmen? Butter bei die Fische. Diffuses Buhu und Hauptsache irgendwem auf den Sack gehen, damit wir uns moralisch überlegen fühlen können, bringt niemanden weiter.

    Ich persönlich habe nichts gegen ein Tempolimit von 120 km/h auf Autobahnen und auch nichts dagegen, wenn keine Gelder mehr in neue Autobahnen/Autobahnabschnitte fließen, um stattdessen den Nahverkehr auszubauen. Inwiefern bringt es den Klima Klebern etwas, mir auf den Sack zu gehen? Abgesehen von kleinkindlicher Befriedigung natürlich.

    Ja, stimmt. Es gibt nur diese beiden Möglichkeiten. Verbrenner oder elektrisch. Aber Auto muss es sein. Patsch.

    Zur Zeit leider ja, weil es in vielen Konstellationen keine Alternative gibt. Als ich noch in einer Großstadt gelebt habe, brauchte ich auch kein Auto. Jetzt geht das eben nicht mehr anders, weil es keine sinnvolle Alternative gibt.

    Andere Prioritäten als das eigene Überleben, meinst du? Ich schwanke gerade, ob ich das sehr dämlich oder am Ende doch sehr begrüßenswert finden soll.

    Ach je. Das Fahrverhalten von Deutschen hat keinen nennenswerten Einfluss auf das Klima. Zudem haben die meisten Menschen eher mit greifbaren Fragestellungen (Wie bekomme ich Essen für meine Familie auf den Tisch? Wie bezahle ich die Heizkosten? usw.) Abstrakte Fragen nach dem Fortbestand der Menschheit sind da eher irrelevant.

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