Beiträge von Schmidt

    Diese Diskussion eröffne ich hier nicht so gern, da ich deine Fragen rhetorisch verstehe. Sollte ich mich getäuscht haben, hier in Kurform: zu alt, zu krank, zu viel finanzielle Verantwortung, zu ängstlich, zu unbrauchbar.

    Du bist innerhalb von ca. 12 Monaten (die Zeit zwischen dem Gedanken, das Ref abzubrechen und der Beendigung des Ref) zu alt, zu krank, zu ängstlich, zu unbrauchbar geworden und hast soviel finanzielle Verantwortung angesammelt, dass es nicht möglich war, etwas anderes zu machen?

    Dass man 20+ Jahre nach dem Ref bereut, Lehrer geworden zu sein, ist sicher möglich. Aber mit der Beendingung des Refs hat dad nichts zu tun. Das Ref zu beenden führt nicht automatisch und unumgänglich in eine Beschäftigung als Lehrer.

    Ich habe im Referat sehr wenig gelernt.

    Ich habe bei meinen Referaten im Studium meistens einiges gelernt.

    Zitat

    Zwar steht bei beiden Examina eine 1 vor dem Komma, aber heute meine ich, besser wäre es gewesen abzubrechen (liegt an meinem Hadern mit der Bürokratie und Innovationsfeindlichkeit des Schulsystems).

    Du hast ein angeschlossenes Lehramtsstudium mit zweitem Examen. Das ist einiges wert und zwingt dich nicht dazu, in der Schule zu bleiben? Was genau hindert dich daran, jetzt trotzdem das zu machen, was du bei Abbruch des Refs gemacht hättest? Dass du nicht angebrochen hast, hindert dich nicht daran, etwas anderes zu machen.

    Ja, dann kann man die Frage, ob die Arbeit mit Menschen mit Behinderung abzulehnen eine Diskriminierung ist, schön umgehen.

    Niemand hier lehnt die Arbeit mit Behinderten ab. Wir kommst du auf diese Idee?

    An meiner Schule gibt es in allen Bereichen Behinderte: zahlreiche Schüler, Mitarbeiter des Sekretariats, verschiedene Kollegen. Würde ich die Arbeit mit Behinderten ablehnen, müsste ich mir einen anderen Job suchen.

    Das ist aber gar nicht das Thema dieses und des anderen Threads. Ich empfehle dir, den Thread aufmerksam zu lesen.

    (Die Wahrscheinlichkeit dafür, dass jetzt wieder eine getrollte Antwort kommt, die offensichtlich das Thema verfehlt und wilde Unterstellungen beinhaltet, ist groß. Aber was macht man nicht alles, wenn man prokrastinieren will.)

    (Gibt es eigentlich einen prinzipiellen oder wesentlichen Unterschied zwischen Gletscherwanderung und Bummelrunde durch den durchschnittlichen großstädtischen Stadtpark? Der Thread lässt mich gerade grübeln..)

    Ne, da gibt es keinen Unterschied, das ist vollkommen austauschbar. Ist ja beides mit Laufen und Natur angucken. Und wenn du eins von beiden nicht machen willst, bist du ein ganz ein fieser Gletscher- bzw. Parkfeind. Dass du das nicht selbst siehst.

    Aha. Und was genau hat das mit Inklusion zu tun bzw. wie führt zu einer ständigen Beschäftigung mit dem Thema?

    Inklusion heißt doch nicht: "Wir lassen (einzelne, möglichst wenig störende) Menschen mit Behinderung gnädigerweise mitmachen."

    Köperlich behinderte Kinder, die von ihren Eltern an unserer Schule angemeldet werden, werden aufgenommen. Da wird keine Auswahl anhand der Behinderung getroffen. Je nachdem, welche Behinderungen die Schüler haben, muss ich mich damit beschäftigen, ob/wie ich diese im Unterricht berücksichtigen muss.

    Ich frage mich ernsthaft, was genau du erwartest. Am Gymnasium werden nur Menschen beschult, die das wollen und ein gewisses Mindestmaß an Leistung zeigen. Ob diese Menschen behindert sind oder nicht, spielt dabei grundsätzlich keine Rolle.

    Warum sollten Menschen mit geistiger Behinderung, die sie daran hindert, diese Mindestleistung zu erbringen, in Gymnasialklassen sitzen, während andere, die nicht behindert sind, an eine andere Schulform wechseln (müssen)? Die Antwort kann nicht "Inklusion" lauten. Denn auch bei der Inklusion geht es nicht darum, dass Behinderte aufgrund ihrer Behinderung überall dabeisitzen.

    Allerdings muss man fairerweise sagen, dass nicht mal in einem Forenkollegium fachliches Interesse am Thema Inklusion besteht. Da sind die meisten einfach froh, an ihrer Schulart zu unterrichten und möglichst nichts mit der Thematik zu tun zu haben.

    Wir haben ständig mit dem Thema Inklusion zu tun. Seit meiner eigenen Schulzeit habe ich keine Schule von innen gesehen, an der es keine Schüler im Rollstuhl, Kleinwüchsige, (fast) Blinde, Schwerhörige, Taube, Asperger Autisten und/oder Schüler mit anderen körperlichen Behinderungen gibt.

    Aber klar, das ist keine Inklusion. Inklusion findet nur dann statt, wenn geistig Behinderte Schüler landesweit in Gymnasialklassen sitzen, dort trotzdem keinen Schulabschluss erreichen können und dabei außer vollkommen unnötigem Stress für alle Beteiligten nichts rumkommt.

    Mmh... :/

    Dann könnte man uns ja auch gleich zur Bundeswehr abordnen. Der Tapetenwechsel wäre wohl nicht so krass wie der vom Gymnasium an die Förderschule.

    • Studienrat, Besoldungsgruppe a13 --> Major
    • Oberstudienrat, Besoldungsgruppe a14 --> Oberstleutnant

    Die Idee gefällt mir. Als technischen Offizier bei der Streitkräftebasis oder bei der Luftwaffe könnte ich mir mich schon vorstellen.

    Weil vom Beamten erwartet werden kann, dass er sich auch in vergleichbare amtsangemessene Tätigkeiten einarbeitet.

    Klar, 2 Jahre Universitätsstudium (reiner Förderschul spezifischet Anteil am gesamten Studium) und ein Referendariat, in dem die Förderschulkollegen ihre Arbeit lernen, lassen sich mal ebenso durch ein paar Stunden Lehrgang ersetzen. Das glaubst du doch selbst nicht. Vielleicht stellst du deine Arroganz in dieser Hinsicht mal ab.

    Die Arbeit an Förderschulen und generell mit geistig Behinderten ist nicht mit der an Regelschulen vergleichbar.

    Wie du darauf kommst, dass leistungsheterogene oder inklusive Klassen das verhindern, hast du mir trotz Nachfrage noch nicht erklärt.

    Sorry, aber durch den Reifen springe ich nicht. Das weißt du selbst.

    Zitat

    Wie gesagt ist wissenschaftlicher Konsens, dass genau das nicht der Fall ist.

    Welche Studien weisen nach, dass die Leistung von individuellen Schülern nicht darunter leidet, dass geisitig behinderte oder anderweitig deutlich leistungsschwächere Schüler in diesen Klassen regulär mitbeschult werden (nicht: in der Klasse sitzen, während sie vom Unterrichtsgeschehen weitgehend ausgenommen sind)? Wie genau soll nachgewiesen werden, dass ein Schüler ohne deutlich schwächere Mitschüler keine besseren Leistungen erzielt hätte? Das funktioniert so nicht. Dass Inklusion generell nicht zu schlechteren Leistungen führt ist ein no-brainer (wenn auch genauso schwierig nachweisbar). Auf die absurde Idee, dass körperlich Behinderte zu einem schlechteren Leistungsniveau führen, muss man erstmal kommen.

    Ich kenne die Situation aus meiner eigenen Schulzeit an einer Gesamtschule. Die Langeweile, die ich dort jeden Tag ertragen musste (bis ich mich dazu entschlossen habe, nur noch unregelmäßig zum Unterricht zu erscheinen) will ich auf keinen Fall irgendeinem Schüler zumuten. Die Oberstufe war etwas besser, aber richtig befreiend war erst das Studium.

    Ich erlebe das auch bei den 5ern immer wieder, dass die froh sind, endlich in vernünftigem Tempo lernen zu können, statt vor sich hin zu dümpeln und "anderen zu helfen".

    4. Dennoch kann es auch ein Lernziel für SuS sein, sich einmal zurückzunehmen und Rücksicht zu nehmen, wenn andere länger brauchen. (Nein, damit meine ich nicht, dass SuS sich jeden Tag langweilen sollen.)

    Darauf läuft es aber hinaus. Zu stark leistungsheterogene Klassen fördern Mittelmaß. Leistungsstarke Schüler können sich nicht weiterentwickeln und leistungsschwache Schüler fallen im Endeffekt trotzdem weiter hinten runter.

    Die Idee, dass sich leistungsstarke Schüler bremsen müssen, weil die Leistungsschwachen oder geistig Behinderten nicht mitkommen kannst du wohl kaum ernst meinen. Leistung muss gefördert, nicht erstickt werden.

    Dann verstehe ich nicht, warum in dem anderen Thread, in dem es um die Abordnung eines Kollegen an die G-Schule geht, so viele Gymnasiallehrer meinen, sie könnten das nicht. :/

    Ich kann nicht mit geistig Behinderten arbeiten. Natürlich kann ich meine Fächer auf Grundschulniveau herunterbrechen. Das nimmt ihnen aber vollkommen den Sinn und Zweck und mir, wenn ich das dauerhaft und täglich machen muss den Lebenswillen.

    Ist aber natürlich auch eine Folge des Unterrichts- und Leistungsprinzips der Regelschulen bzw. der Gesellschaft - dass wir das nicht problemlos umkehren können, ist mir auch klar.

    Daran, eine Schulform für besonders leistungsfähige Schüler zu haben, ist nichts schlecht. Ob das Gymnasium das so noch leistet, kann sicher diskutiert werden, aber dad ist nun mal die Schulform, an der die leistungsfähigsten Schüler unterrichtet werden. Leistung ist kein Schimpfwort.

    Auch leistungsfähige Schüler haben ein Recht auf einen Raum, in dem sie ihre Leistung zeigen und steigern können.

    Zitat

    Aber: Wenn an Regelschulen normal wäre, dass SuS unterschiedlich weit sind und unterschiedliche Aufgaben bekommen, und der Schwerpunkt der Bewertung mehr auf dem individuellen Fortschritt läge, würden sich L-SuS dort weniger als leistungsschwach erleben.

    Der individuelle Fortschritt fließt auch zu ein kleinen Teil in die Benotung ein. Ansonsten halte ich dieses Prinzip für bestenfalls merkwürdig.

    Zitat

    Und wenn es an Regelschulen mehr Beziehungsarbeit, kleinere Klassen und weniger Druck gäbe, wären die E-SuS dort vielleicht auch weniger die 'Bösen'.

    Es muss an Regelschulen, insbesondere an Gymnasien gar nicht flächendecken mehr Beziehungsarbeit geben. Die Art und der Umfang der Beziehungen, die ich zu meinen Schülern aufbaue, reicht (meistens) vollkommen, um ein angenehmes Lernklima zu erzeugen. Wenn man als Schüler zum Lernen in der Schule ist (und um mit seinen Freunden zuchillen), kann ich nachvollziehen, dass jemand, der kontinuierlich das Lernklima und den Klassenfrieden stört, als nervig wahrgenommen wird.

    Es wird erwartet, daß Du pünktlich zum Dienst erscheinst und ggf. entsprechend die Führerscheinprüfung an- und dir einen PKW zulegst.

    Wo ist das Problem? Man muß nur bereit sein die ideologischen Scheuklappen: „Ich will aber keinen PKW haben“ ablegen oder mit den dann drastischen Konsequenzen leben.

    Ich fahre selbst gerne Auto und kann mir nur schwer vorstellen, darauf verzichten zu müssen.

    Deine Ansicht halte ich aber für absurd. Wer keinen Führerschein hat oder aus anderen Gründen nicht mit dem Auto fahren kann oder will, kann dazu nicht ernthaft verpflichtet werden. Jedenfalls nicht für eine Aborderung. Bei einer Versetzung kann man darüber vielleicht (!) reden.

    Die Androhung der Bitte um Entlassung aus dem Beamtenverhältnis dürfte im momentanen Mangelzustand ausreichen, um solchen Nonsens zu unterbinden, wenn eine vernünftige Unterhaltung nicht zum vernünftigen Ergebnis führt.

    Aber wenn wir nun die gesellschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen haben, dass schulische Inklusion verpflichtend, erwünscht oder zumindest möglich ist, dann kann ich nicht nachvollziehen, warum gerade Gymnasien von dieser Aufgabe ausgenommen sein sollen.

    Warum Gymnasien sich daran nicht beteiligen sollten, hat Kris24 ausführlich geschildert.

    Abgesehen davon, habe ich bereits weiter oben (oder in einem anderen Thread) geschrieben, dass ich es genauso für falsch halte, wenn geistig behinderte Schüler, die keinen Haupt- bzw. Realschulabschluss erreichen können, an Haupt- bzw. Realschulen in den regulären Bildungsgängen beschult werden müssen.

    Als hätten die Kollegen an diesen Schulformen nicht auch schon genug zu tun. Die haben auch keine Kapazitäten dafür, quasi zwei unterschiedliche Lerngruppen gleichzeitig zu beschulen.

    In einem optimalen Schulsystem, hätten wir maximal eine 1:10 Beschulung. Dann mache ich zwar nach wie vor keinen Unterricht für geistig Behinderte, aber dafür hätten wir ja für jeden Inklusionsschüler eine eigene Lehrkraft, die diesen Schüler den gesamten Schultag begeleitet (zumindest bei geistig Behinderten, die dem Unterricht nicht folgen können).

    Dann muss er den "Unterrichtsstoff" ändern, anpassen oder anders aufbereiten, damit die SuS in der Lage sind, ihn zu verstehen. Das ist doch unsere Kernaufgabe als Lehrer?

    Das musst du doch auch bei SuS ohne Förderbedarf? Oder verstehen die alle alles sofort und du nutzt die gleichen Unterrichtsinhalte, -materialien und Vermittlungsmethoden für alle Klassen und SuS?

    Warum sollte ich den Stoff ändern? Jeder Schüler muss im Unterricht Minimalziele erreichen. Bspw. ein einfaches Problem mit Hilfe einer Schleife in Java lösen, einen gegebenen Datenbestand in die erste/zweite Normalform überführen, einen zusammenhängenden englischsprachigen Text über mehrere Seiten lesen und den Inhalt zusammenfassen können usw. usf.

    Ich biete bei Bedarf mehrere Erklärungen, auch von Dritten an, verschiedene Darbietungsformen, verschiedene Methoden, damit jeder die Chance hat, zu verstehen, was eine Schleife ist und wie man diese verwendet, was Normalformen sind und warum diese eingesetzt werden, wie man Texte liest, wie man darin schneller und besser wird, wie man Zusammenfassungen schreibt. Aber letztendlich muss jeder diese Aufgaben bewältigen können. Jemand, der das kognitiv (noch) nicht kann (oder will), gehört nicht ans Gymnasium. Vollkommen egal, ob der Grund eine geistige Behinderung, Unlust oder geringere kognitive Leistungsfähigkeit ist.

    Es geht ja nicht darum, dass alle alles sofort verstehen. Es geht darum, ob Schüler die kognitiven Kapazitäten (und den grundsätzlichen Willen) haben, dem Unterricht inhaltlich überhaupt zu folgen.

    Ich mache keine Bespaßungsveranstaltung, in der ich fünf verschiedene Schulformen und Leistungsstufen gleichzeitig bespiele, damit sich alle integriert fühlen.

    Mir erschließt sich um ehrlich zu sein nicht, was daran so schwer verständlich ist. Und warum aus "Ich möchte nicht mit geistig Behinderten arbeiten, weil für diese Klientel ganz anderer Unterricht und eine ganz andere pädagogische Aufmerksamkeit notwendig ist, die ich weder leisten kann noch will. Deshalb habe ich mich gegen das Förderschullehramt entschieden." hier ständig ein "Iih, Behinderte, mit denen will ich nicht arbeiten. Ganz egal, welche Behinderung die haben." gemacht wird. Bis auf eine Person, deren Beiträge offenbar gelöscht wurden, hat das hier niemand gesagt. Grundsätzlich haben die hier Schreibenden alle kein Problem damit, Behinderte zu unterrichten.

Werbung