Beiträge von Schmidt

    Bei diesen Entscheidungen ist man (bzw. frau) leider nicht völlig frei, weil die jeweiligen Rahmenbedingungen dies vorgeben. Sie "darf" bereits heute alles frei entscheiden. Leider lassen sich die drei Bereiche eben nicht immer in den gewünschten Einklang bringen - das muss nicht zwingend eine bewusste Diskriminierung sein - einige Konstellationen funktionieren eben nicht - und Entscheidungen für etwas sind womöglich eben auch Entscheidungen gegen etwas anderes. Das ist also auch eine Frage der Opportunitätskosten.

    Deswegen ist das eben ein frommer Wunsch. Nachvollziehbar, berechtigt - und dann trifft er auf die Lebenswirklichkeit.

    Warum sollten das nur Fragen sein, die Frauen betreffen? Warum sollen weibliche Kinder von vorneherein mit der Einstellung aufwachsen, dass sie später von einem Mann (!) finanziert werden, weil sie Kinder bekommen und dann zuhause bleiben werden? Warum kann eine Frau nicht beim Daimler dual E-Technik studieren, dort arbeiten, Karriere machen und sich die Arbeit zuhause mit ihrem Mann (oder ihrer Frau) teilen? Es geht ja nicht darum, dass das alle so machen müssen. Es geht nur darum, dass sich niemand aufgrund seines Geschlechts in der Wahlfreiheit beschränken lässt. Weder Männer noch Frauen.

    Der Wunsch einer Frau, nicht halbe-halbe in allen drei Aufgabenbereichen (Geld, Haushalt, Care) zu machen, ist damit nicht pauschal Ausdruck der ihr nicht bewussten Unmündigkeit oder der absichtlichen Unterdrückung durch ihren Partner oder durch die Gesellschaft sondern in vielen Fällen eine bewusste Entscheidung.

    Im Prinzip ja. Das macht aber die Erziehung der Kinder zu selbstbewussten Individuuen, die wissen, dass sie alles werden können, nicht zu einem frommen Wunsch. Selbstverständlich können Mädchen/Frauen (im Rahmen ihrer Fähigkeiten), machen, was sie wollen. Durch das eigene Geschlecht sollte sich niemand beschränken lassen. Das kann man als Eltern durchaus als Erziehungsziel sehen.

    Falls du Töchter hast: was bringst du denen denn bei? "Ihr müsst nicht gut in der Schule sein, weil ihr ja so oder so irgendwann einen Mann heiratet und euch dann um die Kinder kümmert, während euer Mann das Geld ranschafft. Und eure Arbeit ist dann eher ein Hobby"?

    Ein frommer Wunsch. Die Realität wird sie einholen. (Und in meinem Umfeld erlebe ich, dass die Frauen, ganz gleich ob sie Vollzeit, Teilzeit oder gar nicht arbeiten, sich das Leben gegenseitig am schwersten machen. Vielleicht könnte man ja da auch einmal ansetzen...)

    Das erlebe ich auch so.

    Allerdings ist es dennoch richtig, dass Frauen alles machen können, was sie wollen. Wieso sollte das ein frommer Wunsch sein? Man muss nur früh lernen, sich seine Freunde gut auszusuchen und nicht im Mainstream der Clique mitzuschwimmen. Das ist in erster Linie eine Sache des Selbstbewusstseins.

    Wenigstens der Papa hätte mehr auftauchen können. Vielleicht hätte der Papa Leo aus dem Kindergarten abholen können, weil Mama heute ihren ersten Tag bei der neuen Arbeit hat und nicht genau weiß, wie lange sie dort sein muss. Dafür hat sich der Papa dann einen halben Tag freigenommen. Oder so. Oder der Papa erklärt, dass es ganz normal ist, dass Mama, jetzt, wo Leo so groß ist, dass er in den Kindergarten gehen kann, wieder arbeiten geht. Oder noch besser, beide zusammen erklären ihm das.

    Es hätte viele modernere Ansätze gegeben, die zwar berücksichtigen, dass die Aufteilung tatsächlich häufig noch so ist, aber der Papa in der Erziehung auch eine entscheidende Rolle spielt und es normal ist, dass Mama arbeiten geht, weil sie das will (und nicht nur, weil sie muss, weil das Geld knapp ist).

    Das passt doch alles. Alle so, wie sie können und wollen. Wenn dann manche Bereiche "traditionell" aufgeteilt sind, ist das vollkommen in Ordnung. Solange sich keiner qua Geschlecht dazu genötigt fühlt eine bestimmte Aufgabe zu übernehmen, ist alles gut.

    Gefühlt ist das im Forum schon mehrfach geschrieben worden, aber eh sich die Diskussion wieder im Kreis dreht:

    In NRW gelten die Aussagen aus der Arbeitszeitverordnung ausdrücklich nicht für Lehrerinnen und Lehrer an öffentlichen Schulen. Das Bundesarbeitszeitgesetz gilt ausdrücklich nur für Arbeiter und Angestellte.

    Ob das richtig ist, ist eine andere Frage.

    Als angestellter Lehrer bist du doch auch Angestellter. Die Arbeitszeitverordnung für Landesbeamte in NRW sieht auch eine Ruhezeit von 11 Stunden zwischen Dienstende und Dienstbeginn vor.

    Ok, dann fangen wir mal ganz grundsätzlich an: Wie läßt man sich in ein anderes Bundesland versetzen, in dem es die berufsbildenden Fakulten, die man selber besitzt, gar nicht gibt? Wie läuft das dann mit einer a14 Funktionsstelle?

    Das ist nicht mein Problem. Um deine Probleme musst du dich schon selbst kümmern. Nur jammern hilft nicht.

    Wie wärs mit der freien Wirtschaft? Da kannst du ja offenbar viel mehr verdienen, als als Lehrer? Oder vielleicht doch nicht?

    Also ich hätte selber in der freien Wirtschaft berufsbegleitend studieren können und hätte anschließend eine entsprechende Position bekommen. Das Angebot lag auf dem Tisch.

    Ja, man hat seine Karriereentscheidung selbst in der Hand. Wo steht etwas Gegenteiliges?

    Zitat

    Ich kenne aber auch im Schuldienst viele, die das Zeug hätten, in der Wirtschaft erfolgreich zu sein. Warum gehen wir davon aus, dass die meisten Lehrer nichts drauf haben?

    Wer behauptet, dass Lehrer "nichts drauf" hätten? Dass jemand ein guter Lehrer ist und sein Fach an der Schule gut vermitteln kann, ist aber keine Qualifikation, die in der freien Wirtschaft brauchbar ist. (Fast) niemand kann außerhalb der Schule oder von Ämtern etwas mit einem 50-jährigen Wirtschaftspädagogen aus der Schule oder einem Informatiklehrer anfangen. Den Schuldienst zu quittieren, um privat in der Erwachsenenbildung zu arbeiten ist nicht mal eine mittel gute Idee.

    Sorry,

    aber dafür, daß die Ehefrau gemäß dem tradierten Hausfrauenmodell ihren Job aufgibt, um dem verbeamteten Lehrer hinterherzuziehen, dafür reicht die Besoldung bei weitem nicht.

    Hm? Wo steht das? Gebildete Erwachsene mit Berufserfahrung können in der Regel im ganzen Bundesgebiet arbeiten. Dass bei einer Familie derjenige umzieht, für den es einfacher ist, ist doch, wenn es nitwendig ist, selbstverständlich. Bei meiner Frau und mir wäre ich das. Wenn man es gar nicht versucht, kann es auch nicht klappen. Vielleichr fängst du mal damit an, Versetzungsanträge zu stellen, statt dich abwimmeln zu lassen. Nur so ein Vorschlag.

    Deine Interpretation sagt mehr über dich aus, als über mich.

    Man merkt, daß Sie keine Ahnung von den Gegebenheiten an einem Berufskolleg haben. Ich empfehle Ihnen sich mit den ganzen berufsbildenden Fakulten auseinanderzusetzen, um festzustellen wie klein die Arbeitsmärkte bei einzelnen Fakulten sind. Denn ja, es gibt echt Fakulten, wo es in einem Jahr nur einen Absolventen in ganz NRW gibt und natürlich auch nur ganz wenige Stellen. Da ist dann Pendeln angesagt. Ich bin jedenfalls bei uns am Berufskolleg nicht allein, wenn es um einen Arbeitsweg von 100+ km geht (einfache Strecke). Gymnasien mit ihren immer gleichen Fakulten findet man an jeder Milchkanne, Berufsschulen aber, die Landesfachklassen (es gibt im ganzen Bundesland nur eine Berufsschule, die Azubis ausbilden kann) ausbilden, sind ganz dünn gesät. Von Bundesfachklassen (es gibt nur eine Berufsschule in ganz Deutschland, z.B. für Hörgeräte-Akustiker in Flensburg) bin ich da noch gar nicht angefangen.

    Und nein, zum Schulort umzuziehen sehen wir alle nicht als Option, weil die Ausbildung so lange dauert, daß man zwischendrin schon seine komplette Familienplanung abgeschlossen hat.

    Das weiß man doch alles vorher und nimmt es billigend in Kauf. Dann ist es unsinnig, sich dann darüber zu beklagen, dass der Weg so weit und so teuer ist und man ja eigentlich viel mehr verdienen müsste, obwohl man sich selbst für diese Belastung entschieden hat. Warum auch immer.

    Zumal es hier doch generell um Lehrämter geht, nicht nur um das für berufliche Schulen. Wenn es nur einen Absolventen pro Jahr und sehr wenige Stellen gibt, ist das nicht repräsentativ für den Beruf des Lehrers. Nicht mal für den Beruf des Lehrers an beruflichen Schulen.

    Keine Ahnung, wie lange du studiert hast, dass du ständig auf der Länge der Ausbildung rumreitest. 5 Jahre Studium und 1,5 Jahre Referendariat sind jetzt nicht so wahnsinnig lang, dass man mit der Familiengründung nicht noch warten könnte. Der Partner kann ja, wenn er nicht gerade ebenfalls Lehrer ist, in der Regel mit umziehen; die meisten Jobs kann man überall ausüben.

    Warum haben google, apple und co. wohl so komische Arbeitsbedingungen?

    Hm? Mir ist ein einziger ehemaliger Kommilitone bekannt, der die Skills hat, bei diesen UN zu arbeiten. Unter den Kollegen ist kein einziger. Es ist immer wieder interessant, mit wem sich Kollegen vergleichen. Es sind immer dijenigen, die ja in der freien Wirtschaft viel mehr verdienen. Dass das auf die meisten Menschen, auch ehemaligen Kommilitonen, die nicht Lehramt studiert haben, nicht zutrifft, wird ausgeblendet. Ganz zu schweigen davon, dass Lehrer spätestens nach ein paar Jahren an der Schule gar keine in der freien Wirtschaft verwertbaren Fähigkeiten mehr haben. Wenn ich die Geschichten der 50+ jährigen Kollegen höre, die tönen, wieviel sie in der freien Wirtschaft verdienen könnten, muss ich schon schmunzeln.

    Was augenscheinlich ja nicht genug ist, denn wäre die Bezahlung der Arbeitsmarktsituation angemessen, hätten wir keinen Lehrermangel. ;)

    Wir haben einen Lehrermangel, weil Universitäten nicht genug Studenten aufnehmen (können) und weil Studium und Referendariat zulange dauern und zuviele Stellen haben, an denen Menschen rausgeprüft werden (können) oder aufgeben.

    Das Einkommen hat damit wenig zu tun. Darüber sind sich Abiturienten, die das Lehramt wählen in der Regel gar nicht im Klaren. Zumal es mit einem Abschluss in Englisch und Französisch schwierig wäre einen Job zu finden, der 3300 Euro netto zum Einstieg im Beamtenverhältnis abwirft.

    Junge A13er sind in der Regel in der PKV und pendeln nicht täglich hunderte Kilometer. So schlimm ist es gar nicht, mit 26 3.300 Euro netto als Beamter zu verdienen.

    Zitat

    Der sozialistische Sockelbetrag ist eine reine Unverschämtheit.

    Der was?

    Wir müssen vom Gedanken "solange mir nichts weggenommen wird" wegkommen.

    Warum?

    Zitat

    Wir müssen sagen, "meine Arbeit wird angemessen honoriert und ich werde meinem hohen Bildungsstand und meiner hohen Verantwortung entsprechend bezahlt".

    Werde ich. 3.300 netto muss man in der freien Wirtschaft erstmal erreichen.

    Schön für dich, wenn dir das Geld reicht. Mir reicht es nicht

    Dann hättest du dir einen anderen Beruf aussuchen müssen. Ich empfehle auch, nicht täglich mehrere hundert Kilometer zur Arbeit zu fahren. Spart nicht nur Geld, sondern auch Lebenszeit.

    Zitat

    Wir haben während den Jahren des Studiums und sehr schlecht bezalhten Referendariats praktisch nichts verdient, wohingegen die unteren Lohngruppen im einfachen und mittleren Dienst schon in voller Besoldung standen. Diesen Rückstand im Lebenseinkommen will ich zumindest aufholen. Rücken die Besoldungsgruppen aber immer weiter zusammen, lohnt es sich nicht mehr zu studieren und den höheren Dienst anzustreben, dann fährt man mit einer Lehre und dem mittleren Dienst besser, weil man dann schon mit 21 Jahren in der vollen Besoldung steht. Hinzu kommt noch ein Risiko-Zuschlag, weil wir als Lehramts-Studenten ja das volle Risiko tragen nach bestandenem 2. Staatsexamen dann doch nicht eingestellt zu werden und somit 10 Jahre unseres Lebens in den Sand gesetzt haben. Es gibt praktisch ja keine alternativen Arbeitgeber

    Bisher hält das alles Menschen nicht davon ab, Lehramt zu studieren. Die Nachfrage nach Studienplätzen ist ungebrochen hoch.

    Was können andere Menschen denn dafür, dass du dich für diesen Weg entschieden hast?

    Kaufkraftbereinigt schon...irgendwie werden die Mehrausgaben ja gegenkompensiert...und wenn es durch fehlende adäquaten Anpassungen im gesamten Gehaltsgefüge passiert.

    Wir haben unser Auskommen und ich werde ausreichend besoldet. Mehr interessiert mich in dieser Hinsicht um ehrlich zu sein nicht. Wenn alle mindestens 10% mehr bekommen, manche aber überproportional viel mehr, sehe ich nicht, wo da der Schaden entsteht.

Werbung