Beiträge von Schmidt

    An meiner Schule wird der Unterricht im Jahrgangsteam gemeinsam geplant. Einmal wöchentlich, eine Woche im Vorraus. Entsprechend wissen die Kollegen der Parallelklassen darüber Bescheid, was anliegt.

    Fürchterlich

    Ich lasse mir nicht von anderen Leuten reinreden, wie ich meine Unterrichtswoche durchzuführen habe. Und soviel verschwendete Zeit jede Woche.

    Also musst du doch ein praktisches Jahr machen? Schmidt hat ja was anderes behauptet.

    Das Medizin Studium dauert 6 Jahre und 3 Monate. Früher kam dazu noch das AIP, in dem fertig studierte Menschen noch für ein paar Almosen ein Praktikum, in dem sienim Wesentlichen voll gearbeitet haben, absolvieren mussten. Heute ist in den 6 Jahren und 3 Monaten noch praktische Studienzeit integriert. Nach dem Studium ist man fertiger Arzt.

    AIP und praktisches Jahr sind nicht dasselbe.

    Dass es das AIP nicht mehr gibt ist übrigens keine Behauptung. Vll benutzt du mal das Internet, um dich selbst zu informieren. ;)

    Wir haben eine Mitteilung der Schule unserer Kinder erhalten, SEK I, dass höchstens auf 19 Grad geheizt wird und dass die Kinder sich wärmer anziehen sollen. Der Zwiebel-Look wurde empfohlen. Und ja, der Shitstorm der Elternschaft ist böse am wüten. Auch wenn wir uns nicht daran beteiligen.

    Wärmer ist es bei uns daheim auch nicht.

    Was läuft bei den Eltern (bzw. generell bei solchen Menschen) falsch, dass die sich wegen so ein bisschen Pillepalle so aufregen? Buhu, mein Kind muss im Winter einen Pullover tragen!1!!1! Ein ganz hartes Los haben die gezogen.

    NRW:

    10 Semester Regelstudienzeit (5 Jahre)

    1,5 Jahre Vorbereitungsdienst

    0,5 Jahre Verteilen sich auf Wartezeit bis Ref-Beginn und Wartezeit bis zur großen Stellenausschreibungsrunde hinterher

    Hessen:

    6 Semester Regelstudienzeit (3 Jahre; keine Mindeststudienzeit)

    1 Prüfungssemester plus Wartezeit vor Ref (ca. 0,75 Jahre)

    21 Monate Ref (1,75 Jahre)

    Insgesamt 5,5 Jahre

    Weil du direkt Bezug auf mich genommen hast, möchte ich deine Aussage kurz widerlegen. Dafür reicht ein Argument, selbst wenn du es als schwach empfinden solltest. Ein Argument dagegen, als Mann Grundschullehrer zu werden (das meintest du doch), ist, dass Männer, zumindest in Bayern, an der Grundschule diskriminiert werden, niedergeschrieben in einer Bekanntmachung des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus. Zwei Frauen dürfen eine Schullandheimfahrt begleiten, aber keine zwei Männer (Punkt 4.2):

    Durchführungshinweise zu Schülerfahrten Bekanntmachung des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus vom 9. Juli 2010, Az. II.1-5 S 4432-6.61 208

    Es gibt weitere Beispiele, was weibliche Grundschullehrerinnen dürfen und männliche Grundschullehrer umgekehrt nicht, oder nur nicht tun sollten, und das wird hier im Forum sicher alles schon ausführlich diskutiert worden sein. Die Diskriminierung bei Schullandheimfahrten ist jedenfalls handfest, und ein Argument dagegen, als Mann Grundschullehrer zu werden (oder dafür, es nicht zu werden). Der Hintergrund, dass man oft keine männliche Begleitperson bei Schullandheimfahrten gefunden hat, und die Formulierung "ausnahmsweise auch" mögen die Diskriminierung abmildern. Und wie stark oder schwach man sie empfindet, hängt vom Gerechtigkeitsempfinden ab, oder vielleicht vom Charakter, oder vom Stolz. Aber es gibt sie.

    Es ging jedoch nur darum, ein einziges Argument dafür zu nennen, als Mann nicht in die Grundschule zu gehen. Nochmal auf dem Silbertablett: Weil man dort als Mann diskriminiert wird.

    Im Prinzip ist das diskriminierend, ja. Deshalb aber auf die Wunschtätigkeit als Grundschullehrer zu verzichten, fällt eher in die trotzige "Mimimi"-Kategorie.

    Und was das hier betrifft: das gilt (im TV-H) explizit nicht für Lehrkräfte. Du solltest schon in die Tarifvereinbarungen schauen, bevor du dich aufregst.

    Das tun unsere Chefs. Meist männlich.

    Das macht einen nicht gerade zur Lieblingskollegin, weil das dann die anderen machen müssen.

    Sind die bösen männlichen Chefs der Grund dafür, dass ihr krank arbeitet oder setzt ihr euch gegenseitig unter Druck, das zu machen? Im ersten Fall: siehe das, was ich schon geschrieben habe. Wenn zweiteres: vielleicht solltet ihr mal miteinander reden und euch klar machen, dass krank krank bedeutet?

    Das macht einen nicht gerade zur Lieblingskollegin, weil das dann die anderen machen müssen.

    Warum? Andere sind nicht für deinen Unterricht zuständig. Wenn es kein Material gibt, dann wird halt gebastelt oder ähnliches.

    Wenn ich vertrete, bereite ich auch nichts vor. Ich schaue dann in der Stunde mal, was die Leuteso gemacht haben und schaue, ob ich da irgendwo spontan anknüpfen kann. Wenn nicht, dann halt nicht. Dann können die z.B. ruhig an ihren Hausaufgaben arbeiten.

    Das tun unsere Chefs. Meist männlich.

    Bei uns ist es so, dass oft Pensionärinnen vertreten. Da muss man die komplette Tagesplanung schicken.

    Und warum richtest du dich danach? Krank ist krank. Als mündiger Erwachsener sollte man schon soviel Rückgrat haben, sich nicht von jedem rumschubsen zu lassen.

    Obwohl ich auch dafür bin, erst das Studium zu beenden, heißt das m.E. noch nicht, dass damit die Ausbildung ganz fertig ist. Es steht ja mindestens noch das Jahr "Arzt im Praktikum " nach dem Studium an (die Examensprüfungen sind vmtl. in den 2 Jahren enthalten).

    Aber vmtl. kann man das auch später noch nachholen.

    "Arzt im Praktikum" gibt es seit > 10 Jahren nicht mehr. Nach dem Studium gibt es direkt die Approbation.

    1. Nein, ist sie nicht. (Das muss ich hoffentlich nicht weiter begründen.)

    2. Sehe ich genauso. Ich rate lediglich davon ab, als Mann selbst Grundschullehrer zu werden (in Deutschland und auf absehbare Zeit).

    1. Doch, ist sie. Medizin ist einer der wenigen Studiengänge, bei denen die Abschlussnote nicht relevant ist. Wenn man "Karriere" machen und sich irgendwo in einem kompetitiven Auswahlverfahren durchesetzen will, sind gute Noten hilfreich, das stimmt. Bei einer Assistenzstelle an einer Feld-Wald-und-Wiesen-Uniklinik sind die Noten nicht relevant. Und: lieber Medizin Examina mit mittelmäßigen Noten, als gar keine.

    2. Wenn nichts dagegen einzuwenden ist, gibt es auch keinen vernünftigen Grund, grundsätzlich davon abzuraten.

    Doppelstudium ist (in der Regel?) nur möglich, wenn die betroffenen Studiengänge in den jeweiligen Semestern keinen NC haben.
    Da Medizin bis zum letzten Fachsemester einen NC hat und Grundschullehramt überall im ersten Semester einen NC haben müsste, wird es schwer fallen.
    WENN der TE freie Kapazitäten hat (um Kurse in einem Doppelstudium zu machen, muss man welche haben), empfehle ich Langzeithospitationen oder Arbeit in der OGS. Vielleicht merkt man auch, dass es nicht DER Traumjob ist.

    Daher: kommt auf das Bundesland, Uni etc. an. An meiner Uni (Frankfurt am Main) ist das vollkommen unproblematisch. Man kann sich auch für drei zulassungsbeschränkte Studiengänge einschreiben (vorausgesetzt, man bekommt im Auswahlverfahren, das idR auf der Abinote basiert, einen Studienplatz).

    Es ist mir eine echte Herzensangelegenheit: Bring dein Medizinstudium auf jeden Fall zu Ende, und sei es mit einer schlechten Abschlussnote! Innerhalb der zwei Jahre wirst du eine Perspektive für danach finden. Von Grundschullehramt rate ich darüber hinaus deutlich ab - wie ich es schon in einem anderen Thread Männern allgemein getan habe.

    1. Die Abschlussnote ist bei Medizin vollkommen egal.

    2. Gegen Männer im Grundschullehramt ist gar nichts einzuwenden.

    3. Dass der TE sein Medizin Studium zuende bringen sollte, sehe ich allerdings auch so. Zwei Jahre sind schnell rum. Zumal man das Studium Grundschullehramt häufig nur zum Wintersemester beginnen kann. Das wäre dann in einem Jahr. Dann bliebe noch ein Jahr vom Medizin Studium übrig. Das eine Jahr kann der TE dann auch noch durchziehen. Und mit einen Abschluss in Medizin kann man nicht mal von "fallen" sprechen, wenn Grundschullehramt doch nicht passen sollte.

    Abhängig von Bundesland, Uni, deiner persönlichen Leistungsfähigkeit und finanziellen Umstände kommt vielleicht auch ein Doppelstudium in Frage. An meiner Uni ginge das relativ problemlos und da es keine Höchststudiendauer oder Prüfungsfristen gibt, könnte man auch erst mal mit einem oder zwei Kursen aus dem Grundschullehramt nebenbei anfangen.

    Wo studierst du denn?

    Einer unserer Schüler erklärte beim Schüleraustausch an einer High School in den USA unser dreigeteilte Schulsystem mal mit einem Vergleich:

    Stell dir vor, eine Gruppe von Menschen läuft beim Sport eine gewisse Strecke (z.B. eine Meile). Es gibt die Regel, dass die Gruppe immer zusammenbleiben muss. Die Schnellen werden also langsamer laufen müssen, um sich nicht zu weit von der Gruppe zu entfernen. Die Langsamsten werden sich völlig verausgaben (und dabei sehr unglücklich sein), um den Anschluss noch halten zu können.

    Ich fand diesen Vergleich für die Zielgruppe (sportbegeisterte Schüler einer amerikanischen High School) sehr eingängig. Um im Bild zu bleiben: Bei der Inklusion erhalten SuS natürlich ein Fahrrad, damit sie bei der Gruppen bleiben können, auch wenn sie dann nicht mehr das gleiche machen wie der Rest der Gruppe.

    Das funktioniert bei Schülern mit körperlichen Beeinträchtigung, wie gesagt, sehr gut. Wenn die im Kopf mitkommen, komme ich mit fast jeder körperlichen Einschränkung im Unterricht klar.

    Was das mit dem dreigliedrigen Schulsystem zu tun hat, verstehe ich allerdings auch nicht.

    Um das klar zu stellen: ich bin auch kein Fan des dreigeteilten Schulsystems. Das ist zwar mit der Zeit durchlässiger geworden, aber es birgt für Schüler immernoch viele Probleme.

    Ein ausgeprägtes Kurssystem wäre mMn, nicht erst in der Oberstufe, wünschenswert. Das gemeinsame Beschulen von Kindern mit sehr unterschiedlichem Leistungsniveau ist so einfach nicht leistbar.

    Das ist an Gesamtschulen doch Alltag. Verstehe diese Jammerei von Gymnasiallehrkräften nicht.

    Es ist eine Illusion, dass bei gemeinsamer Beschulung an Gesamtschulen eine sinnvolle Binnendifferenzierung stattfindet. Effektiv machen alle das gleiche und es wird sich an der mittleren Leistungsfähigkeit orientiert. Gute Schüler, die eigentlich an ein Gymnasium gehören, langweilen sich zu Tode, weniger leistungsfähige Schüler fallen wie immer hinten runter. Insbesondere leistungsfähige Schüler werden so zum Mittelmaß erzogen. Ganz fürchterliches Konzept. Bei uns stoßen regelmäßig Schüler von einer Gesamtschule in der Nähe hinzu, die keine gymnasiale Oberstufe hat. Es ist immer traurig zu sehen, wieviel Potential da verschwendet wird.

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