Beiträge von Schmidt

    Wenn ihr euch das selbst immer schlechtreden müsst, wundert euch nicht, dass wir in der Öffentlichkeit eben genauso gesehen werden: Leute, bei denen es nicht für mehr gereicht hat und die besser verdienen, als es ihnen zusteht... Über jeden Artikel, der sowas verzapft wird sich aufgeregt, aber wenn es selbst viele Lehrer so sehen- traurig.

    Die Benennung von Tatsachen ist kein Schlechtreden. Es sagt auch niemand, dass es bei Lehrern nicht für mehr gereicht hat. Das Problem ist doch, dass sich Lehrer selbst gerne mit Fachwissenschaftlern vergleichen. Für die älteren ist das sicher noch ein angemessener Vergleich, für die Absolventen von heute nicht mal mehr im Ansatz.

    Lehrer sollten lieber lernen, sich als Lehrer zu verstehen und sich auch so zu präsentieren. Lehrer sind keine Pädagogen (den Primar- und Förderschulbereich vielleicht ausgenommen) und keine Fachwissenschaftler. Sie sind Lehrer. Warum müssen da zur Selbstdefinition ständig Vergleiche angestellt werden?

    Anscheinend hattest du ein lässiges Ref.

    Als ich ins Ref ging, gab es bei uns tatsächlich auch noch die 3monatige Phase ohne eigenverantwortlichen Unterricht. DAS war sehr schnell danach rum. Heute ist es so, dass die Referendare gleich zu Beginn theoretisch 6 Stunden eingenverantwortlichen Unterricht erteilen - mit allem, was dazu gehört (Differenzierung, Inklusion, Notengebung). Manchmal bekommen Schulen mit Lehrkräftemangel Referendare, dann haben diese gleich noch ein paar Stunden mehr, die sie allein absolvieren, da keine Lehrkraft frei ist, sie zu begleiten. Zudem beginnt man nicht mehr mitten im Jahr, sondern jeweils zum Halbjahr und hat auch gleich Verpflichtungen im Seminar und Unterrichtsbesuche.

    Buhu, mein Ref war viel härter als deins? Wirklich?

    Ich verstehe noch immer nicht, über was genau du dich eigentlich aufregst.

    Grundlagen aus dem Studium sind im Ref hilfreich, klar. Aber die relevante Essenz aus 8 SWS Pädagogik und die Grundlagen der Fachdidaktiken nach am Anfang des Refs nachzuarbeiten ist auch kein Hexenwerk. Das macht das Ref noch anstrengender, aber ganz offensichtlich schaffen das ja zahlreiche Lehramtsanwärter irgendwie. Auch diejenigen, die quasi ohne Didaktikkenntnisse aus dem Lehramtsstudium kommen (entweder, weil sie als Quereinsteiger ohne Kurs kommen oder weil sie das Studium druch in der Didaktik geschlafen haben), können das schaffen.

    Da steckt überhaupt keine Entwertung der Kollegen an Grundschulen drin. Ich behaupte ja nicht, dass Didaktik und Pädagogik für die Tonne sind und die Fachwissenschaft das einzig Wahre ist. Natürlich sind Pädagogik und Didaktik sinnvoll. Das Wissen muss irgendwo herkommen, aber eben nicht zwingend aus Uni Seminaren sein. Gelernt, wie man praktisch Wissen an die Schüler bringt und wie wichtig soziale Gefüge sind, habe ich im Referendariat.

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    Wer im Studium nicht aufgepasst hat, sollte seine Prüfungen nicht bestehen können und nicht zum Ref zugelassen werden.

    Das Examen hat mit dem Rest des Studiums nichts zu tun. In Hessen werden die Prüfungsthemen und Fragestellungen mit Dozenten individuell besprochen und müssen nicht mit der Schule zusammenhängen. In den Grundwissenschaften wurde ich zur Außenpolitik Chinas und das Politische System der BRD (Politik) sowie zur Leseförderung und Hattie Studie (in Pädagogik). Meine Prüfung im Fach Englisch war schriftlich ohne Didaktikanteile (Prüfungsthemen: Semantik und Syntax). In Informatik hatte die mündliche Prüfung tatsächlich Didaktik Anteile. Die bezogen sich aber nur auf die Einführung in die Didaktik der Informatik. Für jede Prüfung gabe es vorgegebene Texte, die einfach nur bearbeitet werden mussten. Da die Didaktik Einführung bei mir zum Examenszeitpunkt schon ein paar Jahre her war, habe ich mich eben hingesetzt und in ein paar Tagen noch mal einschlägige Literatur durchgearbeitet und die Veranstaltungsfolien angesehen. Obwohl ich zu diesem Zeitpunkt schon eigene Lerngruppen erfolgreich bespaßt hatte, musste ich eben die Veranstaltunginhalte noch mal auswendig lernen.

    Lange Rede kurzer Sinn: Solange man irgendwie durchs Studium kommt, und wenn es mit Bulimielernen ist, schafft man es auch ins Ref.

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    Letztlich ist es eine mangelhafte Ausbildung, wenn man z.B. zu Beginn des Refs den Unterschied zwischen Methodik und Didaktik nicht kennt oder keine grundlegende Planung erstellen kann.

    Bei uns war es nicht viel mit "hören" und "sitzen", das meiste waren Seminare und es brauchte aktive Mitarbeit.

    Auch der Praxisanteil war damals schon hoch, inzwischen ist er es an sehr vielen Unis, es ist sogar ein komplettes Semester hinzugekommen, in dem die Studierenden in die Schulen gehen, hospitieren, unterrichten und auch Besuche absolvieren.

    Es ist auch mangelhafte Ausbildung, wenn ein aktueller Gymnasialrefi weder in der Schule noch im Studium Shakespeare gelesen, keine formalen Kenntnisse der Grammatik und keine Ahnung vom Brexit hat. Oder Informatikrefis zwar Java Projekte betreuen sollen, aber selbst im Studium nur ein bisschen Delphi gemacht haben und da auch nie so richtig ins Programmieren reingekommen sind. Oder Datenstrukturen erklären sollen, die sie selbst nicht verstanden haben. So ist das eben. Wenn man aus dem Studium kommt, hat man wenig Ahnung. Wo damals (tm) auch das Lehramtsstudium ein Fachstudium war, ist es jetzt ein Sammelsurium von Halbwissen und ein bisschen vor Klassen und Kommilitonen stehen und so tun, als sei man Lehrer. Das Ref ist dann trotzdem ein kaltes Wasserbecken, in das man geschubst wird, mittlerweile nur ohne die fachliche Sicherheit, dass man wenigstens inhaltlich weiß, von was man redet. Das ist noch eine Baustelle, die da unnötig aufgemacht wird.

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    Dann haben sie ja offenbar mehr gelernt, als du erwartet hattest, und nicht weniger, kennen unterschiedliche Methoden und haben gelernt, diese entsprechend der Inhalte und Zielsetzungen auszuwählen.

    Nein. Die haben eine Liste von Vor- und Nachteilen auswendig gelernt und können diese auf Nachfrage nicht auf ihren Unterricht anwenden. Natürlich lernen die das. Gefühlt ist der überwiegende Teil der Lehrer, die am Ende des Refs rauskommen, durchaus brauchbar. Das lernt ein Refi aber auch, wenn er davon im Studium nichts gehört hat und sich dann im Ref ein Methodenbuch schnappt um seinen Unterricht zu machen. Das muss ja so oder so jeder. Auch die, die mal irgendwann Vor- und Nachteile auswendig gelernt haben.

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    Mein Studium ist inzwischen zu lang her, als dass ich sagen könnte, dass ich mehr oder weniger in den Fachwissenschaften erlernt hätte, als die, die nun in die Schulen kommen. Auch ändern sich Lehre und Forschungsschwerpunkte, Neues kommt hinzu, das sollte doch gerade in den Naturwisschenschaften noch viel deutlicher sein, als in anderen Fächern, wo es nicht so offensichtlich ist.

    An den Grundlagen der Naturwissenschaften und der Informatik ändert sich nichts. Es wird alles irgendwie bunter und interaktiver, aber inhaltlich tut sich da nichts. In den Bereichen, in denen sich wirklich etwas ändert, arbeiten Lehrer nicht.

    Im Gegenteil ändert sich in Englisch ständig etwas. Und wenn es nur das Referenzland und die Referenzliteratur ist. Wobei sich auch kulturell und politisch im englischsprachigen Raum einiges tut.

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    Ich stelle fest, dass sie sehr viel Rüstzeug mitbringen, sehr engagiert sind und das Team bereichern.

    Als BerufsanfängerInnen werden sie nicht alles können und wissen.

    Ich lehne mich mal aus dem Fenster und behaupte, dass das Fachliche an der Grundschule die wenigsten Referendare überfordern sollte.

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    Nein? Was denn? Abgebrochene, unfertige Fachwissenschaftler?

    Warum kann man Lehramt nicht als interdisziplinären Studiengang anerkennen, in dem man unterschiedliche Wissenschaften miteinander verbindet?

    Warum muss man einen Nachteil suchen, wenn sich Studierende in mehrere Fachgebiete einarbeiten und dies in einem Beruf gewinnbringend zusammenführen?

    Lehrer sind Lehrer. Komische Frage. Pädagogen sind Pädagogen, Informatiker sind Informatiker, Lehrer sind Lehrer.

    Zumindest aus der akademischen Perspektive, aus der wir da gerade drauf schauen.

    Ich bin schon länger für ein studienbegleitendes Referendariat. So ähnlich, wie bei Medizin Studenten (jaja, ich weiß, die haben kein Ref; aber die haben praktische Ausbildugnsanteile). Dann hätte das Sammelsurium an Halbwissen wenigstens direkte Bezüge zur Praxis.

    Nein, wenn man die Stunden absitzt, kann man sich das alles schenken, dann sind eure gesammelten CP für Fachwissenschaften auch nur Sitzscheine.

    Auch das merkt man dann bald im Unterricht, der hoffentlich schon im Studium erfolgt ist und nicht erst im Referendariat.

    Wer bis dahin seine Nase nur in Bücher gesteckt und die Praktika abgesessen hat, wird sich ganz schön umgucken.

    DA steht man sofort vor der Klasse und ist in manchen Lerngruppen eigenverantwortlich. Man muss also das notwendige Rüstzeug schon mitbringen, weil man im Ref keine Zeit hat, sich noch irgendetwas anzulesen.

    Natürlich hat man die Zeit dafür. Das haben wir (meine Mitreferendare und ich) auch alle gemacht, das machen und auch diejenigen, die im Studium gar keine Didaktik und Pädagogik hatten, haben sich da eingearbeitet. Man muss die Kirche auch mal im Dorf lassen. Wir haben die ersten 3 Monate hospitiert und danach stufenweise mehr unterrichtet. Das ist ein haufen Zeit, um sich praxisnah vorzubereiten.

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    Die Berufe sind doch absolut unterschiedlich, warum sollte es beim Studium nicht so sein?

    Weil 2 Semester Fachwissenschaft fürs Gymnasiallehramt einfach zu wenig ist. Insbesondere, weil 2 SWS im SoSe20 deutlich weniger Inhalt haben, als 2 SWS im WS2003 (ich gehe mal davon aus, dass das keine Einzelphänomene der Uni Frankfurt und Gießen sind). Es wir einfach immer weniger und unserer Referendare wissen immer weniger, können aber Vor- und Nachteile der Methode Gruppenpuzzle aufzählen.

    Dass ein Lehrämtler kein voller Fachwissenschaftler bis zum Master sein muss, sollte klar sein. Aber ein bisschen mehr, als das, was Schülerstudenten zum Abi schon durch haben, darf es dann doch sein.

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    Mit dem Gerede, Erziehungswissenschaften könne man sich in 1 Woche anlesen, stellt man genau diese Inhalte als nichtig dar.

    Um Himmelswillen. Wo steht das denn? Es geht um die Anteile, die man als Lehramtsstudent im Studium hört. Lehrer sind, zumindest grundsätzlich, keine Pädagogen. Das ist ein eigener Studiengang mit eigenen Methoden und Leuten, die ihre Fachwissenschaft intensiv studieren. Genauso, wie Lehrer für das Fach Deutsch keine Germanisten (mehr) sind und Lehrer mit dem Fach Informatik keine Informatiker. Wie du selbst so schön festgestellt hast, ist das auch gar nicht notwendig.

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    Was warst du von Beruf? Lehrkraft? Studiert? Da könnte man doch auch einfach irgendwen hinstellen, der das Schulbuch vorliest.

    Mit dem Ansatz kann man das Studium auch gleich bleiben lassen.

    Reg dich mal wieder ab. Lies noch mal ganz genau, was ich geschrieben habe. Ich behaupte nicht, dass Didaktik oder Pädagogik wertlos sind. Die Ausgangsfrage war, wo die Menschen, die keine Didaktik oder Pädagogik im Studium hatten, ihr Wissen her bekommen. Darauf habe ich geantwortet: Lesen (also das, was man auch im Studium macht), mit Leuten (Lehrern) darüber reden, die wissen, was sie tun (also das, was im Studium häufig zu kurz kommt, weil da auch Leute vorne stehen, die seit Jahrzehnten nicht mehr vor einer Schule gestanden haben) und selbst in der Praxis anwenden/Erfahrung sammeln (also das, was im Studium abgesehen von ein paar Wochen Praktikum gar nicht vorgesehen ist).

    Viel Erfolg damit bei der nächsten Abordnung in der Grundschule!

    Erwarte dann bitte nicht, dass die Grundschullehrkräfte etwas von ihrer Lebenszeit nehmen, um dir die Welt zu erklären.

    Hm? Du hast mich wohl falsch verstanden. Ich sage nicht, dass man ein Buch zur Grundschuldidaktik liest und dann wie ein Profi agiert. Es geht um den Einstieg ins Referendariat. Ob man sich dafür selbstständig Grundkenntnisse angelesen oder 8 SWS im Studium abgesessen hat, macht dabei keinen Unterschied. In beiden Fällen ist man ein Anfänger, der erst mal wenig bis keine Ahnung und keine nennenswerte Praxiserfahrung hat.

    CDL: Vereinzelt gibt es noch stark fachwissenschaftlich orientierte Lehramtsstudiengänge, z.B. in Darmstadt oder Aachen.

    An der TU Darmstadt beinhaltet das Gymnasiallehramt, wie auch an den anderen hessischens Unis, 50 CP Grundwissenschaften/Bildungswissenschaften und 15 - 20 CP Didaktik pro Fach, bei ca. 70 CP Fachwissenschaften pro Fach. Das ist nicht "stark fachwissenschaftlich orientiert".

    An der RWTH Aachen kommt man pro Fach immerhin auf rund 90 CP bis zum Master (plus, wenn man möchte, BA und MA).

    Beim Rest: War damals das Ref so ausgelegt, dass man das Unterrichten noch richtig erlernte oder wo soll das Wissen über Pädagogik oder Didaktik herkommen? Zumindest in meinem Fall war es so, dass Grundlagenwissen in den Didaktiken und natürlich allgemeine und grundschulspezifische Pädagogik definitiv vorausgesetzt wurde und es lediglich um den Feinschliff ging.

    Wo kommt denn das Wissen über Pädagogik und Didaktik im Studium her? Richtig, aus Büchern (oder von Folien, deren Inhalte sich aber auch in ausführlicherer Form in Büchern finden). Ein Lehrbuch zur Grundschulpädagogik zu lesen, dauert eine Woche. Noch mal eine Woche für die Didaktiken der Fächer und schon ist man so vorbereitet, wie man sein kann.

    Pädagogik und Didaktik sind wirklich kein Hexenwerk und man profitiert erheblich davon, direkt in der Schule ausprobieren und beobachten zu können.

    Seine Fachwissenschaften muss man verstehen, wenigsten punktuell durchdringen und so sicher darin sein, dass man die Fächer souverän unterrichten kann (was nicht heißt, dass man alles wissen muss). Das geht nicht nebenbei und erfordert in der Regel ein Studium oder je nach Fach eine Ausbildung mit langer Berufserfahrung.

    Wie man den Kram dann an den Schüler bringt (aka Didaktik) liest man sich an und probiert dann aus. Statt Vor- und Nachteile der Methode Gruppenpuzzle auswendig zu lernen, kann man das auch nachlesen, im Unterricht anwenden und sich selbst schauen, wie das klappt und für welche Inhalte die Methode geeignet ist (oder auch nicht).

    Für Pädagogik ist man als Lehrer, insbesondere an Schulen nach dem Primarbereich, so oder so kein Profi. Das ist auch etwas, das man on the job lernt und sich ergänzent anliest.

    Wenn mir hier jemand erzählen will, dass man in der IT und im Maschinenbau nicht massiv Kohle machen kann, wenn man es drauf hat, dann brauchen wir hier nicht weiterreden.

    Ja, wenn das so ist, warum bist du dann Lehrer? Hast du es einfach nicht drauf? :aufgepasst:

    Spaß beiseite. Ja, natürlich kann man in der freien Wirtschaft als Informatiker einen Haufen Geld verdienen. Dazu muss man dann aber Glück haben, bereits bei einem Dax Konzern dual studieren oder zu den 5% der Bewerber mit Top Lebenslauf gehören (Studium in Regelstudienzeit, einschlägige Praktika, am besten direkt nach dem sehr guten Abitur ohne Umweg studiert, mindestens gute Noten im Studium). Der gemeine FH-Informatiker im Mittelstand muss für ein hohes Einkommen schon etwas mehr arbeiten.

    Alleine die BA/MA Sache ist beim Lehramt vergleichbar mit den Double-Degrees die ich so kenne. Daher finde ich das kritisch, wenn man einen LA-Studium das absprechen will.

    Siehe oben. Das war mal so, ist es aber nicht mehr. Meine Schwiegermutter hatte 4 SWS Didaktik und ansosten einen vollen Magister studiert. Als ich Abi gemacht habe, hat man noch eine Zwischenprüfung geschrieben, so, wie beim Magister/Diplom üblich, kaum Didaktik und Pädagogik, dafür erhebliche fachwissenschaftliche Anteile. Das wurde immer weniger. Ich habe nicht sofort Lehramt studiert. Bis ich dann damit angefangen habe, waren die Studiengänge modularisiert, also ohne geschriebene Zwischenprüfung und die fachwissenschaftlichen Anteile waren zugunsten der Pädagogik und Didaktik erheblich eingestampft. Didaktik und Pädagogik haben jetzt einen Umfang von 50 + 24 + 24 = 98 CP (+/- ein paar, weil nicht alle Fächer gleich viel Didaktik haben). In Englisch gab es bis ein oder zwei Jahre vor meinem Studienbeginn noch eine Sprachpraxis Prüfung als Teil des 1.Examens. Die gibt es mittlerweile auch nicht mehr. Man kann Englisch fürs Gymnasiallehramt studieren, ohne formale Grammatikkenntnisse, ohne Auslandssemester, ohne halbwegs fließend sprechen zu können (im Examen kann Englisch schriftlich gewählt werden).

    Wie gesagt: wer in Hessen Gymnasiallehramt studiert, hat einen fachwissenschaftlichen Umfang von 2 Semester pro Fach. Wer L1 studiert (6 Semester Regelstudienzeit), studiert 1 Semester pro Fach. Das wars. Da von Double-Degree zu sprechen ist einfach falsch. Das bisschen Fachwissenschaft reicht, um sich so ungefähr vorstellen zu können, wie die jeweilige Fachwissenschaft funktioniert. Inhaltlich ist das die Hälfte des Bachelors bzw. noch weniger in Vollfächern (Informatik, Chemie etc. die man im Bachelor in der Regel ohne Nebenfach studiert).

    Wow, das ist das wirklich abgespeckt. Bei uns war es sehr fachwissenschaftlich aufgebaut. Von Freunden aus Dresden und Leipzig kenne ich das auch so.

    An der TU Dresden sind es zur Zeit 80 LP (ohne Didaktik) bspw. in Englisch. Gegenüber einem Fachbachelor fehlt da schon noch was, aber es ist besser, als in Hessen. Bei naturwissenschaftlichen/technischen Fächern wird der Unterschied noch deutlicher. In Informatik studiert ein L3er bei uns nur Grundlagenmodule, es fehlt die komplette Vertiefung. Das reicht fürs Lehrer sein schon aus, ist aber eben kein fachwissenschaftliches Studium.

    Also wenn du in deinem Studium auf BA Niveau verblieben bist, ist das traurig. Aber halt nicht zwingend der Standard. Mein LA-Studium war definitiv dem MA gleichwertig was Seminare/Vorlesungen etc anging. Das Referendariat ist auch nicht als MA-Ersatz gedacht und hat einen ganz anderen Anspruch als ein Studium.

    Doch, das ist Standard.

    Der fachliche Umfang in Hessen ist im L3 Studium ca. 60 CP, also zwei Semester. Das wars. Natürlich geht das nicht über Bachelor Niveau hinaus. Da sich die Veranstaltungen in der Regel über 6 bis 8 Semester ziehen, kommt da niemand richtig in die Fachwissenschaft rein, weil pro Fach und Semester nur 1 oder 2 Veranstaltungen besucht werd.

    Im L1 beschränkt sich der fachliche Umfang auf 1 (!) Semester pro Unterrichtsfach. Natürlich ist das, wie ehrlicherweise auch im L3 oder L2, eine ganz andere fachliche Liga, die nicht mal einem Bachelor gleichwertig ist.

    Es hat schon einen Grund, dass fachliche Mängel/mangelndes Fachwissen mittlerweile einer der größten Kritikpunkte an Referendaren sind.

    Zu ebay-kleinanzeigen: das halte ich auch für einen guten Tip. Viele haben das nicht auf dem Schirm und dort werden interessante Objekte angeboten, meistens von privat, also ohne sauteure Makler, die keinen Mehrwert bringen, die auf den großen Plattformen nicht zu finden sind. Wir haben unser Haus darüber gefunden, Freunde von uns haben dort eine tolle Wohnung gefunden.

    Edit: hatte noch was zu dem Psychokram geschrieben, aber dann festgestellt, dass das hier schon ausdiskutiert ist.

    Was bedeutet, dass du dringend eine Reise von Weimar bis Wismar unternehmen musst :aufgepasst:

    Ich habe Freunde aus dem Osten, die ein oder andere ostdeutsche Stadt besucht und Urlaub bei Freunden dort gemacht. Mal abgesehen von regionalen Besonderheiten, die es überall gibt und ein paar ewig gestrigen, die so reden wie alpha gab es keine Auffälligkeiten. Die Leute leben im Westen wie im Osten und umgekehrt. Was soll es da, zumindest unter der jüngeren Bevölkerung, die nicht in die staattliche Bevormundung sozialisiert wurde, für großartige Unterschiede geben?

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