Warum Arbeit als wichtig gilt? Die PoWi-Lehrer können dazu sicher mehr beitragen, aber im Grunde gilt Arbeit seit dem Schritt von der Einzelwirtschaft zur arbeitsteiligen Wirtschaft als zentrales Element der hiesigen Gesellschaft. Hinzu kommt, dass in einem kapitalistischen System Besitztümer erst wirklich an emotionalem Wert gewinnen, wenn hinter ihrem Erwerb Anstrengung steckt.
Keine Angst, ich habe dazu selbst ausreichend gelesen und diskutiert.
Und das muss alles genauso bleiben weil? Wie kommst du auf die schiefe Idee, dass es gut ist, mit materiellem Besitz Emotionen zu verbinden? Ich kann mir wirklich besseres vorstellen, als mich für das immer neueste iPhone, einen dicken BMW und Urlaub weit weg nur für die Fotos halb zu Tode zu schuften. Wozu? Um sich von anderen abzugrenzen? Bei solchen Menschen sind die Werte ganz erheblich in Schieflage geraten.
Es ist schon irgendwie traurig, dass du, wie viele andere Menschen, offenbar so wenig Wert in dir selbst siehst, dass es nötig ist, sich durch Arbeit und Besitz als etwas Besondere fühlen zu wollen. Oder wenigstens als etwas besseres als der Nachbar.
Zitat von Lehramtsstudent
Auf die positiven Eigenschaften von Arbeit (sinnstiftend, soziales Netz, strukturiert den Tag,...) wollen die Wenigsten verzichten.
Wer sagt, dass dazu 40+ Stunden pro Woche notwendig sind? 30 Stunden pro Woche reichen dazu auch. Irgendwie scheinst du nicht zu verstehen, dass es hier nicht darum geht, dass niewieder irgendwer arbeiten soll, sondern darum, dass Arbeit zur Vermögensmehrung nicht Lebensmittelpunkt der Menschen sein soll/muss. Auch beim bedingungslosen Grundeinkommen, geht es nicht darum. Wie bei so gut wie allen Themen: lies dich in die Thematik ein, sonst hat das keinen Zweck. Finde heraus, was Stress mit Menschen macht, was Arbeitslosigkeit mit Menschen macht, was Gängelung durch Jobcenter und Gesellschaft mit Menschen macht usw.
Zitat von Lehramtsstudent
Es gibt hier sicher auch User, die auf Reinigungskräfte hinabschauen. Die Putzfrau, die für den Betrieb meiner Eltern arbeitet, sagt ganz deutlich, dass sie gerne arbeitet und kein Verständnis für ihre Freundinnen habe, die sich zuhause den Hintern plattsitzen. Respekt!
Dann hoffe ich mal, dass die Putzkraft angemeldet ist und deutlich mehr als Mindestlohn verdient.