Bei uns wurde Latein als zweite Fremdsprache gewählt, weil
- es die einzige Möglichkeit war, in der Schule noch eine dritte Fremdsprache (zwei Jahre später Französisch) zu belegen. Gut, das mag heute anders sein, wo es auch noch Spanisch oder andere Wahlmöglichkeiten gibt.
Bei uns ist die Wahl einer dritten Fremdsprache unabhängig von der zweiten Fremdsprache.
Zitat- bei vielen, auch bei mir, ein großes Interesse an der Antike bestand.
In jedem Schuljahr gibt es bei uns vielleicht einen oder zwei Schüler, der/die deshalb Latein wählen
Zitat- Latein als Sprache der Kirche und als jahrhundertelange Wissenschaftssprache eine Rolle spielt.
Das spielt bei uns überhaupt keine Rolle. Nicht mal am Rande.
Zitat- auch das Lateinische eine eigene Ästhetik und Schönheit hat.
Das ist Gechmackssache und lässt sich über (fast) jede Sprache sagen.
Zitat- für einige Studiengänge das Latinum benötigt wurde (sind heute weniger, aber es gibt immer noch einige).
Außer Theologie und Geschichte dürften das mittlerweile so gut wie keine Studiengänge mehr sein.
ZitatLatein als Mittel, um Französisch zu "vermeiden", habe ich erst hier im Forum kennengelernt. Das finde ich tatsächlich ein trauriges Argument, denn es gibt viele bessere. Ich weiß auch nicht, ob man sich, wenn einem Sprachen schwerfallen, mit der Wahl von Latein einen Gefallen tut.
Erfahrungsgemäß: ja, damit tut man sich einen Gefallen. Latein ist nicht auf Kommunikation ausgerichtet und damit anders, als die anderen Fremdsprachen. Das bringt für viele Schüler eine erhebliche Erleichterung.
ZitatBei uns damals haben diejenigen, die sich mit Sprachen schwertaten, Französisch gewählt, da sie damit dann automatisch im naturwissenschaftlichen Profil waren (und zur Kursstufe dann Französisch oder Englisch wieder abgewählt).
Wo ist der Unterschied zwischen "Französisch wählen, um in den naturwissenschaftlichen Zweig zu kommen und später eine Sprache wieder abwählen zu können" und "Latein als kleineres Übel wählen um nicht Französisch wählen zu müssen"?