DU hast dich also daran nicht gestört. Ich nehme a) nicht an, dass du jeden Hochzeitsgast einzeln gefragt hast und b) auch nicht, dass jeder bei so viel Toleranz deinerseits sein Missfallen zum Ausdruck gebracht hätte, hätte er/sie es empfunden.
Wen interessiert, ob sich ein Hochzeitsgast an der Kleidung anderer Hochzeitsgäste stört? Es interessiert einzig die Ansicht des Paares, das heiratet.
ZitatJa, und vor diesem Interpretieren ist kein Mensch gefeit, das passiert ganz automatisch und mag man sich für noch so tolerant halten.
Man kann üben, Menschen nicht nach ihrem Äußeren zu beurteilen. Das halte ich nebenbei auch für ein wichtiges Bildungsziel. Gegen eine reflexartige Interpretation kann man nichts tun, das stimmt. Aber glücklicherweise haben wir einen Kopf, der zum Reflektieren und Lernen fähig ist.
ZitatUnd die Behauptung, dass es sehr selten wichtig ist, was andere von einem denken, halte ich für äußerst gewagt.
Mach dich doch selbst nicht so abhängig davon, was andere von dir denken. Oder eigentlich davon, was du denkst was andere von dir denken könnten. Auch das Selbstbewusstsein, sein eigener Mensch zu sein und sich nicht blind davon abhängig zu machen, was andere vielleicht denken könnten, ist ein Bildungsziel.
ZitatAha, und das entscheidest dann du, wann das der Fall ist?
Teilweise
Manchmal sehe ich Probleme bei Schülern und spreche diese an. Manchmal haben Schüler Probleme und fragen nach möglichen Lösungen. Alle Menschen sind unterschiedlich. Manche brauchen ein komplett reizfreies Umfeld, um effizient arbeiten zu können, andere brauchen Chaos um sich herum.
Es ist noch nicht so lange her, dass Jeans, Sneaker und T-Shirt in der Schule als respektlos bezeichnet wurden. Heute ist das alles vollkommen normal und auch unter Lehrern verbreitet.