Wenn man sich selbst vorrechnen will, dass Lehrer wenig verdienen, dann kann man das auch. Umgekehrt auch.
Ich frage mich immer: Was ist denn der Grund ins Lehramt zu wechseln bzw. zu gehen wenn man dort 1) weniger verdient als in der freien Wirtschaft, 2) mehr arbeiten muss, als in der freien Wirtschaft und 3) auch noch Arbeitsmaterialien selbstbezahlen muss, die man in der freien Wirtschaft gestellt bekäme? Warum bleibt man dann nicht in der bzw. geht in die freie Wirtschaft?
Frage an alle, nicht nur an diejenigen, die hier in diesem Thread schon gepostet haben.
Ich vermute es kommt daher, dass hier viele die Verhältnisse in der Wirtschaft nicht erlebt haben.
Mir war, bevor ich den Schritt zum Lehramt gemacht habe, klar was ich verdienen werde.
Hier mal mein ganz persönlicher Vergleich. Ich war zuvor in einem Betrieb der Metall- und Elektroindustrie in der Entgeltgruppe E8 beschäftigt.
Industrie: 40h/Woche; 30 Tage Urlaub
Jahresbruttogehalt: 63.805€
Jahresnettogehalt: 43.065€
Lehramt: A13 Stufe 3
Jahresbruttogehalt: 63.937,32€
Jahresnettogehalt(bereinigt mit Krankenversicherung): 46.027,10€
Es bleiben mir also etwa 3000€ mehr im Jahr. Dazu kommt noch, dass ich weniger Fahrten habe wegen der Ferien.
Mein Verdienst war auch ganz ok, ich habe auch schon für weniger gearbeitet bzw. Kommilitonen von mir arbeiten auch für weniger. Sicher ist auch mehr drin, ist halt zu Frage zu welchen sonstigen Konditionen? Viel Reisetätigkeit, Personalverantwortung, Budgetverantwortung, Bereichsverantwortung... also mehr Verantwortung für meist nicht signifikant mehr Geld. Jeder findet immer etwas zu meckern. Das Niveau ist bei beamteten Lehrkräften aber wirklich unverschämt hoch. Dass man dann komische Blicke von anderen Berufsgruppen erntet, ist für mich sehr verständlich.