Beiträge von s3g4

    und nur, weil jemand nicht mehr vor der Klasse stehen kann, ist er ein organisatorisches oder didaktisches Genie. Da sollten die paar Stellen weiterhin nach Kompetenz besetzt werden.

    Da mag schon was dran sein, allerdings werden an den Behörden sog. Schulflüchtlinge gar nicht gerne gesehen. Was ich auch ein Stück weit verstehen kann.

    Was eigentlich schade ist. Leute, die nicht mehr unterrichten können, könnten Abiturprüfungen und Feststellungsprüfungen usw. erstellen, zentrale Abschlussprüfungen korrigieren (das müsste meines Erachtens eh endlich zentral passieren!), aus der Distanz Schulfahrten organisieren, Modellreihen entwickeln, in den Fremdsprachen einen Pool von Hörverstehensaufgaben zusammenstellen, für die einzelnen Fächer regelmäßig "Aktuelles" recherchieren und aufbereiten, Schüler in Präsenz oder per Distanzunterricht auf Sprachzertifikate vorbereiten, statt das Lehrkräften als AG aufzubrummen... es gäbe so viele Optionen, sinnvoll zuzuarbeiten und unterrichtende Kollegen zu entlasten.

    Kein Land kann sich ein solches Auffangbecken leisten. Das hört sich in der Praxis nach einer sehr sehr teueren Beschäftigungstherapie an.

    Kann ja auch jeder machen wie er mag. Allein die Feststellung, dass es nicht sonderlich bewegungsfreudig ist, dass Menschen mit Auto statt mit Rad zum Fitnessstudio und überall sonst hinfahren, ist halt trotzdem korrekt.

    Ich kenne Jugendliche auf dem Land, die überall hinkutschiert werden, obwohl ihre Eltern selbst als Jugendliche mit dem Rad fahren mussten. Jeder kann sich fragen, warum ihm oder ihr keine 10 Radkilometer mehr zuzumuten sind, angesichts der CO2-Problematik muss er sich die Frage auch von anderen gefallen lassen, finde ich.

    Worum geht's denn jetzt? Lieber kein Auto fahren und kein Sport machen? Muss auch mit dem Fahrrad vorher gefahren werden, sonst zählt das nicht.

    Ja es wird sich zu wenig bewegt.

    ich befürchte, mein Horizont ist breiter als deiner, denn unter "woanders arbeiten" verstehe ich nicht die Möglichkeit, sich innerhalb des Systems für einen der begehrten Auslandsposten zu bewerben, sondern WOANDERS, nicht in der Schule.
    Die systeminternen Möglichkeiten wie Abordnungen und Auslandschuldienst sind mir bekannt, ich nutze gerne das, was zu mir, meinen Kompetenzen und meiner Familiensituation passt, aber eine komplette Freiheit ist es nicht.

    Was du dir vorstellst ist aber nirgendwo einfach so möglich. Du kannst immer deinen Job verlassen und wo anders was neues machen. Wenn man das unbedingt will, dann steht das Beamtentum dir nicht im Weg. Du kannst auch theoretisch wieder eingestellt werden bis zu einem gewissen Alter. Ob das auch passiert steht auf einem anderen Blatt.


    Eine komplette Freiheit ist eine Illusion, sowas wirst du nirgends bekommen.

    Danke für diese Ergänzung.

    Die von s3g4 angeführte Option des Ersatzschuldienstes kommt auch noch dazu. Da fehlen mir aber konkrete (eigene) Erfahrungswerte wie Wissen.

    Richtig, aber wieso ist mein Beitrag weg?


    Naja mir ist auch noch eingefallen, dass man sich in die übergeordnete Personalvertretung wählen lassen kann. Bei uns ist das Gesamtpetsonalrat an den Schulämtern und der Hauptpersonalrat im Ministerium.

    NRW - aber abhängig von den Fächern, die man studiert hat:

    > Physik: Wechsel in die freie Wirtschaft, wenn man (nach der alten Prüfungsordnung zu Zeiten von Lehramt/ Diplom) auf Diplom mitstudiert hat (oder ggf nachstudiert um die fehlenden Leistungsnachweise zu erbringen)

    Kann man machen, dann ist man aber außerhalb des Systems.

    Wieso fühle ich mich nicht als Leibeigener? Oder will ich es nur nicht wahrhaben, wie einige Küchenpsychologen mir suggerieren würden?

    Stockholmsyndrom ;)

    Weil man die ‚Fesseln‘ erst merkt, wenn man sich bewegen will und es nicht kann.

    Nicht jeder hat die Kompetenzen und/oder das Glück, um Nebenwege einzuschlagen.

    Und trotzdem sind die Gefühle von Menschen, die einen Teil ihrer Freiheit, weder erfunden noch falsch und zum Belächeln.

    Für mich ist das Beamtentum ein goldener Käfig. Ich hadere damit, aber geniesse gerade krasse Vorteile davon und das weiß ich auch. Da ich auch realistisch bin (jede Schule ist ein Kompromiss), arbeite ich eher daran, dass der Job ein Job ist, als daran die perfekte Schule zu finden und zu gestalten.

    Ist es ein Käfig, weil man nach dem Ausscheiden diese Privilegien wo anders nicht mehr bekommt oder wie soll ich das verstehen?

    Jeder kann um Entlassung bitten und dann eben was anderes machen.


    Jeder Job (auch Selbstständigkeit) ist ein Kompromiss.

    So richtig, erst ca. ein Jahr bevor ich in den Vorbereitungsdienst gestartet bin. Vorher habe ich mir selten Gedanken darüber gemacht was ich mal arbeite. Das hat sich immer alles irgendwie ergeben, eigentlich genau wie jetzt auch. Ich passe mich einigermaßen der Situation an und entscheide entsprechend dem was sich mir bietet. Damit bin ich bisher eigentlich ganz gut gefahren.


    Wie machst du das?

    Nach etwa 15 Jahren im Schuldienst als Beamter ist man in NRW halt in Stufe 9, als Angestellter bereits in der Endstufe 6.

    Korrekt also:

    Beamtet A13Z Stufe 9TV-L E13
    Grundgehalt5612 EUR6580 EUR
    Lohnsteuer (Kl I)1410 EUR1310
    SV-Abgaben0 EUR1477 EUR
    PKV4120 EUR
    Netto3790 EUR3793 EUR

    Hast du 3 EUR mehr Netto als Angestellter. Du steigst aber auch noch weiter in der Erfahrung alt Beamter, im TV-L ist Schluss.

    Sind temporär 3 euro mehr es wert?...

    Es geht ja nicht anders. Man kann ja nicht zu Fuß einkaufen gehen. Das muss man mir dem Auto machen. Zu Fuß geht man nur auf der Maschine. Eben.

    Die meisten Menschen gehen in ein Fitnessstudio, weil es dort Gewichte und Maschinen für Krafttraining gibt, wofür man daheim kein Platz hat bzw. sich diese nicht in dieser Qualität leisten kann. Ich gebe dir recht, dass nur für das Laufband es ziemlich bescheuert ist. Wobei jede Bewegung besser ist als keine Bewegung.

    Sicher muss ich man das nicht mit dem Auto machen, zu Fuß wäre pro Strecke über 1 Stunde unterwegs. Diese Zeit habe ich im Alltag nicht zusätzlich. Dann würde ich nur laufen (was ich furchtbar langweilig finde). Mit den Fahrrad ist es nur halbe Stunden, aber immer noch 150 Höhenmeter.

    Es wird ja auch von Beamten immer wieder unreflektiert vorausgesetzt, dass man Netto viel mehr raus hätte, als der Angestellte. Das ist in meinem Fall ja einfach nicht so und da wollte ich nochmal genauer nachhaken, ob der Beamtenstatus trotzdem so viel attraktiver ist, obwohl das Nettogehalt geringer ausfällt.

    Weil es immer so ist! Bitte hör auch mit dem Quatsch

Werbung