Beiträge von s3g4

    Es ist ein fortlaufenden Phänomen bei Diskussionen über das digitale Klassenbuch, dass immer diejenigen ganz genau erklären können, welche massiven Probleme es mit sich bringt, die es selber noch nie genutzt haben.

    Es hat viel mehr Vorteile als Nachteile. Ich muss z.B. kein Klassenbuch mehr suchen, mühselig Dinge nachtragen, Anwesenheitsbilanzen aufstellen (oh Gott das habe ich schon ganz vergessen, man war das eine beschissene Arbeit), ich kann Noten eintragen wann und wo ich möchte... Nachteile fallen mir eigentlich keine ein.

    Wenn ich so unterrichten würde, wäre es angestaubter Frontalunterricht im schlechtesten Sinne, wenn es auf dem Tablet als Film läuft, ist es auch einmal wieder zeitgemäß und innovativ.

    Was anderes als Frontalunterricht ist bei einem Video auch nicht drin. Der Vorteil ist die Asynchronität der Inhalte. Die haben alle ihr Schwächen, ich habe aber auch keine Lust selbst welche zu machen. Also nehme ich manchmal das was da ist.

    Ist das nicht egal? Geht es ums auswendig lernen oder ums anwenden?

    Ich hoffe nicht. Jetzt natürlich nur anekdotisch, aber ich lerne immer mal wieder mit meiner Nichte für Mathematik in der Sek. I. Hier müssen für jede Klassenarbeit Formeln und Gleichungen auswendig gelernt. Das regt mich immer wieder auf, weil es überhaupt keinen Mehrwert hat. Bei Vokabeln sehe ich es noch ein, sonst eigentlich nicht.

    Beispiel Daniel Jung: In einem Video zeigte er, wie Steigung und y-Achsenabschnitt einer linearen Funktionsgleichung mit einem Gleichungssystem bestimmt werden können. Kann man machen, allerdings kennen speziell meine Lernenden zu diesem Zeitpunkt im Curriculum noch keine Gleichungssysteme. Der Standardweg, den ich unterrichte, verwendet die 2-Punkte-Formel oder alternativ die Berechnung der Steigung und anschliessend einsetzen der Steigung mit einem Punkt in die Funktionsgleichung. In dem Video wurden diese Möglichkeiten noch nicht mal erwähnt.

    Deswegen schaut man sich das vorher an, ob es zum Unterricht passt oder nicht.

    Eben das wäre der Unterschied. Schule nicht mehr als "Müssen", sondern als "Dürfen", wenn man sich an Spielregeln hält.

    Also doch keine Ausbildung. Du willst einfach für 15 jährige die Schulpflicht aufheben, aber nur wenn sie dafür arbeiten gehen. Wenn sie nicht arbeiten gehen oder sich bei der Arbeit gut benehmen dürfen sie wieder zur Schule?

    Verwirrendes Konzept, die Jugendlichen auf die sowas zukommen würde empfinden Schule nicht als Belohnung. Also wäre es eine Bestrafung, wenn sie sich auf der Arbeit benehmen würden.

    12/13 ist vielleicht etwas früh. Bis Ende Klasse 9 würde ich wohl auch an einer Schulpflicht festhalten, danach würde ich aber begrüßen, wenn es unterschiedliche Optionen gäbe.

    Also keine Änderung. Nach der 9. Klasse gehen doch einige in eine Ausbildung. Welche Optionen meinst du denn?

    Meines Wissens beinhaltet allerdings keine der Optionen, dass ich als Schule entscheiden kann, Schüler x aufgrund seiner destruktiven Haltung nicht mehr zu beschulen und (auch gegen seinen Willen) an eine andere Stelle zu verweisen.

    Schon verrückt, dass die Schule nicht vollständig entscheiden kann was Jugendliche machen sollen.

    Schule muss sich einfach mit verändern. Aber das sehe ich grad gar nicht. Stattdessen wird der Untergang des Abendlandes heraufbeschworen, weil die Kids ungern lernen. Und obwohl das bereits immer schon so war. Ich hab die Schule furchtbar gehasst und erst ab dem Alter von 18/19 Lust gehabt, mich mit lernen zu beschäftigen.

    Ein großes Problem von dem System Schule ist, dass der Großteil der Lehrkräfte selbst als Schüler darin gut zurecht gekommen ist und vielleicht sogar Spaß dabei hatte. Dieses Unverständnis dafür, dass es eben nicht für jeden so aussieht herrscht deswegen vor.

    Firelilly hat insofern Recht, als dass man vielleicht von der Schulpflicht hin zum Privileg des Schulbesuchs kommen müsste. Wer sich nicht angemessen verhält und kein angemessenes Arbeitsverhalten zeigt, könnte in ein praktisches Jahr oder dergleichen ausgelagert werden. Von da geht es entweder in Ausbildung oder, falls derjenige in dem Jahr seine Haltung überdenkt, zurück an die Schule. Allerdings angezählt und bei erneutem Fehlverhalten wars das. Finde ich als Gedankenspiel gar nicht so verkehrt.

    Ab der 6. Klasse hatte ich gar keine Lust mehr auf Schule. Also hätte ich dann mit 12-13 eine Ausbildung beginnen sollen? Wenn ich mich aber bei der Arbeitsmaßnahme "benehme" darf ich wieder in die Schule zurück. Jackpot für alle Jugendlichen. Ein 1a Mindset.

    Ich bin nur froh, dass ich auch andere Lehrkräfte kennen lernen durfte (sowohl in meinem Leben, als auch hier). Es gibt noch etwas Hoffnung.

    Richtig so! Erziehungsheim rules!

    So ist es. Sie sollten ebenfalls direkt ins Erziehungsheim einziehen.


    Deine Stammtischparolen helfen einfach kein Stück weiter.

    Einfach alle, die nicht das machen was gewollt wird oder anders aussehen in Erziehungsheime... ach Moment hatten wir das nicht schonmal? Hat das gut geklappt?

    Firelilly mag sich sicherlich zu drastisch ausgedrückt haben, aber der Grundtenor stimmt. Ich erlebe das gerade bei meinen Kindern in unterschiedlichen Ausprägungen. Und bei meinen Schülerinnen ebenfalls.

    Kinder/Teenager brauchen ihre Zeit sich zu entwickeln. Da hat jeder sein eigenes Tempo/Zeitpunkte. Dass nicht jeder die Schule super interessant findet ist doch irgendwie logisch. Das sich von Seiten der Lehrkräfte da wirklich drüber gewundert bzw. aufgeregt wird, verwirrt mich echt.

    Wie zum Beispiel? Mündliche Prüfungen wären das eine, aber mir fällt es schwer, mir ein schriftliches Prüfungsformat vorzustellen, bei dem die KI nicht helfen könnte, egal wie personalisiert die Antwort sein muss. Mit den richtigen Prompts kriegt die KI auch das hin.

    das müsste eben noch neu entwickelt werden. Man könnte sich auch fragen ob schriftliche Abschlussprüfungen überhaupt zukunftsfähig sind.

    Genau. So schaffen sich Frauen selbst Probleme und Männer werden bei Einstellungen bevorzugt.

    Ich denke das Problem gibt es aktuell nicht, aber ja darüber sollte man sich eigentlich gar keinen Kopf machen. Ist man schwanger, dann ist das eben so. Man sollte eigentlich davon ausgehen, dass man dann eben irgendwann in den Mutterschutz geht. Alles was davor passiert, passiert eben.

    Ich würde mich total gerne freuen, aber habe Angst, dass ich jetzt nicht verbeamtet werde und arbeitslos bin

    Soweit ich weiß, ist eine Schwangerschaft keine Erkrankung die zur Dienstunfähigkeit innerhalb der nächsten Jahre führt. Also die amtsärztliche Untersuchung kann nicht das Problem sein.

    Was genau bereit dir denn sorgen?

    Was tue ich, wenn ich ggf. noch vor Dienstantritt Ende August ins Beschäftigungsverbot gehen muss, kriege ich dann überhaupt Gehalt oder wird mein Vertrag pausiert?

    Hast denn Grund zur Annahme, dass sowas passiert? "Pausieren" kannst du nur, wenn du Antrag auf Beurlaubung ohne Bezüge stellst.

    Btw. Beamte stehen in keinem arbeitsvertraglichen Verhältnis.

    Lehrer Schmidt ist ja auch Lehrer, ich meinte die sonderbaren Videos des anderen Herrn. Egal, hab's wieder gelöscht, nachdem mehrere meinten, man muss es nicht auch noch pushen.

    Finde ich nicht sonderbar. Als kurze Erklärung zu eingeführten Thema finde ich das eigentlich ziemlich hilfreich. Habe ich auch schon auf Matheübungsblättern als QR-Code eingefügt. Da kann man sich auch daheim nochmal kurz anschauen.

Werbung