Beiträge von keckks

    Lese, wer lesen kann. Echt es entzieht sich meinem kognitiven Vermögen, wie man das nicht ernst nehmen und weiter unnötig rausgehen kann. Wir müssen das aufhalten. Für unsere Eltern und die Schwächeren unter uns.


    Und wir wiederholen hier den Fehler, wenn wir das nicht ernst nehmen und entsprechend handeln. Es wäre lustig, wenn es nicht so traurig wäre. #flattenthecurve

    Hier die Lage in Norditalien vor 24h aus Sicht eines Arztes im Einsatz: bitte versucht, politisch Druck aufzubauen, dass das hier nicht passiert. Ihr fühlt euch in Sicherheit. Das ist aber nicht so. Social Distancing hilft, vgl. Japan, Südkorea, Taiwan. Bleibt daheim.

    - das virus ist vermutlich doch nicht hitzeempfindlich. drosten (und das ist der zurückhaltende virologe, der keine schulen zumachen will) meint, die welle (der peak) komme irgendwann zwischen juni und august und rät dringend allen risikogruppen, dann konsequent nicht rauszugehen, wenn nicht unbedingt nötig und appelliert an alle anderen, die entsprechenden leute zu unterstützen mit einkaufen und co. und sehr klares statement auch gerade von der kanzlerin, fand ich wirklich gut. genaue erklärung, was passiert, in einfachen worten, ohne pathos. nice.


    und noch was positives: deutschland steht zahlentechnisch echt gut da. kann trotzdem in sechs wochen sch**** schlimm werden, aber das hängt von unser aller verhalten ab. wir haben scheinbar im vergleich die meisten ic-betten und bisher das ganze einigermaßen gut ausgebremst, geht jetzt aber in die nächste phase über, während containment weiterläuft. rki dazu in der aktuellen risikobewertung:

    "Sie [die staatlichen Bemühungen, keckks] sollten durch gesamtgesellschaftliche Anstrengungen wie die Reduzierung von sozialen Kontakten mit dem Ziel der Vermeidung von Infektionen im privaten, beruflichen und öffentlichen Bereich sowie eine Reduzierung der Reisetätigkeit ergänzt werden." bitte geht nicht auf konzerte, bloß weil es so cool ist.


    spannender artikel zu den globalen auswirkungen der zu erwartenden nächsten monate mit verändertem sozialleben: https://www.axios.com/coronavi…cd-afa7-1481d2044e21.html


    freundin (ende 40) seit gerade eben positiv getestet, ihre beiden kinder (5 und 13) auch, alle haben symptome. ich bin gespannt und hab ein bisschen angst um sie. sind in häuslicher quarantäne.

    letztlich können nur wir alle durch unser individuelles verhalten was ändern. solange sich zuviele wie kleine, ichzentrierte kinder aufführen und "ich will aber auf kreuzfahrt" oder "ich will auf das konzert" schreien, ist sie wohl nicht aufzuhalten, das stimmt. staatliche maßnahmen können und sollen in einer offenen gesellschaft individuelles verantwortliches handeln immer nur flankieren. handeln muss man selbst. social distancing for the win. vielleicht kann jeder für sich überlegen, ob diese menschenansammlung wirklich sein muss. und dann verantwortungsvoll handeln. es gibt soviele zwischenstufen zwischen nur noch daheimsitzen und alleswieimmer- nutzen wir sie. flatten the curve!

    Auch, wenn du es hier noch zehnmal schreibst, ich werde nicht meine sozialen Kontakte, Hobbys etc. auf Eis legen, obwohl ich aufgrund einer Autoimmunerkrankung leider zum Personenkreis mit hohem Risiko zähle. Selbstverständlich war ich am Wochenende draußen und selbstverständlich fahre ich als große Musikliebhaberin zu den Konzerten, die ich anfang des Jahres geplant habe - zumindest, so lange sie nicht abgesagt werden :(

    das halte ich für egoistisch. aber musst du wissen. dein persönliches risiko ist deins, aber es ist halt nicht nur deins.

    Der exponentielle Anstieg ist nur durch Containment und dann durch Social distancing zu bremsen. Wir bremsen etwas, aber viel zu wenig, es ginge mehr. Ich mag ja deinen Optimismus, aber ich halt ihn in diesem Kontext auch für naiv. Deutschland hat zudem keine zentralen Labore, wir haben genau deshalb eine recht realistische Erfassung der Fälle, weil lokale Labore unabhängig agieren und es sozusagen kein Nadelöhr oben gibt. Und diese realen Fallzahlen und vor allem ihr Zuwachs ist beängstigend, jetzt ist noch Zeit, zu handeln. In 7 Tagen sind die Chancen schlechter, in 14 noch schlechter, in 3 Wochen ist es dann eher ungut, vorbelastet zu sein und raus zu müssen.

    Wir sind insofern 3 Wochen hinter Italien, als sich die Fallzahlen alle 6 Tage verdoppeln und die entsprechenden Zahlen stehen bei worldinfometer.


    Du hast recht, insofern wir ein bisschen wirksames Containment machen, aber wirklich viel zu wenig viel zu lasch. Man könnte viel mehr machen. Ich halte es für fatal, sich jetzt in falschen Sicherheiten zu wiegen.

    Das war die häufigste Meinung bis zu dem Paper, das ich oben zitiert habe. Jetzt givt es eine neue häufigste Meinung, zumindest unter den Medizinern auf Twitter. Das ist quasi alles Forschung live, was man gerade mitverfolgen kann.

    In Deutschl and gab es den Münchner Fall, dann länger nichts, und beim aktuellen Geschehen sind wir ca. 3 Wochen hinter Italien. Die Virologen und Epidemologen sprechen unisono. Nur der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung wiegt sich in Sicherheit...

    Die hohen Todeszahlen aus Italien können auch einfach realistisch sein. Vielleicht beschönigt China Daten. Und Italiener sind älter als Chinesen, wir ja auch. Und in Italien läuft nicht direkt was falsch, das ist einfach das Szenario, das sich ergibt, wenn man nicht früh genug massiv containment fährt, was die halt nicht gemacht haben. Und wir machen das gerade auch zu wenig. Das Problem ist nicht das individuelle Risiko für 4 von 5 sondern das Problem sind die systemischen Konsequenzen...

    In Deutschland sind derzeit 9 Fälle kritisch. Das steht alles bei worldinfometer. Wir haben aber auch erst 10 Kranke pro 1 Million Einwohner, Italien hat 97. Wir sind quasi drei Wochen hinter Italien, in drei Wochen ist hier, wie es jetzt dort ist, wenn wir nichts tun. Kinder sind laut letzten Ergebnissen hochgradig ansteckend, aber werden selber nicht schwer krank, daher die dringende Forderung nach Coronaferien, sofort. Die Daten stützen das jetzt besser. Und Social distancing soweit möglich,das wäre auch gut, kann jeder machen. Nicht in Vereine, Bars, Gruppentreffen aller Art...


    Paper zu ansteckenden Kindern (sind positiv, aber ohne Symptome), noch nicht paar reviewed, aber diesen Luxus haben wir gerade nicht, es geht literal um Tage: https://www.medrxiv.org/conten…101/2020.03.03.20028423v1


    Triage in Italien für ic-betten: wohl inoffiziell seit Freitag schon.... https://www.corriere.it/cronac…a-8d61-438e0a276fc4.shtml

    In Indien und Iran hilft das Wetter nicht viel. Andererseits gibt es andere, ähnliche Viren, die sich säsional verhalten. Jedenfalls darf man nicht allzu viele Hoffnungen auf Wärme als unsicheres Virushindernis setzen,sondern muss nutzen, was sicher hilft, und das ist halt Social distancing.

    vielleicht zur Info, weil das alles so krass klingt und ist: Triage ist bei Katastrophen Norma, man verwendet z.B. nach einem großen Zugunglück Triage, um einzuteilen, wem man wie am schnellsten effektiv hilft. Dabei verwendet man einen Farbcode. Damit nimmt man die ethische Dimension ein bisschen raus für die Leute vor Ort und hat dann standardisierte entscheidungsparameter, nach denen vorgegangen wird. Manche sagen, aber die Daten lassen dazu noch keine sicheren Daten zu, dass die hohe CFR (Tote pro Fall) bei Alten vs. Jungen aus China auch daher kommt: Die Jungen würden eher behandelt, da positiver Outcome viel wahrscheinlicher.

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