Beiträge von Conni

    Bei mir waren es letzte Woche 43 Zeitstunden.
    Davon 19,5 Zeitstunden Unterricht.
    Aufsicht: 6,5 h - bevor jetzt wieder einer meint, ich hätte da Pause: Nein, die Pausen sind selbstverständlich rausgerechnet: Ich bin immer aufsichtspflichtig, wenn ein Schüler im Raum ist, das sind mindestens 10 min vor jeder Unterrichtsstunde, dazu Hofaufsichten und letzte Woche eine zusätzliche, ewig lange Mittagsaufsicht.
    Fortbildungen, verpflichtend: 3 h
    Unterrichtsvor- und nachbereitung: 8 h
    Klassenleitertätigkeit: (Absprachen, Förderplan ergänzen, Vorbereitung Klassenkonferenz, Gespräche mit Schülern + Eltern): 2 h
    Zusatztätigkeit 1: 10 min
    Zusatztätigkeit 2: 20 min
    Zusatztätigkeit 3: 0 min
    Zusatztätigkeit 4: 30 min
    Zusatztätigkeit 5: 3 h
    "Zusatztätigkeiten": Aufgaben über Unterricht und die Klassenleitung hinaus, möchte ich wegen Wiedererkennbarkeit nicht genauer beschreiben.)

    Wie ist denn das mit dem Arztbesuch? Ich bin ziemlich sicher: Wenn man einen Facharzttermin nur vormittags bekommt, darf man den wahrnehmen, muss jedoch rechtzeitig Bescheid geben.

    Wenn man sich aber einen auf 15 Uhr gelegt hat, weil man laut Plan keine Stunde mehr hat? Es macht Sinn, das auch bekannt zu geben, damit man keine Vertretungsstunde bekommt. Ob einen der Chef aber anweisen kann, alle Arzttermine anzugeben, die vor 16 Uhr stattfinden?

    Laut §616 BGB ist ein Arztbesuch während der Arbeitszeit unter Entgeltfortzahlung möglich, wenn dringender Behandlungsbedarf besteht oder keine anderen Termine angeboten werden in der Praxis oder die Behandlung zu einer bestimmten Zeit nötig ist (Blutabnahme morgens). Man muss natürlich rechtzeitig bescheid geben.
    Das Problem ist, dass bei der Threadstellerin die Arbeitszeit ausgedehnt wird, aber eigentlich doch nicht: Also wenn es um Arzttermine geht, müssen die 1 Woche vorher angekündigt werden, wenn sie vor 16 Uhr gehen muss, d.h. hier wird mit "bis 16 Uhr ist Arbeitszeit" gehandelt, während es gleichzeitig aber keine Bereitschaftszeit und damit eigentlich auch keine festgelegte Arbeitszeit ist.
    Hat jemand eine Ahnung, ob es für Lehrer speziell eine rechtliche Präzisierung hierzu gibt?
    Meine Schulleiterin wollte mir generell und für die restliche Zeit an meiner Schule verweigern, zu einem Spezialisten zu gehen, weil der nur Vormittagssprechstunden und eine Nachmittagssprechstunde am "Versammlungstag" hatte. Zum Glück war ich in diesem Gespräch mit Personalrat und da wurde der o.g. Paragraph zitiert.

    Ich finde, dass es sinnvoll ist, eine für sich passende Position zwischen "sich wegducken" und "den Schädel an der Wand einrennen" zu finden. Ich kenne das letzere aus dem Vorbereitungsdienst (ebenfalls zufällig hineingeraten, ähnlich wie bei Schantalle) und obwohl ich von den Mentorinnen und Seminarleitern fair behandelt wurde, hat die Haltung der Schulleitung, die auf das gesamte Kollegium stark abfärbte, mir das Referendariat schwerer als nötig gemacht.

    Danke Meike, für den ausführlichen Beitrag. Einen Teil davon hatte ich schon festgestellt, aber nicht alles und hätte es nicht so gut zusammenfassen können.
    Eine Kollegin, 30, sagte letzte Woche, dass sie - seit sie in der Schule arbeitet - immer voll durchhängt abends und am Wochenende, vorher hat sie nach Feierabend gefeiert etc. Meine Zeit außerhalb der Schule ist zu lange her (bzw. ich habe damals Teilzeit gearbeitet). Woran ich mich noch erinnern kann: Ich habe da Nachtschichten gemacht, wenn dringend Aufträge fertig werden mussten, zusammen mit einer ruhigen, fleißigen Kollegin. Es war absolut entspannt, wir waren ein Superteam und ich habe mich in der Schule nie länger als ein paar Minuten so entspannt und gleichzeitig noch grundlegend leistungsfähig gefühlt wie damals nachts um halb 2.

    Was mir auch zusetzt, ist die ständige Lautstärke in einer Grundschule. Schlecht gedämmte Räume und vor allem Treppenhäuser.
    Außerdem finde ich die Arbeit extrem komplex: Ich muss als Grundschullehrerin, Sonderpädagogin, Mutti, Vati, große Schwester, Kuschelbär, Sozialarbeiterin, Psychotherapeutin (idealerweise mit Spezialausbildung für "emotional-instabile Persönlichkeitsstörungen"), Ergotherapeutin, Lerntherapeutin, Logopädin, DAZ-Kleingruppenlehrerin, Arzthelferin, Polizistin (Spezialgebiet Taschendiebstahl) und Sekretärin gleichzeitig arbeiten und das teilweise parallel tun. Gleichzeitig erwarten meine Schüler noch von mir, dass ich Hellseherin, Zahnärztin und Schneiderin bin. Mein am häufigsten verwendeter Spruch der letzten Wochen: "Ich bin nur einmal da."

    Mich würden hier mal Grundschulzahlen interessieren. Mir fehlt aber im Moment die Muße alles aufzuschreiben. 75% sind bei mir 4 Tage von 08-13 Uhr.

    Habe 6 Wochen aufgeschrieben, Vollzeit, zwischen etwas über 40 und 45 Zeitstunden, bei sehr effizienter Zeitplanung und wenig "Extras" (differenzierte Arbeitsblätter etc.).
    Vollzeit bei mir:
    3mal von 7:20 bis 13:30 Anwesenheitspflicht in der Schule, danach Aufräumen des Schreibtisches / Klassenraumes, Unterrichtsnachbereitung, Gespräche mit Kollegen / Schulsozialarbeiter / b.B. Ganztag.
    1mal 6:50 bis 12:40 dito
    1mal 7:20 bis 12:40 dito
    Zusätzlich 1 bis 4 Nachmittagsveranstaltungen pro Woche (Dienstberatungen, Konferenzen, Teamsitzungen, Arbeitsgruppen, Projektgruppen, Fortbildungen, Vor- und Nachbesprechungen, Elterngespräche.

    Heute habe ich z.B. von 7:20 bis 11:38 und von 11:40 bis 14:20 Uhr gearbeitet. Da ja hier immer so betont wird, dass man seine Pausen nicht einrechnen sollte, habe ich die großzügige Pause, die ich am ruhigsten Ort der Schule (Lehrer-WC) verbrachte, mal explizit ausgewiesen. Also knapp 7 Stunden. Bin komplett fertig und könnte nur noch schlafen. Kann ich aber nicht, denn es ist noch kein Unterricht vorbereitet.

    Es gibt gar keinen Grund, jetzt grummelig zu werden, wie es einige offenbar schon sind. Ich habe niemandem was getan und meine persönliche Arbeitszeit ist nicht zu eurem Nachteil.

    Ich bin nicht grummelig, nur verwundert, falls du mich meinst.
    Was bei mir halt wirklich hinzukommt, ist die Grundschule. Ich habe immer die Aufsichtspflicht, sobald ein Kind in meinem Raum ist, d.h. in jeder "kleinen Pause" das macht am Tag im Schnitt 50 min aus; ohne Hofaufsichten. Dazu kommt die Arbeitsgruppensucht in unserer Schule.

    Das einzige, was mich in diesem Thread grummelig macht ist, dass sich hier - wie ständig in letzter Zeit - Leute einmischen, die statt konstruktiver Beiträge behaupten, dass manche hier nicht richtig rechnen können oder wollen. Da habe ich dann nämlich gar keinen Bock mehr, irgend etwas Persönliches zu schreiben, da ich einfach nicht wie eine Zweitklässlerin behandelt werden möchte.

    War an meiner Referendariatsschule genauso.
    An meiner jetzigen Schule lief es ein paar Jahre auch so, da wurde sogar Geld zurückggegeben!
    Inzwischen dürfen wir mehr anschaffen, weil wir zuerst eine Sekretärin hatten, die wusste, das noch Gelder überig sind und dann für die netten Kollegien etwas durchgehen ließ. Danach habe sich mehrere Leiterinnen der Fachkonferenzen abgesprochen haben und lange Listen anzuschaffender Lehrmittel eingereicht mit der Begründung, dass doch immer noch Gelder übrig waren und ehe die Sekretärin das entscheiden muss, sollte es doch lieber zusammen entschieden werden. Eine wirkliche Offenlegung gibt es auch jetzt nicht, da wohl die Finanzen von Seiten des Schulträgers nicht klar sind. Immer wieder ein Ärgernis.

    Ich würde das Zeugnis auf Papier vom Kopierer drucken. Es gab Jahre, da haben die 3. bis 6. Klassen Zeugnispapier bekommen und Klasse 1/2 wurde "vergessen", weil es ja noch keine "echten Zensuren" gab. Also Kopierpapier. Hat nie einer nach gekräht.


    Keine Dokumentenkamera? Tja, dann gibt es nichts Digitalisiertes.
    Tu dich mit den anderen Fachkonferenzleitern zusammen.


    Ja, es stimmt. Es kann nicht sein, dass man bei anderen die Rechtschreibung nicht bewertet und bei ihr schon. Das ist absolut richtig.
    Was allerdings in die Bewertung einfließt, ob das Kind in kompletten Sätzen schreibt, dazu gehört auch das Setzen von Punkten am Satzende. Das haben wir lange geübt.
    Das Gliedern von Sätzen in Wörter ist bei uns in der zweiten Klasse eigentlich selbstverständlich, das wird von den Kindern erwartet. Deswegen bin ich unsicher. (Ich bewerte ja auch nicht direkt, ob das Kind die Buchstaben kennt - das setze ich voraus in der zweiten Klasse.) Aber es ist doch unlogisch, wenn es bewertet wird, ob man ganze Sätze schreiben kann und passende Satzzeichen setzt, es aber nicht in die Bewertung einfließen lässt, wenn das Kind ellenlange Bandwurmsätze schreibt.


    icke:
    ...

    Es wundert mich, dass du sagst, bei euch ist so ein Niveau nicht ungewöhnlich. Ich kenne solche "Texte" bei uns nur von Erstklässlern, gegen Ende der ersten Klasse schreiben eigentlich fast alle Kinder schon deutlich besser. Aber vielleicht liegt es auch am unterschiedlichen Lehrplan.

    Dein 1. Absatz liest sich, als wärst du dir über die Bewertungskriterien nicht klar (oder als wäre der Aufsatz gar nicht das Problem, um das es hier geht, sondern nur der Aufhänger).
    Wir haben im 1. Halbjahr Klasse 3 ein Märchen schreiben lassen als Klassenarbeit. Wir haben uns gemeinsam (klassenstufengleich) die Kriterien überlegt und die Kinder gezielt vorbereitet. Zur Auswertung erhielt jedes Kind eine Liste und konnte für jedes Kriterium 0, 1 oder 2 Punkte erreichen. Diese wurden zur Gesamtpunktzahl zusammengerechnet und gemäß unseres Notenschlüssels eine Note vergeben.
    Unter den Kriterien waren auch: "Du schreibst in ganzen Sätzen mit Satzzeichen." und "Du schreibst in verständlichen Sätzen." - hier würden die Bandwurmgeschichten deiner Schülerin ihren Niederschlag finden - und du bewertest das ganze bei den anderen mit.

    Ansonsten: Einzugsgebiet-Einzugsgebiet-Einzugsgebiet-Einzugsgebiet...
    Ich habe 4 Schüler, die bis heute die Buchstaben nicht sicher können. Schlangensätze schreiben auch noch 3 Schüler, allerdings nie und nimmer in einem größeren Umfang als einer halben A5-Heftseite. Dafür muss ich schon sehr motivieren. Zusätzlich haben 3 meiner Schüler gar kein Märchen geschrieben, sondern auf mein Handy gesprochen, allerdings haben die einen entsprechenden Nachteilsausgleich (z.B. schwere LRS). Alle diese Kinder sind in der 3. Klasse und haben "das Verweiljahr genutzt", wie es in Berlin so schön heißt, d.h. sie sind das 4. Jahr in der Schule.

    Mittelfristig wirst du deiner Schülerin die entsprechenden Noten geben müssen, du kannst die Eltern ja nicht per Knopfdruck umstimmen. Das ist sehr unangenehm dem Kind gegenüber - such dir Situationen, in denen du sie loben und motivieren kannst außerhalb der Noten.

    Falls es doch hauptsächlich um den Aufsatz gehen sollte: Kriterien.

    Bei uns hat im Lehrersport ein Kollege einer Kollegin die Brille stark verbogen. Der musste seine Privathaftpflicht bemühen, Diensthaftpflicht griff nicht. Ich gehe davon aus, dass es bei der Unfallversicherung genauso ist.


    Das Gefühl ein "schwarzes Loch" zu sein, hat man überigens auch (wenn man Pech hat) beim Praktikum. Dabei erklären sich Lehrer bereit (dafür werden Ihnen andere Stunden erlassen, soviel ich weiß), Praktikanten aufzunehmen und sie während bestimmter Zeit zu betreuen.


    Es war mir ehrlich gesagt nicht bewußt, dass man hier viel mit Vorlagen arbeitet. In der Theorie gibt es viele tolle Ideen, wie man die Klassenregeln zusammen mit den Schülern erarbeiten kann.

    1. Nein. Auch bei uns gibt es wie bei Friesin absolut nichts dafür.
    2. Regeln, die Kinder aufstellen, ähneln sich. Man kommt in allen Klassen zu ähnlichen Regeln. Bei der Formulierung helfen wir in Klasse 1 bis 3 tatkräftig. Und ganz am Ende findet man zu fast jeder Regel eine Vorlage, die es schon gibt, weil es schon vor der eigenen Klasse Klassen gab, die genau auf diese Regeln gekommen sind.
    Die Regeln meiner 3. Klasse sind von den Kindern erstellt und von mir positiv formuliert und zusammengefasst, sonst hätte es nämlich ca. 20 Regeln der Art "nicht schubsen - nicht hauen - nicht mit Steinen werfen - nicht mit Sand werfen - nicht mit Stöcken werfen..." gegeben. Ich habe sie auf farbiges Papier gedruckt, laminiert und sie hängen stets sichtbar an der Tafel. Gemalt hat dazu keiner. Ich wollte mal wissen, ob es einen Unterschied gibt, wenn man die Regeln ohne Bildchen präsentiert. Nur einzelne Kinder, die noch immer dazwischenrufen, haben ein Extrakärtchen mit Bild auf dem Tisch.

    Dieses Vorgehen ist nicht ganz ohne Probleme, denn je nach Persönlichkeit und Führungsstil des Leiters der Arbeitsgruppe kann das auch als Überwachung angesehen werden. Ich glaube ja, dass viele Kollegen sich so gegen Hospitatonen und "Beobachtungen" wehren, weil sie im Ref schlechte Erfahrungen gemacht haben.

    Ja, ich empfinde es als überwachend. Mag sein, dass es an der neuen Chefin liegt, die eine Ausstrahlung hat, als ob sie da eventuellmöglicherweise eine entsprechende Vergangenheit haben könnte. (Um es sehr positiv auszudrücken...)
    Der Projektgruppenleiter wirkt leider auch irgendwie "überwachend", obwohl er oft dann doch nicht so ist. Schwer zu beschreiben. Bei uns geht es konkret darum, bestimmte Sozialformen in den Unterricht einzuführen und uns da Feedback zu holen. Das war mit der entsprechenden Kollegin auch wirklich gut, aber mich stört daran, dass es verpflichtend ist.
    Ich denke, dass auch die gesamte "Schulkultur" eine Rolle spielt, ob man jemanden bei sich hospitieren lassen möchte oder nicht.
    Die schlechten Erfahrungen habe ich übrigens kaum im Ref gemacht, sondern bei der dienstlichen Beurteilung durch meinen letzten Schulleiter, der mir vorwarf, dass ich Arbeitsaufträge im Mathematikunterricht einer 2. Klasse visualisiere. Da können die Kinder ja gar nicht das Hörverstehen lernen, das er in Klasse 6 in Englisch benötigt.

    Eigentlich habe ich gehofft, Bilder von Klassenregeln zu bekommen, die von den Lehrern selbst oder zusammen mit den Schülern erarbeitet wurden - so die Theorie. Wie ist es denn in der Praxis? Ist es üblich für die Einführung der Regeln, Zeit zu "opfern"?

    Ich "opfere" keine Zeit für die Einführung von Regeln, im Gegenteil: Es ist überaus wichtig, gemeinsame Regeln zu haben, zu vereinbaren, daran regelmäßig zu erinnern und sie durchzusetzen.
    ABER: Wenn die Schüler die Regeln malen sollen, sind sie regelmäßig unzufrieden (oder tun es erst gar nicht), weil man schlecht erkennen kann, was sie zeichnen wollten. Ich selber male nicht so sehr schlecht, habe etwas Probleme mit Proportionen. Also wozu soll ich mich am Abend oder Wochenende hinsetzen und stundenlang Regeln aufmalen, um nachher Zeichnungen zu haben, auf denen man ungefähr die Regeln erkennen kann, deren Farbe innerhalb von wenigen Monaten (auch laminiert) verblasst und vergilbt (Sonneneinstrahlung im Klassenraum)? Es gibt gute Bilder für Klassenregeln für verschiedene Altersstufen, für deren Nutzung u.U. man ein wenig bezahlt und die man sich wiederholt ausdrucken kann (wenn sie verblassen). Die Herstellung kostet einen Bruchteil der Zeit, sodass ich wesentlich weniger Unterrichtsvorbereitungs-Zeit für das Selbermalen "opfern" muss.


    "Was du falsch machst": Wenn du Lehrerin werden möchtest, versuche dir diese Gedanken vor dem Berufsstart abzugewöhnen. Sonst wirst du nämlich sehr oft das Gefühl haben, etwas falsch zu machen.
    Schulen und Lehrer sind von der Reformwut der vergangenen Jahre/Jahrzehnte gebeutelt. Der Aufwand ist immens. Wir haben derzeit eine Grippe- und sonstige Erkrankungswelle und gerade an den Grundschulen Engpässe in der Versorgung mit Lehrern. Immer mehr Arbeit wird auf immer weniger Schultern verteilt. Es kommen viele Leute mit supertollen Ideen in die Schule, ständig wird uns jemand vorgestellt für XYZ und Z hoch 23. Jeder denkt, er wolle doch nur ein bisschen, und man könne sich doch als Lehrer mal interessieren und drum kümmen. Regelmäßig ergibt sich dann ein viel höherer Aufwand als gedacht. Statt "Wir buchen eine Veranstaltung und zahlen dafür." heißt es dann spontan, ohne dass es jemals vereinbart war: "Wir buchen eine Veranstaltung. Einmal pro Woche möchte die Durchführende eine E-Mail, in der ihr geschrieben wird, dass die Veranstaltung stattfindet. Ich muss mich darum kümmen, dass in allen 4 Klassen Wasseranschlüsse vorhanden sind. Ich muss mindestens 5mal zurückmelden, an welchen Tagen welche Kollegin in welchem Raum aufgesucht wird. Ich soll die Dame an der nächsten großen Straßenkreuzung abholen - und zwar um 8 Uhr, egal ob ich da Unterricht habe oder nicht.etc. pp... Im Anschluss möchte sie dann die Fotos mit ihr und den Kindern, um sie ins Netz zu stellen."
    Die letzte Studentin, die mal eben kurz mit ganz geringem Aufwand meinen Klassenraum fotografieren wollte (nach eigenen Angaben maximal 20 Minuten), hat mich 3 Stunden Zeit gekostet (Fotografieren mindestens 60 Minuten, in der Zeit musste ich dann die Klasse umquartieren, anschließend längeres Interview, mehrere Mails, da sie ihren Nachweis vergessen hatte, dass sie uns besucht hat, musste ich den für sie organisieren und ihr schicken etc.) und erwartete, dass ich sie "mal eben schnell" den Klassenraum mit Kindern darin fotografieren lasse und sie dann noch bei mindestens 2 weiteren Kollegen spontan in den Unterricht gehen und das gleiche tun darf und ich das alles für sie in die Wege leite. Sie staunte nicht schlecht, als ich ihr etwas über das Recht am eigenen Bild erzählte und alles weitere ablehnte.
    Man kann irgendwann nicht mehr. Und man will diese "schwarzen Zeitlöcher" irgenwann nicht mehr.

    Zusätzlich gehst du an das Problem "Urheberrecht" ran, was zu großen Unsicherheiten führt. Eigentlich müsstest du vorher kompetent sein und genau wissen, was du wann wo wie fotografieren darfst.

    Nimm es nicht persönlich. Lass dir von deinen Dozenten Schulen empfehlen oder dich über die Dozenten, die dieses Projekt von dir wollen, bei den Schulen anmelden. Damit hast du bessere Chancen.

    Bei uns wird es neu eingeführt, in Stunden mit kooperativen Lernformen.
    Wir durften uns absprechen, wer mit wem ein Pärchen bildet.
    Die Hospitationsstunde wird man aus dem eigenen Unterricht ausgeplant, damit man bei der Kollegin sitzen kann, die Gesprächsstunde ist zusätzlich ohne Anrechnung.
    Es wird ein merkwürdiges Protokoll während der Hospitation ausgefüllt. (Es sind 2 im Umlauf, keiner weiß, welches das richtige ist.) Danach noch 2 Seiten Gesprächsprotokoll. ("Was nehme ich mir vor und wann soll das erreicht sein." :tot: ) Für das Gespräch gibt es festgelegte Regeln (Ich-Form und so Zeugs).
    Das muss dem Leiter der Arbeitsgruppe ins Fach gelegt werden.
    Ich fand es spannend, die Kollegin zu besuchen, dort mal "Mäuschen" zu spielen. Das Gespräch war gut, meine Kollegin und ich verstehen uns gut. Das Protokollausfüllen zum Gespräch fand ich nervig.
    Ob man sich weigern kann, weiß ich nicht.

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