Boni nach Leistung kann nur ein Besoldungssparmodell sein, weil man theoretisch zumindest in Kauf nehmen müsste, dass überdurchschnittlich viele Lehrkräfte sich ins Zeug legen bzw. ihre Leistung angesichts der Aufgabenvielfalt ohnehin "gut" ist. Dann müsste man mehr Geld ausgeben als womöglich geplant. Und spätestens dann würden diese Boni an absurde Bedingungen geknüpft werden und darüber hinaus gedeckelt werden.
In Berlin gibt (gab?) es ja schon diese dienstlichen Beurteilungen mit den Endnoten A, B, C, D und E.
Angeblich sollte das mal auf sowas hinauslaufen.
Umsetzung:
A gab es nicht, dann wäre man besser als die Schulaufsicht.
E gab es nicht, dann wäre man ungeeignet.
B gibt es nur, wenn man Multiplikatorin ist und bezirksweite Fortbildungen hält oder so.
Der Durchschnitt einer Schule hat C zu sein.
Mein Chef versuchte mich auf C- zu bewerten mit "Sie müssen sich auch noch verbessern können." Er musste dann Gründe finden. Zum Beispiel hatten die Kinder am Anfang des Schultages ihre Mitteilungshefte auf meinem Schreibtisch abgelegt. Ein voller Schreibtisch entsprach dann in einem Teilbereich dem "D".
Während unserer Teamsitzungen haben meist 2 Kolleginnen gemeinsam ausgerechnet, wie lange sie es noch bis zur Rente haben. Unsere Teamleiterin hat einfach die Sitzung geführt und das ignoriert. Jede Woche. Ich habe einmal gesagt, dass ich leider nicht 2 Gesprächen gleichzeitig zuhören kann. Daraufhin hat sich eine Kollegin beim Chef beschwert. Das fand 2 Jahre vor der Beurteilung statt und war dann in der Teamfähigkeit für mich das "D-".
Ferner hatte ich in Mathematik keine Hörbeispiele eingesetzt, was Grundlage dafür war, dass die Sechstklässler in Englisch so schlecht im Hörverstehen waren, auch deshalb gab es irgendwo "D".
Ich habe sehr genau nachgefragt, wie es zu diesen Bewertungen kommt und meinem Chef meinen Job als Klassenleiterin und meine Fächer erklärt. Er hat dann die Gesamtbewertung auf "C" geändert. Ich war damals wirklich noch viel engagierter und perfektionistischer als heute.
Wisst ihr, was das zur Folge hatte?
Ich bin mir erstmal ein hübsches Kleidungsstück kaufen gegangen. Danach habe ich die Beine hochgelegt, Fernsehen geguckt und den nächsten Unterricht als Schwellendidaktik durchgeführt. Ich habe mir damals vorgenommen, meine Leistungen der Bewertung anzugleichen. (Ich war nicht die einzige.)
Es ist mir nie ganz gelungen, aber letztlich würde eine derartige Bewertungskultur zur Folge haben, dass weniger Lehrkräfte engagiert arbeiten. Kann und will sich die Politik das leisten, ist die Frage.