Warum Leute ein Auto nutzen, das wissen wir, denke ich, alle. Was man dagegen tun kann ist doch die Frage.
Teilweise aus eigener Erfahrung:
1. Den Mobilitätsbericht lesen.
2. Kurze Strecken zu Fuß gehen.
3. Mittlere Strecken mit dem Rad fahren.
4. Für längere Strecken ÖPNV oder CarSharing benutzen.
Gibt es letzteres vor Ort nicht (im ländlichen Raum sind FreeFloating-Angebote Blödsinn, man muss sich also eine Station suchen), die Kommune so lange nerven, bis sie diesbezüglich aktiv wird oder selbst ein privates CarSharing organisieren. Da gibt es mehrere Anbieter und es ist nicht sehr kompliziert.
5. Mitfahrgemeinschaften nutzen oder initiieren.
6. Das kleinstmögliche Fahrzeug für den täglichen Bedarf verwenden und nicht das, das einem die meisten Optionen ermöglicht. Für die meisten Pendler, die nicht ÖPNV fahren können, genügt zum Beispiel ein Twike oder etwas vergleichbares. Wenn man etwas fitter ist, dann ist auch ein Velomobil etwas sehr feines.
Das Hauptproblem für alternative Mobilität ist die Sichtbarkeit, wenn auf einer Fahrbahn Radfahrer sichtbar sind, dann trauen sich auch mehr. Critical Mass-Prinzip.
Ebenso wenn erstmal eine Person zeigt, dass es vor Ort funktioniert, dann gibt es Nachahmer, die zumindest reduzieren oder ihr eigenes Mobilitätsverhalten hinterfragen. Dies verbessert dann wiederum mittelfristig das Angebot an CarSharing, das Angebot an gesellschaftlichen Möglichkeiten ohne Fahrzeug und langfristig hoffentlich auch den ÖPNV. Aber man darf sich nicht täuschen:
Wenn man als Familie in einer ländlichen Kleinstadt autofrei lebt, dann ist man wie der Veganer auf dem Grillfest. Die alleinige Anwesenheit wird teilweise als Provokation und Start für eine Rechtfertigungsorgie genommen.