So, hab nachgefragt. Eine Priorität, also welche Versetzung ggf. zuerst greifen würde, ist zwar nicht bekannt, was aber nicht bedeutet, dass es eine solche nicht doch letztlich gibt. Deshalb bleibt nur der Anruf beim RP morgen, um das dort direkt zu klären. Ich drücke dir die Daumen dafür, dass das in deinem Sinne ausgeht.
Beiträge von CDL
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Mach deiner SL gegenüber überdeutlich, dass es eine komplette Zumutung ist 57 Deutschaufsätze ohne Korrekturtage in der vorgegebenen Zeit zu schaffen und sie dir angesichts dessen, dass ihr klar ist, dass bei der Deputatszuweisung einiges schief gegangen ist einerseits und es andererseits in zahlreichen Bundesländern völlig normal ist Korrekturtage als Entlastung zu erhalten doch bitte sagen möge, was du alles ansonsten streichen sollst, um unter Beachtung deiner Teilzeit, deines Deputats und der Korrekturen letztere in der vorgegebenen Zeit zu schaffen unter Beachtung der erforderlichen Pausen. Alternativ möge sie dich doch einfach an zwei Tagen komplett freistellen, um die Korrekturen bewältigen zu können.
Wenn da nichts kommt, dann zieh den Personalrat hinzu. Irgendeine Art von Entlastung MUSS es geben, damit du diese Masse bewältigen kannst.
Selbst wir in der SEK.I erhalten hier in BW inzwischen zumindest einen Korrekturtag für Zweitkorrekturen, weil wir für diese generell nur 4 Tage Zeit haben. (Bei den Erstkorrekturen bin ich gerade nicht ganz sicher. Ich weiß, die Wahlpflichtfächer bekommen nichts für die Erstkorrekturen), meine aber M/D/E- Leute bekommen für Erst- und ggf. Zweitkorrekturen zusammen ebenfalls einen Tag.
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Ich frage mal eben jemanden aus meiner Familie mit deutlich mehr Erfahrung im Schuldienst, auch bei schulbezogenen rechtlichen Fragen. Falls ich eine Antwort erhalte, die dir weiterhelfen könnte melde ich mich noch einmal. Kann aber nichts versprechen.
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Wenn krakelige Handschrift ein Kriterium wäre, dann wäre ich niemals ins Ref gelassen worden...

Ich auch nicht.

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Wenn weder die Uni noch das Schulamt etwas zum konkreten Fall sagen können wäre ich annehmen, dass dieser letztlich individuell entschieden werden würde, wenn es soweit ist.
Als kleine Orientierungshilfe:
Ich habe eine Person im Kollegium, die ein naturwissenschaftliches Mixfach in Bayern studiert hat, dass es in BW so nicht gibt. Dadurch hat sie in jedem der drei Teilfächer zu wenig Creditpoints im Vergleich zum Einzelfachstudium in BW. Die endgültige Entscheidung über die Anerkennung steht auch nach über einem Jahr noch aus. Klar ist nur, dass eines der drei Teilfächer ihr in jedem Fall für BW anerkannt werden kann und ein zweites mutmaßlich ebenfalls, Nummer drei aber auf gar keinen Fall.
Es könnte also sein, dass nachdem du am Ende zu wenig CP im Vergleich zum hessischen Studium hast, dir das Drittfach nicht anerkannt wird. Eine potentielle Lösung könnte darin bestehen, dass du dir sehr gennant anschaust, welche Studieninhalte du in Hessen für dieses Fach erfüllen müsstest und penibel darauf achtest genau diese Studieninhalte durch dein Studium in RLP vollständig abzudecken inklusive der erforderlichen zusätzlichen Creditpoints. Das macht eine Anerkennung für Hessen nämlich deutlich leichter, wenn sie sehen und prüfen können, dass du ihre inhaltlichen Voraussetzungen erfüllst.
Bachelor/ Master/ Staatsexamen ist dagegen irrelevant. Das wird als gleichwertig anerkannt.
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Mindestens ich wollte alles andere als dich angreifen mit irgendeinem meiner Posts. Es ist glaube ich eine Gradwanderung zwischen sinnvollem Sich-Abgrenzen, auch um die eigene Gesundheit zu stabilisieren - und dem Gefühl, einigen SuS, die dringend individuelle Hilfe bräuchten, nicht gerecht werden zu können. Und insgesamt "leide" ich darunter, meinen "Job" nicht so erfüllen zu können, wie ich das gerne wollen würde.
Alles gut. Ich habe das nicht als persönlichen Angriff deinerseits verstanden.
Ich glaube, es ist wirklich wichtig für dich selbst, dass es dir gelingt, deinen Leidensdruck zu reduzieren und einen etwas gesünderen Abstand gewinnst. Du kannst nur das tun, was möglich ist unter den gegebenen Bedingungen und solltest nicht am Ende zerbrechen an etwas, was du nicht ändern kannst. Ja, unsere SuS verdienen vielfach etwas Besseres, aber wir alleine als Lehrkräfte können das nicht leisten, was Eltern nicht leisten oder eben auch die Wählerinnen und Wähler nicht in Bildung investiert wissen wollen, weshalb sinnvolle Bildungspolitik jenseits tumber Polemik im Regelfall nicht wahlentscheidend ist bedauerlicherweise.
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Ich hatte ja erwähnt, dass ich Fälle kenne, in denen die SL (bisher) keinen Amtsarzt anordnet. Weißt Du weshalb sie das nicht tut und versucht anderweitig Druck auf die Kollegen und teilweise deren Kollegien? Gibt es eine bestimmte Schwelle an Fehlzeiten die rechtlich oder in der Praxis gilt?
Ich weiß in zwei Fällen sehr konkret, warum der Amtsarzt hinzugezogen werden sollte oder wurde. Der eine Fall endet jetzt letztlich so, dass die betroffene Lehrperson vorzeitig in den Ruhestand geht (drei Jahre früher, also lediglich geringfügige Abschläge), weil es an dieser Schule bedauerlicherweise unter der neuen Schulleitung eine Fülle an Problemen gibt im Umgang mit Lehrpersonen, SuS, Eltern. Ein Drittel der Fachabteilungsleitungen haben sich in der Folge entweder bereits versetzen lassen oder selbige beantragt. Auch im restlichen Kollegium gibt es eine Vielzahl an Versetzungsanträgen, vor allem von denjenigen, die eigentlich engagiert und motiviert sind und durch ihre Beiträge eine Schule zu einem Lebensraum machen, an dem SuS, wie auch KuK Nischen finden, um sich entfalten zu können in ihren Potentialen.
Die betroffene Lehrperson ist infolge einer Krebserkrankung in Remission und bei einem GdB von 30 gleichgestellt. Die Schulleitung wollte gerne den Teilzeitantrag der Lehrperson überprüft wissen, ob die gesundheitlichen Vorgaben für eine solche denn überhaupt noch vorliegen würden. Den GdB empfand sie als unzureichend, da die Lehrperson ja bereits seit mehr als 5 Jahren in Remission und auch nicht länger schwerbehindert, nur gleichgestellt wäre.
Warum die SLen in deinem Umfeld anders handeln vermag ich dir nicht zu sagen, da ich diese schlicht nicht kenne. Ab einer bestimmten Anzahl von Fehltagen kann ein Amtsarztbesuch angeordnet werden durch das RP. Vorher muss aber beispielsweise ein BEM- Gespräch geführt werden (ich meine, ab 6 Wochen Fehlzeiten), um Maßnahmen zur dauerhaftenWiederherstellung der vollen Arbeitsfähigkeit, wie eben beispielsweise auch der mittelfristige Weg in die Teilzeit zu prüfen oder eben auch Entlastungsmöglichleiten zu besprechen.
Das RP scheint mir im Augenblick in manchen Fällen vorsichtig zu sein mit solchen amtsärztlichen Überprüfungen. Mein persönlicher, absolut nicht- repräsentativer Eindruck ist, dass dies vor allem Schularten betrifft, in denen es personalmäßig richtig kneift, wie eben beispielsweise den Bereich der beruflichen Schulen oder auch die SEK.I, während im gymnasialen Bereich- vielleicht auch infolge dessen, dass das eigenständige Behörden sind- vergleichbare Fälle direkt einen Amtsarztbesuch verordnet bekommen. Das kann aber komplett täuschen und eine Fehlinterpretation meinerseits sein.
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Vorbereitungsspiele klingt sehr nach teilbarer Aufgabe. Da sollte eine Kollegin mit nur 6 Deputatsstunden nur ca. 10 Zeitstunden (da 40h *6/25 = 9,6h) Anwesenheitspflicht haben. So viel könnt ihr doch gar nicht konferieren, dass da mehr unteilbare Stunden anfallen. Zu dem Punkt sollte definitiv eine Absprache her. Oder gleich ein Teilzeitkonzept für die Schule.
Wen meinst du? Von „Vorbereitungsspielen“ hat meine ich niemand etwas geschrieben gehabt. Bislang wurde nur die Vorbereitungswoche ohne Inhalte genannt von FrauHase .
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Von "durchgehend krankgeschrieben" war ja keine Rede, sondern "gezielt krankmelden bei Überlastung".
Kennt ihr aktuelle Fälle, in denen Amtsarztbesuche angeordnet wurden?
Ich nicht, selbst bei Kollegen mit sehr hohen Ausfallzeiten. Schulleitungen in meinem Umfeld gehen hier lieber andere Wege, wie z.B. Druck auf das restliche Kollegium auszuüben, damit diese den Entfall vertreten/ausgleichen. (Matthäus-Effekt)Mich würde es eben kontinuierlich überlasten, wäre ich nicht in Teilzeit tätig, weil mir dann unerlässliche Erholungszeiten fehlen würden. Das geht zahlreichen anderen Lehrkräften die in Teilzeit gehen letztlich ganz genauso, nur das bei denen der Hintergrund dann vielleicht keine Schwerbehinderung ist, sondern die Pflege naher Angehöriger oder auch ganz banal ein zeitintensives Hobby, für das die Kraft ebenfalls noch ausreichend sein soll, damit die eigenen Ressourcen ausreichend aufgetankt werden können und man gesund bleiben kann.
Ja, da ich selbst schwerbehindert bin und mich mit ebenfalls betroffenen KuK bzw. der Schwerbehindertenvertretung bei Bedarf austausche sind mir aktuelle Fälle angeordneter Amtsarztbesuche bekannt.
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Inzwischen haben viele "Kündigung " geflüstert.
Tatsächlich sind die TZ Kräfte neben Vor-und Nachbereitung voll belastet wie VZ Kräfte.
Z.B. Vorbereitungswoche. 8h täglich, eine Woche lang. Jeder muss anwesend sein.
Eine Kollegin hat nur 6UE pro Woche..., da sind 5 Tage je 8 h sehr heftig (sie ist noch woanders beschäftigt undchat nun ein großes Problem).
Wie lösen gerade solche Fälle öffentliche Schulen?
Es gibt in den meisten Bundesländern keine Vorbereitungswochen mit Präsenzpflicht. Hier in BW haben wir in der letzten Woche der Sommerferien üblicherweise montags die Sitzung des Krisenteams, mittwochs tagt die Steuergruppe (beide Gruppen jeweils nur mit den KuK, die freiwillig dort mitwirken plus den Mitgliedern der Schulleitung, Dauer jeweils maximal 2h), Freitagnachmittag (nach der Vereidigung der neuen Beamtinnen und Beamten im Idealfall) findet die erste GLK statt. In den ersten beiden Schulwochen geht es dann aber richtig rund mit einer weiteren GLK, sowie den Klassenkonferenzen. Da das alles unteilbare Aufgaben sind hier in BW, wäre ich persönlich als Teilzeitkraft nicht undankbar, wenn wir diese seitens des Dienstherrn vorziehen dürften auf die letzte Sommerferienwoche, um so die ersten beiden Schulwochen entlasten zu können, damit man danach nicht direkt auf dem Zahnfleisch geht als Lehrkraft.
Trotzdem wären das aber natürlich niemals 8h täglich, sondern zwei bis maximal drei halbe Tage. Was macht ihr denn genau in diesen 40 Stunden?
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Das sollten alle tun, die in Teilzeit gehen möchten um gesund zu bleiben/werden.
Was genau würde es an meiner Schwerbehinderung oder den damit einhergehenden, chronischen gesundheitlichen Problemen ändern, wenn ich statt in Teilzeit meine Arbeit machen zu können einfach durchgehend krankgeschrieben wäre? Das einzige Ergebnis davon wäre ein Amtsarztbesuch, der im besten Fall über die Teildienstfähigkeit die Teilzeit doch noch herbeiführen würde, im worst case aber die Frühpensionierung zur Folge hätte.
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Vielleicht schwingt hier zum Teil etwas ganz anderes mit.
Aber doch, das kann sein, wenn die Arbeit fehlerarm ist, den formalen Ansprüchen genügt und inhaltlich (sehr) gut ist.
Genau das hat aber doch die Mehrheit derjenigen, die dem/der TE geantwortet haben geschrieben. Ich verstehe insofern nicht ganz, wen du gerade überzeugen willst.
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Würden man eigentlich meinen ja, ich kann in diesem Fall aber nur mit Befremden beobachten, dass sich der Kollege an das mit der Verbeamtung gekoppelte Geld und die spätere Pension klammert. Ich frage mich aktuell nur, wie lange noch. Da zumindest dessen Frau schon einmal angedeutet hat, dass ihr sein Status reichlich egal ist, seine Präsenz zu Hause aber ungleich wichtiger wäre. Und das ist das, was ich glaube: Es gibt einen Typus Mensch, der in dem Status "gefangen" ist.
Also geht es nicht um einige KuK, sondern einen Kollegen?
Wenn diesem in der Abwägung dann der Erhalt des Status quo doch wichtiger ist, dann ist das eben so. Das darf jede:r entscheiden, wie er/sie mag. Man muss dann aber auch die Bereitschaft mitbringen die eingepreisten Nachteile mitzutragen.
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Klar, du hast immer noch die Wahl. Ich erlebe nur an meiner Schule gerade einige Lehrer, die sehr viel an Lebensqualität einbüßen wegen des Privilegs des Beamtentums. Und da sollte man schon mal hinterfragen (dürfen), ob es das wert ist. Alles hat seinen Preis. Oft weiß man nur erst hinterher, ob es den Preis wert war.
Dann korrigiert man das halt hinterher. Niemand zwingt deine KuK dazu verbeamtet zu bleiben, wenn ihnen inzwischen die Nachteile größer erscheinen als die Vorteile.
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Ich soll also wieder vor Gericht ziehen? Wie traurig. Bei "uns" ist es jetzt so, dass KuK, die über 60 Jahre alt sind, ihren Teilzeitwunsch nicht bewilligt bekommen haben. Aus der Lehrermangelsituation heraus. Was machen diese KuK also jetzt? Richtig, sie sind und werden häufiger krank. Super Lösung ist das.
Ich habe keine Bewertung abgegeben, aus der sich herauslesen lassen würde, dass ich die Einschränkung von Teilzeitoptionen, hier vor allem der sogenannten "anlasslosen Teilzeit", gutheißen würde. Das wäre auch schlicht ein Widerspruch zu meiner persönlichen Haltung in der Frage.
Zu dieser Haltung gehört aber auch, dass mir einerseits der Gesamtdeal klar ist, den ich mit der Verbeamtung eingegangen bin, ich also nicht nur mit den Perks vertraut bin, und ich andererseits nicht das geringste Problem damit habe eine Verwaltung, die übers Ziel hinausschießt gerichtlich korrigieren zu lassen. Ja, es ist Mist, wenn so etwas erforderlich ist, weil das Kraft kostet, aber auch nichts, was einen unfassbar viel Kraft kosten muss, wenn man seine Gewerkschaft im Rücken hat und einen guten Fachanwalt für Verwaltungs- oder Arbeitsrecht.
McKinsey zum Vergleich heranzuziehen halte ich dann allerdings für sehr weit weg vom Durchschnitt der deutschen Arbeitgeber. Wenn du aber zu deren sonstigen (kräftezehrenden) Spielregeln tätig werden willst und die Voraussetzungen erfüllst, dann mach das doch einfach. 99,9% der Lehrkräfte sind sicherlich nicht qualifiziert für diese Tätigkeit, so dass das auch in dieser Hinsicht kein relevanter Vergleich ist.
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Eine Nachbarin ist Richterin in NRW - und berichtete mir vor Tagen von Lehrern, die vor dem Verwaltungsgericht klagen, weil ihnen die Reduktion trotz kleiner Kinder aufgrund von Lehrermangel verweigert worden sei.
„Kleine Kinder„ ist ein dehnbarer Begriff. Wie klein sind die Kinder denn tatsächlich, um die es ganz konkret geht?
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Wenn - vielleicht bald - Reduktionen der Stundenzahl aufgrund Elternschaft vielleicht nicht mehr bewilligt werden (kündigt sich ja in NRW an bereits), dann bekommen wir ein echtes Problem.
Das halte ich für ein unhaltbares Gerücht, da das unvereinbar ist mit den Vorgaben zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Zumindest bei Kindern bis 12 Jahren oder auch darüber hinaus bei erwiesenem Betreuungs- bzw. Pflegebedürftigen würde eine anderslautende Regelung ganz sicher von jedem Gericht mit Freuden gekippt werden.
Eine Einschränkung der Teilzeitoptionen für einen bestimmten Zeitraum bedeutet nicht, dass diese komplett gestrichen werden könnten, nur dass weniger Lehrpersonen ein Anrecht darauf haben und auch diejenigen, die weiterhin einen berechtigten Anspruch haben unter Umständen erst einmal dafür kämpfen müssen, selbigen durchzusetzen.
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Gibt es dein potentielles Drittfach für deine Schulform als reguläres Unterrichtsfach in Hessen?
Welche Vorraussetzungen gelten in Hessen im Studium deines Lehramts für dieses Fach? Würdest du diese erfüllen?
Welche Voraussetzungen gelten in Hessen in deiner Schulform aktuell im Ref? Musst du dieses bei drei Studienfächern in drei Fächern leisten oder darfst du lediglich zwei Fächer auswählen, um dennoch für alle drei die Lehrbefähigung zu
Zu beachten ist in jedem Fall, dass die aktuellen Vorgaben fürs Ref in Hessen sich ändern können, bis du im Ref bist. Eine Garantie gibt es also nicht, dass es genauso laufen wird, wie aktuell.
Ich habe so in BW beispielsweise nach Realschullehramt studiert, das Ref konnte ich aber dann nur noch für SEK.I- Schulen machen, was mit beinhaltet hat, dass ich anders als studiert nicht mehr für Fächerverbünde ausgebildet wurde immer, die aktuell in der SEK.I abgeschafft sind in BW. Aktuelle Refis in der SEK.I müssen ihr Ref anders als ich nur noch in zwei Fächern abschließen. Sollten sie wie ich mehr Fächer studiert haben können sie also auswählen, in welchen Fächern sie ihr Ref absolvieren wollen, um dennoch für sämtliche Fächer eine Lehrbefähigung zu erhalten mit bestandenem Ref. Das kann sich aber schnell wieder ändern..
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Mach doch Briefwahl!
Genauer gesagt macht das doch einfach geschlossen als Kollegium, dann entfällt das Problem.
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1.Staatsexamina:
Ja, natürlich sind diese in allen Fächern ausnahmslos anspruchsvoll und erfordern einiges an intensiver Vorbereitung-und Lernzeit. Wenn du das davor aber bereits im Studium gemacht hast, weißt du, wie du das angehen musst, um erfolgreich sein zu können.
2.Schriftbild:
Es wäre mir neu, dass es irgendwo Schreibkurse für angehende Lehrpersonen gibt, die zu krakelig schreiben. Die hätte ich sonst auch gebraucht.

Mir wurde im Ref geraten konsequent auf Schreibschrift zu verzichten bei Tafelbildern, damit diese gut leserlich sind. Das habe ich schon während meiner Schulzeit in der Oberstufe gemacht in Klausuren, damit diese gut leserlich blieben. Versuch das vielleicht mal selbst. Es gibt aber weitere Tricks, um sich zu helfen, wie z. B. ganz simpel PowerPoint - Präsentationen anstelle handschriftlicher Tafelbilder vorzubereiten bzw. im Unterricht Folien entsprechend zu ergänzen basierend auf den Unterrichtsergebnissen.
Die Berufswahl scheitert nicht am Schriftbild, solange du existente Lösungswege umsetzt.
3. Verhaltensauffällige SuS und Wahl der Schulart:
Historisch betrachtet gehören Klagen über die Jugend und deren Zustand ab einem gewissen Alter offenkundig schlicht dazu bei uns Menschen. Das bedeutet mitnichten, dass deshalb alles nur schlechter würde, sehr wohl aber, dass die Art der Herausforderungen sich kontinuierlich wandelt.
So haben sich in den letzten Jahren nachweislich Aufmerksamkeitsspannen verkürzt bei Kindern und Jugendlichen. Viele meiner SuS haben eine auffällig niedrige Frustrationstoleranz. Dafür nimmt der Anteil der SuS zu, die noch erhebliche Schwächen im Verständnis und der Verwendung anderer sprachlicher Register als reiner Jugendsprache haben und mitten im Bildungsspracherwerb sind, obgleich diese in Deutschland geboren und aufgewachsen sind.
Wo beides aufeinander trifft, also niedrige Frustrationstoleranz plus deutliche sprachliche Probleme, kommt es schneller zu körperlichen Auseinandersetzungen. Nicht nur an meiner Schule oder Schulart, sondern an allen Schulen in unserem Schulbezirk nimmt in der Folge die Gewalt unter SuS deutlich zu, genauso wie die Anzahl befristeter oder gar dauerhafter Schulausschlüsse. Das gehört definitiv zu unseren aktuellen Herausforderungen. Bis du einmal Lehrkraft wärst in frühestens 8 Jahren kann es aber schon eine Verschiebung hin zu anderen Baustellen gegeben haben, die bis dahin drängender sind.
Welche Schulart für dich geeignet ist solltest du am besten dadurch herausfinden, dass du vor allem an den Schularten Praktika machst, die du selbst gar nicht besucht hast, also den Sek. 1- Schulen und beruflichen Schulen.
Ein weiterer guter Weg kann sein, nach dem Abitur erst einmal ein FSJ an einer Schule zu machen.
Wir haben seit einigen Jahren jährlich FSJler an der Schule, die darüber ihren Berufswunsch prüfen bzw. validieren. Bis auf eine FSJlerin, die bereits vorher auch noch mit einer alternativen Berufswahl geliebäugelt hatte, welche dann auch von ihr gewählt wurde haben bislang alle am Ende ein Lehramtsstudium aufgenommen für die Sek. I, weil sie sich durch das FSJ einen klaren Eindruck von der Arbeit machen konnten. Auch unser aktueller FSJler will ab Herbst ein Lehramtsstudium aufnehmen.
4. Anzahl der Klassen und Ablauf Ref:
Das Ref besteht aus verschiedenen Bausteinen, die je nach Bundesland dann auch etwas anders organisiert sind. Grundlegend gibt es Ausbildungszeiten am Seminar mit Kursen in Fachdidaktik der studierten Fächer, Pädagogik, sowie in manchen Bundesländern Schul-und Beamtenrecht. Teilweise ist es zusätzlich zu diesen Pflichtmodulen möglich eigene Wahlbausteine zu ergänzen, wie beispielsweise eine Ausbildung in bilingualem Unterricht.
Das macht im zeitlichen Gesamtumfang etwa einen Tag bis 1,5 Tage in der Woche aus. Je nach Bundesland musst du dann wahlweise von Beginn an eine gewisse Stundenzahl begleitet unterrichten (Mentor:in sitzt hinten drinnen) und den Rest der Zeit hospitieren, sprich selbst hinten im Unterricht sitzen oder fängst erst einmal mit reinen Hospitationen an, ehe du schrittweise mehr Stunden hältst, bis hin zur Maximalstundenzahl im Ref, die je nach Bundesland ebenfalls verschieden ist.
Die Anzahl der Klassen, die man dabei unterrichtet ist nicht limitiert, nur die Deputatsstundenzahl (wieviele Stunden man pro Woche unterrichten muss) vorgegeben. Es gibt aber je nach Bundesland durchaus Vorgaben dazu, ob man im Ref bereits Klassenlehrkraft werden sollte.
5. Umgangston und Pädagogik
Wenn ein freundlicher Umgangston im Umgang mit Mitmenschen etwas wäre, was du erst erlernen müsstest, dann bitte sieh von dieser Berufswahl ab.
Natürlich kann man sich das gezielt aneignen, wenn es aber keine generelle Grundhaltung im zwischenmenschlichen Umgang ist, wird es dir mutmaßlich im Alltagsstress eher schwer fallen das beizubehalten, was fatal werden kann im Hinblick auf die erforderliche Beziehungsarbeit, die in allen Schularten die Basis unserer pädagogischen Arbeit darstellt.
Welcher Stil dann einerseits zu dir passt, andererseits aber erforderlich ist in der jeweiligen Klasse ist etwas, was du schrittweise für dich herausfinden wirst. In jeder Klasse musst letztlich du aber die Kontrolle haben, da du die Verantwortung hast. Wie genau sich diese Kontrolle dann aber äußert ist sowohl typabhängig, als auch von der jeweiligen Klasse abhängig.
Ich persönlich bin grundsätzlich sehr freundlich und wertschätzend im Umgang mit meinen SuS. Ich ziehe aber auch sehr klare Grenzen, wo erforderlich und bin definitiv nicht die Freundin meiner SuS, sehr wohl aber jemand, dem gegenüber sie sich anvertrauen bei Sorgen und Nöten. In manchen Klassen halte ich die Zügel sehr straff, weil das in diesen erforderlich ist, andere haben dagegen viel Spielraum, weil sie damit bereits verantwortungsbewusst umzugehen gelernt haben.
Ein abwechslungsreiches Repertoire im eigenen pädagogischen Handeln hilft, um verschiedenen Klassen bzw. SuS gerecht werden und erfolgreich mit diesen arbeiten zu können. Die Mischung macht es also.
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Ich nehme an, WuR ist euer Wirtschaftsunterricht (Wirtschaft und Recht?). Ich bin selbst Wirtschftslehrerin und es hilft mir definitiv im Unterricht, dass ich einerseits bereits als Schülerin, sowie im Studium in den Ferien immer gearbeitet habe und so in zahlreiche Ausbildungberufe ein Stück weit reinschnuppern konnte. In meinem Bundesland war darüber hinaus Voraussetzung für das Ref im Bereich Wirtschaft mindestens 3 Monate Vollzeit in Ausbildungsbetrieben ein Praktikum bzw. Praktika absolviert zu haben oder alternativ einschlägige Arbeitserfahrung anderweitig nachzuweisen. In meinem Fall war das meine Berufstätigkeit, da das Lehramtsstudium mein berufsbegleitendes Zweitstudium war. Nicht nur Schule-Uni-Schule zu kennen hilft meines Erachtens generell, ist gerade im Hinblick auf die in unserem Fachbereich üblicherweise hauptsächlich verankerte Berufsorientierung aber für Wirtschaftslehrpersonen unerlässlich.
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