Beiträge von CDL

    Ich nehme an @dominik89 du willst mit deinen Aussagen über gesellschaftlich bedeutsame Berufe letztlich auf die Systemrelevanz von Bildungsberufen abstellen.

    Wie schwierig diese Begrifflichkeit sein kann und daraus ggf. abgeleitete Konsequenzen für verschiedene Berufsgruppen, aber eben letztendlich auch für uns als Gesamtgesellschaft sind hat man denke ich recht gut während der Pandemie und in deren Folge gesehen. Umso wichtiger ist es meines Erachtens, sehr vorsichtig mit dem Begriff bzw. dem was darin steckt zu argumentieren. Auch nicht direkt systemrelevante Berufsgruppen sind schließlich einerseits für unsere gesamtwirtschaftliche Entwicklung oftmals hochrelevant, als auch individuell, sei es zur Erwirtschaftung des eigenen Lebensunterhaltes oder auch für unser aller Wohlbefinden, weil wir uns schlichtweg daran gewöhnt haben bestimmte Dienstleistungen nutzen zu können, die entsprechende Berufsgruppen erbringen.

    Hilf mir weiter: Wie erfahre ich das Geschlecht der Forumsmitglieder? Im Profil von CBL steht "Lehramtsstatus: Lehrer". Das klang für mich nach "Mann". Offenbar liege ich falsch, wenn ich deine Nachricht richtig deute? Ist mir das vorzuwerfen?

    Das geht nur über nachfragen oder alte Beiträge lesen, da der Lehramtsstatus eine generell ungegenderte Angabe ist, den man lediglich aus einer Liste auswählen kann. Ist also völlig ok, dass du er/ sie geschrieben hast. Tatsächlich bin ich aber eine Frau. :)

    Fortbildungen gibt es natürlich schon. Aber keine kostenlosen über das Päd. Landesinstitut :)

    Dann klär mit deiner Schule ab, ob es nicht möglich ist, dass eine: r aus der betroffenen Fachschaft eine der Fortbildungen absolvieren und im Anschluss die Fachschaft fortbilden kann, damit ihr alle nicht so rudern müsst mit dem neuen Ausbildungsgang. Es gibt auch ein gewisses Budget für solche kostenpflichtigen Fortbildungen an den Schulen und sei es einfach durch Umschichten von Geldern.

    Arbeite auf jeden Fall auch intensiv mit deinen KuK, die parallel in dem Ausbildungsgang unterrichten zusammen, um Materialien auszutauschen, Ideen, Probleme zu besprechen. Wenn es an deiner Schule außer dir niemanden geben sollte wäre das ein wichtiges Argument dafür, dass du die Fortbildung machen können solltest, damit ihr als Schule vorankommen könnt. Versuch in dem Fall Ansprechpartner an anderen BBSen zu finden, die den Ausbildungsgang ebenfalls unterrichten.

    Was würde dir ergänzend zu den guten Hinweisen von FreifrauvomWalde noch helfen, damit du besser vorankommen würdest bei der Planung? Kannst du dich mit anderen Anwärter: innen an deiner Schule auch inhaltlich zu deinen Fächern austauschen und vielleicht einfach mal Planungsideen durchsprechen bzw. kurz besprechen, ob Ziele und Methoden zusammenpassen?

    Ehe du weiter über einen Abbruch nachdenkst solltest du, wie von Quittengelee bereits angesprochen, unbedingt erst einmal Beratung in Anspruch nehmen. Also such mit deinen Mentoren oder auch deinem Seminar nicht erst dann das Gespräch, wenn das Kind bereits komplett in de. Brunnen gefallen ist, sondern jetzt, um erforderliche Hilfe zu erhalten, damit du erfolgreich die Ausbildung abschließen kannst hoffentlich.

    Gut, dann sehen wir das wirklich anders. Für mich macht es eben schon einen Unterschied, was ich mit meiner Arbeit "bewirke". Natürlich gibt es unzählige andere Berufsgruppen, die gesellschaftlich eine ähnliche (oder grössere) Bedeutung haben, auch wenn sie zum Teil gar nicht so sichtbar sind. Aber es gibt eben auch viele Berufsgruppen, die tatsächlich wegzudenken sind und gesellschaftlich kein grosser Schaden entstehten würde. Ich habe selbst in ein paar davon gearbeitet.

    Ob ein Job herausfordernd ist oder nicht, steht dabei auf einem ganz anderen Blatt. Es mag ja wirklich herausfordernd sein, den nächsten 500 PS Verbrennermotor für den nächstgrösseren SUV zu entwickeln. Aber man darf ja durchaus behaupten, dass das aus gesellschaftlicher Sicht verschmerzbar wäre (oder sogar zu begrüssen wäre), wenn eben nur der kleinere 300 PS Motor zur Wahl stünde. Klar hat das immer einen wirtschaftlichen Rattenschwanz, aber mein Punkt dürfte einleuchen.

    Mir persönlich ist es auch sehr wichtig, was ich mit meiner Arbeit bewirke. Das führt für mich dann am Ende persönlich absolut logisch in die Bildungsarbeit. Für zahlreiche Angehörige anderer Berufsgruppen führt genau dasselbe Ziel- „etwas bewirken wollen“- aus völlig anderen, ebenso legitimen, wie nachvollziehbaren Gründen aber eben in deren Berufe. Wenn ich mich da nur in meiner eigenen Familie umschaue, wo es neben zahlreichen Lehrern noch Ärzte, Schauspieler, Musiker, Instrumentenbauer, Pädagogen, Feuerwehrleute, Polizisten, Psychologen, Solaranlagenentwickler, Nebenerwerbslandwirte, Illustratoren, etc. gibt, die allesamt etwas bewirken wollen mit ihren Berufen, was über sie selbst hinausreicht, dann scheint mir das ein zentrales Motiv des Arbeitslebens für eine Vielzahl von Menschen und Berufsbildern zu sein. Wie gesagt: Wir sind als Berufsgruppe erheblich weniger speziell und anders, als wir manchmal selbst meinen.

    So oder so sind wir einer Meinung. Ich wehre mich nur gegen Aussagen, dass das ein Job wie jeder andere wäre und man damit vor allem seine Brötchen zu verdienen hat. Aber das würdest du ja zum Glück nicht unterschreiben.

    Das würde ich aber deshalb nicht unterschreiben, weil kein Job wie jeder andere ist und es in den meisten Jobs Herausforderungen geben dürfte, die ich als Außenstehende nicht direkt erkenne bzw. richtig einzuschätzen vermag.

    Wir sind nicht soooo schrecklich speziell als Berufsgruppe, wie wir manchmal meinen, sondern verdienen nun einmal zuallererst einfach nur unsere Brötchen mit dieser Arbeit, die wir deshalb aber ja nicht zwangsläufig weniger motiviert, begeistert oder auch engagiert ausüben.

    CDL und co: Wenn mich jemand an eine unpassende Schulform langfristig abordnet, dann bin ich weg. Da interessiere ich mich aber sowas von nicht für Mentalitätsunterschiede. Daran gewöhnt man sich.

    Das ist völlig ok, hat aber halt nichts mit deinen generalisierenden Aussagen über Baden- Württemberger, Schweizer und deren von dir angenommene kulturelle Nähe zu tun, sondern nur mir dir selbst. Insofern ist es einfach sinnvoller, dass du diese Aussage allein auf dich selbst beziehst.

    Ich persönlich würde auch eher in der Schweiz arbeiten als in NRW, obgleich meine Schwester in NRW lebt und es sehr gerne gesehen hätte, wenn ich nach dem Ref dorthin gezogen wäre, weil ich oft genug in der Schweiz war in meinemLeben (

    dort auch entfernte Familie habe), um zu wissen, dass ich mich dort wohl fühlen könnte. NRW finde ich ok für Familienbesuche, als Lehrerin möchte ich dort aber lieber nicht arbeiten und auch zum Wohnen wäre es mir langfristig gesehen schlichtweg viel zu flach.

    Kann man nicht für den Beruf brennen und gleichzeitig Profi sein?

    Ich würde mir das für die Kinder in Deutschland und der Schweiz wünschen, dass sie von Lehrpersonen unterrichtet werden, die eine gewisse Begeisterung für ihren Job ausstrahlen. Denn bekanntlich ist Begeisterung ansteckend und kann dafür sorgen, dass sich Kinder für etwas öffnen, für das sie eigentlich nicht intrinsisch motiviert sind. Natürlich kann das nicht jede Lehrperson in allen Lebensphasen bieten und das erst recht nicht von früh bis spät. Aber wäre doch schön, wenn das das Ziel wäre?

    Begeisterung und für den Beruf zu Bremen Brennen sind aber nun einmal nicht dasselbe. Das eine ist eine anzustrebende Grundhaltung, die definitiv wichtig ist in unserem Beruf, da unsere Begeisterung wie von dir geschrieben ausstrahlen kann auf unsere SuS. Das andere ist dagegen eine gesundheitsschädliche Einstellung, bei der es gerade nicht mehr nur um normale Begeisterung geht, sondern darum eigene Grenzen nicht mehr ausreichend zu beachten.

    Würdest du mir zustimmen, dass man deine Beschreibungen für den Raum BW mit dem Fokus Primarschule auf folgende zwei Aussagen verkürzen könnte?

    1) Wenn man sich nach dem Studium/Ref gründlich informiert und ein bisschen räumlich flexibel ist, hat man aufgrund der verschiedenen Verfahren gute Chancen, einen Platz in einer Schule zu bekommen, die zu den eigenen Vorstellungen passt.

    Zumindest jenseits der Gymnasien, wo das aktuell nur für Mangelfächer gilt: Volle Zustimmung.

    2) Wenn sich später die Lebenssituation nochmal ändert (oder man mit der Schule unzufrieden ist), kommt es auf eine Reihe von Faktoren, sodass es in vielen Fällen durchaus schwer bis unmöglich sein könnte, seine bisherige Schule zu verlassen. Wenn man bereit wäre, den Beamtenstatus aufzugeben, würde man allerdings wieder eine recht grosse Flexibilität gewinnen. (Die Beförderungsstelle klammere ich jetzt einmal aus, weil ich damit leider nichts anfangen kann)

    Teilweise korrekt, ja. Vor allem das Ausklammern von Beförderungsstellen macht es dabei nur teilweise korrekt, da diese ein durchaus wesentliches Element sind, um Versetzungen erzwingen zu können bei entsprechender Eignung für passende Stellen (z.B. Schulleitungs- und Stellvertretungsstellen).

    Wenn diese zwei verkürzten Aussagen etwa stimmen, dann werden wahrscheinlich die meisten Lehrpersonen zu Beginn ihrer Karriere recht verlässlich eine für sich passende Stelle finden und wenig Anreize haben, sich ausserhalb des eigenen Bundeslandes (oder gar in der Schweiz) umzusehen.

    Und wenn sich später die Umstände ändern sollten und man wirklich froh wäre, wenn das System nicht so starr wäre, sind natürlich nur noch die wenigsten Lehrpersonen bereit, weiter weg zu ziehen, weil oftmals schon das soziale Umfeld (inkl. Familie) eine immer grössere Rolle spielt.

    Da müsste man also schon sehr unzufrieden sein mit seiner aktuellen Schule, gleichzeitig nicht bereit sein, die Gehaltseinbussen im Angestelltenverhältnis zu "schlucken" und auch noch örtlich recht ungebunden sein, damit die Schweiz zu einer attraktiven Alternative wird.

    Würdest du dem zustimmen?

    Diesen Schlussfolgerungen würde ich voll zustimmen.

    Noch ein Nachtrag zur Abordnung: Wie wird das denn nun in deinem Bundesland gehandhabt?

    Hier in BW gibt es momentan vor allem Abordnungen in Schularten mit erheblichem Lehrkräftemangel wie beispielsweise in der Sekundarstufe 1, wo ich tätig bin. Offiziell überversorgte Standorte (abnehmende Anmeldezahlen, deshalb im Vergleich mit vielen deren Schulen „zu gute“ Versorgung mit Lehrkräften auf dem Papier) müssen dann für ein Schuljahr eine bestimmte Anzahl an Stunden oder gar kompletten Deputaten an andere Schulen abgeben. Wir hatten so beispielsweise zwei Jahre in Folge mehrere Vollzeitkräfte von einer Schule aus der Region, die ein Schuljahr lang komplett bei uns waren.

    Das übliche Verfahren sieht dabei vor, dass erst einmal Lehrkräfte sich freiwillig melden können für so eine Abordnung. Alle, die zu uns bislang abgeordnet wurden haben sich dafür freiwillig gemeldet gehabt. Reicht das noch nicht aus, um die erforderlichen Stunden/Fächer zu füllen, dann spricht die Schulleitung gezielt Lehrkräfte an. Der Personalrat muss dabei immer mit einbezogen und angehört werden. Teilweise ist die Einwilligung in eine befristete Abordnung dabei für Lehrkräfte auch ein Weg eine Versetzung in eine Wunschregion zu ermöglichen oder die Zeit zu überbrücken, bis diese möglich ist. Ein Kollege aus dem Förderschulbereich, der ein Jahr bei uns war hat über diese befristet Abordnung ganz bewusst und gezielt die Zeit überbrückt, bis er eine frei werdende Stelle in seiner Heimatstadt an seiner Wunschschule ergattern konnte.

    Wo würdest du denn persönlich die Grenze ziehen? Soll der Staat Gymi-Lehrer auch in den Kindergarten schicken können? (In der Schweiz gehört der Kindergarten ganz offiziell zum Schulsystem, deshalb finde ich diese überspitze Frage gar nicht so abwegig).

    Ich bin de fakto nicht ausgebildet für den Kindergartenbereich. Das ist finde ich generell ein wichtiger Punkt, der gegen solche Kreuz- und Querversetzungen spricht. Kinder haben schließlich ein Anrecht auf gute Bildung, durch entsprechend ausgebildetes Fachpersonal. Die Strukturierung der Ausbildungs- und Studiengänge, die uns auf bestimmte Altersgruppen festlegt ist insofern durchaus als limitierende Bedingung zu erachten, welche zumindest im Regelfall auch greifen muss.

    Dieser Regelfall wird aber ausgehebelt in echten Notlagen. Wenn ich beispielsweise an den Krieg in der Ukraine denke, dann wäre es mir als Lehrerin dort aktuell mutmaßlich im Zweifelsfall völlig schnuppe, für welche Altersgruppen ich mal ausgebildet wurde, sondern ich würde einfach nur versuchen im Rahmen meiner Möglichkeiten meinen Beruf auszuüben um für Kinder aller Altersgruppen ein klein wenig Normalität dadurch mit zu schaffen.

    Ob eine durch die Einstellungs- und Studienplatzpolitik der Länder selbst geschaffene Mangellage bei den verfügbaren Lehrkräften bereits eine derartige Notlage darstellt, darüber lässt sich dann sicherlich vortrefflich streiten. Cleverer im Hinblick auf die Wahrung der Arbeitsmotivation betroffener Lehrkräfte scheint mir allerdings die aktuell noch in vielen Fächern gegebene Überversorgung im Gymnasialbereich durch gezielte Umlenkung in Mangelfachlehrämter zu steuern. Zumindest soweit wir Beamtinnen und Beamte sind müssen wir aber im Zweifelsfall auch eine Abordnung an eine ungewünschte Schulart hinnehmen, wenn die entsprechenden Verfahrensregeln für Abordnungen dabei eingehalten wurden. Eine Abordnung an Kindergärten wird es dagegen nicht geben hier in Deutschland, da diese entweder privat geführt werden, kirchlich oder kommunal, nicht aber von den Bundesländern, die abgesehen von München, wo es auch kommunale Schulen gibt, für die öffentlichen Schulen vollständig zuständig sind.

    An für sich eine gute Idee, ja. Beim Schreiben der Email an meine Fachleitung überkam mich aber ein Gefühl, dass besser doch nicht. Ich glaube, es kommt leider nicht gut.

    Warum denkst du das? Gibt es dafür echte Anhaltspunkte oder sind das doch eher nur deine Ängste? Gerade wenn du die einzige mit Englisch bist in deinem Kurs ist deinem Seminar schließlich klar, dass du genau genommen mehr Austausch benötigen würdest mit anderen Refis als dir das aktuell möglich ist.

    Wenn du allerdings Religion auf Lehramt studieren möchtest dann mache dir bitte bewusst, dass du deinen Glauben im Studium verlieren wirst.

    Also weil das bei dir so gelaufen ist, meinst du, das wäre bei sämtlichen Lehrkräften, die Theologie studieren der Fall?

    Das halte ich für eine Fehlannahme deinerseits, zumindest ist mir bislang noch keine einzige Religionslehrkraft- gleich ob katholisch, evangelisch oder muslimisch- begegnet, die als Folge ihres Studiums ihren Glauben verloren hätte. Ganz so repräsentativ, wie von dir vermutet, sind deine diesbezüglichen Studienerfahrungen also sicherlich nicht.

    Vielleicht kann dein Seminar dir dabei behilflich sein, dich in Kontakt zu bringen mit Englisch- Lehrkräften aus den letzten beiden Ausbildungskursen, die insofern auch eure Ausbildungsvorgaben kennen. Das wäre zumindest an meinem Seminar ein guter Weg gewesen.

    Da stimme ich dir zu 100% zu! Ich weiss ja nicht welches Ausmass diese Abordnungen annehmen, aber es wird ja hoffentlich niemand auf den Gedanken kommen, eine Gymi-Lehrperson in die Grundschule zu versetzen. (wird sowas gemacht?)

    Schliesslich ist in der Primarschule nichts wichtiger, als für die Arbeit mit den kleinen Knirpsen zu brennen.

    Wahrscheinlich meinst du aber "nur" eine Abordnung zwischen den verschiedenen Sek1 Schulformen (Gymi, Realschule, Mittelschulen etc). Auch das scheint mir aber schon sehr gewagt, weil das ja ein richtiger Motivationskiller sein könnte.

    Erst Fakten abklären, dann urteilen. Danke.

    CDL wenn ich lese, dass in BW das Listenverfahren die Regel ist, dann bevorzuge ich doch stark das NRW-System. Hier ist schulscharf die Regel und Liste die absolute Ausnahme. Wenn man bereits in BW lebt, sehe ich den Schritt in die Schweiz da auch für heimatverbundene Lehrkräfte als nicht allzu groß an.

    Ich selbst würde, bei einer Abordnung an einer Grundschule auch über den Wechsel in die Schweiz nachdenken. So etwas (Abordnungen an völlig unpassende Schulformen) muss man sich dort nämlich in der Tat nicht geben.

    Niemand muss sich in BW über das Listenverfahren bewerben. Wer will kann sich ausschließlich schulscharf bewerben, da die verschiedenen Bewerbungsverfahren sich zwar ergänzen aber jeweils eigenständige Verfahren sind.

    Den Schritt in die Schweiz gehen einige vor allem aus Südwürttemberg, weil sie damit dennoch nahe an Zuhause arbeiten können. Aus Nordwürttemberg ist das im Vergleich seltener der Fall, vor allem in Schularten, in denen man landesweit händeringend gesucht wird, wie eben als Primarlehrkraft, SEK.I- Lehrkraft, Förderschullehrkaft, Berufsschullehrkraft und zunehmend auch immer mehr Fächer und Regionen für gymnasiales Lehramt.

    Vielleicht solltest du erst einmal alle relevanten Fakten einholen, ehe du ein Bewerbungsverfahren beurteilst, dass du offensichtlich nicht vollständig erfasst hast oder auch beurteilst, wie es sich generell anfühlen könnten der Schweiz zu leben und zu arbeiten als Baden- Württemberger. Ich darf dir versichern, dass die Unterschiede vor allem zwischen Nordwürttembergern und Schweizern erheblicher sind, als von dir vermutet. Im grenznahen Raum sieht das natürlich anders aus, weil man dort seit Jahrhunderten eine andere Art von Kontakt hat miteinander, sich teilweise auch kulturell gemeinsam entwickelt hat und je nach Wohnort das Überqueren der Grenze sowieso fester Teil der Alltagswege ist, so dass die Grenze mehr und mehr zu einer fiktiven Größe wird.

    Noch eine Nachfrage: Was passiert, wenn man leider keine Zusage von den schulscharfen Bewerbungen erhält? Kann man dann einfach ein Semester / ein Jahr als angestellte Lehrperson überbrücken und es dann beim nächsten Durchlauf nochmal versuchen? Oder muss man dann einfach den angebotenen Platz aus dem Listenverfahren annehmen?

    Und falls die schulscharfe Bewerbung erfolgreich war: Wie gut kann man dann später noch wechseln, wenn sich die Schule doch anders herausstellt, als man sich das vorgestellt hatte?

    Wenn man am Ende keinerlei Zusagen aus den schulscharfen Bewerbungen erhält kann man wahlweise:

    - einen angeboten Platz aus dem Listenverfahren annehmen oder auch ablehnen (vorausgesetzt, man bekommt über das Listenverfahren überhaupt einen Platz angeboten; bei Primarlehramt wird man allerdings nur dann keinen Platz angeboten bekommen, wenn man sich festgelegt hat auf komplett überversorgte Bereiche in BW wie Freiburg oder Heidelberg, für Gymnasiallehrkräfte sieht das aktuell noch deutlich anders aus)

    - sich im Nachrückverfahren noch einmal bewerben für spät ausgeschriebene, schulscharfe Stellen, die man dann ebenfalls annehmen oder ablehnen kann, so man diese erhält

    - eine beliebige Zeit als KV- Lehrkraft (KV= Krankheitsvertretung) überbrücken, ehe man sich z.B. in der nächsten

    Ausschreibungsrunde- ein Jahr später- erneut in einem der Bewerbungsverfahren oder auch allen (schulscharf, Listenverfahren, Sonderverfahren ländlicher Raum, Sonderverfahren besondere Zusatzqualifikationen, Sonderverfahren für schwerbehinderte Lehrkräfte, Nachrückverfahren aller Art) bewirbt

    Niemand muss einen angebotenen Platz annehmen. Die Bewerbung stellt noch keine Einwilligung in einen Arbeitsvertrag dar, schließlich können sich Lebensumstände verändern in den Monaten zwischen Bewerbung und der Zusage seitens eines RPs für eine Stelle. Bei mir hat so eine Veränderung dazu geführt, dass ich sämtliche schulscharfe Stellen, die mir zugesagt wurden ablehnen musste, weil diese bestimmte Rahmenbedingungen nicht erfüllt haben, die unerwartet zentral geworden waren.

    Wechseln kann je nach Schule, Schulart, Fächern, persönlichen Lebensumständen eher einfacher sein oder auch quasi unmöglich, wenn man nicht bereit ist zu kündigen/den Beamtenstatus aufzugeben und sich im Angestelltenverhältnis komplett neu zu bewerben oder aber sich auf eine Beförderungsstelle erfolgreich bewirbt am neuen Wunschort. Als Primar- Sek.I- Lehrkraft an einer Schule des ländlichen Raums kann es schnell quasi unmöglich werden zu wechseln. Auch als Mangelfachlehrkraft gleich welcher Schulart kann es ohne schwerwiegende Gründe (z.B. Pflege naher Angehöriger inkl. eigener Kleinkinder oder gesundheitliche Gründe) ohne Tauschpartner unmöglich werden zu wechseln je nach tatsächlicher Versorgung der eigenen Schule in diesem Fach. Das sind insofern Faktoren, die man bei der Annahme einer Stelle mit bedenken sollte.

    Wer beispielsweise im Schwarzwald irgendwo eine Stelle im ländlichen Raum annimmt, weil Freiburg nicht geklappt hat, um in der Stadt wohnen und pendeln zu können in der Hoffnung auf einen späteren Wechsel nach Freiburg oder in den Freiburger Speckgürtel wird eher früher als später feststellen, dass das nicht einfach funktionieren wird.

    Dafür bekommt man aber eine verdammt sichere Stelle im öffentlichen Dienst und profitiert vor allem als Beamter/Beamtin von deutlich höheren Nettobezügen, weil bestimmte Sozialabgaben entfallen für Beamte.

    In meinem Bekanntenkreis in Bayern und Baden-Württemberg wurde einfach damals mit einer solchen Präferenzenliste gearbeitet.

    Es gibt in BW schon seit vielen Jahren neben dem von dir vermutlich gemeinten Listenverfahren auch die Möglichkeit sich schulscharf zu bewerben. Wenn man am Ende von einer oder mehreren Schulen, bei denen man sich schulscharf beworben hat eine Zusage erhält, kann man entscheiden, ob man die Stelle antreten möchte oder nicht bzw. auch auswählen zwischen allen Zusagen für schulscharfe Bewerbungen.

    Bei uns am Seminar wurde ganz deutlich empfohlen, sich nicht nur über das Listenverfahren zu bewerben, sondern auch schulscharf, damit man im Idealfall die Schule an der man landet selbst auswählen kann, statt lediglich regionale Präferenzen angeben zu können.

    Ich weiß nicht, wann die Freunde, von denen du schreibst sich in BW beworben haben, wenn das aber nicht mindestens ein Jahrzehnt her ist, dann haben diese sich einfach nur über das Listenverfahren beworben und die Möglichkeit der schulscharfen Bewerbungen halt nicht nutzen wollen (vielleicht notenbedingt, weil sie sich keine Chancen ausgerechnet haben, vielleicht auch nur, um sich den Stress eines Bewerbungsgesprächs sparen zu können).

    Wenn du etwas über das Primarsystem der Schweiz erzählen möchtest, dann mach das doch einfach. Auch wenn es aktuell unter den Mitschreibenden niemanden gibt, der/die danach gefragt hätte, ist das möglicherweise für stille Mitleser:innen relevant oder kann sonst künftig auch über die Forensuche gefunden werden bei Bedarf und Interesse.

    Alternativ könntest du einfach Teil des Forums werden und bei künftigen Fragen zur Schweiz mit ein möglicher Ansprechpartner sein, um diesen Thread dann vielleicht dazu zu nutzen das eine oder andere Missverständnis deinerseits über die Schulsysteme der 16 Bundesländer zu beseitigen.

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