Beiträge von CDL

    Liebe CDL, ich bewundere deine Ruhe und Geduld und deine Bereitschaft, noch so sachlich zu antworten!

    Ich bin halt Gesellschaftswissenschaftlerin durch und durch und dazu noch SEK.I- Lehrkraft und Sprachlehrkraft mit einem großen Herz für inklusiv beschulte SuS. Da gehört es dazu, gaaaaanz geduldig an den rhetorischen Kompetenzen der SuS zu feilen, damit diese sich verständlich artikulieren lernen und ihre individuellen Meinungen argumentativ nicht nur verständlich, sondern eben auch mit angemessenen Argumenten zu untermauern lernen. ^^

    Das Fachstudium haben einige im Ausland gemacht aber nicht ein einziger hat ein aus dem Ausland anerkanntes Lehrdiplom.

    Anders formuliert: Die mussten halt nacharbeiten in der Schweiz, um ein Lehrdiplom- sprich die Entsprechung der deutschen Lehrbefähigung, die man hier nach dem Ref oder einer vergleichbaren Seiteneinstiegsausbildung wie OBAS erhält- zu erlangend habend und nicht einfach hinterhergeworfen bekommen, nur weil sie da waren und „hier“ geschrieen haben im rechten Moment. Surprise surprise.

    Ich nehme mit, dass hier vor allem Leute sitzen, die in öffentlichen Schulen arbeiten, aber im Forum Beiträge mit "Haha" kommentieren und Gedanken über die Probleme der Lehrerausbildung als persönliche Probleme deuten wollen.

    Das ist eine reichlich simplifizierende Interpretation, die sich nicht deckt mit dem, was du an Antworten erhalten hast zu den vielfältigen Wegen in den Schuldienst, die alleine in diesem Forum vertreten sind oder auch den zahlreichen kritischen Debatten zur Lehrerausbildung, die wir hier im Forum schon hatten, passt aber bedauerlicherweise recht gut zu den bereits von dir geäußerten Haltungen, die du gegenüber Lehrkräften an öffentlichen Schulen zu haben scheinst.

    Diskutiert wurden und werden konstant von dir geäußerte Aussagen. Dass dabei nicht nur der Teil diskutiert wird, den du gerne diskutiert sehen würdest, sondern dir auch weitere Bestandteile deiner Beiträge kritisch gespiegelt werden liegt in der Natur der Sache so einer Forumsdebatte, aber eben auch generell einer Debatte unter rhetorisch und didaktisch geschulten Erwachsenen, die sich anders als SuS im Unterricht als nicht einfach in der von dir gewünschten Weise in einer Diskussion in die von dir gewünschte Richtung steuern lassen, damit genau die Fragen diskutiert werden, die du intendiert hattest. Wenn du das vermeiden möchtest liegt es nun einmal an dir, dich so unmissverständlich, ausführlich und klar zu artikulieren, dass zumindest schon einmal Fehlinterpretationen deiner Aussagen höchst unwahrscheinlich sind. Von jemandem mit 25 Jahren Unterrichtserfahrung als Lehrkraft, zwei abgeschlossenen Studien und einer Promotion erwarte ich diese Art Klarheit und Prägnanz.

    Alles Schweizer?

    Warum ist das denn wichtig? Wichtig ist doch nur, dass gleich wer in welchem Land als Lehrkraft tätig sein möchte, die Bedingungen genau dieses Landes für den Zugang in den Schuldienst erfüllen muss. Auch in der Schweiz gibt es Vorgaben, die zu erfüllen sind und die über ein reines Fachstudium hinausgehen, wie hier schon wiederholt u.a.von Antimon dargestellt wurde. Umgekehrt gibt es auch in Deutschland zahlreiche KuK, die aus dem inner- und außereuropäischen Ausland stammen, dort teilweise auch studiert haben oder gar bereits als Lehrkraft tätig waren und die dann eben nacherfüllen müssen, was ihnen fehlt, um als Lehrkraft in Deutschland tätig zu sein. Allein in diesem Schuljahr sind in meinem Kollegium auf diesem Weg zwei KuK ausländischer Herkunft, mit Studium im außereuropäischen Ausland dazugekommen. Insgesamt hat an meiner Schule rund ein Drittel der KuK zumindest einen Migrationshintergrund oder ist ausländischer Herkunft, ein weiterer, nicht unerheblicher Anteil (grob überschlagen dürfte das 10-15% des Kollegiums betreffen) hat ursprünglich kein grundständiges Lehramtsstudium absolviert, sondern ist zunächst als Fachlehrkraft an die Schule gekommen, wobei einige ein Lehramtsstudium dann noch nachgelegt haben oder auch aktuell nachlegen berufsbegleitend.

    Ist das ein besonderes Glück? Ich bin doch kein Schüler, der Bücher hin und her schleppt? Selbstverständlich habe ich alle Exemplare zuhause und in der Schule und keines davon selbst bezahlt.

    Ja, das ist- wie dieses Forum schon häufiger aufgezeigt hat- ein besonderes Glück, weil längst nicht alle Schulträger die Schulen mit ausreichend Geld ausstatten, damit Lehrkräfte überhaupt freie Exemplare der genutzten Lehrwerke mit nachhause nehmen könnten.

    Ich habe auch unsere Lehrwerke als geliehenes Exemplar von der Schule zuhause, kann zusätzlich in der Schule zumindest auf ein Fachschaftsexemplar in der Lehrerbibliothek zurückgreifen. Einen kompletten zweiten Satz an Büchern sämtlicher Lehrwerke für sämtliche KuK zur Nutzung in der Schule gibt es bei uns aber auch nicht. Dafür waren zumindest in den letzten Jahren die Gelder schlichtweg zu knapp, die wir für die Beschaffung von Büchern zur Verfügung gestellt bekommen haben.

    Ich habe nie behauptet, dass kein 18 jähriger das nicht verstünde.

    Ich glaube dir, dass du das nicht behaupten wolltest, deine Beiträge lesen sich aber nicht nur für mich anders. Deshalb erneut der Hinweis meinerseits, dass es teilweise schwierig bis unmöglich ist nachzuvollziehen, was du meinst, weil du zu elliptisch schreibst an vielen Stellen. Stell dir das hier ein bisserl vor, wie wenn unsere SuS eine KA schreiben und sich die relevanten Aspekte nur denken, die nötig wären, um ihren Gedankengang korrekt einzuordnen, weil sie davon ausgehen, dass die Lehrkraft ja eh wüsste, was sie meinten und nicht verstehen, dass sie ihre Punkte nicht für das erhalten, was sie sich nur denken, sondern für das, was tatsächlich auf dem Papier landet. Wir sind nicht in deinem Kopf, also musst du so klar schreiben, was du meinst, dass Außenstehende dich eindeutig und unmissverständlich verstehen können. Bislang klappt das in deinen Beiträgen in diesem Forum so semi- gut.

    Es gibt in keiner Konstellation eine Obergrenze. Ist die Nebentätigkeit im öffentlichen Dienst, dann muss man den Verdienst teilweise abführen. Nicht öffentlicher Dienst = Sky is the Limit. Nur die Arbeitszeit muss eingehalten

    Das ist falsch, es gibt keine Verdienstobergrenze für Veröffentlichungen als Autor.

    Die immer wieder kolportierte Verdienstobergrenze bezieht sich auf beauftragte Tätigkeiten im öffentlichen Dienst.

    (Es gibt eine Reihe an KuK, die recht erfolgreiche Bücher geschrieben haben, natürlich dürfen die die Autorenhonorare behalten, Beamte sind keine Leibeigene.)

    Ich muss mich entschuldigen für meine für den konkreten Fall falsche Antwort gestern zur Einkommensgrenze (nicht zur Anzeigepflicht). Nachdem mein Schulrechtler keine Zeit hatte, habe ich schnell nebenbei selbst in der Landesnebentätigkeitsverordnung BW nachgelesen und dabei dann völlig aus dem Blick verloren, dass es im konkreten Fall einerseits um eine Art Autorentätigkeit geht und andererseits keine Einkünfte aus einer Nebentätigkeit im öffentlichen Dienst erzielt werden.

    Mea culpa und danke Möbius und s3g4 für eure direkten Hinweise.🙏

    Hier können wir darüber diskutieren, ob der deutsche Weg der Lehrerausbildung alternativlos und zielführend ist.

    Jeder 18-jährige versteht:

    Studium --> Ref --> Festanstellung lebenslang an öffentlichen Schulen für gutes Geld.

    Es gibt keinen anderen Weg, der dorthinführt und das ist gut so und soll so bleiben?

    Das war nicht die Frage, um die es ging, sondern es ging darum, dass dir gesagt wurde, dass bereits 18-jährige, anders als von dir behauptet, problemlos verstehen können, dass der normale Weg in Deutschland Lehrer zu werden darin besteht erst ein Lehramtsstudium zu absolvieren und sodann einen Vorbereitungsdienst. Dass es irgendwelche Seiteneinstiegsoptionen gibt, über die man vielleicht auch auf anderem Wege Lehrer werden kann ist typischerweise erst später im Leben relevant, wenn die Leute bereits einen komplett anderen beruflichen Weg eingeschlagen haben und sich dann eben kundig machen, ob sie dennoch die Voraussetzungen erfüllen für einen Wechsel in den Schuldienst. Verdrehst du die Fakten auch sonst derart?

    Dass du dich aus welchen Gründen auch immer zwar für ein Nachstudium samt Lehramtsmaster oder 1. Staatsexamen (was von den beiden auch immer du jetzt haben magst), aber gegen ein anschließendes Ref entschieden hast, weil:

    - du dich als erwachsener, studierter und promovierter Mensch von Horrorgeschichten Dritter hast abschrecken lassen

    - und/oder (es ist ja etwas unverständlich, was du schreibst) davon, dass du selbst hättest nachlesen müssen in den Zugangsbedingungen zum Vorbereitungsdienst ob Lehramtsmaster und 1. Staatsexamen gleichermaßen den Zugang zum Ref gestatten, weil deine Studienberatung dir diese Arbeit nicht abnehmen wollte

    - und/oder weil die doofe Uni dir doofe, in deinen Augen beruflich unnütze Fachwissenschaft beigebracht hat, statt dir eine Sonderbetreuung zukommen zu lassen, dich als Mensch im Zweitstudium und mit Familie extra zu entlasten, dir die Praxis beizubringen, die man im Ref erlernt

    - und/ oder die doofen Lehrkräfte, die an den Schulen tätig sind dann null Ahnung von Fachdidaktik haben

    - und/ oder das doofe, starre Zugangssystem zum Schuldienst dir tatsächlich abverlangen wollte, einfach das verdammte Ref zu machen, damit du eine volle Lehrbefähigung erhältst und nach Belieben jetzt problemlos, unbefristet,… in den staatlichen Schuldienst wechseln könntest

    … das alles sind deine persönlichen Entscheidungen gewesen, und weder Gründe gegen den aktuellen Weg der Lehrerausbildung, noch für weitere Seiteneinstiegsvarianten, für alle, die einfach nur das Ref doof finden oder die Lehrkräfte, die an Schulen tätig sind pauschal für unfähig halten. Auch den Teil dürften 18- jährige, die sich für den Beruf als Lehrkraft interessieren bereits problemlos verstehen.

    Dies geschrieben wüsste ich nicht, wer behauptet hätte, dass der deutsche Weg der Lehrerausbildung alternativlos wäre. Zielführend ist er aber durchaus, denn er führt völlig unmissverständlich hin zum Beruf, bildet im Studium nicht nur einfach Lehrer aus, sondern Leute, die tatsächlich auch etwas von ihren Fächern verstehen, wobei je nach Bundesland und Schulart Pädagogik und Didaktik jeweils den Umfang eines vollwertigen Nebenfachs haben können im Studium.

    DEN deutschen Weg gibt es insofern bereits im Studium nicht und auch danach nicht, wenn die Länder unterschiedlich lang dauernde Vorbereitungsdienste haben oder unterschiedliche Seiteneinstiegsprogramme mit teilweise völlig verschiedenen Mindestanforderungen. Wer es dann dennoch NOCH praxisbezogener will im Studium und wirklich einfach einen Beruf lernen will, kein ernsthaftes Fachstudium absolvieren möchte plus der praktischen Berufsausbildung im Ref, der kann inzwischen ja sogar ein duales Lehramtsstudium starten.

    Dein Problem war noch einmal was genau?

    Ja, weitgehend. Aber da bei uns aktuell schwer Bewegung in der Sache ist und jetzt offenbar der Schulrat ein Auge auf uns geworfen hat, bleibt es spannend. Wer es auch spannend findet, mag gerne mit mir diskutieren. Wer es langweilig, beantwortet oder redundant findet, findet sicherlich woanders interessantere Themen.

    Worüber möchtest du da denn inhaltlich mit uns diskutieren? Wir kennen die Situation vor Ort nicht, wissen nicht, was jetzt so spannend daran sein soll, dass ein Schulrat angeblich, laut Gerüchteküche ein Auge auf euch geworfen hätte oder ob das stimmt oder was das am Ende bedeuten könnte. Wozu man dir von außen, angesichts der geschilderten Fakten etwas sagen kann hast du Antworten erhalten, damit ist das Hauptthema durch.

    Davon rede ich die ganze Zeit. Schön, dass wir uns da einig sind.
    Allerdings bezog sich mein Beitrag nicht darauf, sondern auf die Anmerkung, jeder 18 jährige würde begreifen, wozu ich eurer Meinung nach nicht in der Lage bin.

    Dass junge Menschen ihr Studium abbrechen liegt aber nicht daran, dass sie nicht grundsätzlich verstanden hätten, dass Lehramtsstudium plus Ref es ihnen erlauben als Lehrkräfte tätig zu werden. Studienabbrüche haben diverse Gründe angefangen mit den Klassikern "das habe ich mir ganz anders vorgestellt" und dessen Zwilling "das ist so viel schwerer/arbeitsaufwendiger als ich dachte".

    An der PH an der ich studiert habe, waren vor allem manche Studierende für GS-Lehramt geschockt, dass sie tatsächlich ernsthaft Mathe, Deutsch und andere Fächer studieren sollten, obwohl sie ihrer Auffassung nach doch den GS-Stoff ausreichend beherrschten. Die haben dann also nicht abgebrochen, weil sie nicht wussten, welcher Lernweg sie Grundschullehrkraft werden lässt, sondern weil sie sich vorab nicht ernsthaft damit auseinandergesetzt hatten, dass sie ein ernsthaftes und anspruchsvolles Studium absolvieren müssten, um ihrem künftigen Beruf gerecht werden zu können und das auch irgendwie nicht eingesehen haben oder überfordert waren. Weitere stellen dann in den Schulpraktika fest, dass sie doch nicht wissen wie der Beruf ist, nur weil alle mal Schüler waren oder dass sie eben schlichtweg nicht geeignet sind für den Beruf. Diesbezüglich wurde an meiner PH bewusst und deutlich ausgesiebt, damit Leute sich lange vor dem Ref noch einmal umorientieren können.

    An meiner aktuellen Schule nicht, da diese in einer traditionell protestantischen Stadt liegt (wenngleich das der heutigen Einwohnerschaft nicht mehr entspricht), an meiner Refschule schon. Die lag mitten in traditionell katholischem Gebiet.

    Wie ist das an deiner Schule mit Karneval/ Faching/ Fasnet/ Fastnacht?

    Dir wird gerade vor Augen geführt, dass Teilzeit im Lehrerberuf Augenwischerei ist.

    Aber die Extratermine müssen auch für Teilzeitkräfte geteilt werden, das heißt an einer von vier Konferenzen solltest du zuhause bleiben dürfen. Da passiert ja sowieso selten etwas relevantes. Das kannst du einfordern.

    Das geht nur dann, wenn Konferenzen als teilbare Aufgaben betrachtet werden seitens des Dienstherrn. Das scheint in NNR NRW genau wie hier in BW beispielsweise nicht der Fall zu sein. Insofern solltest du Haubsi1975 dich einerseits erkundigen, welche Aufgaben in RLP als teilbare Aufgaben gelten, um dann andererseits zumindest für all diese auch tatsächliche Entlastung einzufordern. Im Hinblick auf weitere Entlastungskonzepte deiner Schule sind dann die bereits erwähnten Gleichstellungsbeauftragten deine Ansprechpartner, um ggf. gemeinsam mit diesen und weiteren KuK auf ein verbessertes Teilzeitkonzept bzw. generell die Nutzung von Entlastungsoptionen für das gesamte Kollegium im Sinne der Fürsorgepflicht zu dringen. Bei uns an der Schule dürfen so beispielsweise GLK und Zeugniskonferenzen zwar nur in Präsenz stattfinden, alle anderen Konferenzen und auch die Mehrheit der Dienstbesprechungen aber auch online, was wir alle als große Entlastung wahrnehmen, ganz gleich ob in Voll- oder Teilzeit.

    Trotz allem kann es eben sein, dass solche Zusatztermine auf deinen freien Tag fallen. Nachdem nicht sämtliche KuK am selben Tag ihren freien Tag haben lässt sich das auch nicht komplett vermeiden, ganz gleich, welche Gründe man für die Teilzeit haben mag. Man muss sich insofern immer bewusst machen, dass so ein unterrichtsfreier Tag nicht bedeutet, dass man generell dienstfrei hätte. Persönlich sind mir ja solche Konferenznachmittage an meinen unterrichtsfreien Tagen sogar lieber, weil ich dann nicht den ganzen Tag in der Schule hocke ohne echte Pause und ohne richtigen Arbeitsplatz, um vorzubereiten.

    Was Arzttermine anbelangt, so sind bei mir an der Schule bereits zu Schuljahresbeginn sämtliche GLK- Termine, Studientage, Zeugniskonferenztermine und einige weitere feste Größen bekannt, so dass man an den entsprechenden Tagen eben keine Arzttermine einplant. Wenn es bei euch keine entsprechende Ganzjahresplanung gibt, wäre auch das ein guter Ansatzpunkt, um alle Lehrkräfte, gleich ob in Voll- oder Teilzeit zu entlasten dank besserer Planbarkeit und weniger kurzfristig anberaumten Zusatztermine.

    Ich frage mich manchmal, ob ihr mitlest. Ein Studium parallel zu Arbeit und Familie ist nicht besonders tiefenentspannt.

    Ich rede NICHT von dem 09/15 Werdegang des Stino-Lehrers (Schule - Uni- Ref- Schule).

    Ich habe ebenfalls berufsbegleitend mein Zweitstudium absolviert und doch, die Tage für die Studienseminare waren definitiv die tiefenentspannten Tage der Woche, weil ich an den Tagen keine Verantwortung für junge Menschen getragen habe, sondern nur für mich selbst und auch nur das machen konnte, was mich interessiert hat. Dank meines Erststudiums war ich auch deutlich flotter bei der Vor- und Nachbereitung von Seminaren als meine jungen Kommilitonen, das war also kein großer Aufwand, sondern tatsächlich ebenfalls luxuriöse Ich- Zeit.

    Einige hier im Forum haben berufsbegleitend und/ oder mit Familie studiert/ ihr Ref absolviert. So unfassbar selten und besonders wie du meinst, ist dein Werdegang also nicht.

    Ja. Das ist man an öffentlichen Schulen auch.

    Hat mir eigentlich jemand sagen können, ob ein Master LA dasselbe ist wie das 1. Staatsexamen?

    Mal finde ich dies, mal jenes.

    Und kann man nicht von einer Studienberatung erwarten, dass sie vollumfänglich informiert?

    Das findest du in den Einstellungsvoraussetzungen der Länder für den Vorbereitungsdienst, die eine Studienberatung nicht auswendig kennen muss, die man aber als studierter Mensch einfach selbst nachlesen kann, genauso, wie man sich sonst halt auch über potentielle künftige Arbeitgeber selbst informieren muss.

    Nein.

    1. weiß ich nicht, ob der Master = 1. Staatsexamen ist oder nicht (man findet beides)

    2. Habe ich kein Ref gemacht, weil ich durch schlechte Berichte abgeschreckt wurde

    Hier in BW ist der Lehramtsmaster gleichwertig mit dem 1. Staatsexamen, ob das in deinem Bundesland ebenfalls gilt hättest du einfach nachlesen müssen, aber wenn ein Bundesland das Staatsexamen abschafft und dafür auf den Master umstellt, dann ist dieser natürlich die Basis für die Einstellung für den Vorbereitungsdienst.

    Wenn du dich als Erwachsener, studierter Mensch von Berichten Dritter in deiner Berufsausbildung abschrecken lässt, um in der Folge jahrzehntelang weniger zu verdienen für dieselbe Arbeit, dann ist das eben so. Die Vielzahl der Anwärter: innen, die alle Jahre wieder ihr Ref einfach absolvieren, zwar als anstrengend empfinden, aber keine Horrorgeschichten im Anschluss zum besten geben sind dir in deinem Privatschulkosmos dann offenbar einfach entgangen.

    Wir haben jedes Jahr Anwärter: innen an unserer Schule, wobei eine Vielzahl in den letzten Jahren im Anschluss bei uns geblieben sind, weil sie ihr Ref bei uns als wirklich tolle Zeit empfunden haben. An meiner eigenen Refschule war das nicht anders. Ebenfalls wie an meiner Refschule sind mehrere meiner aktuellen KuK an der Hochschule als Dozenten für Fachdidaktik tätig, eine Kollegin ist aktuell abgeordnet an die Hochschule, um dort neben ihrer Lehrtätigkeit zu promovieren in Fachdidaktik (Chemie übrigens). Wie sieht das an deiner aktuellen Schule aus?

    Da haben wir tatsächlich mehr eigene Freiräume.

    Und weil gestern noch Ferien waren, konnte es gar keine Ansage der Schulleitung geben.

    Es sind alles studierte, bzw. gut ausgebildete Kollegen, die dem Land dienen und sich schon überlegen, wann Fernunterricht Sinn macht. Der Schulleiter würde ja verrückt werden, wenn alle 120 Kollegen jeden einzelnen Fall absprechen würden. Habt ihr tatsächlich nicht das Vertrauen euer Schulleitung, solche Dinge eigenständig zu entscheiden?

    Nein, daseist bei uns tatsächlich nicht vorgesehen, dass wir das alleine entscheiden, sondern immer nur in enger Basprache mit der SL, die allerdings Fernunterricht aufgrund der Erfahrungen in der Pandemiezeit schlichtweg soweit begrenzen möchte, wie irgend möglich. Das liegt insofern weniger an fehlendem Vertrazen der SL als vielmehr an deren pädagogischen Grundhaltungen, die nicht alle im Kollegium im selben Maß teilen.

    Klingt für mich eher nach einem Bürgerbegehren, daß in Niedersachsen auch wieder einzügige Grundschulen eingerichtet werden (die zuvor geschlossen wurden), so dass die Kinder im Dorf beschult werden können und diese ganzen Fahrten gar nicht notwendig werden.

    Dieses Ansinnen kann ich zwar absolut nachvollziehen, würde aber dennoch an eurer Stelle auf gar keinen Fall verzichten wollen auf sichere Fußgänger- und Radwege. Selbst wenn das Land am Ende tatsächlich wieder solche kleinen Dorfschulen bewilligen würde, wäre eurer Kind wohl schon längst nicht mehr grundschulpflichtig, bis das spruchreif wäre. Von sicheren Wegen habt ihr dagegen alle langfristig etwas, auch wenn ihr selbst schon nicht mehr von der lokalen Grundschule profitieren könnt.

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