Man kann durch die Tür durchsehen. Ich hätte den Schüler also ganz gut im Blick. Finde Rausschicken aber sowieso irgendwie nicht so gut...
Gespräch suchen (Was möchte der Schüler für sich erreichen? Wofür lernt er Deutsch? etc. Vielleicht ergibt sich daraus ein Anknüpfpunkt für die weitere Arbeit für ihn und dich.), Regeln klären, Konsequenzen verdeutlichen, wenn er weiterhin seinen Lernprozess und den der anderen stört und diese Konsequenzen dann aber eben auch durchziehen.
Wenn es dem Schüler einfach nur schwer fällt, sich im Klassenraum zu konzentrieren, dann kann es doch eine wirklich gute Idee sein, ihn direkt vor der Tür an einem Tisch arbeiten zu lassen, wo du ihn ja im Blick hättest, womit der Aufsichtspflicht Genüge getan wäre, eh sei denn, du weißt, er rammt sich oder Vorbeilaufenden bei solchen Gelegenheiten regelmäßig den Zirkel ins Bein o.ä. (Falls es um Konzentration gehen sollte, wären aber auch Kopfhörer eine Lösung, die haben wir in der Schule in einzelnen Klassen, in denen das ein Thema ist als Klassensatz, sowie zusätzlich zwei Klassensätze für SuS aus anderen Klassen.) Probier das im Zweifelsfall einfach mal für einen überschaubaren Zeitraum aus.
Ich hatte vorletztes Schuljahr eine Schülerin, die mir etwa jede zweite Woche verbal den Unterricht zerlegt und die komplette Truppe aufgewiegelt hat, einfach weil sie genervt und unterzuckert war. Irgendwann hatte ich den Dreh dann rau mit ihr, so dass sie mir einfach sagen durfte, wann sie besser draußen vor der Tür arbeiten sollte, um unangenehmeren Sanktionen selbst vorzubeugen, dazu hat sie dann immer einen Traubenzucker von mir mitbekommen und plötzlich ging es viel besser. (Als sie Ende letzten Schuljahres ihren Abschluss gemacht hat hat sie dich dann sogar persönlich bei mir bedankt mit Umarmung für meine Geduld und die vielen guten Debatten im Unterricht.)
Vielleicht findest du bei dem Jungen ja auch einen Dreh, über den du ihn packen kannst, auch wenn das bei gerade einmal einem Monat gemeinsamer Arbeit schwieriger sein könnte.