CDL
Okay, du sprichst also indirekt den Psychologen ab, so eine Sachlage professionell beurteilen zu können, oder wie?
Verstehe, du hast dich als noch nie mit Betroffenen unterhalten, weißt also nicht, welche Erfahrungen diese machen mussten mit beispielsweise Psychologen, die grundsätzlich der Auffassung waren, dass es transgender gar nicht gebe, weshalb die vor ihnen sitzenden Menschen irgendeine psychische Störung haben müssten, die zu ihrer Fehlwahrnehmung ihrer selbst führe, welche es therapeutisch auszumerzen gelte. Ich habe so einen Fall sogar in der eigenen Familie.
Psychologen haben wie jeder andere Mensch auch persönliche Haltungen und Meinungen, die bedauerlicherweise ihre Professionalität massiv beeinträchtigen können, genauso wie ein rechtsradikaler Faschist wie Björn Höcke als Geschichtslehrer seine Werte und Haltungen nicht einfach in der Schule weggeschoben haben dürfte zugunsten einer grundgesetzkonformen Haltung, sondern seine Haltungen seine Professionalität beeinträchtigt haben werden.
Es gibt bis heute „Ärzte“, die Behandlungen gegen Homosexualität unter der Hand anbieten und vornehmen, sogenannte Konversionstherapien. Es ist nichts Neues, dass queere Menschen nicht nur rechtliche Ausgrenzung und Diskriminierung erfahren, sondern die Vorurteile ihrer Mitmenschen sich in den Vorgehensweisen zahlreicher Professionen widerspiegeln, wie Ärzten, Psychologinnen, Lehrkräften. Vorurteile die im Zweifelsfall über genau solche Argumente wie du sie vorgebracht hast (Umkleidekabine, mal eben das Geschlecht ändern, um irgendeine Form von Missbrauch praktizieren zu können) versteckt eingeführt werden, statt sich mit der Realität diskriminierender Haltungen, Vorgehensweisen und rechtlicher Vorgaben tatsächlich Betroffener auseinanderzusetzen.