elCaputo, war der Leiter wenigstens ,,locker“? Oder eher streng?
A) Definiere, was für dich „locker“ beinhalten würde, was du als streng erachten würdest.
B) Überlege dir, ob es tatsächlich für dich hilfreich ist, wenn Person 1 Seminarleiterin A nach irgendwelchen subjektiven Kriterien bewertet, die er/sie vor 20 Jahren erlebt hat, während Person 2 aber Seminarleiterin B kennenlernen wird, die inzwischen das Seminar leitet.
C) In meinem Ref hatte ich als Seminarsprecherin zwar regelmäßig Kontakt zur Seminarleitung, meine Mitanwärter:innen haben diese aber meist erst dann häufiger getroffen, wenn es schwerwiegende Probleme gab, die einen erfolgreichen Abschluss des Refs gefährdeten. Nachdem damit automatisch auch Rechtsfragen im Raum standen, war die Seminarleitung zwar empathisch bei persönlichen Problemen, aber sachlich, klar und äußerst darauf bedacht, gerade bei Anwärter:innen mit schwachen Leistungen den rechtlichen Rahmen deutlich zu machen, in dem man sich bewegt. „Locker“ würde ich das nicht nennen, sondern sachlich angemessen, was auf manche aber kühl oder eben auch streng wirken kann. Ich gehe davon aus, dass es an anderen Seminarstandorten in Deutschland ähnliche Erfahrungen geben wird.
D) Wenn alles halbwegs rund läuft, triffst du die Seminarleitung bei der Vereidigung, der Zeugnisübergabe und ggf. mal ein paar Veranstaltungen dazwischen, wo diese das Grußwort spricht. In der Hauptsache arbeitest du mit deinen Seminarfachleiterinnen und - leitern zusammen, sowie deinen Mentorinnen und Mentoren an der Schule und den weiteren KuK. Sei offen dafür, wer dir dann zugeteilt werden wird und gib dein Bestes.
E) Wenn du dich auf dein Ref mental vorbereiten willst, dann arbeite doch an deinem sprachlichen Auftreten, bzw. der kritischen Selbstreflektion: Die Frage nach „locker“/streng lässt mich eher an einen Jugendlichen denken, als an einen mündigen Erwachsenen. Die Art und Weise, wie du Hinweise zu deinen Fragen hier im Thread bislang vollständig zu ignorieren scheinst einfach nur, weil es eben nicht die gewünschten Antworten sind, wirft in mir die Frage auf, ob du überhaupt reflektierst, was du an Hinweisen erhältst, warum deine eingangs gestellten Fragen nicht zielführend sind.
Beides sind Dinge, die du aber im Ref benötigen wirst, also die Fähigkeit zielführende Fragen zu stellen, sowie dich selbst kritisch zu reflektieren vor dem Hintergrund erfolgten (wenn auch unter Umständen unerwünschten) Feedbacks. Darüber hinaus ist es wichtig, ein neues Rollenbewusstsein zu entwickeln, welches auch in privaten Kontexten Auswirkungen auf das Sprachverhalten haben kann.