CDL: Soviel habe ich aus den Züchologie-Vorlesungen dann doch mitgenommen, dass es gängige Praxis in züchologischen Studien ist, die Probantinnen nicht darüber aufzuklären, worum es eigentlich geht. Das ist notwendig, um den Einfluss der Beobachtung auf das Ergebnis zu minimieren.
Gerne gibt man deshalb etwas anderes an, worum es ginge.
Man mag das nicht, weil man sich nicht ehrlich behandelt vorkommt. Aber nur so kommt man zu den Daten, die man braucht.
Lass’ dich darauf ein oder lass’ es bleiben.
Ich wirke seit rund 10 Jahren an wissenschaflichen Befragungen des Instituts für Psychologie meiner Alma Mater mit. Das sind dann, zugegebenermaßen, keine Bachelor- oder Masterumfragen, sondern Umfragen von - guten bis sehr guten- Doktoranden oder auch bundesweite Befragungen von - seriösen- Wissenschaftlern. Meine Erfahrung ist, dass man auch in der Psychologie- so man keine Klischees auf möglichst manipulative Art erfragen möchte (was bei den Befragungen der letzten 10 Jahre niemals so der Fall war, wie bei den Umfragen, die regelmäßig hier im Forum aufschlagen von Studierenden) einige Hinweise zum Untersuchungsgegenstand geben kann ohne sämtliche Forschungshypothesen offenzulegen, so dass man sich als Teilnehmer:in nicht völlig verarscht vorkommt, wenn man am Ende (nach Bearbeitung) die Hinweise zu den Forschungshypothesen liest oder nachgerade das Forschungsergebnis zugeschickt bekommt und nachliest, wie die Antworten letztlich verwendet wurden. Unseriös klingende Forschungsvorhaben (die allzuoft am Ende einfach nur entsprechende Klischees bestätigen wollen) finde ich lediglich regelmäßig bei den den Studi-Umfragen die hier im Forum aufschlagen, weshalb ich da auch entsprechend kritisch nachfrage. Mir war immer in den letzten 10 Jahren klar, worum es am Ende gehen wird bei einer Umfrage (egal wie sie dargestellt war), weil das in einem seriösen Setting ausreichend durchscheint bei der Darstellung der Umfrage, um zumindest für erfahrene Teilnehmer erkennbar zu sein. Bei den Studi-Umfragen sehe ich zwar auch oft, worum es eigentlich geht, empfinde die Darstellung der Umfrage aber als häufig deutlich manipulativ, unehrlich und unseriös verglichen mit dem Standard, den ich sonst erlebe. Auch das melde ich dann eben Studierenden entsprechend zurück, denn auch das gehört zum Lernen über seriöses wissenschaftliches Arbeiten mit dazu. Und ja, ich lasse das dann auch einfach bleiben und bediene so eine Umfrage nicht mit meinen Daten. Die Rückmeldung, warum das so ist gehört finde ich aber mit dazu, denn auch das birgt wie geschrieben einen Lerneffekt in sich.