Man muss immer betonen, gerade bei kleinen Kindern, dass Noten Leistung bewerten und nicht Menschen. Jeder hat immer eine neue Chance und mit jeder Leistungsermittlung sind die Karten neugemischt. Ich finde Noten per se gut und bin der Meinung, dass auch in der (Grund-)Schule die Kinder schon sachte darauf vorbereitet werden sollen, dass Bewertungen Teil des Lebens sind und gute Leistungen honoriert werden, während schlechte Leistungen ein Denkzettel sind, sich das nächste Mal noch stärker anzustrengen.
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Aber genau das ist doch die Krux: Für den einen mag eine 3 eine schlechte Note sein, weil er/sie mit etwas Lernen problemlos eine 2 hätte haben können, für den Nebensitzer ist die 3 dagegen ein riesiger Erfolg und eine wirklich gute Leistung, weil er/sie sich maximal motiviert und vorbereitet und sein Bestes gegeben hat. Die Note drückt aber nur aus, wie gut der Fachinhalt beherrscht wird, die Einordnung als gute oder schlechte Leistung ist genau genommen notenunabhängig und sollte von uns Lehrkräften auch so dargestellt werden. Ich versuche gerade in der Unterstufe sehr regelmäßig diese Aspekte mit einzubeziehen bei meinen Rückmeldungen, weil ich viele SuS vor mir sitzen habe an der Realschule, für die gefühlt mit einer 4 der Weltuntergang droht. Heute erst hat mich einer meiner kleinen Franzosen gefragt, ob eine 2 eine schlechte Note sei (ist schließlich keine 1...). Leistungsmessung (ergebnisunabhängig) sehe ich auch nicht als "Denkzettel", sondern vorrangig als Rückmeldung zum Lernstand (auch wenn wir leider ständig noch andere Dinge mit abprüfen, wie Deutsch-Kenntnisse, Belastbarkeit, Stress-Toleranz...)
