Beiträge von Palim

    Ich würde erst einmal nach jemandem suchen, der überhaupt mit Flex und Flo arbeitet.

    Dass Problem, dass die Pläne schwierig umzusetzen sind, haben sicher mehr Lehrkräfte - viel Inhalt, viel Herangehensweisen, viel Übung notwendig, aber immer zu wenig Zeit.

    Was ich nicht nachvollziehen kann, sind Aussagen wie: was ich an der Uni gelernt habe, kann ich für die Schule nicht gebrauchen. Wer so denkt, denkt meiner Meinung nach zu kurz. An der Uni lernt man doch in erster Linie die fachlich sichere Erarbeitung neuer Inhalte und die kritische Auseinandersetzung. Die Inhalte am sich sind austauschbar.

    Das sehe ich ähnlich, es sollte aber auch verbindliche Inhalte geben.

    Da bin ich mir nicht sicher, ob das verschulte Studium die Inhalte besser vermittelt und das freiere Studium mit bestimmten Verpflichtungen insgesamt zu beliebig war.

    Wenn man am Ende nur noch den Punkten nachjagt, ist es inhaltlich dünn … und die Arbeitshaltung kommt dem Beruf nicht entgegen.

    Ich habe mal in den Sommerferien in einem anderen BL geschnuppert, ich hatte schon Ferien, das andere BL noch Schule.

    Warum muss deine Schule in Hessen sein, wenn ihr ohnehin ein ganz anderes Konzept habt?

    Ich habe Palim zitiert und die sprach von einem Gott.

    Ja, irgendeinem.

    In polytheistischen Religionen geht es nicht um einen, sondern um mehrere Götter. Wenn du von "Gott" schreibst, meinst du ganz offensichtlich keine polytheistischen Reglionen.

    siehe:

    Und wenn du eine einzelne Gottheit einer polytheistischen Religion näher bezeichnen möchtest, bezeichnest du sie wie?

    Und wahrscheinlich nicht mal andere monotheistische als das Christentum.

    Und das machst du genau woran fest?

    Von Christentum war nicht dir Rede. Das möchtet ihr selbst da lesen. Es bildet eure Ansicht und euer Verständnis von Religion und Religionsunterricht ab.

    Jemandem, der sich mit der Frage nach intelligentem Leben im Universum beschäftigt und danach forscht, wird man nicht die Vernunft absprechen.

    Warum nicht?

    Die Existenz von etwas muss bewiesen werden und nicht widerlegt werden. So lange es keinen Beweis gibt, kann man davon ausgehen dass es nicht existiert.

    Man kann also davon ausgehen, dass es Leben im Universum und Gott nicht gibt?

    Wenn man das eine erforscht, ist es vernünftig, wenn man da andere erforscht, ist es unvernünftig?

    Wenn man sich mit den Grundzügen des Glaubens, den Unterschieden, den Auswirkungen, die existent sind, beschäftigt, ist es unvernünftig, weil es Gott ja nicht geben kann und die Menschen alle irre sind?

    Wenn man sich mit dem Leben im Universum, den noch nicht entdeckten Möglichkeiten, der Erreichbarkeit beschäftigt, ist es vernünftig, und Menschen, die daran glauben, dass da etwas sein könnte, sind ganz normal oder herausragende Wissenschaftler?

    Ist es ein Studium oder eine Fachschule?

    Du kannst den Studienplatz annehmen und später noch absagen.

    Du kannst dir eine Studienberatung suchen und dich erkundigen, ob du die Ausbildung in Teilzeit absolvieren kannst, welche Möglichkeiten es dafür gibt und wie es dann mit einer reduzierten Stelle an der Schule passt, mit Nachhilfe, im Ganztag etc.

    Ich stimme Caro07 zu, dass gerade in diesem Video deutlich wird, wie schlecht recherchiert der Beitrag ist.

    Letztlich kommentiert er die Zuschrift einer Person, die als Vertretungskraft arbeiten soll und erstaunliche Behauptungen aufstellt.

    Solche Beiträge nähren aber das Bild, dass in den Schulen nur gespielt würde, es schürt die Deprofessionalisierung und führt am Ende zu dem, was wir in NRW sehen: Ministerien meinen, sie könnten Unterricht retten, indem sie Materialien vorgeben.

    Hintergrund 2: Die Anschaffung von 4-5 Büchern:

    Es gibt Lehrwerke, die statt eines Buches und eines dazugehörigen Arbeitsheftes mit mehreren dünneren Heften arbeiten, wobei oft Teilbereiche ausgelagert werden (Geometrie, Größen). Insgesamt bilden die 5 Hefte dann das Schulbuch eines Jahres ab.

    Ein Grund für diese Vorgehensweise ist, dass Kinder heute keine schweren Ranzen tragen sollen, weil es Untersuchungen gab, dass dies den Rücken schädigt.

    Ein weiterer ist, dass man die ausgelagerten Teile (Geometrie) auch einzeln anschaffen und von Kindern bearbeiten lassen kann, die im Rechnen andere Materialien benutzen, weil sie aus dem Lehrgang genommen wurden (z.B. Sonderpädagog. Unterstützungsbedarf)

    Ein Nachteil kann sein, dass die Arbeit mit diesen Lehrwerken unübersichtlicher erscheint und man sich als Lehrkraft selbst um Synergien oder einen sinnvollen Aufbau kümmern muss oder zumindest den gedachten Ablauf aus dem Stoffverteilungsplan des Verlags ablesen sollte.

    Zum Umfang der Bücher:

    Die Bücher bzw. Arbeitshefte bilden nicht die gesamten Inhalte des Unterrichts ab. Gerade die Auseinandersetzung, Erläuterung und auch offene Aufgaben sind kaum oder wenig enthalten.

    Gleichzeitig bieten die Verlage Arbeitsmaterialien mit breiter Differenzierung an, die im Material auch mittels Symbolen gekennzeichnet ist.

    Davon abgesehen, dass einige Lehrkräfte näher am Buch arbeiten als andere, sind Bücher zum Teils so konzipiert, dass die Kinder wirklich nur einen Teil der Aufgaben bearbeiten, weil sie die leichteren Rechen oder diese gerade auslassen. Auch dazu bieten die Verlage im Lehrermaterial Hinweise, wie eine Auswahl erfolgen kann.

    Das Lehrwerk an unserer Schule ist so umfangreich, dass man täglich 3 Seiten schaffen müsste, wenn man alles bearbeiten wollte. Das ist nicht erreichbar.

    Schulen können auch in NDS aus einer Auswahl an zugelassenen Lehrwerken wählen, ich kenne 2 Werke, die mit den 5er-Heften in Mathematik arbeiten, neben unzähligen zusätzliche. Übungsheften oder Formaten für Kinder mit besonderen Lernvoraussetzungen.

    Zum Hintergrund:

    „Vertretungskraft“ ist an Grundschulen in NDS ein weit gefasster Begriff,

    es gibt Pädagogische Mitarbeiter:innen ohne Ausbildung, die offiziell Betreuung übernehmen, im Alltag heißt es aber auch häufig „Vertretung“, siehe Vertretungsplan,

    und es gibt andere Vertretungslehrkräfte, die sich auf ausgeschriebene unbefristete Stellen bewerben, die einen Lehramtsbachelor haben oder einen Uni-Master.

    Am Ende unterrichten im Mangel alle alles auch für längere Zeit.

    Nachtrag, weil es vielleicht auch wichtig ist:

    Eine Vertretungs-Lehrkraft zu bekommen ist in NDS erst möglich, wenn langfristig Unterricht ausfallen wird (unbesetzte Stelle, Schwangerschaft mit frühem Arbeitsverbot, Langzeit-Erkrankung), dann erfolgt eine umfangreiche Antragsstellung, mehrere Stellen müssen die Vertretungsstelle frei geben. Die Stelle selbst wird in einem Portal veröffentlicht.

    Der Mangel selbst kommt in Schulen recht häufig vor, zumal seit Jahren nicht genug Stellen ausgeschrieben werden und die ausgeschriebenen nicht alle besetzt werden können. Fand man früher häufig Vertretungen, ist dies schwieriger, weil ein Teil der Personen schon regulär in Schulen auf anderen Stellen eingestellt ist und weil der Arbeitsmarkt ohnehin leer gefegt ist. Referendar:innen, die ihre Prüfung abgelegt haben, aber noch bis zum Sommer im Ref sind, können inzwischen ihre Stellen aufstocken und landen nicht auf den Listen für Vertretungsstellen.

    Schulen, die jemanden suchen, erhalten eine lange Liste mit Personen, die irgendwann einmal im Portal eingeschrieben waren - beim letzten Mal waren es bei uns über 80 Personen. Die Listen zeigen auch Personen, die nicht im GS-Bereich arbeiten dürfen, weil sie keine GS-relevanten Fächer haben. Auch sind die Listen nicht akutell, es gab Eintragungen die 3 Jahre alt waren (sieht man nicht, aber Personen, die mal auf den Listen standen und längst woanders arbeiten, erhalten lange Zeit danach Anrufe von SL, die händeringend suchen).

    Die SL muss die Listen sichten, mögliche Personen kontaktieren und nachfragen, ob die Personen bereit sind, an der Schule x Stunden zu übernehmen. Erst im Anschluss kommt es zur Prüfung, ob die Person eine Vertretung übernehmen darf.

    Es ist immer eine Abwägung, ob man noch länger mit dem Mangel aushalten kann oder ob man eine erwachsene Person einstellt, die dann eine Klasse versorgt.

    Es geht um ganz banale Dinge: einen Sitzplan am Pult deponieren (muss nicht aktuell sein) den alle Vertretenden sehen können. Die Regeln für den Morgenkreis 1x aufschreiben für alle, damit man sich das nicht in jeder Klasse neu erklären lassen muss. 1,2 Stichworte per Whatsapp dazu, in welchem Schrank das Material ist, das benutzt werden soll.

    Da glaube ich, dass Lehrkräfte zum einen betriebsblind sind, zum anderen gerade in der Grundschule eigene Gepflogenheiten sind und man wirklich am besten in den Klassen selbst fragen kann.

    Die Lehrkraft geht davon aus, dass das eingeführte Ritual von den Kindern geleitet wird und hat das auch entsprechend eingeübt.

    Wenn man länger in der Mangelsituation lebt und ständig eine andere Vertretung etwas übernimmt, von der man heute noch nicht weiß, dass sie morgen kommt, von der in NDS keine studiert sein muss und sie keine pädagogischen Kenntnisse braucht, dann sieht man schon in Klasse 1 schnell zu, dass die Klasse möglichst bald bestimmte Aufgaben relativ selbstständig erledigen kann oder es zumindest so gut eingeübt ist, dass darauf innerhalb der Vertretung zurückgegriffen werden kann.

    Nein, ist es nicht. Genau dafür gibt es ja die hier bereits angesprochenen Möglichkeit für OBAS. Dass dabei priorisiert Schulen mit dem höchsten Bedarf versorgt werden, liegt in der Natur der Sache und würde auch in der Privatwirtschaft nicht anders ablaufen.

    Belastet aber die Schulen noch mehr, die dank Brennpunkt und Standortnachteilen und unbeliebterer Schulform und schlechterer Bezahlung ohnehin schon Nachteile haben, also weit mehr Aufgaben und weit mehr Vertretung als andere Schulen und sich dadurch die Stammlehrkräfte eine Menge Aufgaben untereinander aufteilen müssen, da diese oft nicht an die Vertretungen gegeben werden (können).

    In NDS werden an Schulen mit Mangel u.a. Ref-Stellen gesetzt, damit die Statistik der Versorgung besser aussieht, also noch mehr Aufgaben für die Lehrkräfte.

    Insgesamt ein schlechtes System, das die Ausbildung nicht vernünftig mit Ressourcen versieht, sondern seit vielen Jahren Auszubildende und Aushilfen verheizt, um den Mangel zu kaschieren und am System selbst nichts ändern zu müssen oder zu wollen.

    Eine Abwägung „Entweder lesen oder Ethik“ fände ich fatal. Es muss beides gehen.

    Dann sollte man die Stunden, die für Religion oder Ethik als Alternative gesetzt sind, nicht als erlässlich darstellen, weil man auf der Suche nach Zeit für das Lesen ist.

    In #92 wurde schon deutlich, dass

    - in Berlin die Reli/LER-Stunden zusätzlich und freiwillig sind

    - andere BL weniger Stunden haben, wenn man Religion/ Ethik außen vor lässt - freiwillig oder nicht

    Sinnvoller wäre es , Zeiten für das Lesen zu schaffen, indem man mehr Stunden in die Grundschulen der BL gibt, die bisher mit 5 oder 6 Std Deutsch in der Woche auskommen müssen, oder ein Band setzt, sodass alle Klassen täglich eine (halbe) Übungsstunde haben, zusätzlich zum bisherigen Unterricht.

    Nimmt man die Lesezeit aus anderen Fächern mit dem Hinweis darauf, dass man dort auch Texte lesen könne, begrenzt man die freie Unterrichtszeit. Lesen wird nicht häufiger stattfinden, sondern ins Leseband ausgelagert. Die Qualität des Unterrichts verschlechtert sich dadurch, dass man durch diese Bedingung eingeschränkt wird und am anderen Tag auf die Inhalte eines zuvor gelesenen Textes zurückgreifen muss oder die Stunde mit Lesezeit im Rahmen der Einheit eine Unterbrechung darstellt.

    Die Alternative sind zusätzliche Förderangeboten für die Kinder, die es nötig haben, in sehr kleinen Gruppen, verpflichtend, durchgeführt von ausgebildeten Lehrkräften (statt Personal ohne Ausbildung zum Bereich Erstlesen/Deutsch oder ganz ohne pädagogische Ausbildung).

    Ein fest vorgegebenes Programm, das in Schulen abgespult würde von irgendwelchem Personal, würde gerade die entscheidenden 20% nicht erreichen.

    Auch in der Leseförderung benötigt man eine breite Differenzierung und muss als Lehrkraft genau hinschauen und -hören.

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