Beiträge von Palim

    Du hast auf dem Schirm, dass an meiner Schule seit über zwei Monaten auch im Unterricht Masken von allen getragen werden, gell?!

    Das könnt ihr an eurer Schule gerne beibehalten.

    Für die Grundschulen in NDS würde es neu sein.

    Da gilt bisher, dass die Kinder nur außerhalb des Klassenraumes auf dem Schulgelände Masken tragen sollen, sofern sie anderen begegnen könnten - also auf dem Weg in den Raum und auf den Wegen vom Raum in den Pausenbereich.

    Innerhalb des Raumes müssen sie keine Masken tragen und auch keinen Abstand halten - untereinander.

    Nichtsdestotrotz hoffe ich, dass es in Niedersachsen dabei bleibt, dass nach den Weihnachtsferien ab Klasse 5 im "Wechselmodell" unterrichtet wird!

    Ja, und in Klasse 1-4 bitte auch, wenn es nicht zu einer Verlängerung des Distanzunterrichtes kommt.

    Die dritte Möglichkeit, die ich sehe, wird das Aussetzen der Präsenzpflicht sein:

    Dann kann man weiter bei dem Mantra "die Schulen sind offen" bleiben, muss sich im Ministerium keine Gedanken machen.

    Die Lehrkräfte selbst müssen dann sehen, wie sie den Spagat zwischen Kindern im Präsenzunterricht und Kindern im Distanzunterricht stemmen.

    Zudem überträgt man die Verantwortung den Eltern. Je höher die Beteiligung am Präsenzunterricht ist, desto stärker ist der Druck, das eigene Kind zu schicken.

    Um diese Zusammenhänge geht's, denke ich. Zumindest das, was Schule überhaupt ändern kann, "zu viel Handy" "die Eltern nehmen den Kindern zu viel ab" usw. können wir als Schule nicht oder kaum beeinflussen.

    Beeinflussen kann man das nur schwer, das stimmt.

    Aber man muss es dennoch mit einbeziehen, da man jaKinder bekommt, die eben zu viel am Handy oder an anderen digitalen Spielerlebniswelten kleben, denen sehr viel abgenommen wird.

    Das bedeutet, dass man sich im Unterricht darauf einstellen muss und auch, dass man Zeit verwenden muss

    a) darauf, den Kindern mehr Selbstständigkeit zu vermitteln und sie dahingegend zu erziehen (passt zu dem Beitrag, dass Kinder erwarten, dass ANDERE für sie aufstehen um etwas zu holen ...),

    b) darauf, dass Kinder durch die Spielerlebniswelten auf schnelle Erfolge konditioniert sind UND bestimmte Fertigkeiten zu Beginn nicht mitbringen, sodass man diese erst trainieren muss,

    c) darauf, dass Kinder bei verfügbaren Endgeräten zwar einzelne Apps nutzen, das System an sich dahinter aber nicht verstehen ... das ist aber schon länger so, viele sind Anwender und wenige schauen hinter die Strukturen.

    Gleichzeitig wird aber Höher, Schneller, Besser erwartet,

    digitale Endgeräte lassen erwarten, dass man damit umgeht,

    mehr Möglichkeiten der Information lassen erwarten, dass man diese nutzt oder sogar nutzen muss.

    Das ist alles im Prinzip auch gar nicht schlimm. Es KANN ihnen in der Schule beigebracht werden. Aber man darf halt nicht erzählen, dass sie schon alles können.

    Was du beschreibst, ist natürlich extrem. Solche Erfahrungen habe ich bisher mit meinen SuS noch nicht gemacht (mit den KuK sehr wohl), zumindest nicht in dem Ausmaß.

    Mit den Eltern habe ich in den letzten Monaten auch solche Erfahrungen gemacht.

    Es wird nicht ausreichen, Geräte zu verteilen.

    Das Anmelden auf einer Plattform oder in einer Lern-App, das Schicken einer E-Mail scheinen für manche unüberwindbare Hürden zu sein ... leider ist die Hürde, die angebotene Hilfe in Anspruch zu nehmen, offenbar auch zu hoch.

    Dabei lernen Kinder: Wenn ich etwas nicht kann, muss ich mich selbst nicht kümmern. Es ist normal, etwas nicht zu wissen und nicht zu können und ohne Information und Ergebnis darzustehen.

    Wir haben derzeit im Landkreis erstmals keine Schüler mehr in Quarantäne. Das müsste also jetzt der Effekt von den Schulschließungen sein.

    Wenn die SuS ohnehin zu Hause sind, wird womöglich keine Quarantäne ausgesprochen.

    Dazu kommt die geänderte Teststrategie, Feiertage, in denen die Haus- und Kinderarztpraxen geschlossen sind ...

    ... die Schule erst einmal nur von den Eltern informiert, die in den Ferien eher nicht anrufen,

    und die Quarantäne für eine Klasse braucht Kontakt, beachtet werden hier die 2 Tage vor Testdatum, da gibt es nun keine Quarantäne mehr für Klassen.

    Ob Kinder sich bei Familie, Bekannten oder Freunden infiziert haben UND getestet wurden, kann man nicht wissen.

    Wenn jeder mal wirklich 14 Tage mit dem Arsch zu Hause bleiben würde und wirklich nur für das notwendigste das Haus verlässt, wären die Zahlen jetzt viel niedriger

    Wenn man hört, was so drumherum geböllert wird, bekommt man einen Eindruck, wem so manches egal ist.

    Dabei hört man allerdings besonders die, die sich nicht zurückhalten, die anderen hört man nicht.

    Im Umgang mit den Kindern wirst du sehr schnell zu einem anderen kommen, als den, den du dir vorstellst oder hier darstellst.

    Dafür sorgen die Kinder schon, da bin ich mir sicher, und es ist unabhängig davon, ob du in der Schwimmhalle oder im Klassenraum bist.

    Meinen PraktikantInnen (Schülerpraktikum Klasse 9-11, je nach Schulform) empfehle ich übrigens in der Regel, dass sie sich um eine Aufgabe mit Kindern oder Jugendlichen kümmern sollten. Da ist es egal, ob es Sport, Kunst, Musik, Kirche, Umweltschutz oder sonst was ist.

    Du würdest den Kids sagen, dass es momentan dieses Virus gebe und dass du, weil du besonders anfällig für eine Erkrankung seist, erst einmal ein bisschen Abstand zu den Schülern halten müsstest. Daher würdest du erst einmal an deinem Pult vorne bleiben und stets die Maske tragen. Bei den Schülern auf individuelle, freiwillige Lösungen einzugehen, wäre noch einmal eine Nummer schwieriger - das wäre ohne Zweifel mit mehr Aufwand verbunden.

    Geht natürlich nicht in der Förderschule GE oder Körperliche Entwicklung, sehe ich ein.

    Auf dem Schoß, also auf meinem, sitzen meine Auch nicht.

    Bei den Größeren kann man immer wieder sagen, dass sie Abstand halten sollen, aber sie vergessen es immer wieder, bei den Kleineren, die ja eigentlich gar nichts anderes kennen, weil sie im Sommer eingeschult wurden, klappt es noch weniger.

    Sie suchen die Nähe.

    Das hat.E. auch etwas mit der Beziehung zu tun: man gehört als Lehrkraft dazu. Die Kinder wissen schon, dass man Lehrkraft ist, oder Erwachsen, sie unterscheiden auch zwischen Lehrkraft und Integrationshilfe, aber am Ende ist man Teil der Klasse oder der Schule.

    Der andere Punkt ist, dass man täglich in den Widerspruch kommt, ob man vorne doziert oder ob man mit den Kindern lernt und übt. Ich kann mir nicht vorstellen, wie man allein von vorne das Schreiben von Buchstaben in vorgegebener Schreibrichtung bei vorgegebener Lineatur vermitteln und üben will. Nach 3-7 Buchstaben muss man als Lehrkraft draufgucken, wie es aussieht oder ob es überhaupt richtig ist. Und es reicht nicht aus, das 1x an der Tafel zeigen zu lassen. Dazu gibt es viel zu viele Kinder, die die Linien gar nicht wahrnehmen oder motorisch so ungelenk sind, dass sie daran vorbei schreiben.

    So ist es bei anderen Inhalten auch, gerade weil die Grundkenntnisse fehlen. Schaut man gar nicht, riskiert man, dass Kinder eine Seite lang Fehler machen, die man hinterher mit diesen Kindern erörtern und aufarbeiten muss. Zudem ist das für das Kind ein mühsames Tagwerk. Stellt euch vor, ihr klöppelt mühsam eine Spitzenbordüre und am Ende sagt jemand, dass es falsch ist und ihr von neuem beginnen dürft.

    Sicher kann man einiges umstellen, je älter, desto einfacher, da die Kinder nach 2 Jahren schon sehr viel mehr können und wissen und man einander auch besser kennt. Da reicht schneller mal ein Hinweis oder ein Blick.

    Was übrigens noch dazu kommt: Die Klassenräume sind zu klein für den Unterricht von heute. Man muss immer mal ans Material, bestimmten Kindern etwas zur Hilfe geben oder anderes wählen. Sobald ich mich durch den Raum bewege, ist der Abstand nicht einzuhalten.

    Bei der Referendarin wurden die Tische extra so umgeräumt, dass es möglich ist, dann quetscht man die Schüler in die eine Hälfte des Raumes, denn sie dürfen eng beieinander sitzen. Zugleich gab es Protest seitens des Seminares, man müsse es möglich machen, dass die Seminarleitungen mit ausreichend Abstand den Unterricht hospitieren können.

    es kämen in den nächsten Monaten viel mehr Babys auf die Welt.

    Ich weiß, dass wir im Frühjahr im Kollegium genau darüber gesprochen haben und uns nicht sicher waren: mehr Nähe bringt auch mehr Konflikte und mehr Trennungen.

    Aber das eine schließt das andere nicht aus.

    Man kann alles so ein bisschen in den Einführungskurs packen, aber dann hat man alles mal so ein bisschen gehört, ohne dass man wirklich von etwas vertieft Ahnung hat

    Im Einführungskurs würde ich es nicht gerade sehen und „alles mal so ein bisschen gehört“ ist sehr wenig dafür, dass man jeden Tag damit zu tun hat.

    Solides Grundwissen über Sprachwissenschaft und Schriftspracherwerb sind da dienlicher, Stolpersteine finde ich genau richtig, in Mathematik gibt es Vergleichbares.

    Wer Inklusion in den Schulen umsetzen will, wird Lehrkräfte brauchen, die das mit Sinn und Verstand können. Zwar ist die Versorgung mit Förderschullehrkräften schlecht, aber selbst wenn sie doppelt gesteckt wären, müsste sich die Regelschullehrkraft auch mit diesen Inhalten gut auskennen, da man gemeinsam mit den gleichen Kindern arbeitet und die Aufgaben nicht fortwährend abgeben kann.

    Die Annahme, dass es immer nur um schwache Schüler ginge, die es ohnehin nicht weit brächten, ist realitätsfern und für eine Lehrkraft beschämend.

    Neben den fachlichen Stolpersteinen und Schwierigkeiten kommen eine Menge anderer Störungen etc. hinzu. Man wird auch diese im Studium nicht allumfassend aufgreifen können, aber man kann auch für körperliche oder psychische Beeinträchtigungen exemplarisch Herangehensweise und Hilfsmöglichkeiten erörtern.

    Wir haben eine Kollegin von der FöS Lernen, die an 2 Tagen für ein paar Stunden kommt. Sie ist an zwei weiteren Schulen eingesetzt.

    Zuständig ist sie quasi für alle Kinder in allen Klassen mit und ohne diagnostiziertem Unterstützungsbedarf.

    Diese Abordnungen wechlsen vor Ort recht häufig.

    Die andere Kollegin ist von der FöS Geistige Entwicklung und für mehrere SchülerInnen mit festgestelltem Unterstützungsbedarf zuständig - nur für diese, sie berät uns aber auch.

    Wenn es diesen Bescheid gibt, stehen den Kindern jeweils bis zu 5 Stunden zu. Die Kollegin kommt an 3 Tagen, in denen sie mit den Kindern arbeitet, aber auch Arbeitspläne zusammenstellt und anleitet, die Kinder haben zudem eine Integrationshilfe, da kommt es jetzt vermehrt zu Pool-Lösungen, sodass eine Hilfe für 2 Kinder zuständig sein kann.

    oder Grundschullehramt, weil man vorab weiß, dass man dort alle im Klassenraum hat und alle unterrichten wird.

    Die Umsetzung der Inklusion hat weit früher begonnen, in Nds ist sie ab SJ 2013/14 aufsteigend in allen Schulen umgesetzt worden. Das bedeutet, dass Studierende in dem Zeitraum wussten, dass die SchülerInnen in ihren Schulen sein werden.

    Nachtrag: Da die Förderschullehrkräfte inzwischen zu Reisenden geworden sind, bin ich nicht sicher, ob das ein attraktives Angebot ist, das gewählt wird. Mangel an Sonderpädagogen gab es aber zuvor auch.

    Es ist gut und wichtig, dass du diese Hintergrundinfos auch Eltern und anderen Nichtlehrern immer und immer wieder mitteilst,

    Es ist zum einen immer wieder überraschend, dass so viele Leute das noch immer nicht verstanden haben, obwohl es nun seit Jahren umgesetzt ist.

    Leider betrifft es auch Menschen, die täglich mit Einschulungen oder dem Schulsystem zu tun habe und die mit vielen falschen Vorstellungen leben, Entscheidungen treffen und Eltern beraten.

    Auf der anderen Seite ist es so, dass die Versorgung zwar keinesfalls ausreicht, tatsächlich aber die Öffnung des Systems auch dazu führt, dass der inklusive Gedanke stärker umgesetzt wird, dass sich mehr Menschen damit beschäftigen, weil es gemeinsame Berührungspunkte gibt.

    Das, was man dann an Schulen umsetzt, kommt nicht einzelnen Kindern mit dem notwendigen Stempel zu, sondern allen.

    Ich bin da ein bisschen gemischter Gefühle, was einen einzelnen Studiengang für H/R und Gymnasium angeht

    Nun gibt es dort auch das "Lehramt an Grundschulen" und das "Lehramt Sek. I und II" (wobei dort m. E. kein Unterschied zwischen Gymnasium und Stadtteilschulen gemacht wird).

    Hamburg hat meines Wissens gar keine H/R mehr, sondern eben nur noch Gymnasien udn Stadtteilschulen.

    Da gibt es eine schöne Übersicht von der BPB zu den unterschiedlichen SekI-Schulformen in den verschiedenen Bundesländern. Manche Länder haben nur 2 Schulformen, andere 5-7 verschiedene.

    Zum Thema Diagnostik:

    Das ist ja eher ein "Spezialgebiet" für meine Profession. ;) Letztendlich kann ein durchschnittlicher GS- und Sekundarstufenlehrer überhaupt nicht detailliert solche Diagnostik betreiben. Da muss man wirklich auch mal eine Lanze für die Regelschulkollegen brechen.

    Diagnostik ist ja nicht immer gleich.

    Tatsächlich gehört zur Ausbildung wie auch zum Alltag, dass man durchaus Schülerleistungen nicht nur bewertet, sondern sie auch zur Diagnose nutzt. Das fängt für mich schon im Kleinen an ... und bei den sehr kleinen SchülerInnen oder vor der Einschulung.

    Ich weiß nicht, wie Hessen aufgestellt ist, aber für NDS kann ich es sehr genau sagen:

    Für Klasse 1-4 gibt es keine FöS Lernen mehr, auch Kinder mit anderen Förderbedarfen sind zunehmend mit in den Grundschulklassen.

    Dabei ist die Versorgung mit Sonderpädagogen recht unterschiedlich, die 2 Std. pro Klasse (pauschal und komplett für L, Sprache, ESE) kommen in den Schulen nicht unbedingt an UND man ist als Grundschullehrkraft in jedem Fall zuständig, da man die Kinder beschult, die vor einem sitzen.

    Bevor oder wenn es überhaupt zu einer Diagnostik mit standardisierten Testformaten durch eine Förderschullehrkraft kommt, hat in der Regel die Grundschullehrkraft schon sehr viel Diagnostik selbst betrieben, Förderung gewählt, Gespräche geführt etc.

    Ein Verfahren für sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf kann man nur noch dann anstreben, wenn man zuvor alle der Regelschule möglichen Maßnahmen durchgeführt hat und dieses auch versichern kann - ohne Entwicklungsbericht und Förderpläne über ca. 1 Jahr wird man da nichts.

    Mit 1-2 Std. pro Woche, die die Förderschullehrkraft vorbeikommt, und die sie auch für Absprachen udn Überprüfungen nutzen kann, kommt man leider nicht weit und tatsächlich kann ich mir nicht vorstellen, dass man die betroffenen Kinder in die Ecke setzt oder in den Flur stellt, weil sich niemand zuständig fühlen will.

    Selbst wenn Regelschullehramtsstudenten noch zusätzliche Module im Studium für diesen Bereich belegen müssten, das kann keiner dauerhaft im Alltag bei der jetzt schon hohen "Arbeitsdichte" in Klassen zwischen 25-30 Schülern stemmen.

    Ja, stimmt, da wäre es gut, wenn Inklusion nicht nur auf dem Papier steht und die Kinder in den Klassen ankommen, sondern wenn das Schulsystem genau dafür aus ausgestattet und ausgerichtet ist.

    Nichtsdestotrotz ist es sinnvoll, wenn sich nicht allein FörderschulkollegInnen mit den vielen Schwierigkeiten und Spezialfällen auskennen, sondern wenn auch RegelschulkollegInnen eine Ahnung haben, worum es geht und wo sie Hilfe finden können.

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