Beiträge von Palim

    Nun bin ich mal wieder gezwungen, mich selbst fortzubilden.

    Japp. Und dafür gibt es dann wieder keine Fortbildungspunkte, die ihr doch sammeln müsst, oder?

    Und ich habe ja immernoch den Wunsch, dass es genau dafür eine zentrale Beratungsstelle gibt, bei der man Informationen abgreifen oder auch unbürokratisch und ohne Umweg über Schulleitung und Dezernentin als Lehrkraft Anfragen stellen kann, die zeitnah beantwortet werden, um wenigstens die grundlegenden Informationen zu erhalten und nicht alles selbst sammeln zu müssen.

    Tatsächlich habe ich in den letzten Tagen genau das für MEIN Bundesland hinsichtlich einer anderern Beeinträchtigung gefunden und war ganz überrascht. Vielleicht sind meine Wünsche erhört worden... man darf ja Träume haben :thumbup:

    ... ich habe nachgeschaut, für andere Beeinträchtigungen scheint es das noch nicht zu geben.


    Und Palim hat mehr Erfahrung mit Inklusion als wir alle zusammen...

    Danke, aber vielleicht ist das zu viel der Ehre.

    Tatsächlich ist es so, dass Nds. vor ein paar Jahren die FöS Lernen für die Grundschule geschlossen hat. Somit sind diese Kinder IMMER mit im Unterricht und man muss auch gar nicht überlegen, ob das Kind nicht besser irgendwo anders beschult werden könnte. Es gibt diese Möglichkeit nicht. Gleiches gilt seit Jahrzehnten für den Schwerpunkt Emotional-Soziale Entwicklung, weil fast alle Schulen in privater Trägerschaft sind und die SuS sehr gezielt auswählen oder auch ablehnen.

    Durch diese Umsetzung sehen auch immer mehr andere Eltern die Möglichkeit, Inklusion an den Grundschulen zu nutzen, sodass man SuS aus allen Förderschwerpunkten in den Klassen haben kann, häufig ohne große Unterstützung seitens der Schulbehörde.

    Außerdem ist das immer an ein Verfahren gebunden, was schon immer aufwändig war, in den letzten Jahren aber noch weitaus schwieriger geworden ist. Ohne Bescheid keine weitere Unterstützung.

    Gleiches gilt zwischenzeitlich auch für den EInsatz von Schulbegleitungen, wobei sie für mich bisher immer ein Segen waren! (ok, eine Ausnahme)

    Für manche Schwerpunkte gibt es Mobile Dienste (also ein Beratungsgespräch, ggf. eine Hospitation oder eine Testung von Teilbereichen), für andere nicht. Da muss man selbst sehen, was man macht, oder die Kollegin der Grundversorgung bitten, die aber ja auch nicht sämtliche Schwerpunkte hat ... und sich entsprechend wenig auskennt oder sich nicht zuständig fühlt.

    Um so schöner sind diese Foren und trotz unterschiedlicher Bestimmungen in den BL habe ich inzwischen sehr viele Tipps und Hilfen auf den Bildungsservern anderer Bundesländer gefunden.

    Ja, das ist bei uns anders.

    Zu normalen Zeiten sind 5-10 KollegInnen gemeinsam im Lehrerzimmer, einschließlich Schulleiter, man sieht sich in jeder Pause, die Abordnungen tageweise.

    In jeder Pause sind 1-2 Kolleginnen auf dem Pausenhof mit ALLEN Kindern.

    Jetzt ist niemand im Lehrerzimmer, stattdessen sind alle im Unterricht, die Pausen - wie alles andere - um 15 min gestaffelt und immer nur 1 Gruppe mit genau 1 Lehrkraft draußen.

    Werden mehr Schülergruppen da sein, wird man den Schulhof vermutlich aufteilen. Da kommt es darauf an, wie man teilt und ich bin nicht sicher, ob man dann 1 Lehrkraft für 2 Gruppen die Aufsicht führen lässt.

    Die Klasse geht auf den Pausenhof und ich ins Lehrerzimmer

    Nein, nein,

    du magst an der BBS keine Aufsichtspflicht haben,

    aber an anderen Schulen ist das anders.

    Hat man sonst vielleicht 3 Pausenaufsichten in der Woche, geht man nun mit der Klasse jeden Tag zu jeder Pause mit auf den Pausenhof und danach wieder mit in die Klasse.

    Sollte es einen Lehrerwechsel geben müssen, gehst du entweder direkt von einer Klasse in die nächste oder mit einer Klasse auf deN Pausenhof, je nachdem, in welche Richtung der Unterricht versetzt ist.

    Abgesehen davon, dass ein Lehrerzimmer in der Regel kein Sozialraum ist und dort keine Pause von der Arbeit stattfindet, sondern weit häufiger Absprachen und anderes, musst du diese Sachen dann nach dem Unterrichtstag über andere Wege erledigen, da du deine KollegInnen gar nicht triffst. Sie machen zu anderen Zeiten Pausen mit ihren Klassen auf dem Schulhof.

    Es geht doch gar nicht um zielgleiche, sondern um zieldifferente Beschulung.

    Das scheint bei diesem Kind schon festgestellt und festgesetzt zu sein.

    Da geht es nicht darum, dass das Kind mithalten kann, dass es das Gleiche lernt, wie die anderen Kinder.

    Das gemeinsame Beschulen hat dabei den Sinn der gemeinsamen Teilhabe am gesellschaftlichen Leben für dieses Kind und auch für die anderen Kinder.

    Tatsächlich kann man dabei lernen, was möglich ist, wo man sich begegnen kann, wie man sich miteinander austauscht und achtet, wie man ein gemeinsames Leben gestaltet und anerkennt, dass nicht alle gleich sind, dennoch aber wertgeschätzt.

    Warum fragt ihr nach dem Sinn und nicht nach den Bedingungen?

    Warum stellt man Inklusion als solche in Frage, weil Kinder mit Beeinträchtigungen ohne weitere Maßnahmen in die Regelklassen gesetzt werden?

    Verliert man ein Menschenrecht, wenn die Bedingungen nicht stimmen?

    Fragt ihr auch, ob sauberes Wasser unsinnig ist, wenn Kinder im Dreck aufwachsen?

    Fragt ihr, ob faire Gerichtsverfahren unsinnig sind, wenn Staaten dies nicht umsetzen?

    Genau DAS ist der Grund, warum Eltern mit beeinträchtigten Kindern auf die Barrikaden gehen, weil sie ständig diese Ablehnung erfahren, weil man sich lieber wegdreht, weil Inklusion versprochen und dann doch verweigert wird.

    Und das macht dann in Elterngesprächen die Gratwanderung aus, deutlich zu machen, dass die Bedingungen schlecht sind, wofür man als Lehrkraft gar nichts kann, aber dass man sich eben nicht wegdreht, sondern die schlechten Bedingungen auch schrecklich findet und trotzdem bemüht ist, Kinder und Eltern zu sehen.

    Es ist dann nicht immer einfach, deutlich zu klären oder zu erklären, welche Ziele möglich sind und was nicht erreicht werden kann, gerade weil diese Ablehnung, die tatsächlich vorhanden oder nur unterstellt sein kann, immer mitschwingt.

    Wenn du die Möglichkeit der Absprache mit der abgebenden Lehrkraft hast, kann man sicherlich den Leistungsstand und die bisher genutzten Materialien erfragen ... und auch die Hemmnisse.

    Nun gibt es ja eine Schulbegleitung, darüber lässt sich vieles ermöglichen, wenn eine gute Zusammenarbeit entsteht. Wenn das Kind samt Schulbegleitung wechselst, kennt diese das Kind ja auch schon.

    Ich glaube, inhaltlich musst du dann noch mal fragen, wenn du den Leistungsstand hast oder es konkreter wird.

    Unsere GE-Kinder arbeiten mit einem besonderen Lese-Konzept, bei dem es - wie sonst ja eigentlich auch - notwendig ist, täglich ein bisschen zu lesen (kleine Häppchen, viele Wiederholungen) Die Art und Weise wurde den Begleiterinnen erläutert, sodass sie dies nun im Rahmen des Wochenplanes umsetzen können. Ähnliches gilt für Matheaufgaben mit taktilem Material etc.

    Eines dieser Kinder hatte ich zu Beginn in meiner großen ersten Klasse. Das Kind ist sehr fröhlich und lernwillig, es war möglich, Materialien anzubieten, mit dem das Kind tatsächlich selbstständig gearbeitet hat und auch Fortschritte zeigte. Ich war sehr dankbar um die Materialien, die mir eine Kollegin zur Verfügung gestellt hatte. Diese war, im Hinblick auf die Inklusion von GE-Schülerinnen vorab in einer FöS hospitieren.

    Wenn das derzeit nicht möglich ist, kann man dir vielleicht jemanden vermitteln, mit dem du telefonieren kannst. Entweder organisierst du das selbst, weil dir jemand einen Tipp gibt, oder du bittest über die zuständigen Stellen um Hilfe/ Beratung DEINERSEITS, was aber häufig länger dauert.


    Sinnvoll finde ich auch, mich mit den Anforderungen auseinanderzusetzen. Bei den Kindern mit Förderbedarf Lernen merke ich in Gesprächen häufig, dass die Grundschullehrkräfte sehr viel erwarten. Da haben Förderschullehrkräfte einen ganz anderen Blick.

    Wichtig ist, dass man "zieldifferente Beschulung" für sich konkretisiert und fragt, was erwartet wird oder was möglich ist – erst einmal für sich als Lehrkraft. Es ist hilfreich, zu wissen, dass es Kinder gibt, die auch im 10. Schuljahr nicht über den Zahlenraum bis 10 hinausgekommen sind und nicht lesen können. Es ist auch gut, zu wissen, was die curricularen Vorgaben sind.

    Danach kann man dann speziell für dieses Kind schauen, wo es steht und was die nächste - sehr kleinen - Schritte sein könnten, die dann im Förderplan festgesetzt werden. Passen sie nicht, muss man in die eine oder andere Richtung nachsteuern. Läuft es gut, kann man dies festhalten UND den Eltern darlegen.

    Sollte es zuvor zu Unstimmigkeiten gekommen sein, musst du überlegen, ob Elterngespräche zu dritt und mit Protokoll erfolgen müssen und ob oder was du dir zur Kenntnisnahme unterzeichnen lassen willst.


    P.S.: Man kann auch bei Kindern mit Down-Syndrom nicht pauschal für eine Klassenstufe den erreichbaren Leistungsstand festsetzen. Es gibt auch Menschen mit Down-Syndrom, die ihr Abitur ablegen, ebenso gibt es Menschen ohne Down-Syndrom und ohne Schulabschluss.

    Noch einmal zum Erklären von Inklusion.

    In den letzten Jahren habe ich häufig von ganz unterschiedlichen Personen (Eltern, Schulträger, Ärztinnen des Gesundheitsamtes uvm) erlebt, dass etliche davon ausgehen, dass Schulen, die Inklusion machen (müssen) auch die notwendige Ausstattung erhalten. Oft wurde der in den Medien genannte Wunsch nach einem multiprofessionellen Team als Realität angenommen. Oft wurde eine sehr hohe Erwartung gesetzt, was Schule leisten muss, weil sie Inklusion umsetzen soll.

    In den Gesprächen setze ich deutlich dar: Ich stehe der Inklusion offen gegenüber, auch kann ich vieles realisieren. Aber die Traum-Vorstellungen, die manche hegen und mit entsprechend hohen Erwartungen an Schule herantreten, sind leider häufig Seifenblasen. Häufig lege ich offen, welche Ausstattung die Schule hat - und welche, z.T. gegen die Erlasse, nicht gewährt wird.

    Habe ich genau EINE Stunde sonderpädagogische Grundversorgung in der Woche für alle SchülerInnen dieser Klasse, ist es genau das: EINE Stunde für ALLE.

    Für Kinder mit Förderbedarf GE gibt es andere Stundenvorgaben, aber generell entsprechen die des Erlasses nicht unbedingt den Zuweisungen.

    Da die Eltern ein Recht auf Information haben, erläutere ich die gegebenen Umstände. :_o_)

    Offiziell haben in Bayern die Schulbegleitungen nicht die Aufgabe, mit den Schülern zu lernen und diese zu fördern. Sie sollen dort unterstützen, wo die Kinder die Unterstützung brauchen.

    Das ist hier offiziell auch so.

    Trotzdem bleibt es eine Auslegungssache oder eine Frage der Absprache, finde ich und so erlebe ich es auch seit vielen Jahren, in meiner Klasse seit 6 Jahren, in Fachklassen noch länger.

    Es gibt durchaus die Ansicht, dass die Begleitung Materialien anpassen darf.

    Es gibt die andere Ansicht, dass die Lehrkraft die Materialien stellt.

    Darum muss man sich absprechen und die Erwartungen tauschen und Möglichkeiten finden.

    Einige Kinder brauchen nur eine Rückversicherung, andere jemanden, der bei der Handlungsplanung hilft (Was ist die Aufgabe? Was brauchst du? Womit beginnst du?)

    Konkret haben unsere GE-Kinder gerade jetzt mal einen Raum, in den sie ausweichen können, wenn sie mit der Begleitung sprechen wollen, sie gehen von da aus auch immer mal raus.

    Es gibt für diese Kinder gesonderte Wochenpläne, für andere auch, an denen sie arbeiten. Natürlich ist der Inhalt entsprechend.

    Weil wir seit 1 Jahr eine supertolle Förderschullehrkraft mit diesem Schwerpunkt haben, die an wenigen Tagen mit wenigen Stunden kommt, hat sie hier sehr viel unterstützt, mit Materialien geholfen und auch Elterngespräche begleitet oder mit übernommen.

    Davor hatten wir keine Hilfe und mussten selbst sehen, wie es gehen kann ohne und später mit Begleitung.

    Da du am sammeln bist, kannst du also auch gucken, wer ggf. helfen kann und zuständig ist, ob Lehrkräfte-Stunden zu beantragen sind (vermutlich schon zu spät), ob es BeraterInnen gibt oder anderes (BY ist da doch immer recht gut aufgestellt).

    Mich würde interessieren, ob du die Schulbegleitung kennst und ob sie alle Stunden begleitet. Beides wäre schon mal eine große Erleichterung.

    Ansonsten kommt es dann eben sehr auf den Einzelfall an. Materialien kann man nicht pauschal vorab wählen.

    Wir haben für bestimmte Bereiche inzwischen vieles in der Schule, gekauftes Material, selbst zusammengestellte Sammlungen, aus denen man wählen kann.

    Kommt ein Kind an die Schule, bemüht man sich möglichst zügig um einen Überblick und stellt dann Materialien zusammen, vor allem für Deutsch und Mathematik.

    Mit dem Anschaffen irgendwelcher Lehrwerke würde ich warten, bis klar ist, wie das Kind arbeiten kann. DANN kann man etwas auswählen, das nicht klassisch aus Buch und Arbeitsheft bestehen muss, manchmal aber eine gute Ergänzung ist.

    Ich finde zieldifferente Beschulung dann in der Hinsicht einfacher, dass ich frei wählen kann und dann in jedem Fach suche, was schon möglich ist und darauf aufbaue.

    Bei uns werden Kinder mit Down-Syndrom generell unter Förderbedarf GE geführt, was ich merkwürdig finde, entsprechend wäre es immer zieldifferente Beschulung ... bis zur Aufhebung des Förderbedarfes.

    Das Einbinden in weitere Fächer (SU, Rel) hängt davon ab, wie praktisch es gerade zugeht. Ist es textlastig (Steckbrief schreiben, Referat vorbereiten) benötigen die Kinder hier auch andere Materialien. Die Referendarin ist in Klasse 3 auf Bilder ausgewichen, anhand derer die Kinder dann auch Vorträge erarbeitet und gehalten haben. Das fand ich gut.

    Zu den Absprachen:

    Einerseits musst du dich hinsichtlich der Begleitung positionieren oder mit ihr absprechen.

    Was erwartet sie? Was erwartest du? Wo passt es oder wo könnt ihr euch treffen?

    Was braucht das Kind wirklich an Begleitung? Wo kann das Kind selbstständig agieren?

    Auf jeden Fall sollte klar sein, ob das Kind sich orientieren kann und in der Schule bleibt oder unter Daueraufsicht stehen muss und ob dies durch die Begleitung abgedeckt wird.

    Zum anderen musst du dich mit den Eltern absprechen.

    Es ist sinnvoll, sich anzuhören, was die Eltern erwarten.

    Ich schreibe Förderpläne und lege sie dar.

    Die Ziele (Kompetenzen) lege ICH fest - ggf. in Absprache mit einer FöS-Lehrkraft, wenn denn eine irgendwie in der Nähe sein könnte.

    Die Umsetzung der Inklusion lege übrigens auch ICH fest, weil ich keinen Einzelunterricht erteile, sondern eine Klasse unterrichte.

    Dazu gehört auch, dass man im Rahmen der Vorgaben Möglichkeiten findet.
    Da kenne ich die Vorgaben eures BL nicht.

    Recht machen kann man es nie allen.

    Die Eltern der betroffenen Kinder sind mal dankbar für differenzierte Beschulung, dann gibt es andere, die einem das gleich oder später zum Vorwurf machen. Häufig muss man erläutern, was Inklusion ist, was davon in dieser Schule zu realisieren ist und welche Möglichkeiten und Grenzen bestehen.

    Die Eltern der Klasse sind ähnlich ambivalent und übertragen das gerne auch auf die Kinder. Da muss man mit den Kindern arbeiten UND sich ggf. auch mal auf einem Elternabend deutlich positionieren.

    Die VA sieht ziemlich blöd aus als Schrift bei einem erwachsenen Mann.🙈

    Die LA sieht bei einem wenig schreibenden, erwachsenen Menschen auch blöd aus!

    Wir hatten an der weiterführenden Schule einen Lehrer, der an der Tafel krakelige LA schrieb. Das war nicht gut! :neenee:

    Killerkombination: VA+LRS+Grobmotoriker

    Da gibt es durchaus einen Zusammenhang, den ich aber NICHT auf die VA rückführen würde. Selbst bei der Druckschrift ist das häufig genug harte Arbeit.

    In der Oberstufe streiche ich jedes Wort an, das ich nicht auf den ersten Blick lesen kann

    Damit muss man ganz sicher nicht bis zur Oberstufe warten!

    Wenn der Übungstext nicht leserlich ist, dann muss genau das geübt werden, BIS es leserlich ist.

    Was nicht leserlich ist, ist ein Fehler. Fertig. Und die Fehler gehen dann eben auf die Note. Das kann man ja mehrfach vorab ansagen und transparent machen.

    Das hat gerade bei den Härtefällen nicht mit der Schriftart zu tun, sondern mit Wahrnehmungsleistungen, Motorik, Konzentration und Übung.

    Wir sind schon vor Jahren auf die Grundschrift umgestiegen.

    Vorteile, die wir damals sahen und die geblieben sind:

    - Anfang Klasse 2 kein Bruch in der Schrift, sodass man schneller mehr schreiben kann

    - zeitlich individuellerer Umstieg

    - bessere Differenzierung für alle die, die keine Ausgangsschreibschrift erlernen können/werden, ggf. auch Lesen (FöS GE, manchmal FöS LE, Schwäche in Motorik, Sehen und die DaZ-Kinder, die dazu kommen und noch in lateinischen Buchstaben alphabetisiert werden müssen.)

    Wir haben nie mit der Kartei gearbeitet, sondern immer die Verbindungen im Unterricht aufgegriffen und geübt.

    Trotzdem dachte ich am Anfang, dass man weniger Zeit für den Umstieg braucht und darüber mehr Zeit fürs Schreiben von Texten und fürs Lesen hat, das hat sich für mich nicht wirklich erfüllt. Tatsächlich ist man nicht darauf angewiesen, den Schreibschriftlehrgang zwischen Sommer- und Herbstferien durchzuziehen, sondern arbeitet übers Jahr verteilt an der Schrift und am Lehrgang, den auch wir einsetzen.

    Ab dem 2. Mal habe ich einen Lehrgang eingesetzt, einen ähnlichen zu dem, den ich auch sonst genutzt habe.

    Die Materialien der Basisschrift aus der Schweiz, die zur Grundschrift passen würden, habe ich mir angesehen und finde vieles sehr gelungen und motivierend. Leider ist der Bezug aus der Schweiz etwas kompliziert. Auch verstehe ich nicht, warum die großen Verlage die Sachen nicht auch für den deutschen Markt adaptieren, wenn sie doch quasi fertig sind.

    Zur Leserlichkeit:

    Meiner Meinung nach gibt es Kinder, die in jeder Schrift schön schreiben können, und andere mit motorischen Defiziten, die das nicht können.

    Zudem gibt es Kinder, die - oft nicht nur in der Schrift - sehr nachlässig arbeiten. Die bekommt man nur durch ständiges Ermahnen, Korrigieren, Verbesser oder dem Neuschreiben von Texten, bis sie endlich mehr auf die Schrift achten. Dabei ist die Schriftart egal.

    "Schön" finde ich persönlich weder die LA noch die VA als Schrift. Die wenigsten Erwachsenen schreiben nah an diesen Schriften. Viele steigen auf Druckschrift um oder mischen alles stark und verbinden nur noch einige Buchstaben. Die Frage, die nicht beantwortet ist, bleibt, ob der Aufwand, für 2-3 Jahre in der Grundschule eine Ausgangsschreibschrift zu erlernen und zu schreiben, sinnvoll ist, wenn diese danach nicht mehr zur Anwendung kommt.

    Ist dies eine notwendige Schulung der Motorik und Konzentration oder geht es eher darum, viel zu schreiben?

    Wir haben nach vielen, vielen Jahren der Abordnungen und Versetzungen von SekI-Schulen jetzt im 2. Jahr Abordnungen vom Gymnasium.

    Darunter auch eine junge Vollzeitlehrkraft, die nun für ein Jahr mit viel Engagement eine 2. Klasse übernommen und geführt hat.

    Es braucht seitens des GS-Kollegiums vor allem zu Beginn viel Unterstützung. Wenn es dann läuft, wechselt die Person. So hat man ständig neue KollegInnen, die man einarbeitet, häufigen Wechsel in den Klassen, was die Eltern aufbringen kann, und ein sehr kleines Stamm-Kollegium, das sich auch alle anderen Aufgaben teilen muss.

    Trotzdem finde ich, dass unsere Gymnasialkolleginnen wirklich gute Arbeit gemacht und sich voll auf die Aufgabe eingelassen haben.

    Ich hätte sie alle gerne an der Schule behalten.

    Die Schüler lernen sehr unterschiedlich.

    Zu Beginn konnte ich kein geeignetes Lehrwerk zur Alphabeitisierung von Kindern in DaZ finden.

    Deshalb habe ich mehrfach die MALIOPE-Sachen genutzt, die bei 4teachers stehen.


    Wir haben sie inzwischen in Hängeregistern als Module im Lehrerzimmer, sodass man individuell voranschreiten oder auch mal eines überspringen kann.

    Wenn dann etliches geht, kann man parallel die DaZ-Jandorf-Hefte und die Willkommen in Deutschland-Hefte einsetzen.

    Ob es auf dem Lande so viel gemächlicher oder gelassener zugeht, hängt wohl auch vom Schulstandort und Einzugsgebiet ab, in der Stadt und auf dem Land.

    Auch im ländlichen Bereich gibt es Straßenzüge mit diesen oder jenen sozialen Verhältnissen, sodass man die entsprechenden Kinder in der Schule hat oder sie zur Nachbarschule gehen. Davon ist auch häufig die Ausstattung der Schule abhängig, das sie an Sponsoren/ Sponsorenläufen uvm. hängt.

    Migranten gibt es vermutlich an den meisten ländlichen Schulen weniger als in Großstädten, das Hilfsangebot ist allerdings auch weniger ausgebaut und wenn es dumm läuft, reist der Dolmetscher für ein wichtiges offizielles Gespräch 2 Std. aus der nächsten Großstadt an. Alles andere regelt man möglichst selbst vor Ort.

    Ist die Schule klein, werden alle Aufgaben auf die StammkollegInnen verteilt. Also hat jedeR 2-3 Fachkonferenzen und mehrere zusätzliche Beauftragungen. Zudem klappt es innerhalb der Schule nur, wenn viele sehr breit aufgestellt sind. Wünsche, wie: "Ich komme mit einer vollen Stelle und möchte Vollzeit nur in meinem einstündigen Lieblings-Nebenfach unterrichten", sind an kleinen Schulen utopisch, führen zu allgemeinem Kopfschütteln oder zur Erheiterung (hatten wir schon mehrfach).

    Stattdessen erwartet einen mindestens eine Klassenleitung und Unterricht in allen möglichen anderen Fächern. Mit etwas Glück ist das Team eingespielt und manches klar verteilt, aber jeder Wechsel ist mehr als deutlich zu spüren und schüttelt das ganze System durcheinander, weil nicht eine Lehrkraft für 2 Fächer fehlt, sondern eine Klassenleitung mit vielfältigen zusätzlichen Aufgaben ersetzt werden muss, sodass jeder noch etwas zusätzlich übernehmen muss.

    Je nach Region gibt es Ganztagesangebote, Hausaufgabenhilfe, Betreuung am Nachmittag oder eben auch gar nichts davon. Das Wort "Hort" ist unbekannt.

    Offenbar regelt das jeder Landkreis selbst und kann Testungen anordnen, muss es aber nicht.

    Im Landkreis Leer, also Nds, und da, wo die Restauranteröffnung mit 40 Leuten etliche Infizierte erbracht hat,

    ist es so, dass nur diejenigen, die direkt mit positiv Getesteten hatten, in Quarantäne gehen.

    Andere, die nur über einen Zweiten Kontakt hatten, werden nicht isoliert.

    Das betrifft sowohl Besucher des Restaurants (aus unterschiedlichen Gründen)

    als auch den Landrat, dessen Frau Kontakt mit einem später positiv Getesteten hatte.

    Der Landrat müsste nicht in Quarantäne gehen, hat dies nun aber freiwillig getan.

    Ähnlich verquer scheint es mit den Testungen zu sein.


    In Osnabrück waren jetzt auch Fälle und im Artikel stand: "Die Schulen werden informiert."

    Ich habe gedacht: Worüber?

    Mal ganz konkret:

    1. Erreichbarkeit der SuS

    Wir haben inzwischen eine Plattform, die derzeit kostenlos ist, und darüber auch E-Mail-Adressen für alle SuS.

    Als erstes musst du also alle Leute auch digital erreichen können.

    Das klappt bei uns in manchen Klassen zu 90%, in anderen Klassen zu 20%, entsprechend sinnvoll sind weitere Angebote.

    Wer digital nicht erreichbar ist (kein Gerät, kein Internet, zu geringe Kenntnisse), erhält die Aufgaben in Papierform.

    Bei Fragen kann man die Lehrkräfte unserer Schule per Mail, Messenger der Plattform oder Telefon erreichen (die meisten bei uns haben die private Nummer herausgegeben - siehe Diskussion im anderen Forum).

    2. Nutzungsbedingungen

    Für die Plattform mussten die Eltern die Nutzungsbedingungen akzeptieren. Diese gab es PER POST/ wir haben sie ausgetragen.

    3. Aufgaben

    Über die Plattform bzw. per E-Mail werden Aufgaben zur Verfügung gestellt.

    Dies sind Arbeitsblätter, bei einer Kollegin auch digital zu bearbeiten, oder Aufgaben in den AH etc.

    Ich würde sagen: das Übliche zum Üben

    4. Rückmeldung

    Die Rückmeldung erfolgt in den meisten Fällen per Foto der ausgefüllten Materialien, das dann auf der Plattform hochgeladen wird/ per EMail geschickt wird.

    Bei denjenigen, die an den digitalen Angeboten nicht teilhaben können, werden die ERgebnisse zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Schule abgegeben (Material-Tausch-Termin, 2 Kisten, 1 Umschlag je Kind mit neuen Aufgaben nimmt jemand mit, Ergebnisse werden als Päckchen in die andere Kiste gelegt)

    5. neue Inhalte

    Nach einiger Zeit des Übens brauchte es irgendwann neue Inhalte.

    Auf Youtube gibt es zahlreiche Videos zu Lerninhalten ab Klasse 1.

    Wir haben 2 KollegInnen, die selbst drehen, andere, die Bestehendes nutzen.

    Tatsächlich habe ich zur Einführung des 1x1 ein Video gefunden, das meinem sonstigen Vorgehen stark gleicht, sodass einige Kinder meinten, es sei von mir :_o_D,

    und stelle auch sonst anderer Leute Erklär-Videos zur Verfügung.

    Da viele Kinder meiner Klasse kaum oder keine digiateln Möglichkeiten haben, sind diese Erklärvideos ein freiwilliges Angebot.

    Alles Neue habe ich als Erklärung aufgeschrieben. Auch Zweitklässler scheitern an dem Textumfang einer erläuterten Mathe-Aufgabe. Das werden die Eltern vorlesen müssen.

    6. Pflicht und Angebot

    Wir haben uns innerhalb des Kollegiums geeinigt, was als Pflicht gestellt wird (D/Ma/SU).

    Damit decken wir die geforderten 90-120 min "Lernen zu Hause" ab. Die Bearbeitung der Aufgaben ist in meinem BL inzwischen verpflichtend.

    Alles weitere sind Angebote, die gekennzeichnet und kommuniziert werden.

    Wer mehr machen möchte, kann sich also auch in weiteren Fächern austoben.

    Ab dem 2. Arbeitspaket habe ich zudem wieder, wie sonst auch, das Material stärker differenziert, FöS-Material/Herausforderungen für bestimmte SuS mit eingepackt.

    Fazit

    Ich finde das Veranschaulichen für die Jüngeren eine große Herausforderung - das ist es sonst auch.

    Auch das Heranführen an digitale Möglichkeiten geht nur, wenn die Eltern dies unterstützen (können).

    Ob sich die Mühe, Unterricht digital anzubieten, lohnt und rechtfertigt, entscheidet sich vor allem an den örtlichen Gegebenheiten.

    Wenn man alle SuS damit erreicht, wie es bei uns in manchen Klassen ist, ist es sinnvoll, in dieser Richtung weiterzugehen.

    Ist dem nicht so, weil man nur wenige erreicht, kann man sich zwar persönlich fortbilden und Angebote setzen, sich aber letztlich nicht auf den digitalen Weg stützen oder verlassen.

    Die Möglichkeiten haben wir in den ersten Telefonaten mit den Eltern abgefragt. Dabei fand ich derzeit die Erfahrungen anderer hier sehr hilfreich, denn "1 Tablet haben" bedeutet nicht, dass das Kind aus meiner Klasse darauf uneingeschränkten Zugriff hat, sondern ggf. andere Familienmitglieder dieses für Arbeit/ Schule ebenso benötigen.

    UND: Ein Smartphone haben zwar fast alle, damit umgehen können aber nur wenige.

    Wer es unter mehrfacher Anleitung schon nicht schafft, sich selbstständig mit Nick und Passwort auf einer einfachen Plattform anzumelden (Antolin), wird durch eine Lernplattform nicht durchsteigen).

    Entsprechend der Möglichkeiten kann also der Aufwand weit höher als der Nutzen sein.

    Es ist mir schon verständlich, wie es abläuft,

    aber ich wundere mich, dass die Stunden auf das Deputat angerechnet werden und die Schule derart gut versorgt ist, dass diese Stunden "übrig" sind.

    Eigentlich ist es doch das, was wir gerne als eingeplante Vertretungsreserve hätten, aber es war angesichts des Lehrkräftemangels für mich nicht vorstellbar, dass überhaupt irgendeine Schule irgendwo ein Plus an Stunden haben könnte.

    Sobald es hier auftritt, kommt spätestens am Folgetag die Aufforderung zur Abordnung, quer durch alle Schulformen,

    BBS womöglich bisher außen vor (in beide Richtungen).

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