Beiträge von Palim

    Wenn deine 60minuten Aufsichten nur 1/2 Deputatsstunde (22,5 min) zählen, dann habt ihr in der Schule den Zusammenhang, dass eine Deputatsstunde Unterricht (inklusive Vor- und Nachbereitung, Korrekturen) zwei Zeitstunden Arbeitszeit bindet.

    Das ist in NDS für den Ganztag exakt so geregelt. Dafür werden die Schulen nur zu 75% mit Personal versorgt, damit die Lehrkräfte die Pausen übernehmen, die gar nicht auf das Deputat zählen, und Aufsichten am Mittag, die nur zur Hälfte zählen. Das wird damit begründet, dass man dafür keine Vorbereitungen hätte. Andererseits wird bei anderen Deputatsstunden nicht angenommen, dass man jeweils 1/2 Deputatstunde für die Vorbereitung benötigt, dann müsste das Deputat ja insgesamt viel geringer ausfallen.

    Es gibt Möglichkeiten, dies zu umgehen (Einsatz der Pädagogischen Mitarbeiter:innen, da zählt es 1:1), dafür hat man dann am Mittag als Lehrkraft eine entsprechend lange Pause, wenn man danach noch ein Angebot gibt, das 1:1 aufs Deputat gerechnet werden kann.

    ... und auch da würde eine Arbeitszeiterfassung greifen, da diese Anfang und Ende registriert und keine Vorgaben setzt, wann die Lehrkraft nur halb zugegen ist.

    Was muss ich noch tun, um mich verständlich zu machen?

    Nichts.

    Es ist gut zu verstehen und es gibt durchaus Lehrkräfte, denen es an anderen Schulen ebenso geht.

    Die Forderung, Lehrkräfte sollten zusammenhalten und gemeinsam gegen die Missstände vorgehen, beinhaltet auch, dass man einander zuhört und versteht, wo andere die Überlastung haben, auch wenn man für sich selbst eher den Schlussstrich ziehen kann oder personell besser versorgt ist oder, oder. Das haben die anderen ja auch nicht immer selbst in der Hand, sondern es vielleicht einfach besser getroffen.

    Es ist nicht deine Schuld, Anna Lisa , dass du überlastet bist und es zeitlich nicht machbar ist.

    Genau das zeigen auch die Arbeitszeitstudien, die nachgewiesen haben, dass Vollzeitlehrkräfte durch den Deckeneffekt reduzieren müssen, da der Tag nur 24 h hat, bei Teilzeitkräften die Belastung durch außerunterrichtliche Aufgaben aber im Verhältnis zum Deputat noch höher ist, gerade weil es so viele unteilbare Aufgaben gibt.

    Und ja, das hilft dir leider nicht weiter.

    Du kannst selbst nachhaken, ob du bei allen zusätzlichen Aktionen dabei sein musst, aber offenbar ist euer Lehrerrat schon dran.

    Sorry aber welche Schule macht in der Abivorbereitung noch das Schulfest und dann noch Projekttage und noch Elterninformationsabend und noch weitere Veranstaltungen und das noch für alle Lehrer verbindlich?

    Ich kann das für andere Schulformen gar nicht überblicken, was da in den anderen Monaten auch noch ansteht. Gerade darum ist der Austausch im Forum spannend, weil jeder auf etwas anderes blickt.

    Wenn die anderen Monate auch voll sind, dann sind da Berufs-Messen oder Sportfeste, Klassenfahrten, Kursfahrten, Schnuppertage für die Neuen, Prüfungen für die 10. Klassen … alles andere eben.

    Du weißt doch selbst, dass es von außen vorgegebene Termine und Daten gibt. FöS-Gutachten bitte nicht vor Februar beginnen, aber zu Ostern fertig abgeben. Ähnliches wird es auch an anderen Schulformen geben.
    Es ist doch nicht der Fehler der SL oder der LK, dass das System überlastet und mit Aufgaben überfrachtet ist.

    Warum macht ihr so viele Aktionen alle in einem Monat?

    Weil in den anderen Monaten die anderen Aktionen liegen?

    Es war doch genannt, dass es in den anderen Monaten nicht besser ist.

    Auch wir haben so eine Art Jahreskalender und sind darum bemüht, alles möglichst gleichmäßig zu verteilen. Das ist aber nur mäßig möglich. Wenn die vielen Sachen auf die Monate verteilt werden, ist es eben in allen Monaten voll.

    Wir haben manches reduziert, aber es gibt genug anderes, das Zeit benötigt.

    Es ist so, dass die Bettdecke immer zu kurz ist, egal, wo man zieht.

    Ich finde es nicht richtig, das den Lehrkräften vorzuwerfen und ihnen zu sagen, sie müssten einfach mehr hingucken oder bitte,bitte sagen dann würde es schon passen.

    Wir haben manchmal viele Klassenkonferenzen wegen Fehlverhalten. Das nervt zwar aber wir wollen das auch haben.

    Es muss doch aber berücksichtigt werden, dass es dazu kommen kann, gerade weil man diese Konferenzen nicht unterlassen kann.

    Oder, wie du schreibst: Manchmal muss man 3 Gutachten schreiben, manchmal auch 5, und jedes ist anders. Eltern benötigen Beratung, fordern eine Förderkommission oder es geht ohne. Das kann man nicht beeinflussen, dennoch ist es notwendig und muss gemacht werden.

    Elterngespräche wegen Kindern in der Inklusion, Elterngespräche mit Sprachmittlern, Abstimmen der Förderpläne, manchmal sogar häufigere Gespräche, Dokumentation, ja, kann man alles irgendwie schlank halten, ist aber doch Arbeit und man hat nicht in der Hand, wie viele Kinder es betrifft

    Es ist je nach Schulform, Fach, Standort ganz unterschiedlich, man kann es nicht pauschalisieren.

    Bei einigen sind es die Korrekturen, bei anderen viele kleine Beauftragungen, bei der nächsten eine Klasse mit besonders vielen Kindern, die besondere Päckchen tragen. Man kann nichts davon streichen oder weglassen und nur die Beauftragungen im Kollegium möglichst gleichmäßig verteilen, jede Lehrkraft, die ausfällt, gibt auch diese Aufgaben an die anderen ab.

    Das Deputat bleibt aber bisher immer gleich und außerunterrichtliche Aufgaben werden erweitert, aber nicht entlastet.

    Zum THW konnte man gehen, auch bei der Feuerwehr war es möglich, man musste sich dann über mehrere Jahre verpflichten, was mit dem Studienwunsch nicht immer gut passte.

    Ich kann es nur für NDS sagen, da ich es schon erlebt habe:

    - Es gibt Gespräche, in denen deutlich gesagt wird, woran es hapert.

    - Der Dezernent ist mit im Boot, es liegt nicht allein an der SL.

    - In dem mir bekannten Fall kam es dann, vermutlich nach schon erfolgter Verlängerung der Probezeit, auch noch zu einem Schulwechsel.

    - Es mussten seitens der Schule konkrete Hilfen angeboten und dokumentiert werden.

    - In NDS geht es nicht allein um den Unterricht, sondern um alle Aufgaben in der Schule.

    NDS hat inzwischen eine Frist von 5 Jahren gesetzt, innerhalb der die Probezeit erfolgreich absolviert sein muss.

    Die Bildungsdebatte prasselt oft wie ein „Konfetti-Regen“ auf uns ein – ständig neue Ideen, Tools und Reformen,

    Warum gehört die vorgeschlagene FoBi nicht zum Konfetti?

    Habt ihr im Alltag Strategien, die über das punktuelle „Aktivieren“ hinausgehen und kognitiv wirklich nachhaltig zünden?

    Was ist „punktuelles Aktivieren“?

    Nur, dass das Land ja die Überlastung kennt, weil es die Arbeitszeitstudie als gerichtsfest anerkannt hat und schon damals Entlastungen für notwendig hielt, aus denen dann nichts geworden ist.

    Wie es wohl wäre, wenn diese gerichtsfeste Arbeitszeiterhebung zu Forderungen nach bezahlter Mehrarbeit führen würde?

    Sicherlich wird versucht, den Druck nach unten weiterzugeben, aber es ist ja auch jetzt so, dass alle möglichen Aufgaben und Vorgaben in die Schulen gegeben werden, ohne auf zeitliche Ressourcen zu achten. Es gab dazu schon vor Jahren eine Studie in Bremen, mit der nachgewiesen wurde, dass die aufgetragenen Aufgaben in der Grundschule zeitlich nicht zu schaffen sind - es blieb keine Zeit mehr für Unterrichtsvorbereitung, nachdem alle anderen Aufgaben zeitlich eingeschätzt worden waren.
    Das ist Lehrkräften bewusst, anderen offenbar nicht. Dem Land sollte es bekannt sein, es hat ja die Arbeitszeitstudie erhalten und noch mal auswerten lassen. Was ein Deckeneffekt ist, ist bekannt, dass Teilzeitkräfte durch unteilbare Aufgaben zu viel arbeiten, auch. Ich kann viele Aufgaben benennen, die hinzu gekommen oder erweitert und erschwert werden, aber an keine, die ersatzlos weggestrichen wurde. (18-Punkte-Plan, ILE-Bögen, Wegfall in Aussicht gestellt, nicht umgesetzt, wieder verpflichtend).

    Zum Einen erlaubt die Richtlinie der EU zur Arbeitszeiterfassung explizit Ausnahmen, wenn andere Arbeitszeitmodelle vorliegen

    Tut sie das?

    Das, was ich finde, ist sehr eindeutig: Es gibt so gut wie keine Ausnahmen (leitende Angestellte, Wissenschaftler:innen).

    Die Arbeitszeit muss erfasst werden, mit Anfang und Ende, es reicht nicht aus, die Überstunden zu erfassen. Dem Arbeitnehmer soll die Möglichkeit gegeben werden, ohne weitere Beweise auf die Höchstarbeitszeit verweisen zu können.

    Danke, dass ihr es hier so deutlich äußert.

    Die Hochachtung gebe ich weiter an die Erzieher:innen im Kindergarten, die ebenfalls enorme didaktische und pädagogische Herausforderungen mit noch jüngeren und unselbstständigeren Kindern meistern.

    Da müssten Austausch und Zusammenarbeit viel enger sein, aber der Personalmangel lässt das nicht zu.

    U.a. habe ich gerade für vorschulische Gutachten zum sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf mehrere Entwicklungsberichte aus dem KiGa auf dem Tisch, die den genauen und differenzierten Blick auf die Kinder zeigt.

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