"Mein" Gymnasium macht einen Kennenlernnachmittag, eine Einführungswoche mit Schulrallye, jede fünfte Klasse bekommt Paten aus der Jahrgangsstufe 7 (ich glaube wegen der Coronaregeln dieses Jahr nicht, aber dieses Jahr ist auch kein Maßstab) und die ersten zwei Wochen (je nach Klasse auch schon mal länger), holen diejenigen KuK, die in Fachräumen unterrichten, die 5er am Klassenraum ab.
Den Stundenplan gibt es am ersten Schultag, aber wann soll es denn sonst geben? Das wundert mich bei der Ausgangsfrage. Es sei denn, es gab den eben erst am Ende einer Einführungswoche.
Für das Aufschreiben der Hausaufgaben etc. hat bei uns jeder SuS einen Schulplaner. Ich weiß von keinem Gymnasium ohne Schulplaner für die Kinder. Dieser Schulplaner muss wöchentlich von den Eltern unterschrieben und der/die KL kontrolliert die Unterschrift, so dass schon auffällt, wenn ein Kind seine Hausaufgaben nicht ordentlich aufschreibt. Wenn nicht, dann achten die KuK schon darauf, dass die Hausaufgaben aufgeschrieben werden, allerdings kann man natürlich nicht am Ende jeder Stunde die Schulplaner von 30 SuS kontrollieren.
Zum Thema "Lernen lernen": Dazu machen wir im Unterricht Einheiten mit den Kindern und auch einen Elternabend. Die hier vorher getägtigte Aussage, dass viele Kinder am Gymnasium zum ersten mal wirklich lernen müssen, kann ich absolut unterschreiben. Das sind oft Kinder, die mit Einsen und Zweien von der Grundschule kommen, ohne, dass dafür besondere Anstregung erforderlich gewesen wäre. So geht es am Gymnasium eben nicht weiter, weil das Pensum ein anderes ist. Es passiert auch regelmäßig, dass SuS in Tränen ausbrechen, weil sie am Gymnasium dann zum ersten Mal in ihrem Leben eine drei geschrieben haben.
In der EF beobachten wir das gleiche Phänomen mit SuS, die von einer anderen Schulform zu uns kommen. Viele (nicht alle!) sind ziemlich überfordert bei uns. Sie mussten in Englisch noch nie freie Texte schreiben, die länger als zwei Sätze sind (das passiert bei uns ja schon in Klasse 5 und 6, obwohl die Texte da natürlich deutlich einfacher sind). Genauso kennen sie es oft aus Mathe nicht, dass Aufgaben in Klausuren drankommen, die nicht vorher genauso, nur mit anderen Zahlen, im Unterricht behandelt worden sind. Bei mir entsteht in Mathe oft der Eindruck, dass diesen Schülern in Mathe komplett die Erfahrung aus dem AFB III fehlt. Das ist natürlich schlecht und nur schwer aufzuholen. Wir haben Vertiefungskurse, zu denen wir diesen SuS raten, um das was fehlt aufzuholen, an diesen Kurse nehmen diese SuS aber oft nicht teil, weil sie der Meinung sind, dass sie ja in der Realschule (oder wo auch immer) die besten waren und darum keine Förderkurse brauchen.