Alfred Nobel hat in seinem Testament eigentlich davon gesprochen, dass Leistungen des gerade vergangenen Jahres gewürdigt werden sollen... Ich kann aber verstehen, dass die verschiedenen Komitees auf Nummer sicher gehen und erst ein paar Jahre/Jahrzehnte abwarten, bevor man wirklich jemandem den Preis zuspricht. Wenn man tatsächlich nur auf das letzte Jahr schaut, kann es auch gehörig schiefgehen: Bei Barack Obamas Friedensnobelpreis war damals auch eher der Wunsch Pate des Gedankens...
Beiträge von Der Germanist
-
-
Das Bundesland ist leider nicht genannt...
Geographie und Erdkunde in Kombination würde ich zumindest für das Gymnasiallehramt nicht empfehlen - da sind die Einstellungschancen mit Mathe plus Fach aus Fächergruppe 2 (am besten Physik) deutlich besser.
Allerdings muss man sich auch klar machen, dass man ein Fach bis zur Pensionierung vier Jahrzehnte vertritt... Da sollte man nicht nur auf die Einstellungschancen schauen und im Studium ggf. eher Praktika in anderen Bereichen machen.
-
Ich hab auch schonmal vorsichtig versucht, die Thematik bei meinen Mentoren anzusprechen bzw. Tipps einzuholen, aber da kommen dann eher so Gemeinplätze wie, dass man vorne hin stehen müsste und diese Konflikte austragen müsste, denn das sei nun mal unser Beruf
Das klingt aber aufgrund der genannten Gemeinplätze eher auch nach eigener Hilflosigkeit. Versuche, dir im Team mit anderen Referendaren, jungen oder erfahrenen Lehrkräften Tipps zu holen und mit den Lehrkräften derselben Lerngruppe Absprachen zu treffen, wie mit Fehlverhalten von SchülerInnen umgegangen wird.
Insbesondere in der Anfangszeit in einer neuen Klasse/einem neuen Kurs ist die Beziehungsarbeit oft wichtiger als die inhaltliche Arbeit. Dazu kommt, wie alias bereits schrieb, dass wir aufgrund der Corona-Situation zahlreiche zusätzliche Baustellen haben: Viele Schüler*innen sind mit dieser langen Phase des fehlenden oder stark eingeschränkten sozialen Austauschs nicht gut zurechtgekommen. Das muss irgendwie aufgefangen werden.
Und letztlich gilt, wie @karuna angedeutet hat, dass man im Laufe der Jahre ein dickeres Fell entwickelt und auch in viel mehr Situationen weiß, wie man am besten reagieren kann.
-
@DpB Wir kriegen den Thread alleine voll...
-
Ich fang mal an: Einer der früheren Corona-Erlasse hatte einen Passus, dass "positive Verdachtsfäle" unauffällig von der Klasse abzusondern
Das hatte ich schon fast vergessen...
Ebenso wie die Passage aus einer Pressekonferenz der Schulministerin:
"Frau Gebauer, können sie - nach all der Kritik der letzten Wochen - ausschließen, dass die Presse wieder einmal vor den Schulen von den neuen Regelungen erfahren hat?"
Gebauer: "Die Schulen sind bereits informiert."
... Wenige Stunden später traf die Schulmail ein.
-
Schulleitung wollte im Amokfall Zuständige für einzelne Gebäudebereiche benennen. Der Germanist war für ein gesondertes Gebäude auf dem Schulgelände zuständig. Hinweis des Germanisten, dass es im tatsächlichen Amokfall eher von Lebensüberdruss zeuge, wenn man über das Schulgelände laufe, um in besagtem Gebäude nach dem Rechten zu sehen, wurde zuerst nicht verstanden... Später wurde die Regelung gekippt.
-
Die Handwerker des Schulträgers, die in der Lehrerküche eine neue Arbeitsfläche einsetzen, die nach wenigen Monaten an etlichen Stellen aufquoll... Meine Hinweis, dass da offensichtlich am Material gespart wurde... Die Reaktion der Handwerker: "Da darf man halt nicht mit Wasser herumspritzen."... Meiner Reaktion "Das ist eine Küche. Da wird mit Wasser gearbeitet!?" wurde mit missfälligen Blicken begegnet...
-
Im Grunde ist das Wesentliche gesagt: Versuchen, alle Lehrkräfte der Klasse an einen Tisch zu bekommen, und zumindest in den ersten Wochen die "harten Hunde" heraushängen zu lassen, d. h. absprechen, welches Fehlverhalten wie sanktioniert wird. Wenn die Kinder/Jugendlichen merken, dass alle Lehrkräfte an einem Strang ziehen, läuft es oft besser.
-
Die Handwerker des Schulträgers, die, im besten Willen, einen Raum frisch zu streichen, die Wand, auf die der Beamer projiziert, statt in Weiß in Gelb überstrichen haben...
-
Die einen wollen arbeiten und die andren sitzen nur ihre Zeit ab und stören? Ist das so?
Vielleicht könntest du die Lernwilligen als Gruppe zusammensetzen und die, die nichts tun wollen in quasi eine andre Ecke. Und dich dann zu den Lernwilligen setzen und mit diesen arbeiten. Den andren die ABs oder whatever du hast hinlegen mit der Bemerkung, dass sie bei Interesse gerne an den Gruppentisch der Lernwilligen kommen können.
Das ist doch eine gute Idee.
Ansonsten Gespräch mit der Schulleitung: Respektloses Verhalten, egal ob gegenüber normaler Lehrkraft oder Vertretungslehrkraft oder Hausmeister oder Putzkraft, geht gar nicht. Bei wiederholtem Fehlverhalten ist eine Ordnungsmaßnahmenkonferenz (so heißt es in NRW) fällig; dabei kommt vielleicht auf den ersten Blick nicht viel herum, aber zumindest sind die Eltern informiert, alles ist aktenkundig und bei späterem Fehlverhalten in anderer Hinsicht kann man weiter eskalieren (Androhung der Entlassung von der Schule). Allerdings klingt die Nicht-Erreichbarkeit deiner Koordinatorin danach, als sei sowas der Schulleitung egal.
-
Mir hat zu Beginn meiner Laufbahn einmal ein sehr weiser Kollege gesagt: "Von den schlechtesten Stunden des Lehrerlebens macht man jeden Tag mindestens eine."
Man will es anders machen, aber oft ist es tatsächlich so - und das Wissen darum beruhigt. Die Stunden, in deren Vorbereitung man viel Zeit investiert hat, laufen manchmal schlechter als die, in denen man streng nach Lehrbuch vorgeht. Das ist dann einfach so.
-
Nein.
Aber manche KollegInnen agieren auch nach dem Motto "Nach mir die Sintflut." ("Wieso muss ich darauf achten, dass am Unterrichtsende die Stühle hochgestellt sind und der Ordnungsdienst fegt?") oder lassen daran zweifeln, ob sie studiert haben ("Die Corona-Regeln in der Schule kann man gar nicht umsetzen, das ist viel zu kompliziert und ändert sich dauernd." - Äh... nein.)
-
Wobei alle Schulen in NRW 1000 € extra für den Bereich Digitalisierung erhalten haben. Da müsste doch etwas möglich sein, wenn nicht gerade das ganze Kollegium an einer teuren Fortbildung teilnimmt.
-
Schüler, der über Monate dauernd auf die Toilette wollte, vermeintlich, um dem Unterrichtsgeschehen nicht folgen zu müssen. Vorerkrankungen nicht bekannt.
Als er wieder einmal aufs Klo wollte, habe ich ihn auf die nächste Arbeitsphase vertröstet (wenige Minuten). Das hat gereicht: Er hat sich in die Hose gemacht.
Anschließend hat die Mutter eine Blasenerkrankung publik gemacht...
-
Mein Mann hat über mein Gutachten (meist 3en, ein paar 4en) für meine A14 übrigens die Nase gerümpft. Es gab keinen weiteren Bewerber. Er ist bei IT.NRW und hat nur 5en, bei denen wird kaum etwas deutlich schlechteres vergeben.
Das ist aber scheinbar auch nicht überall gleich.
Eine Kollegin war total entsetzt über ihr 3er Gutachten am Ende der Probezeit. Ihre Freundinnen am Gymnasium hätten alle bessere Gutachten gehabt.
Das ist das Problem: Die Bewertung ist nicht einheitlich zwischen den Dienststellen.
Ja, in NRW ist es auch so:
3 von 5 P ist der Standard, 5 P sind Excellenz, die kaum einer erreichen sollte (nach den Standards)
Genau genommen, bedeuten 3 von 5 Punkten: Das ist eine gute Lehrkraft! (Laut Definition: "entspricht den Anforderungen"). Dass sich insbesondere Kolleg*innen um Funktionsstellen bemühen, die sich besonders auszeichnen, ist keine Frage; dass aber mancherorts per se 5 von 5 Punkten gegeben werden ("übertrifft die Anforderungen in besonderem Maße"), ist wenig transparent.
-
Ja, an den Fachkonferenzen der eigenen Fächer.
-
Automatisch in die Vorwoche ist nicht.
Doch (oder ich missverstehe den Begriff Vorwoche). Es heißt in der ADO (§ 14 (2)) "In der letzten Woche vor Unterrichtsbeginn des neuen Schuljahres müssen sich die Lehrerinnen und Lehrer ... bereit halten". Man kann nun vielleicht darüber streiten, ob "letzte Woche" die Kalenderwoche meint oder exakt die sieben Tage vor Unterrichtsbeginn.
Wir haben nur in der letzten Woche der Ferien Präsenzpflicht.
Nicht zwangsläufig: Nur, wenn es angekündigt ist und für die organisatorische Vorbereitung des Schuljahrs notwendig. Was sollen man auch die ganze Zeit machen? Flunky-Ball spielen im Lehrerzimmer?

-
Bei der BR Münster hieß es für die gymnasiale Oberstufe:
"Im Falle von mehreren Nachprüfungen einer Schülerin oder eines Schülers kann an einem Tag sowohl eine schriftliche Prüfung als auch eine mündliche Prüfung stattfinden; bei mündlichen Prüfungen können bis zu drei Prüfungen an einem Tag stattfinden." Ich weiß aber nicht, ob das auch für die Sekundarstufe I gelten soll.
In dem Fall von plattyplus wird das natürlich ein sportliches Programm für die Kolleginnen und Kollegen in der letzten Woche vor Schulbeginn. Das Vorgehen von dasHiggs, mit der schwierigsten Prüfung anzufangen, klingt da ganz sinnvoll.
-
Ich kann doch nicht alles, was im Schulgesetz steht, aber seit 1979 nicht angewendet wird, jährlich in meiner Planung berücksichtigen.
Ich sage mal ganz frech: Das ist der vorgesetzten Behörde im Zweifel egal, die wird sagen: "Doch!". Und mit ungeschriebenen Gesetzen ist es so eine Sache: Es gibt einen Grund dafür, dass sie nicht schriftlich fixiert sind - weil sie in der Regel gegen irgendeine andere Regel verstoßen.
-
Ganz lieben Dank, für eure Rückmeldungen. Ich schätze, dann nehme ich das mal in die Hand!
Wie Bolzbold schrieb: Es ergibt Sinn, mach es!
Hinsichtlich der Anmeldung zum EFV im Anschluss: Es dauert ja auch eine ganze Weile, bis man die Module beim DAPF oder die Veranstaltung der Bezirksregierungen besucht hat. Ein Jahr ist da evt. schnell um.
Werbung