Aufgrund dieser Zustände bleibt alles wie es ist, die Strategie "divide et impera" scheint hier mustergültig zu funktionieren. Nur individuelle Klagen (Reisekostenersattung) oder die EU scheinen noch Bewegung in dieses festgefahrene System zu bringen.
Persönlich habe ich die Hoffnung auf Veränderung durch kollektive Prozesse ausgehend von der Basis schon aufgegeben. Jeder ist sich offensichtlich selbst der Nächste und unter Lehrern gilt dies erst Recht.
Gruß !
Hier muss ich dir leider teilweise widersprechen. Richtig ist, dass die Impulse für Veränderungen eher von einzelnen Lehrkräften ausgehen, die sich aber durchaus mit Erfolg an die GEWerkschaft und den PHVN wenden. Hier in NDS arbeiten die Verbände recht intensiv an einer Verbesserung und z.T. auch intensiv zusammen. Die Rechtsabteilungen der GEWerkschaft und des PHVN nehmen sich sehr engagiert dieser Problematik an, da wir ja alle Stadien, wie bereits beschrieben, durchlaufen haben, Verfahren vor dem OVG mit heftigster "Klatsche" für das KUMI, Arbeitszeitstudie, Evaluation der Arbeitszeit durch die Behörde in Form einer sog. "Arbeitszeitkomission". Eigentlich ist die Sache "ausgeschrieben" und auch jedem klar. Das Schwierige an der Sachlage ist, dass keiner die Konsequenzen eines Urteils tragen will. Hierzu ist auch interessant, was laut PHVN-Zeitschrift der Richter in einem Verfahren gesagt haben soll, dass er nämlich wisse, dass beide Seiten in Revision gehen wollen und er deshalb auch -hier meinen Interpretation- kein so folgenreiches Urteil fällen möchte. Es geht um eine andere Sichtweise von Arbeit- und Arbeitsstruktur, die sich aber über Jahrzehnte erst hat, besonders in der Rechtssprechung des EuGH, herausbilden müssen. Diese ist nun auch in Deutschland nicht mehr zu leugnen, nur keiner will die Verantwortung übernehmen. Auch in den Verbänden weiß man sehr genau, wie ich vermute, dass nur eines hilft, - und in dem Punkt bin ich sehr bei dir! - klagen in "Musterklagen" durch einzelne, mutige Kolleginnen und Kollegen, die sich nicht einschüchtern lassen. Dass das Urteil des EuGH jetzt gefällt wurde, da mehrere Verfahren in Nds anhängig sind, ist ein glücklicher, aber auch "logischer" Zufall, der den Verfahren noch den notwendigen "Schub" verleihen könnte. Mal sehen was kommt, mal sehen, ob die Richter dem EuGH im Urteil vom 14.05.19 folgen.