Beiträge von Humblebee

    Das hängt dann aber anscheinend wirklich stark von der Schule ab! Sowohl in meiner Schule als auch in allgemeinbildenden Schulen, wo Bekannte von mir arbeiten, haben Lehrkräfte (sowohl weibliche als auch männliche, sowohl Vollzeit- als auch Teilzeitkräfte), die Kinder haben, selbstverständlich trotzdem eine Klassenleitung. Die allermeisten fahren auch auf Klassenfahrt, auf SuS-Austauschfahrten o. ä.

    Ich finde das Wort "Lehrkraft" bzw. "Lehrkräfte" total schräg. Bei uns heisst es "Lehrperson" und so bin ich es einfach gewöhnt. Das "-kraft" hinten hat so was martialisches, das irritiert mich. Ich finde es total lustig wie hier darüber diskutiert wird (dich meine ich gar nicht, ich nehme nur deinen Beitrag als Aufhänger), was man nicht alles nicht ändern könne, weil das doch nicht ginge, weil ... das im Zweifelsfall IMMER schon so war. In echt ist es aber im deutschsprachigen Ausland IMMER schon ganz anders und hey ... wir sprechen hier auch irgendwie Deutsch. Um die Sprache, die da irgendwie "geschützt" werden müsste, geht's offenbar gar nicht.

    Zur Anrede: Wir sind eine bikantonale Schule und im benachbarten Aargau ist die Anrede für Lehrpersonen einfach "Sie". Die Jugendlichen sprechen einen gar nicht mit "Frau/Herr + Nachnamen" an, es heisst nur "Sie". Oder "Siiiiiie", wenn man eine Frage hat. Ich habe ein Jahr lang im Aargau gearbeitet und werde das hoffentlich ab dem Schuljahr 2025/26 wieder tun, ich fand das damals und finde es heute immer noch absolut seltsam. Bei uns an der Schule gibt es eben beide Populationen wobei die Jugendlichen aus dem Baselland in der deutlichen Mehrheit sind, deswegen setzt sich dann die Anrede "Frau/Herr + Nachname" irgendwann durch. Aber ich habe da schon die lustigsten "Streitereien" unter den Jugendlichen mitbekommen. "Alta ey ... des Siiiiie isch mega unhöflich Bro, die hätt e Name!!" Ja Schätzele und du gewöhnt dir mal deinen Pratteler Ghetto-Slang ab, Alta ey ^^

    Das mit der "Sie"-Anrede ohne Namensnennung finde ich wiederum echt schräg :) .

    "Lehrperson" statt "Lehrkraft" gefällt mir übrigens auch! Wobei das "-kraft" für mich aber nicht martialisch klingt, sondern eher energiegeladen und kraftvoll - so wie in "Windkraft" oder "Fliehkraft". Oder "Superkraft" ^^ . Hat ein Wort wie "Fachkraft" für dich denn auch etwas "martialisches"?

    Kommt bei uns immer mal wieder vor, daher fände ich das eine gute Lösung. Kann man sich besser dran gewöhnen als irgendein neues Wort dazu zu packen. Sprache sollte effizient sein 👌

    Mir würde es nicht gefallen, wenn mich SuS nur mit meinem Nachnamen anreden würden. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich mich daran schlechter gewöhnen könnte, als wenn sie statt "Frau X" mit "enby" o. ä. ansprechen würden. Nur den Nachnamen zu benutzen ohne jegliche Anrede klingt für mich zu sehr nach Befehlston und wirkt recht unhöflich.

    Gerne lese ich nochmal nach und finde Folgendes: Das Thema kam auf, als Yummi diesen Beitrag schrieb:

    Das habe ich noch nie erlebt. Wenn ich vor mir eine Frau sehe und diese anspreche, dann benutze ich Frau als Anrede. Wenn es das nicht möchte, dann soll es mir eine Anrede nennen.

    Ansonsten hat CDL dir bereits in ihrem Beitrag Nr. 170 auf dein unpassendes Reingrätschen - nämlich deinen Hinweis auf den englischsprachigen Raum, um den es in diesem Zusammenhang überhaupt nicht ging - geantwortet; um "it/its" ging es ihr (EDIT: Und auch sunshine_:-) ) doch gar nicht, sondern lediglich um Yummis Verwendung von "es" (im Deutschen, nicht im Englischen!). Das werde ich hier nun nicht noch einmal alles wiederholen.

    Ich habe schon von ersten zaghaften Ansätzen mitbekommen, dass Personen zu Beginn einer Konversation nach ihren Pronomen gefragt werden und dass sich der darauffolgende Gesprächsverlauf hiernach orientiert. Im englischsprachigen Kontext hat sich in queerlinken Kreisen auch durchgesetzt, dass Personen von Grund auf mit "they" adressiert werden und erst zu einem anderen Pronomen gewechselt wird, wenn dies von den adressierten Personen (oder zumindest ihnen nahestehende Personen) proaktiv gewünscht wird.

    Das finde ich ok. "enby" würde ich persönlich auf jeden Fall auch als Anrede akzeptieren. Aber nur den Nachnamen nennen ohne jegliche Anrede erinnert mich dann doch an die "Feuerzangenbowle" ("Pfeiffer, setzen Sie sich!",...)

    Ich habe ehrlich gesagt keine Lust ständig Leute darauf hinzuweisen, dass ich nicht mit enby angesprochen werden will. Wegen mir das Herr weglassen und nur der Nachname.

    "Herr" weglassen?! Hm... "Müller, ich hab' da mal eine Frage..." klingt aber sehr merkwürdig, oder?

    Bei uns steht übrigens tatsächlich nur "Lehrkräfte" an den Türschildern der verschiedenen Lehrkräfte-Räume :) . Beim Schulleiter steht "Schulleitung" und bei seiner Stellvertreterin "stellvertretende Schulleitung".

    state_of_Trance : Na, dann verstehen wir unter "etwas machen" scheinbar etwas vollkommen anderes. "Spontan" ist eh nicht so meines (war es nie; ich plane gerne im Voraus) und auch in meinem Umfeld ist "spontan abends etwas unternehmen" spätestens, seitdem alle im Berufsleben stehen - also nach Beendigung der Schule oder des Studiums -, kaum noch angesagt, egal ob jemand Kinder hat oder nicht. Aus dem Alter sind wir alle schon lange 'raus ^^ . Da werden Unternehmungen/Treffen mittlerweile mind. mit einer Woche Vorlauf geplant, zumindest immer dann, wenn mehrere daran beteiligt sind.

    Die Leute mit Kindern machen soweiso generell überhaupt nichts mehr

    Im Ernst?! Das kenne ich zum Glück anders. In unserem Freundeskreis - wie auch in der Verwandtschaft und in meinem Kollegium - finden sich - neben mehreren kinderlosen Paaren und einigen Singles - viele Eltern (wobei bei einem Teil davon die Kinder mittlerweile schon älter sind; sogar teilweise schon gar nicht mehr zuhause wohnend). Aber auch die Paare mit Kindern - unter ihnen zwei Alleinerziehende - haben sich nie komplett zurückgezogen und nichts mehr mitgemacht. Da wird dann halt ab und zu jemand zum Babysitten gesucht und ab geht's. So bspw. auch heute Abend, wenn wir (nachträglich) zum Abschied mit einem Kollegen, der seit dem Halbjahreswechsel im Ruhestand ist, mit ca. 25 KuK aus meiner Abteilung essen gehen; darunter ist auch eine alleinerziehende Kollegin, die ihre vierjährige Tochter während der Zeit bei ihren Eltern unterbringt.

    Joa, reichlich verbohrt.

    Aber auch diese Story fällt meiner Meinung nach mal wieder unter eine der "Platty-Geschichten"... Ich kenne nämlich keine Schule, wo am letzten Schultag vor den Weihnachtsferien abends noch eine Weihnachtsfeier stattfindet (aber vielleicht ist das ja in anderen Gegenden Deutschlands anders). Zudem nehmen an Feiern jeglicher Art - egal ob Weihnachtsfeier oder sonstwas - zumindest an den mir bekannten Schulen nie alle KuK und auch nicht alle Referendar*innen teil; die sind ja schließlich freiwillig. Einen Vorfall dieser Art hätte es bei uns also gar nicht geben können ;) .

    Meine Frau hat sich übrigens nie beschwert, dass sie wegen ihres schulpflichtigen Mannes nur zu teuren Zeiten (gmeinsamit mir) Urlaub machen konnte. Sie musste nur regelmäßig ihren Arbeitgeber daran erinnern, dass ihre Urlaubszeiten - auch nachdem unsere Kinder erwachsen wurden - in den Schulferien liegen mussten.

    Mein Männe auch nicht. Wenn er gemeinsam mit mir Urlaub machen will, nimmt er halt in den Ferien Urlaub. Oder er fährt außerhalb der Ferien mit 'nem Kumpel weg.

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