Beiträge von Humblebee

    Also für Gymnasien kann ich dir sagen, dass wir inzwischen Gymnasien haben mit Stellen, die sie nicht besetzen können. In der Regel muss dann die nächste Person genommen werden, die überhaupt gymnasiales Lehramt studiert hat. Letztlich ist es auch im Interesse der Schule ihre Stelle überhaupt besetzen zu können. Bei den berufsbildenden Schulen mag das noch anders sein.

    Das betrifft dann an den Gymnasien aber sicherlich Mangelfächer, oder? An den BBSn können natürlich auch einige Stellen mit beruflichen Fachrichtungen wie Pflegewissenschaften oder Sozialpädagogik oder Fächern wie Englisch nicht besetzt werden, weil einfach dafür nicht genügend Lehrkräfte zur Verfügung stehen. Dass dann einfach die "nächstbeste" Lehrkraft - so wie du es in deinem zweiten Satz beschreibst - eingestellt werden muss, kenne ich zumindest aus dem BBS-Bereich so nicht; eher bleibt die Stelle dann eben unbesetzt und wird erneut ausgeschrieben. Denn was würde es der SL nützen, wenn sie jemanden mit der Fachrichtung Wirtschaftswissenschaften und Sport einstellen würde, obwohl sie jemanden mit Sozialpädagogik und Englisch benötigt?! Ähnlich bringt es doch einer Gym-SL nichts, jemanden mit bspw. Geschichte und Deutsch einzustellen, wenn eine Lehrkraft für Informatik und Physik benötigt wird, oder?

    Ich bin weiterhin der Meinung (und für das Lehramt BBS weiß ich das ganz sicher - "anekdotische Evidenz"!), dass nicht jede/r, die/der das Ref. an Gymnasien und BBS erfolgreich absolviert hat, keine Probleme hat eine Planstelle zu bekommen.

    Das würde ich alles unterscheiden.

    Meinst du vielleicht "unterschreiben"?

    Bei und ist die Auswahl nicht so groß.

    Je nach Alter, wir haben auch oft Schüler:innen ab Klasse 9, und je nach Interesse und Bereitschaft können die Praktikant:innen unterschiedliche Aufgaben übernehmen.

    Nein, das ist schon klar, dass an einer kleineren Grundschule die Auswahl an Klassen nicht so groß ist.

    Bei den Praktikant*innen hatte ich mich eher auf Studierende bezogen (dass man an einer allgemeinbildenden Schule auch ein Schüler*innenpraktikum machen kann, war mir gar nicht bewusst).

    Das hat wohl mit Moral wenig zu tun. Wer unter psychischem Druck anderen Menschen Gewalt antut, weiß in der Regel sehr wohl, dass das falsch ist. Aber wir sind eben auch nur in begrenztem Maße Herr unserer Taten, Affekt und Druck gibt es eben auch noch.

    Ich glaube, du hast den Beitrag von Finnegans Wake falsch verstanden. Er bezog sich nicht auf die "Moral" bzw. den "Moralkompass" von Fachleiter*innen.

    Ist es nicht total widersinnig, auch ökonomisch und mit Blick auf die Lehrergesundheit, einen Kollegen in die Dauerabordnung zu schieben, nur weil er einige Male dem Chef wiedersprochen bzw. in den Konferenzen die Haltung der Schulleitung in Frage gestellt hat, ansonsten aber fachlich und für die Schule gute Arbeit geleistet hat (sowohl nach Aussage der KuK und der Studierenden)?

    Der andere Kollege, der ausgewählt wurde, war auch bei den Studierenden durchaus beliebt, aber hat der Schulleitung insofern Arbeit gemacht, weil oft krank und es öfter Unstimmigkeiten bei der Benotung gab, die Arbeit und ggf. Widersprüche verursachten.

    Darf ich dich nochmal daran erinnern, dass du vor fast genau einem Jahr noch geschrieben hast, dass dir eine Abordnung überhaupt nichts ausmachen würde? Siehe dein erster Beitrag in deinem Thread von August 2022: Beförderung / Abordnung ? - allgemein - lehrerforen.de - Das Forum für Lehrkräfte

    Vielleicht ist das u. a. eine Äußerung deinerseits, die der SL am WBK auch in Erinnerung geblieben ist?!

    Interessant ist vielleicht auch noch, dass das WBK, von dem ich abgeordnet wurde, im nächsten Semester einen Kurs mit einem meiner Fächer von einer externen Honorarkraft unterrichten lässt, weil das Personal nicht ausreicht, um die Kurse abzudecken, es fehlen einige Stunden.

    Das ist dann aber ja nur ein Kurs - wie du schreibst - mit wenigen Stunden. Sprich: Es handelt sich nicht um eine volle Stelle; wird also nicht dem Stundenumfang entsprechen, den die Schule für dich zur Verfügung haben müsste.

    in den 5 Jahren Studium ja etliche Praktika hatte und inzwischen überall in NDS verpflichtend auch ein Praxissemester mit UB

    Bitte beachten: Für das Lehramt BBS ist das in NDS nicht der Fall. Da hat man kein verpflichtendes Praxissemester und auch nicht "etliche" Praktika, sondern im Bachelor- und im Masterstudium jeweils ein fünfwöchiges Schulpraktikum; zudem muss man berufspraktische Tätigkeiten im Umfang von 52 Wochen im Bereich der gewählten beruflichen Fachrichtung nachweisen (nachzulesen u. a. bei der Uni Osnabrück: Lehramt an berufsbildenden Schulen - Universität Osnabrück (uni-osnabrueck.de)).

    Wir haben Not eine Klasse des beruflichen Gymnasiums vollzubekommen. Insbesondere in der Technik. Für Fachhochschulreife gehts ganz gut, da sind wir stabil mit 2 Klassen Technik und 3 Klassen Soziales.

    Ja, einige Schwerpunkte am BG scheinen auch hier an Beliebtheit zu verlieren (hörte ich z. B. von einem Kollegen, der an einer BBS tätig ist, wo der Schwerpunkt "Elektrotechnik" im BG angeboten wird). In der Fachoberschule hatten wir an meiner Schule schon seit vielen Jahren Probleme, den Bereich "Technik" vollzubekommen - nun wird er ja komplett geschlossen -, haben aber in den anderen Schwerpunkten, die wir anbieten ("Soziales" und "Wirtschaft"), eine stabile SuS-Zahl in der jeweils einen Klasse, die wir dort anbieten.

    Moment: Ich rede von den Bildungsgängen, die zum Abschluss einen Realschulabschluss und alles darunter als Ziel haben. Nicht als Voraussetzung.

    Ja, wenn man mit Hauptschulabschluss Klasse 10 kommt, kann man in einem Jahr den Realschulabschluss erwerben.

    Nochmal: Zum einen gehen bei uns in allen Vollzeitbildungsgängen - abgesehen vom BG - die SuS-Zahlen zurück. Zum zweiten gibt es Vollzeitbildungsgänge, die zum Realschulabschluss führen, an meiner Schule nun mal gar nicht, weil der Erwerb desselben eben in NDS nur nach erfolgreichem Abschluss der Klasse 2 der BFS oder der BFSn "Kosmetik" und "Pflegeassistenz" möglich ist (und auch da werden die Klassen an den nds. BBS immer kleiner; bei uns wird diese Klasse 2 deshalb schon seit etlichen Jahren gar nicht mehr angeboten). Hier in NDS können die SuS innerhalb eines Jahres lediglich ihren Hauptschulabschluss in der BES Klasse 2 nachholen, den "einfachen" Hauptschulabschluss (nach Klasse 9) in den "Sek I Hauptschulabschluss" (den man auch in HS Kl. 10 erwerben kann) oder den Realschulabschluss in den "erweiterten Sek I Abschluss" verbessern. Aber auch in den Bildungsgängen, wo diese Möglichkeiten bestehen, sind die Zahlen an Bewerber*innen halt seit einigen Jahren rückläufig.

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