Beiträge von Humblebee

    Bei uns bleiben alle zusammen bis zur 10 (gibt wenige, die nach 9 abgehen).

    Das scheint dann evtl. aber eine Besonderheit deiner Schule zu sein oder aber der IGS bei uns im Landkreis. Denn von letzterer kommen eine ganze Reihe von SuS nach der 9. Klasse zu uns an die BBS.

    IGS was soll das sein?

    Integrative Gesamtschule?

    Ja, genau. Die gibt es meines Wissens nur in NDS.

    Echt jetzt? Kennst du dich so wenig mit dem deutschen Schulsystem aus? Es gibt also nur Walddorfschulen oder Schulen mit Noten?

    Du willst mir doch jetzt wohl nicht erzählen wollen, dass du dich mit allen Schulformen, die es in den verschiedenen Bundesländern gibt, auskennst?! Ich bin ja nun auch Lehrkraft in NDS, habe aber mit den "unteren Jahrgängen" in den allgemeinbildenen Schulen genau gar nichts zu tun und wusste ebenfalls nicht, dass es an den IGSn auch "Lernentwicklungsberichte" statt Notenzeugnissen gibt, da die Zeugnisse, mit denen sich die SuS dann bei uns an den BBS bewerben, ja doch wieder Notenzeugnisse sind.

    Im Übrigen sind an den IGS in NDS - so habe ich durch Nachlesen festgestellt - nur in den Klassen 5 bis 7 Lernentwicklungsberichte vorgesehen. Für die Klasse 8 kann die Gesamtkonferenz entscheiden, ob es bei den Berichtszeugnissen bleiben soll oder ob Notenzeugnisse vergeben werden sollen. Siehe Runderlass "Die Arbeit in den Schuljahrgängen 5 bis 10 der Integrierten Gesamtschule (IGS)" vom 01.09.2021.

    Ich frage mich gerade, wie so ein Zeugnis eigentlich aussieht. Ernsthafte Frage, da ich ein "Gutachten"-Zeugnis nur aus der ersten Klasse kenne. Trägt dort jede Lehrkraft für ihr Fach etwas für jede/n einzelne/n Schüler/in ein oder wie habe ich mir das vorzustellen?

    Anekdote von heute Vormittag: Mein Lebensgefährte war in einem Verbrauchermarkt hier in der Stadt einkaufen und ihm fiel auf, dass die Regale teilweise recht leer waren. Er sprach darauf den Kassierer an und der meinte: "Das liegt daran, dass es hier gestern ab mittags proppenvoll war mit "Karnevalsflüchtlingen". Die haben den Laden leergekauft!"

    "anstreichen" im Heft ist doch wieder so ein bayerischer Spezialbegriff, oder?

    Gute Frage! Ich als Norddeutsche benutze das allerdings ebenfalls ab und zu (siehe mein Beitrag Nr 47 ;) ) und ich kenne auch SuS und Lehrkräfte, die von "Fehler anstreichen" sprechen.

    In Sachsen sagt man "Federtasche", statt "Federmäppchen" wie in Süddeutschland.

    Hier sagt man "Federmappe".

    Ich unterrichte derzeit 81 SuS in zwei Fächern (ich glaube, so wenige waren es in 9 Schuljahren überhaupt noch nie ...) und habe spontan alle 6en und alle Ungenügenden im Kopf.

    Wie Hannelotti schon schrieb: 81 SuS sind auch für eine BBS-Lehrkraft sehr wenig. Ich hatte - aufs Schuljahr gerechnet - noch nie weniger als 120 SuS, zumal ich einige Klassen nur ein Halbjahr lang im Unterricht habe. Und diese besonders guten und schlechten Noten hätte ich evtl. auch im Kopf; nur kann ich die tatsächlich eher selten vergeben, denn so gute bzw. schlechte SuS habe ich meist weder im Englisch- noch im Wirtschaftsunterricht ;) .

    Im Übrigen finde ich gerade für Grund- und Förderschulen "Wortgutachten" angebracht. Gerade aber bspw. im beruflichen Schulbereich sind die KuK oft nur mit wenigen Unterrichtsstunden in verschiedensten Klassen eingesetzt und wären gar nicht in der Lage, für die einzelnen SuS "ausschweifende" Gutachten zu erstellen. Viele KuK freuen sich ja schon, wenn sie am Ende des Halbjahres die Namen der einzelnen SuS wissen und diese auseinanderhalten können ;) .

    Okay, für Erwachsene mag das noch mal etwas anders sein, aber bis 18 sind die Eltern einzubeziehen

    Du beziehst die Eltern in deine Notenbesprechungen in der Schule ein? Interessant. Habe ich noch von keiner weiterführenden Schule gehört. Die Erziehungsberechtigten unserer minderjährigen SuS haben jederzeit die Möglichkeit, die Klassenlehrkräfte bei Gesprächsbedarf über die Leistungen ihrer Töchter und Söhne zu kontaktieren und um ein persönliches Gespräch zu bitten; das wird nur leider von kaum jemandem in Anspruch genommen.

    11-16 Jährige brauchen auch genauere Rückmeldung und Unterstützung bei der Lernorganisation.

    Das brauchen viele unserer schwächeren SuS - gerade in den Berufseinstiegs- und einigen Berufsfachschulklassen - auch. Deshalb sprechen wir mit ihnen. Würden wir ihnen lediglich irgendwelche schriftlichen Schriftstücke dazu aushändigen, würden die ziemlich sicher bei den meisten ungelesen weggeworfen.

    Außerdem, wenn ich an die Diskussion hier sonst ums Ref denke, und das sind Erwachsene, die bereits studiert haben! Und die zudem SuS benoten wollen. Was da oft als ungerecht erlebt wird. Wäre denen nicht auch mehr mit Reflexion geholfen als mit einer Lehrprobe und ner 3,wenn die Stunde nur so mittel war?

    Unsere Refis bekommen keine Noten für die einzelnen Unterrichtsbesuche, sondern es finden Reflexionsgespräche mit den jeweiligen Fachleiter*innen statt.

    Stell dir doch mal einen deiner Schüler vor, dessen Note du aus dem Kopf weißt.

    Ich bin zwar nicht state_of_Trance , aber wenn ich das auf mich beziehen sollte, kann ich nur sagen: bei den vielen SuS, die ich im Unterricht habe, weiß ich keine einzige Note aus dem Kopf ;) .

    Könntest du für ihn 5 Stichpunkte nennen, was er im ersten Halbjahr gelernt hat und was er noch tun müsste, um alle Lernziele zu erreichen?

    Über solche Dinge spreche ich i. d. R. mit den SuS, wenn ich ihnen die Halbjahreszensuren mitteile.

    Ist bei uns auch so! Nee nix Waldorf!

    Dann frage ich mich aber, um welche Schulform (EDIT: in Niedersachsen) es sich handelt, wo lassel arbeitet. Ich bin seit fast 20 Jahren in einem Aufnahmeausschuss meiner Schule tätig und habe noch nie ein Zeugnis - auch kein Halbjahreszeugnis oder Zeugnis aus der 8. Klasse - gesehen, das keine "klassischen" Noten enthält. Ausnahme: Eine IGS im Landkreis forumuliert die Bemerkungen im Arbeits- und Sozialverhalten etwas umfangreicher, benutzt dazu aber auch Textbausteine.

    Und in der Grundschule sagen wir "markieren", wenn wir etwas mit Textmarkern anstreichen und "unterstreichen" wenn wir etwas unterstreichen. Und wir legen sehr viel wert auf den Unterschied!

    Für jüngere SuS ist dieser Unterschied vermutlich wichtig, für meine älteren SuS es aber völlig egal, wie sie nun bspw. in einem Text die wichtigsten Aussagen mit einem Textmarker anstreichen, farbig unterstreichen oder meinetwegen auch einkreisen ;) . Hauptsache, sie haben diese Aussagen irgendwie "kenntlich gemacht".

    Aber davon abgesehen, fände ich es - gerade bei neuen/neueren - User*innen immer hilfreich, wenn sie ihr Bundesland sowie Schulform und Fächer angeben würden! Das schrieb ich hier ja schon öfter :) .

    In NDS ist der "Personalrat der Lehrkräfte" doch das, was in NRW der "Lehrerrat" ist! Wurde ja bereits erklärt, u. a. hier:

    Der Lehrerrat ist quasi der "Personalrat" der Schule, formal das Bindeglied zwischen Kollegium und Schulleitung. In vielen Kollegien übernimmt er auch so Dinge wie Geburtstagsgeschenke und Ausflugsplanung, das ist aber genau genommen nicht dessen Aufgabe.

    Bei uns nennt sich das halt "(Schul-)Personalrat": https://www.rlsb.de/themen/pvglsb/pr oder https://www.gew-nds.de/schulpersonalrat

    Quittengelee : Noch als Ergänzung: Unsere SuS werden zu Beginn des Schuljahres auf die Verhaltensweisen in den Fach(praxis)räumen hingewiesen (z. B. dass Essen und Trinken dort nicht erlaubt ist, sie die PCs oder Maschinen nur nach Erlaubnis/Anweisung der Lehrkräfte benutzen dürfen, ...). Dazu müssen sie eine Unterschrift leisten, dass ihnen dies mitgeteilt wurde und sie sich daran halten werden.

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