Beiträge von Humblebee

    Ich habe seit einigen Jahren (fünf oder sechs müssen es m. E. mittlerweile sein) meine Stunden um vier reduziert, d. h. ich unterrichte momentan nur 20,5 Stunden (meist ein Halbjahr 21 und das andere 20 Stunden) statt 24,5. Und ich muss sagen: Ich finde, das macht sich für mich positiv bemerkbar, da ich doch weniger Zeit mit der Unterrichtsvor- und -nachbereitung - also bspw. Korrekturen - verbringe und seit der Stundenreduzierung einen unterrichtsfreien Tag in der Woche habe. Ich werde erstmal dabei bleiben, obwohl ich den Vorschreiber*innen recht gebe, dass einige Aufgaben - wie die Klassenlehrertätigkeiten - sich zeitlich natürlich nicht reduzieren lassen.

    Ich für mich kann aber sagen, dass ich lieber die volle Besoldung kassiere und dafür ein bisschen mehr arbeite, als dass ich ein kleines bisschen weniger arbeite und dafür auf einen fetten Batzen Geld verzichten muss.

    Das kann ich für mich nicht bestätigen. Stichwort "Work-Life-Balance". Ich finde aber auch die finanzielle Einbuße durch die vier Stunden weniger gut zu verkraften (ein "fetter Batzen Geld" ist das m. E. nicht).

    Ich bin jahrelang auf Landstraßen ohne Radweg mit dem Fahrrad unterwegs gewesen und diverse Male in brenzlige Situationen geraten, wenn PKW und vor allem LKW an mir vorbeigerast sind ohne viel Abstand zu halten. Mehrere Bekannte von mir sind verunfallt, weil sie von Auto-/LKW-Fahrer*innen übersehen wurden bzw. touchiert wurden und eine Verwandte meines Lebensgefährten wurde bei solch einem Unfall sogar tödlich verletzt.

    Ähnliche schwere Unfälle haben in meinem Umfeld auch Mofa-, Vespa- und Motorradfahrer*innen erlitten.

    Mag sein, dass sich auf den Bundesstraßen, wo du unterwegs bist, die PKW- und LKW-Fahrer*innen "zivilisierter" gegenüber den "schwächeren" Verkehrsteilnehmer*innen verhalten und vorausschauender fahren.

    Dann aber bitte direkt vor der eigenen Haustür. Es gibt auch Leute, die beim Tritt aus der Haustür jedes Mal aufpassen müssen, ob gerade eine Hundeurinpfütze vorhanden ist, weil Passanten die Hunde direkt vor der Haustür urinieren lassen. Zum Glück nicht unser Haus, aber auch beim Vorbeigehen scheußlich.

    Leider nicht nur urinieren... In unserer Straße ist kein Fußweg nur ein kleiner "Gehstreifen" für Fußgänger. Daran grenzen direkt die Grundstücke der Anwohner*innen. Wir haben einen Rasenstreifen, dahinter eine Hecke. Mein Lebensgefährte freut sich jedesmal aufs Rasenmähen, wenn er vorher den Rasenstreifen nach den "Hinterlassenschaften" der vielen Hundebesitzer*innen, die hier mit ihren Hunden spazierengehen und keinen Kotbeutel dabei haben, einsammeln darf...

    Schaue ich mich jedoch in meiner Stadt um, dann sehe ich, dass viele Menschen TROTZ ausgezeichnetem ÖPNV ein eigenes Auto besitzen. Weil es bequemer ist. Weil es eine Art Statussymbol ist. Weil es "irgendwie dazugehört". Und genau diese Leute sind das Ziel von Aktionen wie dem 9-€-Ticket.

    Hm, glaubst du wirklich, dass jemand, die/der einen "dicken" SUV o. ä. als Statussymbol vor der Tür stehen hat, diesen nun stehenlassen wird, um mit dem 9-Euro-Ticket auf Busse und Bahnen umzusteigen?

    Es ist ja tatsächlich verboten, seine Garage als Werkstatt zu zweckentfremden, aber viele Leute machen das und ihr Auto steht draußen rum.

    Hier gibt es kaum noch Häuser (sowohl Einfamilien- als auch Mehrparteienhäuser) mit Garage. Die meisten haben allenfalls einen Stellplatz oder ein Carport.

    Dass man sich ein Auto anschaffen muss, weil man Kinder hat oder zu einem etwas weiter weg praktizierendem Arzt fahren will, naja, das ist, wie soll ich sagen, Neunziger?

    Verstehe ich nicht. Magst du mal erklären, was daran "Neunziger" sein soll? Der ÖPNV hat sich hier auf dem Land seit den 1990er Jahren nur teilweise verbessert. Das Problem vom Dorf aus z. B.irgendwie zu einer Arztpraxis in der nächsten größeren Stadt gelangen zu müssen ohne ein Auto zu benutzen, besteht also noch genauso wie vor 30 Jahren. Extra ein Auto für solche Gelegenheiten anschaffen wird sich allerdings wohl kaum jemand, denn das ist eh vorhanden ;) .

    So eine Konstellation kann gar nicht auftreten, bei häufigem unentschuldigten Fehlen müssen doch viel früher Maßnahmen ergriffen werden, pädagogische sowie Ordnungsmaßnahmen und als letztes Mittel der Zwang durch die Polizei oder das Ordnungsamt.

    Klar kann die auftreten. Wir hatten auch schon SuS, die wegen unentschuldigten Fehlens im Endeffekt Bußgelder zahlen und/oder Sozialstunden leisten mussten, die aber trotzdem nicht wieder in der Schule aufgetaucht sind (dass die Polizei SuS bei uns abliefert, gab es noch nie).

    Diese SuS sind ja trotzdem weiterhin - wenn sie noch schulpflichtig sind - Schüler*innen unserer Schule. Die erhalten dann aber natürlich ein Abgangszeugnis, weil ihre Leistungen nicht beurteilbar sind und sie somit den Abschluss des jeweiligen Bildungsgangs nicht geschafft haben.

    Und diese Leute fahren dann mit dem Auto?

    Nein, nur die wenigsten. Die allermeisten die in Orten wohnen, wo der ÖPNV schlecht ausgebaut ist, werden gefahren oder nehmen notfalls ein Taxi.

    Also, ganz ehrlich, ich frage mich gerade, ob einige von euch überhaupt keine alten Menschen kennen, die auf dem Land oder in kleineren Städten mit schlechtem Nahverkehrsnetz wohnen, und/oder ob euch nicht bewusst ist, wie schwer es für diejenigen ist, von zuhause wegzukommen, wenn sie z. B. zum Arzt oder Einkäufe erledigen müssen?!

    Ich frage mich deswegen generell, wer e-Räder kauft. Ersetzen damit viele Menschen wirklich Autofahrten oder ist es eher für ältere Damen und Herren, die damit Radtouren machen, weil es weniger anstrengend ist als Radfahren?

    Beispiele aus meinem Umfeld: mehrere ältere Personen haben ein "normales" Fahrrad der Bequemlichkeit halber durch ein E-Bike ersetzt und nutzen es täglich für Fahrten zum Einkaufen etc.; mehrere ältere, aber auch einige jüngere Menschen haben ein E-Bike zur Nutzung ausschließlich in der Freizeit - also für Radtouren - gekauft; mehrere KuK und Freund*innen haben sich eines insbesondere für die Fahrt zur Arbeit zugelegt (eine Freundin bspw. hat gar keinen Führerschein und ist früher immer mit Kolleg*innen in Fahrgemeinschaft oder mit dem "normalen" Fahrrad gefahren, eine weitere fuhr sonst mit dem Auto oder manchmal mit dem Bus zur Arbeit).

    Wie viele Fahrradfahrer sind denn schon in der Stadt von rechtsabbiegenden LKWs überrollt wurden?

    Einige, aus meinem persönlichen Umfeld allerdings niemand. Da überwiegt die Zahl derjenigen mit schweren Motorradunfällen. Ja, auch hier: anekdotische Evidenz.

    Sicher, dass es so herum stimmt? Man fährt nicht Rad, weil man nicht fit genug ist? Oder verwechselt man mal wieder Ursache und Wirkung? Dann wäre man nicht fit genug, weil man nicht Rad fährt.

    Radeln braucht auf die gleiche Strecke ein Zehntel der Energie einer Fußgängerin. Wie „unfit“ will man sein, dass man die nicht aufbringen kann. Und wie „unfit“ will man sein, dass man denn Motor eines Strommofas nicht getriggert bekommt?

    Wirklich? E-Biken nur für die ganz Harten? Man muss erst noch auf der Couch sitzen, bis man fit genug ist?

    Ach herrje, du neigst mal wieder zu Übertreibungen. :rolleyes:

    Eine Erläuterung hat DFU bereits geliefert: Auch bei einem E-Bike muss man treten. Ich kenne viele alte Leutchen, die kaum noch laufen können. Wie sollen die denn bitteschön noch mit dem Rad fahren?!? Die kommen da nicht mal unfallfrei in den Sattel.

    EDIT: Und mein Vater hatte mit Mitte 60 Prostatakrebs; er konnte anschließend auch nicht mehr mit dem Fahrrad fahren, obwohl er ansonsten noch fit wie ein Turnschuh war. Ja, ich weiß: anekdotische Evidenz...

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