Beiträge von Humblebee

    Dann aber bitte direkt vor der eigenen Haustür. Es gibt auch Leute, die beim Tritt aus der Haustür jedes Mal aufpassen müssen, ob gerade eine Hundeurinpfütze vorhanden ist, weil Passanten die Hunde direkt vor der Haustür urinieren lassen. Zum Glück nicht unser Haus, aber auch beim Vorbeigehen scheußlich.

    Leider nicht nur urinieren... In unserer Straße ist kein Fußweg nur ein kleiner "Gehstreifen" für Fußgänger. Daran grenzen direkt die Grundstücke der Anwohner*innen. Wir haben einen Rasenstreifen, dahinter eine Hecke. Mein Lebensgefährte freut sich jedesmal aufs Rasenmähen, wenn er vorher den Rasenstreifen nach den "Hinterlassenschaften" der vielen Hundebesitzer*innen, die hier mit ihren Hunden spazierengehen und keinen Kotbeutel dabei haben, einsammeln darf...

    Schaue ich mich jedoch in meiner Stadt um, dann sehe ich, dass viele Menschen TROTZ ausgezeichnetem ÖPNV ein eigenes Auto besitzen. Weil es bequemer ist. Weil es eine Art Statussymbol ist. Weil es "irgendwie dazugehört". Und genau diese Leute sind das Ziel von Aktionen wie dem 9-€-Ticket.

    Hm, glaubst du wirklich, dass jemand, die/der einen "dicken" SUV o. ä. als Statussymbol vor der Tür stehen hat, diesen nun stehenlassen wird, um mit dem 9-Euro-Ticket auf Busse und Bahnen umzusteigen?

    Es ist ja tatsächlich verboten, seine Garage als Werkstatt zu zweckentfremden, aber viele Leute machen das und ihr Auto steht draußen rum.

    Hier gibt es kaum noch Häuser (sowohl Einfamilien- als auch Mehrparteienhäuser) mit Garage. Die meisten haben allenfalls einen Stellplatz oder ein Carport.

    Dass man sich ein Auto anschaffen muss, weil man Kinder hat oder zu einem etwas weiter weg praktizierendem Arzt fahren will, naja, das ist, wie soll ich sagen, Neunziger?

    Verstehe ich nicht. Magst du mal erklären, was daran "Neunziger" sein soll? Der ÖPNV hat sich hier auf dem Land seit den 1990er Jahren nur teilweise verbessert. Das Problem vom Dorf aus z. B.irgendwie zu einer Arztpraxis in der nächsten größeren Stadt gelangen zu müssen ohne ein Auto zu benutzen, besteht also noch genauso wie vor 30 Jahren. Extra ein Auto für solche Gelegenheiten anschaffen wird sich allerdings wohl kaum jemand, denn das ist eh vorhanden ;) .

    So eine Konstellation kann gar nicht auftreten, bei häufigem unentschuldigten Fehlen müssen doch viel früher Maßnahmen ergriffen werden, pädagogische sowie Ordnungsmaßnahmen und als letztes Mittel der Zwang durch die Polizei oder das Ordnungsamt.

    Klar kann die auftreten. Wir hatten auch schon SuS, die wegen unentschuldigten Fehlens im Endeffekt Bußgelder zahlen und/oder Sozialstunden leisten mussten, die aber trotzdem nicht wieder in der Schule aufgetaucht sind (dass die Polizei SuS bei uns abliefert, gab es noch nie).

    Diese SuS sind ja trotzdem weiterhin - wenn sie noch schulpflichtig sind - Schüler*innen unserer Schule. Die erhalten dann aber natürlich ein Abgangszeugnis, weil ihre Leistungen nicht beurteilbar sind und sie somit den Abschluss des jeweiligen Bildungsgangs nicht geschafft haben.

    Und diese Leute fahren dann mit dem Auto?

    Nein, nur die wenigsten. Die allermeisten die in Orten wohnen, wo der ÖPNV schlecht ausgebaut ist, werden gefahren oder nehmen notfalls ein Taxi.

    Also, ganz ehrlich, ich frage mich gerade, ob einige von euch überhaupt keine alten Menschen kennen, die auf dem Land oder in kleineren Städten mit schlechtem Nahverkehrsnetz wohnen, und/oder ob euch nicht bewusst ist, wie schwer es für diejenigen ist, von zuhause wegzukommen, wenn sie z. B. zum Arzt oder Einkäufe erledigen müssen?!

    Ich frage mich deswegen generell, wer e-Räder kauft. Ersetzen damit viele Menschen wirklich Autofahrten oder ist es eher für ältere Damen und Herren, die damit Radtouren machen, weil es weniger anstrengend ist als Radfahren?

    Beispiele aus meinem Umfeld: mehrere ältere Personen haben ein "normales" Fahrrad der Bequemlichkeit halber durch ein E-Bike ersetzt und nutzen es täglich für Fahrten zum Einkaufen etc.; mehrere ältere, aber auch einige jüngere Menschen haben ein E-Bike zur Nutzung ausschließlich in der Freizeit - also für Radtouren - gekauft; mehrere KuK und Freund*innen haben sich eines insbesondere für die Fahrt zur Arbeit zugelegt (eine Freundin bspw. hat gar keinen Führerschein und ist früher immer mit Kolleg*innen in Fahrgemeinschaft oder mit dem "normalen" Fahrrad gefahren, eine weitere fuhr sonst mit dem Auto oder manchmal mit dem Bus zur Arbeit).

    Wie viele Fahrradfahrer sind denn schon in der Stadt von rechtsabbiegenden LKWs überrollt wurden?

    Einige, aus meinem persönlichen Umfeld allerdings niemand. Da überwiegt die Zahl derjenigen mit schweren Motorradunfällen. Ja, auch hier: anekdotische Evidenz.

    Sicher, dass es so herum stimmt? Man fährt nicht Rad, weil man nicht fit genug ist? Oder verwechselt man mal wieder Ursache und Wirkung? Dann wäre man nicht fit genug, weil man nicht Rad fährt.

    Radeln braucht auf die gleiche Strecke ein Zehntel der Energie einer Fußgängerin. Wie „unfit“ will man sein, dass man die nicht aufbringen kann. Und wie „unfit“ will man sein, dass man denn Motor eines Strommofas nicht getriggert bekommt?

    Wirklich? E-Biken nur für die ganz Harten? Man muss erst noch auf der Couch sitzen, bis man fit genug ist?

    Ach herrje, du neigst mal wieder zu Übertreibungen. :rolleyes:

    Eine Erläuterung hat DFU bereits geliefert: Auch bei einem E-Bike muss man treten. Ich kenne viele alte Leutchen, die kaum noch laufen können. Wie sollen die denn bitteschön noch mit dem Rad fahren?!? Die kommen da nicht mal unfallfrei in den Sattel.

    EDIT: Und mein Vater hatte mit Mitte 60 Prostatakrebs; er konnte anschließend auch nicht mehr mit dem Fahrrad fahren, obwohl er ansonsten noch fit wie ein Turnschuh war. Ja, ich weiß: anekdotische Evidenz...

    Außerdem frage ich mich immer wieder, warum so viele Kollegen Pedelecs toll finden, Motorräder (auch die mit Elektromotor) aber ablehnen?

    Ich habe noch nie erlebt, dass jemand - KuK oder sonstwer - dahingehend "steil geht" :weissnicht:, kann aber für mich sagen, dass ich Motorradfahren allein aus dem Grund, dass Motorräder eben auf der Straße fahren und nicht auf dem Radweg, gefährlich finde. Ich kenne eine ganze Reihe von Motorrad- und Motorrollerfahrer*innen, die schwere (auch tödliche) Unfälle hatten, weil sie von Auto-, LKW- oder Landmaschinenfahrer*innen übersehen wurden.

    Dass viele E-Bike-Fahrer*innen - gerade die in höherem Alter, wie mir immer wieder auffällt - ebenfalls gefährlich leben, wenn sie mit ihren Rädern nur so "durch die Gegend rasen", steht auf einem anderen Blatt.

    Da müsste es dann eben auch Miet-Autos geben.

    Aber bei uns in Bayern in der Pampa, habe ich von sowas noch nichts gehört.

    Das wäre eine sinnvolle Idee! Die gibt es hier in der Gegend aber leider ebenfalls nur in größeren Städten (wie auch Miet-E-Bikes, Miet-E-Roller - also diese Vespas - und elektrische Miet-"Tretroller").

    Man muss erstmal überhaupt ein E-Bike besitzen. Ist ja auch nicht ganz günstig. (Natürlich teurer als ein Auto, aber wenn man das Auto so oder so benötigt, dann ist vielleicht kein Geld für ein E-Bike noch zusätzlich da.)

    Stimmt, das kommt auch noch hinzu. Derzeit haben die wohl zudem lange Lieferzeiten, oder habe ich das falsch in Erinnerung?

    Wenn eine Stadt gesund gewachsen wäre, dann müsste man in einer 40.000 Einwohner-Stadt nicht seine Kinder zum Verein fahren, die typischen Ärzte wären im fußläufigen Radius und von Einkaufen fange ich gar nicht erst an.

    Was verstehst du denn unter "gesund gewachsen"?

    Dass man die Kids unbedingt zum Verein fahren muss, finde ich auch Quatsch (wir sind früher auch mit dem Fahrrad gefahren; meine Mutter hatte gar keinen Führerschein und die Eltern vieler Freund*innen haben den ganzen Tag gearbeitet). Allerdings ist die "Vereinsdichte" in einer Kleinstadt meist ja nicht sehr hoch, so dass man wenig Auswahl hat und dann gerne mal von einem Ende der Stadt zum anderen Ende fahren muss.

    Um "typische Ärzte" ging es mir übrigens oben nicht sondern um Fachärzt*innen, die man in einer Kleinstadt i. d. R. nur in geringer Anzahl oder gar nicht findet. Da braucht man dann eben doch einen funktionierenden Nahverkehr oder ein Auto um Facharzttermine außerhalb des Wohnorts wahrzunehmen.

    Und was das Einkaufen angeht... Wenn es möglich ist, mehrmals die Woche zum Supermarkt zu fahren, ist das m. E. mit dem Rad kein Ding. Aber mit einem Wocheneinkauf für eine mehrköpfige Familie oder einem Einkauf beim Baumarkt, Gartenmarkt o. ä. wird's schon schwieriger... Da hilft dann nur noch mit mehreren Personen mit dem Fahrrad plus Anhänger zu fahren.

    Was auf 90% der Besucher zutreffen dürfte. Aber natürlich gibt es immer Ausnahmen.

    Was meinst du mit "Besucher"? Wolltest du evtl. auf "Bewohner" hinaus? Also, dass tatsächlich 90% der Einwohner*innen einer Stadt in der Lage sind mit einem E-Bike weitere Wege zu fahren, kann ich mir nicht vorstellen. Es werden sicherlich nicht nur 10% der Einwohner*innen schon aufgrund ihres Alters oder ihres Gesundheitszustands nicht dazu in der Lage sein, würde ich meinen (lasse mich aber gerne eines Besseren belehren).

    Kleinstädte haben ja meist nicht nur wenige Einwohner, sondern auch wenig Fläche.

    Definiere "wenig"! Die Kleinstadt, in der ich aufgewachsen bin, hat bei knapp über 9.000 Einwohner*innen eine Fläche von 115 qkm. Weitere Beispiele in NDS: Neustadt am Rübenberg bei Hannover: ca. 44.500 EW, Fläche von über 350 qkm oder Walsrode: ca. 30.200 EW, Fläche von 335 qkm.

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