Wohl wahr, es ist null attraktiv, Bus oder Bahn zu fahren. Es gibt ja auch für große Strecken praktisch keinen Nachtzug und Autozug mehr. Und über die Unzuverlässigkeit der Bahn braucht man auch keine Worte mehr verlieren.
Um "große Strecken" ging es doch hier gar nicht, sondern um Kurzstrecken. Dafür kann ich - wenn ich nichts Schweres transportieren muss - doch gut das Fahrrad benutzen oder auch zu Fuß gehen.
Und zumindest in der Stadt ist der ÖPNV (Busse) für mich durchaus attraktiv; die Busse fahren hier schräg gegenüber meiner Haustür im Viertelstundentakt und ich bin in 15 Min. in der Innenstadt. Kosten für ein Busticket, das ich innerhalb von zwei Stunden nach Entwertung auch für die Rückfahrt nutzen kann: 2,50 Euro. Würde ich mit dem Auto in die Innenstadt fahren, fielen Parkgebühren in etwa derselben Höhe (1,20 pro angefangene Stunde) an.
Für Fahrten zu meinem Arbeitsplatz ist der ÖPNV allerdings hingegen gar nicht attraktiv, weil ich - wenn ich mit dem Bus fahren würde - statt der 48 km, die ich mit dem Auto fahre, a) eine viel längere Fahrtstrecke hätte (da ich zunächst mit dem Bus hier zum ZOB fahren müsste, dann in einen "Überlandbus" einsteigen, der durch die Dörfer tingelt; das sind dann insgesamt sicherlich an die 60 km, wenn nicht noch mehr) und b) viel länger unterwegs wäre (mit dem Auto brauche ich ca. 40 Minuten, mit den beiden Bussen bräuchte ich genau 1:25 Stunde).
Mit dem Zug wäre es noch komplizierter: da müsste ich hier den Bus zum ZOB nehmen, dann einen Zug, der Richtung Osten fährt, dann umsteigen und Richtung Süden fahren (Fahrtzeit Zug - wenn's gut läuft und man den Anschlusszug nicht verpasst - ca. 1 Stunde, plus Busfahrtzeit an meinem Wohnort und Fußweg vom Bahnhof zur Schule am Schulort).