Beiträge von Humblebee

    Das ist aber wahrscheinlich auch eine individuelle Sache. Ich hatte tatsächlich solche Termine, die mit dem Schulalltag kollidieren. bislang eher selten. Kinder habe ich ja nicht, also fallen da schon eine ganze Menge Termine weg. Sowas wie Notar- und ähnliche Termine, Warenannahme, Handwerkertermine etc. konnte ich bisher immer auf nachmittags oder freie Tage legen. Hochzeiten, an denen ich teilnehmen wollte, fanden in meinem Umfeld passenderweise alle an Samstagen oder an Tagen, an denen ich frei hatte, statt. Was Taufen/Taufgottesdienste angeht, kenne ich es nur so, dass diese sonntags sind.

    Die Teilnahme an Trauerfeiern, Termine mit meinem damals erkrankten Vater u. a., die mit meinen Unterrichtszeiten kollidier(t)en, kann ich an meiner Schule durch Stundentausch organisieren. Da sind unsere Stundenplaner*innen aber auch sehr zuvorkommend, um uns Lehrkräften dahingehend keine Steine in den Weg zu legen.

    Ja, das wäre schön, wenn das immer klappte. Aber hier geht es ja um die hartnäckigen Fälle.

    Ja, es gibt leider Klassen, wo nicht nur mal ein/e Schüler*in zu spät kommt, sondern regelmäßig mehrere SuS innerhalb der ersten Stunden in 5- bis 10-Minuten-Abständen hereinpoltern ("wortlos hinsetzen" klappt bei denen nicht). Das nervt und stört halt doch und da hilft nur eine klare Ansprache.

    Viele meiner KuK verlangen von den Zuspätkommer*innen auch eine - zumindest mündliche - Entschuldigung. Sie können im Ausbildungsbetrieb ja auch nicht einfach ohne jegliche Entschuldigung zu spät kommen.

    Mich als kinderfreie Person nervt die Abhängigkeit von den Ferienzeiten, hohen Preisen etc. auch.

    Mich - als ebenfalls Kinderlose - nicht. Das habe ich schließlich alles schon gewusst, als ich mich für meinen Beruf entschieden habe und entsprechend mit "einkalkuliert". Wie Friesin schon schrieb: Es gibt wirklich Schlimmeres bzw. andere Dinge, die mir wichtiger im Leben sind. Wäre mir das o. G. so wichtig, hätte ich mich wahrscheinlich für einen anderen Beruf ("in der freien Wirtschaft") entschieden.

    Mein Mann hat im Übrigen kein Problem mit meinem Beruf und damit, dass wir nur in meinen Ferien gemeinsam längere Urlaubsreisen machen können, dass ich mich manchmal (selten!) auch am Wochenende an den Schreibtisch setze,... Urlaub ist aber nun auch in unserer beider Leben nicht solch ein wichtiges Thema. Wir fahren - genau wie Milk&Sugar und ihr Mann - zudem öfter mal getrennt voneinander weg. Mein Mann war auch schon mit einem Kumpel für zwei-drei Wochen in Gegenden unterwegs, die mich nicht wirklich interessieren und wo ein Urlaub für mich aufgrund des Klimas und der langen Flugzeiten eh nicht in Frage kommt (Asien).

    Natürlich werden Verspätungen im (digitalen) Klassenbuch vermerkt und wirken sich - wenn sie nicht entschuldigt sind - negativ auf die Zeugnisbemerkung im Sozialverhalten aus. Wenn sich Verspätungen häufen (bei uns kommen SuS auch "gerne" mal nicht nur einige Minuten sondern gleich eine ganze Doppelstunde zu spät), dürfen wir für diese SuS - das ist mit dem Schulamt so abgesprochen - das Mahnverfahren wegen unentschuldigter Fehlzeiten anstoßen (dies erfolgt durch die Klassenlehrkraft).

    EDIT: Zudem schalten wir in solchen Fällen die Schulsozialarbeit ein und informieren bei minderjährigen SuS die Erziehungsberechtigten und bei Berufsschüler*innen die Ausbildungsbetriebe.

    Eine Verwandte von mir ist letztes Jahr 90 geworden und sie arbeitet immer noch einmal wöchentlich (manchmal auch nur alle zwei Wochen) in dem Versicherungsbüro, wo sie nun schon seit über 50 Jahren tätig ist (ihr derzeitiger Chef ist schon die 3. Generation). Sie sagt, das halte sie sowohl körperlich als auch geistig fit.

    Bisher war ich nur in der BFSIII, da sind die meisten SuS volljährig oder werden bald 18.

    [...]

    Also ja: Ich habe auch minderjährige SuS. Elterngespräche hatte ich aber erst 2. bei einem davon war der Schüler aber volljährig.

    Ok, das ist dann natürlich in deinem Fall was anderes.

    In der Unterstufe BG sind die SuS teilweise erst 16, das stimmt. Aber da tauchen solche Probleme in der Regel nicht auf. Im BG werden sie erst mit 18 "komisch", also sobald sie selbst ihre Entschuldigungen unterschreiben dürfen.

    Das kann ich für meine Schule nicht bestätigen (und höre ich auch von KuK umliegender BBSn). Gerade in der 11. Klasse sind auch einige unserer BG-SuS "problematisch", egal ob es um Unpünktlichkeit, unentschuldigtes Fehlen oder ihr Arbeitsverhalten o. a. geht (wobei es im BG dahingehend weniger Probleme gibt wie in anderen Bildungsgängen). Da sind von Seiten der Klassenlehrkräfte öfter mal Gespräche mit den Erziehungsberechtigten notwendig. In der 12 und 13 laufen die SuS dann meist "in Spur"; ich würde da kaum jemanden der (volljährigen) SuS, die ihre Entschuldigungen selbst schreiben können, als "komisch" bezeichnen ;) .

    Ich bezog mich in dem Beitrag ehrlich gesagt weniger auf meinen Beruf als darauf, das "Hobby zum Beruf zu machen". Das macht dann, wenn man damit Geld verdient muss, oft weniger Spaß.

    Ach so, dann hatte ich das falsch verstanden (ich habe diesen Thread - ehrlich gesagt - eher überflogen, da ich nach meiner "Forenabsenz" und über 100 ungelesenen Beiträgen nicht dazu komme, alles genau zu lesen ;) ). Da gebe ich dir allerdings recht, dass es durchaus sein kann, dass es evtl. weniger Spaß machen kann, wenn man sein Hobby zum Beruf macht.

    Allerdings kenne ich da auch Gegenbeispiele, z. B. ein guter Freund meines Mannes, der sich im Aquaristikbereich erfolgreich selbstständig gemacht hat, eine ehemalige Schülerin, die als Hobbys während ihrer Zeit in meiner Klasse "Backen und Torten gestalten" angab und eine Ausbildung zur Konditorin gemacht hat oder der oben schon genannte Gärtner aus meiner Verwandtschaft, der schon als Kind ständig mit seinen Großeltern und Eltern im Garten herumgewerkelt hat. Diese drei haben ja nun alle ihre Hobbys zum Beruf gemacht und arbeiten noch immer gerne in dem jeweiligen Bereich.

    Danke für die Einblicke! Das ist wirklich interessant zu lesen, wie es in BW abläuft.

    Hier in NDS war es auch zu meiner Abi-Zeit schon so, dass die Abi-Klausuren kurz vor oder nach den Osterferien begannen (je nach Lage der Ferien bzw. der Ostertage), allerdings hatten wir damals nach dem schriftlichen Abi noch Unterricht (ob bis zu den mündlichen Prüfungen, weiß ich nicht mehr). Seit wann es hier so geregelt ist, dass das zweite Schulhalbjahr für den Abiturjahrgang schon vor den schriftlichen Prüfungen endet, kann ich gar nicht sagen.

    Alle anderen Bildungsgänge bei uns, die Abschlussprüfungen haben, haben aber nach den schriftlichen Prüfungen noch regulären Unterricht, teilweise sogar noch bis zum letzten Schultag vor den Sommerferien (z. B. die einjährigen Berufsfachschul- und Berufseinstiegsklassen).

    Korrekturtage für Abitur (Erst-, Zweit- und Drittkorrektur) erhalten wir auch, die werden aber nicht aus dem Entlastungstopf gewährt und können je nach Anzahl bis zu 3 Tage sein, bei Drittkorrektur nur einer). Da wir nebenher voll unterrichten (auch die AbiturientINNen bis zur mündlichen Prüfung) und die Zeit extrem knapp bemessen ist, wäre es auch anders nicht möglich.

    Baden-Württemberg ist sehr stolz auf seine drei unabhängigen Korrekturen. Das sah man in Coronazeiten. Nur 2 Korrekturen an derselben Schule galt für viele nicht als richtiges Abitur und wurde als erstes von den Coronamaßnahmen wieder abgeschafft.

    Ergänzung

    Zweitkorrektoren erhalten genauso viele Korrekturtage, sie korrigieren bei uns auch "neu", sehen weder Punkte noch Note des Erstkorrektors. Nur der Drittkorrektor erhält weniger (normalerweise 1 Tag, obwohl er oft 2 Kurse korrigieren muss, er korrigiert bei Nichtabweichung nur stichprobenhaft, bei großen Abweichungen komplett, erhält dann auf Nachfrage evtl. einen weiteren Tag).

    Stimmt, aus dem "Entlastungstopf" kommen unsere Korrekturtage auch nicht. Sie sind gemäß Runderlass "von oben" vorgeschrieben (siehe RdErl von 2020: Entlastung von Unterrichtsverpflichtungen zur Sicherstellung der Korrekturen der schriftlichen Abiturprüfungsarbeiten).

    Diese "drei unabhängigen Korrekturen" gibt es meines Wissens nur in BW, oder?

    Etwas als Erwerbsarbeit zu tun, ruiniert jeden Spaß.

    Wenn ich so überhaupt keinen Spaß an meinem Beruf bzw. meiner Arbeit hätte, hätte ich mir schon einen Strick genommen... Ernsthaft: Die Erwerbsarbeit macht doch einen solch großen Teil des Lebens aus, da würde ich es nicht aushalten, wenn ich nicht wenigstens ein klein wenig Freude an dieser Arbeit hätte (und sei es, dass ich mich mit meinen Arbeitskolleg*innen gut verstehe o. ä., wenn auch ggf. die Tätigkeiten selber mich total nerven). Ob Lehrkraft oder nicht, ich würde es in keinem Beruf/an keinem Arbeitsplatz aushalten, den ich eigentlich überhaupt nicht mag.

    Vom Gärtner über den Tischler, den Ver- und Entsorger, die Krankenpflegerin und die Einzelhandelskauffrau bis zur MTA, zur/zum Büroangestellten, der Polizistin, der Lehrkraft usw. gibt es nach deren Bekunden in meinem Umfeld so gut wie niemanden, der/die seiner/ihrer Erwerbstätigkeit ohne jeglichen Spaß nachgeht. Wie gesagt: Da würde man seines Lebens ja nicht mehr froh! Schreckliche Vorstellung!

    Ob ich im Fall eines hohen Lottogewinns weiterarbeiten würde (wenn, dann nur mit gaaanz wenigen Stunden), kann ich nicht sagen.

    Wir erhalten an meiner Schule zumindest Korrekturtage für die Korrektur der Abi-Klausuren am BG und der Abschlussprüfungen der Fachoberschule Klasse 12. Dabei wird die Klassen-/Kursstärke berücksichtigt und ob man Erst- oder Zweitprüfer*in ist.

    Zudem erhalten die Klassenlehrkräfte der Berufseinstiegsklassen eine Entlastungsstunde.

    Zum Glück sind diese "Gnadennoten" zum Bestehen eines Bildungsgangs an meiner Schule nicht verbreitet. Wenn SuS wirklich schlecht sind, erhalten sie keinen erfolgreichen Abschluss bescheinigt.

    In dem von dir gerade geschilderten Fall Klinger (Beitrag Nr. 69) hätte der Schüler ziemlich sicher an meiner Schule kein Abschlusszeugnis mit "Gnadennoten" bekommen. Natürlich muss man pädagogische Aspekte mit einbeziehen, aber wenn jemand im Laufe des Schuljahres und in den Prüfungen so schlechte Leistungen gezeigt hat, fände ich es mehr als befremdlich, diesem Schüler/dieser Schülerin zu bescheinigen, dass er/sie in dem Bildungsgang "erfolgreich" war.

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