Beiträge von Humblebee

    Hallo Leute!

    Ich bin Lehrer (Studienrat) in einer Hochinzidenz-Kommune. Gestern kam die eMail von unserem Schulleiter, wonach das gesamte Kollegium mit "Johnson&Johnson" geimpft werden kann. Ich soll mich bis Montagmittag entschieden haben. Ich ärgere mich deshalb, weil als Vakzine solche aus dem mRNA-Lager angekündigt waren. Ich persönlich glaube bei denen an eine höhere Wirksamkeit und Verträglichkeit.

    Gibt es hier verbeamtete Lehrer, die eine Impfung wirklich ablehnen? Was hat man an Sanktionen zu befürchten? Wenn ich mich bis Montag nicht im Sekretariat melde und zusage, stehe ich gewissermaßen auf einer "schwarzen Liste" ...


    Grüße!

    Wir (ebenfalls Hochinzidenz-Landkreis) haben gestern ebenfalls eine Mail unseres Schulleiters bekommen, dass wir in zwei Wochen geimpft werden können. Um welchen Impfstoff es sich handeln wird, weiß der SL aber selbst noch nicht.

    Ich selbst (und die KuK, mit denen ich gesprochen habe) werde(n) die Impfung nicht ablehnen.

    Mit Konsequenzen oder gar Sanktionen brauchst du wohl kaum zu rechnen, denn es gibt ja keine Impfpflicht. Warum solltest du auf einer "schwarzen Liste" stehen? Bei uns war es so, dass wir uns schon im März zur Impfung anmelden konnten; die entsprechende Liste hat unser Sekretariat dann an den Landkreis weitergegeben. Ob sich damals alle angemeldet hatten oder nicht, weiß ich nicht, aber selbst wenn nicht, stehen sie dadurch doch nicht auf einer "schwarzen Liste". Ich weiß z. B. von einer Kollegin, die gerade in Elternzeit ist, dass sie den Gruppen-Impftermin mit der Schule nicht wahrnehmen möchte, weil sie warten will, bis sie von ihrem Hausarzt oder im Impfzentrum geimpft werden kann. Weitere Kolleg*innen sind bereits geimpft, weil sie bspw. zur Risikogruppe gehören. Diejenigen, die den Impftermin am 06.05. nicht wahrnehmen möchten, sich aber schon im März angemeldet hatten, sollen sich nun beim Sekretariat wieder abmelden, damit sie von der Liste des Landkreises bzw. des zuständigen Gesundheitsamts wieder gestrichen werden können. Also: alles völlig unproblematisch!

    Lasset uns rechnen. Im so genannten Wechselunterricht sind die SuS jede zweite Woche in der Schule. Oder 3 von 6 Schulstunde. Macht nach Ries exakt die halbe Arbeitszeit.

    Auch wenn die SuS nur die Hälfte der Zeit im Präsenzunterricht in der Schule anwesend sind, erhalten sie für die Woche, wo sie im "Homeschooling" sind, doch trotzdem Arbeitsaufträge oder werden zu der Gruppe, die gerade in der Schule ist, in den Unterricht dazugeschaltet (an meiner Schule ist das zumindest so). Somit ist das nicht nur die "halbe Arbeitszeit".

    Die Notbetreuung geht in Nds in der Regel von 8-13 Uhr (Verfügung),

    das deckt genau die 5 Zeitstunden der Verlässlichen Grundschule ab.

    Die Ganztagsschulen können für die Notbetreuung Zeiten darüber hinaus anbieten.

    Gilt das nur für Schulen oder auch für die Betreuungseinrichtungen für kleinere Kinder? Ich hatte mitbekommen, dass hier in der Stadt und im Landkreis auch im "Szenario C" mehrere Kitas und Kigas bis in den Nachmittag Notbetreuung haben.

    Wir sollten uns ehrlicherweise fragen, wie viel von dieser Zeit im Präsenzunterricht die Schüler wirklich mit Lernen verbracht haben. Wenn ein Kind sechs Stunden in der Schule anwesend war, heißt das nicht unbedingt, dass es auch sechs Stunden gelernt hat. Manche Schüler haben auch einfach nur Sauerstoff geatmet.

    Sarek

    Das hat aber nichts mit Corona zu tun, sondern das ist bei einigen (in manchen unserer Bildungsgängen sogar bei einem Großteil) SuS leider immer so...

    Moebius : Stimmt, früher gab es das mal. Ich erinnere mich, dass wir in der Grundschule "Textiles Gestalten" bei einer Lehrerin hatten, die eigentlich Schneiderin war. Sie hat damals - wenn ich das richtig in Erinnerung habe - aber nur wenige Stunden unterrichtet (war wohl Teilzeit-Lehrkraft) und hat nur dieses eine Fach in mehreren Klassen unterrichtet.

    Wäre ich Lehrer und würde viele Fehlzeiten feststellen, könnte ich schauen, was Universitäten oder Webseiten zur Sucheingabe "improve student attendance" herausspucken. Oder ich würde Kolleginnen und Kollegen fragen, bei denen die Fehlzeiten sehr gering sind.

    Bei uns fehlen die wenigsten SuS stundenweise, sondern meist den kompletten Tag (es sei denn, sie haben verschlafen oder den Bus/Zug verpasst und kommen dadurch später zum Unterricht). Geschwänzt (im Sinne von: Schüler*in verlässt vor Ende des Unterrichtstages die Schule) wird bei uns eher selten. Ich habe - ehrlich gesagt - keine Ahnung, woran letzteres liegt.

    Was ich tue, wenn ich hohe Fehlzeiten feststelle? Als Klassenlehrkraft das "Mahnverfahren" einleiten gemäß Vorgabe der Schulleitung.

    Uhhh… na dann, wenn du schon alles weisst, kannst du ja das Studium überspringen und direkt nach den Sommerferien anfangen. Oder gleich in die Lehrerausbildung einsteigen. Anfänger mit dogmatischen Ansichten ohne Berufs- und Lebenserfahrung, die ihre Umwelt vom hohen moralischen Roß herab beurteilen - das kommt in Kollegien immer sehr gut an.

    Erde an UsedToiletPaper: Ein Reddit-Beitrag ist kaum dazu geeignet, eine komplexe Situation zu beurteilen, geschweige denn einen Menschen.

    Da du scheinbar dazu neigst, moralische Urteile über Menschen zu fällen, gebe ich dir einen Tipp: gewöhne dir das ab.

    Dafür :thumbup::thumbup::thumbup::thumbup::thumbup::thumbup::thumbup::thumbup::thumbup::thumbup:(tbc)!!!

    Also, wenn bei einem Lehrer in einer Jahrgangsstufe immer ganz schön viele Schüler fehlen, verglichen zu anderen Lehrern, dann stimmt irgendwas nicht. Zufällig ist dies ein Phänomen, welches oft vorkommt. Fach A oder Lehrer A, bei dem ganz oft Schüler fehlen.

    Dieses "Phänomen" kommt an meiner Schule sehr selten vor, muss ich sagen, und ich kenne das auch aus meiner eigenen Schulzeit nicht. Warum sollten die Schüler*innen denn so blöd sein und dauernd bei einer bestimmten Lehrkraft oder in einem bestimmten Fach fehlen? Das tun doch nur diejenigen, denen ihre Noten egal sind, denn sie bekommen doch jedesmal eine 6 für unentschuldigtes Fehlen.

    @ Humblebee: Wie handhabt ihr das denn konkret? Kommen alle zum Arbeitstermin oder werden zwei verschiedene Arbeiten geschrieben?

    Nein, da wir im Wechselunterricht mit wochenweisem Wechsel der Gruppen sind, schreiben wir zwei verschiedene Klassenarbeiten (wobei es evtl. auch möglich wäre, die komplette Klasse für eine Arbeit einzubestellen; nur müsste die zweite Gruppe ja dann in einem anderen Raum sitzen und das dürfte momentan bei uns - umbaubedingt - schwierig werden, plus dass man sich dann ja noch eine/n Kollegen/Kollegin für die Beaufsichtigung dieser Gruppe suchen müsste).

    Einige Klassen sind bei uns aber aufgrund ihrer geringen Klassenstärke gar nicht geteilt, da ist die ganze Sache dann einfacher. So brauchte ich z. B. für eine Fachoberschulklasse mit 16 SuS und eine Berufseinstiegsklasse mit 13 SuS nur jeweils eine Englisch-Klassenarbeit zu erstellen.

    SuS, die von der Präsenzpflicht befreit sind, brauchen ja hier kein negatives Testergebnis vorlegen. Auch die sollen dann in einem anderen Raum ihre Klassenarbeit schreiben. In meiner Klasse betrifft das eine Schülerin; die war aber so "sozial", dass sie vor den beiden in dieser Woche geschriebenen Arbeiten doch einen Test (auf dem Schulhof) gemacht hat.

    Zu den schriftlichen Abschlussprüfungen müssen dann aber natürlich alle SuS einer Klasse erscheinen und werden auf zwei Räume aufgeteilt.

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