Ich denke, dass es von Bundesland zu Bundesland Unterschiede gibt.
Hannelotti schrieb oben, dass viele KuK den Weg über das Gymnasiallehramt an eine BBS gegangen seien. Das kann ich z. B. für meine Schule nicht bestätigen; bei uns sind derzeit nur 3 von ca. 140 KuK ursprünglich Gymnasiallehrer*innen. Das mag aber an anderen Schulen anders sein. Von daher schätze ich, dass du als Gymnasiallehrer*in durchaus Chancen hättest an einer BBS unterzukommen.
Auch ist bei uns die Klientel zwischen starken SuS, z. B. am BG, stärkeren SuS mit Realschulabschluss (z. B. in der FOS oder vielen Berufsschulklassen) und schwächeren bis ganz schwachen SuS (z. B. im BVJ, also ohne Hauptschulabschluss, oder einigen einjährigen Berufsfachschulen mit Eingangsvoraussetzung Hauptschulabschluss) recht gut "durchmischt".
Zudem schrieb Hannelotti: "Manche Schulen haben kaum Duales System, manche fast ausschließlich. Mit PoWi bist du in sehr vielen verschiedenen Bildungsgängen unterwegs, mit Ernährung und Hauswirtschaft möglicherweise nur am Kochen mit HS9 SuS ohne Deutschkenntnisse." Auch ersteres scheint BL-spezifisch zu sein: bei uns im Umkreis gibt es keine BBS, an der es fast nur Berufsschulklassen (also nur duales System) oder fast nur Vollzeitklassen gibt sondern jeweils beides. Bzgl. ihres zweiten Punktes muss ich Hannelotti teilweise rechtgeben. Zwar haben wir momentan so gut wie keine SuS komplett ohne Deutschkenntnisse, aber oftmals gibt es im Bereich "Ernährung und Hauswirtschaft" einjährige Berufsfachschulen mit dem Hauptschulabschluss als Eingangsvoraussetzung (andererseits ist in meinem Heimatort aber auch eine Fachoberschule mit diesem Schwerpunkt).
Ich denke, du musst für dich persönlich herausfinden, ob dir die Schwerpunkte "Ernährung und Hauswirtschaft" oder "Wirtschaftswissenschaften" wirklich zusagen würden, denn du wirst halt einen Großteil deiner Stunden später in dem jeweiligen Schwerpunkt unterrichten. Wenn ich mir da mal mein Englischteam an der Schule anschaue, so unterrichten die meisten meiner KuK etwa die Hälfte ihrer Stunden Englisch, die andere Hälfte eben im Schwerpunkt.
Ach, eines noch:
Hinzu kommen Sachen wie Aufsicht und Elterngespräche bzw. -abende, worauf ich auch keinen besonders großen Wert lege.
Ich hoffe, hier handelt es sich nur um eine unglückliche Formulierung deinerseits! Denn wie man als Lehrkraft keinen "besonders großen Wert" auf Kontakt zu den Erziehungsberechtigten legen kann, kann ich nicht nachvollziehen. Dieser gehört zu unserem Job doch dazu!? Falls du damit allerdings meinst, dass viele SuS an BBSn ja schon volljährig sind und Elterngespräche, -abende und -sprechtage somit nicht so häufig anfallen wie bei jüngeren SuS, dann hast du natürlich recht. Und was die Aufsicht angeht: das ist eine deiner Dienstpflichten als Lehrer*in, auch wenn du an einer beruflichen Schule wohl weniger häufig Pausenaufsicht haben wirst als an einer Grundschule (an meiner Schule haben alle Lehrkräfte max. zweimal pro Woche Pausenaufsicht oder einmal Frühaufsicht - also vor der 1. Stunde -, da diese eine halbe Stunde dauert).