Beiträge von Kris24

    Ich glaube nicht, dass ich an der Nase herumführe. Wozu sollte ich das tun? Welche Nutzen habe ich davon?

    Ich denke eher, dass Schulen denken, sie müssten gegenüber der Industrie mit Samthandschuhen angefasst werden bzw. erwarten es. Sobald sie mal mit etwas unangenehmen konfrontiert werden (Praktikanten sind für sie schon zu belastend), wird dies sofort als belastende Mehrarbeit aufgefasst ohne zu versuchen daraus mal irgendwas Schönes zu sehen.

    Manche müssen sich mit viel höherer Belastung tagtäglich

    Einige meiner Bekannten meinten auch: Das ist wirklich Jammern auf hohem Niveau! Leider haben sie dahingehend recht.

    Beschreibst du dich? Werde erwachsen (das meine ich mit verwöhnter Prinzessin auf der Erbse).

    Und zu guter Letzt: Ich werde das Gefühl nicht los, dass du uns ein wenig an der Nase herumführst.

    Das dachte ich auch (oder Prinzessin auf der Erbse). Allein die Idee mit Pilot (ein Klassenkamerad von mir hat es geschafft und fliegt für Lufthansa, die Ausbildung vor knapp 40 Jahren kostete ihn bereits 100 000 DM (heute 120 000 Euro). Klar, kann man einen großen Teil abstottern. Aber es fallen auch Kosten für die Tests (vor der Zusage) an und die Ausbildung muss auch zum großen Teil bezahlt werden, wenn man es nicht schafft.

    Ich habe einem Praktikanten allgemein auch noch nie gedankt (konkret schon, wenn er etwas für mich erledigt hat). Soll ich mich bei ihm bedanken, dass er mir zuhört und lernt, dass er mir Mehrarbeit bereitet?

    Wir haben jährlich viele Praktikanten und sie bedanken sich bei uns, weil wir uns Zeit genommen, ihnen etwas beigebracht haben.

    Nicht viel, nur das ganz normale. Was alle anderen meiner Kommilitonen auch erwartet haben. Jedenfalls nicht, das man als Praktikant kommt und niemand weiß etwas mit einem anzufangen. Dafür haben die Schulen Wochen vorher Informationsmaterial bekommen.

    Dann sage ich dir mal, was Praktikanten für mich bedeuten. Es bedeutet schlicht unbezahlte Mehrarbeit, Informationsmaterial habe ich noch nie gesehen, was soll denn darin stehen? Ich übe meinen Beruf über 30 Jahre aus.

    Ich zeige Praktikanten trotzdem, was mein Beruf ausmacht, erkläre in Pausen oder nach dem Unterricht Dinge, beantworte Fragen. Dann reicht die Zeit für mich weder für die Toilette noch für einen Tee noch Pausenbrot. Helfen können sie noch nicht, selbst wenn sie eine Stunde übernehmen, muss ich sie mit vorbereiten und hinterher besprechen. Es kostet mehr Zeit, als wenn ich sie selbst gehalten hätte. Jetzt ist der Lehrerberuf kein Halbzeitjob mit 12 Wochen Ferien wie du glaubst. Aktuell unterrichte ich 29 Deputatsstunden (wenn ich es mit entsprechendem Faktor multipliziere, sind es über 53 Zeitwochenstunden). Dann ist man müde und bei (unverschämt) fordernden Praktikanten auch mal abweisend. Mein letzter von vor paar Wochen war allerdings so nett und interessiert, dass ich mir gerne Zeit genommen habe.

    Ich würde auch mit großem Gewinn weiter unterrichten, vielleicht mit halber Stelle, vielleicht mit einem Sabbatjahr, denn mir macht unterrichten wirklich Spaß. Ich merke es immer am Ende der Sommerferien, ich freue mich auf den Unterricht. (Und ich bin dankbar, dass ich mein Geld verdienen darf mit etwas, was ich mag und was ich sinnvoll finde.)

    Zu Ausgangsbehauptung

    Ich kenne übrigens keinen anderen Beruf, wo sich die Leute immer wieder einreden müssen, dass sie ihn ja lieben würden.

    Ich kenne einige, z. B. Krankenpflegepersonal, Eisenbahner (Familie und Bekanntenkreis). Es ist kein "sich einreden müssen", sondern eher gegen Außenstehende gerichtet, die den Beruf schlecht machen. Man möchte selbst auch einen Kritikpunkt äußern, aber nicht gleich den ganzen Beruf abwerten. Denn man mag ihn (und manche sagen auch lieben, wieso nicht, ich liebe auch gutes Wetter oder Essen).

    Ich überlege schon länger, warum state_of_Trance und andere sich hier so äußern. Als ich Lehrerin wurde, gab es viel zu viele. Es ergriffen also nur wirklich welche den Beruf, die unbedingt wollten. Andere Jobs waren leichter zu erreichen (mir wurde damals ungefragt eine Promotionstelle in Chemie angeboten, Gehalt in der Zeit fast so gut wie im Ref, extrem gut bezahlte Jobs in der chemischen Industrie im Anschluss gab es auch noch genug, mehr als freie Lehrerstellen (ich bekam ja mit, wie jeder mit seinem Jobangebot angab. Meine Freundin hat genau 2 Bewerbungen geschrieben und 2 Zusagen erhalten, Anfangsgehalt jenseits von einer SL, ich schrieb hunderte freie Schulen und alle Bundesländer an (für fast alle Bundesländer war ich allerdings zu spät dran), erhielt immerhin mehrere Zusagen aus NRW und eine in München). Ich habe überlegt und mich gegen die Promotionstelle entschieden und bin heute froh darüber.

    Dass ich meinen Beruf wirklich mag, sieht man auch daran, dass ich freiwillig und unbezahlt Workshops mehrfach im Jahr seit über 20 Jahren für Grundschüler anbiete. Es ist anstrengend, aber macht mir wirklich Freude. Nur hier im Forum habe ich immer wieder das Gefühl, dass ich das verheimlichen muss, dass einige sich lustig darüber machen. Schade.

    Danke für eure ausführlichen Erklärungen, ich überlege jetzt, ob ich für die blauen Flecken, Beulen, Reiterhose, Müdigkeit usw. eine Erklärung habe. Ich habe heute während der Zugfahrt ausführlich gelesen.

    Ich meine, dass ich dir im letzten Thread schonmal erklärt habe, dass auch in NRW die Somi Note nicht die Häufigkeit des Meldens misst. Trotzdem wird sie als Korrekturmittel verwendet.

    Ja, du hast geschrieben, dass du sie nicht verwendest.

    Aber was bei dir in Somi enthalten ist, hast du leider nicht geschrieben. Von anderen weiß ich, dass Anzahl des Meldens mitgezählt wird.

    Da habe ich tatsächlich mit insgesamt 22 Klassensätzen in diesem Schuljahr mehr Klassenarbeiten/Klausuren. Natürlich sind die 4 in Naturphänomene (2 Klassen) schnell korrigiert, die 4 im Leistungskurs Chemie benötigen mehr Zeit. 2 habe ich geerbt, weil ich 2 Klassen Chemie Mittelstufe von einem langfristig erkrankten Kollegen übernehmen musste. Zum Glück hat er für diesen Zeitraum nur jeweils eine angekündigt. Wir konnten bisher relativ frei entscheiden, es muss aber der Klasse zu Beginn angekündigt werden und er hat sich für eine im 2. Halbjahr entschieden.

    Somi-Noten haben wir nicht, bei uns zählt (offiziell) nur fachliches für die Fachnote. Ich erhielt neulich hier Protest, dass Dreiklang (inkl. Somi) gut sei.

    Ruhige Schüler muss ich aufrufen, nur weil jemand sich nicht meldet, darf ich ihm keine schlechte Note geben.

    Bei Dreisatz musste ich schmunzeln, ich hatte schon einige Diskussionen, weil Kollegen der Ansicht sind, das sei unwürdig für einen Gymnasiasten. Für chemische Rechnungen finde ich es manchmal sinnvoll, ich unterrichte es also (und nicht nur in Klasse 6 kurz).

    Ich gehe davon aus, dass die Doppelkorrekturfachlehrkräfte, gerade mit D/E oder zwei Fremdsprachen in nahezu allen Bundesländern die Arschkarte gezogen haben.

    Wie schon oft geschrieben, ich kenne das Wort Korrekturfachlehrer nur von euch NRWler. Hier kennt diesen Begriff niemand (außer er kommt aus NRW). Ich habe dies schon mehrfach getestet.

    Kombination mit Deutsch und Fremdsprache ist sehr häufig, mehr als die Hälfte aller Deutschkollegen unterrichtet eine weitere Fremdsprache als Hauptfach. Niemand bemitleidet sie, sie sich selbst auch nicht. Nebenfachlehrer korrigieren oft mehr Klassenarbeiten, weil sie mehr Klassen unterrichten.

    Zu Anzahl der Klassenarbeiten, jeder in einem Kurs schreibt Klausuren, im Basiskurs eine pro Halbjahr, im Leistungskurs zwei. Allerdings ist bei uns die Dauer nicht festgelegt, die meisten lassen daher nur eine Doppelstunde schreiben. Von Klasse 5 - 10 waren es im Hauptfach früher 6, im Nebenfach 4. Vor Jahren, als eine vorübergehende Deputarserhöhung dauerhaft wurde, wurde die Anzahl gesenkt. Aktuell sind es nur noch mindestens 4 pro Hauptfach im Jahr, im Nebenfach höchstens 4. In Zukunft (wir wechseln auf G9 ab Sommer) sollen viele Hauptfächer in der Mittelstufe nur noch dreistündig unterrichtet werden, dann gilt die Regelung mindestens 3 (der Lehrer hat dann aber auch mehr Klassen). Erwartungshorizont ist bisher uns überlassen, manche machen sie, manche nicht. In Zukunft sollen sich Fachschaften absprechen.

    Aber in Baden-Württemberg ist die Abiturprüfung mehr Arbeit. Jede Klausur wird dreimal anonym korrigiert, der Zweitkorrektor einer anderen Schule sieht nur einen Code für Schule und Schüler, er weiß nicht, wie viele Punkte, welche Note der Erstkorrektor gegeben hat, wer es ist. Erst der Drittkorrektor sieht beide Bewertungen, bei Abweichungen muss er neu korrigieren und einen Bericht schreiben. Zeitraum ist zwischen wenigen Tagen und 2 Wochen, ein überziehen ist nicht möglich. Wenn jemand krank wird, muss ein Kollege ran und alles korrigieren (und hatte einmal für Englisch nur noch 2 Tage Zeit). (Große) Fehler sollte man nicht machen, wenn man keinen Bericht über seine Minderleistung ans RP möchte. Ich habe dieses Jahr wieder Drittkorrektur, erhalte die Arbeiten von 2 Kursen 2 Tage vor den Pfingstferien und muss sie am 1. Tag nach den Pfingstferien abgeben, ich hoffe auf wenig Abweichungen. Unsere Abiturienten haben derweil ganz normal Unterricht, schreiben ihre Klausuren in den Basiskursen (vor dem schriftlichen sind die Leistungskurse dran), jeder Korrektor unterrichtet also seinen Kurs während seiner Korrektur, bereitet evtl. mündliche Prüfungen vor (auch da sind Kollegen anderer Schulen dabei, wählen die Aufgaben aus, ich weiß also nicht, wer was kriegt, erfahre erst kurz davor, welche Aufgaben ausgewählt werden. Hier ist ein Erwartungshorizont vorgeschrieben.

    Es gibt aber ab einer bestimmten Anzahl schriftlicher Prüfungen Korrekturtage, die anderen müssen zusätzlich Vertretung leisten (mein Extremfall, 6 Tage Zeit für eine Chemieabiturprüfung (LK), Chemie schrieb am Ende, Deutsch normalerweise am Anfang, damit die Erstkorrektoren mehr Zeit haben, Rekord einer Klausur 36 DIN A 4 Seiten (Durchschnitt um 20 Seiten), Kurs ein Schüler zu klein, also kein Korrekturtag, dafür insgesamt 6 Vertretungsstunden zusätzlich (inkl. Nachmittag) in dieser Woche). Das einzige Mal, wo ich Überlastung angezeigt habe (half nur kurzfristig nicht).

    Ich frage mich übrigens, warum sich sehr vieles wieder einmal um Mathematik dreht, nicht aber um z.B. Deutsch oder SU/NaWi oder …

    SU ist absolut unproblematisch, sage ich als langjährige Naturphänomenelehrerin (Fortsetzung von SU in Klasse 5), bis Klasse 8 in Chemie ist sowieso fast alles vergessen und ich fange fast von 0 an. Es reicht, wenn sie Freude am Beobachten haben.

    Über Deutsch habe ich gestern lange nachgedacht, bin ja keine Deutschlehrerin. Probleme sind bei uns Rechtschreibung, inwieweit da fachfremder Unterricht Schuld ist, weiß ich nicht. Ich merke als Problem neben Rechtschreibung auch, dass am Gymnasium wenige nur Druckschrift schreiben können und viel zu langsam schreiben.

    Wer in Mathe dagegen keine Vorstellung vom Zahlenraum (Mengenbegriff) hat, weil zu schnell zum Rechnen übergegangen wurde und auch in Klasse 5 noch (mit den Fingern) zählt, kann dies kaum noch ändern, es hat sich über die Jahre eingeprägt, wurde (falsch) geübt. Sie haben viele Rechenergebnisse auswendig gelernt, sind von ihrer Methode überzeugt, können es nicht anders, aber bei Bruchzahlen ist spätestens Schluss.

    Eine andere Kollegin hier und ich sprachen bereits Rechenverfahren an. Es ist kein Problem, wenn schriftlich dividieren fehlt, das kann ich schnell nachholen, wenn der Rest sitzt (das ist auch die Abmachung mit unseren Grundschulen, auch ich war jahrelang jährlich im Gespräch dabei. Wenn die Zeit zu knapp wird, sollen sie es weglassen.) Ich habe gelernt, es gäbe 5 verschiedene Verfahren für schriftliche Subtraktion (ich kannte 2), manche Schüler schaffen noch mehr, indem sie mischen (und leider nicht korrekt). Manchmal kommt das richtige Ergebnis heraus, oft nicht. Und es ist sehr schwer in der knappen Zeit es umzulernen.

    Inwieweit der falsche Gebrauch vom Istgleichzeichen in der Grundschule unterrichtet wird oder vielleicht nur geduldet wird, weiß ich nicht. Es kostet auf jeden Fall Jahre, es zu ändern, manchen Schülern und ihren Eltern fehlt jede Einsicht. (Ich habe aktuell in der letzten Woche eine entrüstete Mail von Eltern erhalten, weil ich den Rechenweg trotz richtigem Ergebnis angestrichen habe und das Kind frustriert habe.)

    Meine Gedanken heute früh, sitze im Zug und komme gleich in ein "WLAN-Loch", muss daher abrupt Schluss machen.

    Das kenne ich gut aus Chemie, es fehlen Grundlagen, man muss eine Schleife machen, damit (viele) SuS nicht vollkommen abgehängt werden.

    Vielleicht ist genau da das Problem. Man nimmt zu viel Rücksicht am Gymnasium (ich inklusive). Die Bildungspläne sind so gestrickt, dass man da schon ein gutes Tempo vorlegen muss, damit man alle Inhalte bis zum Abitur schafft. Da bleibt keine Zeit für extreme Baustellenaufarbeitung. Man macht es doch immer wieder, weil man denkt, das kann nicht sein, dass man weitermacht und dann nur noch 5-10 SuS von 25 überhaupt noch folgen können.

    Das Problem ist aber, doch, das kann sein! Es sind vermutlich in der Klasse auch nur maximal 10 SuS gymnasial geeignet. Aber heute gehen so viele SuS auf das Gymnasium, die da kognitiv gar nicht hingehören. Und dann passt man sich automatisch dem Niveau an.

    Mir gelingt es mit den Jahren immer besser auch mal einfach weiterzumachen, wenn es Zeit wird.

    Da habe ich mit meinen Chemie-LKs Glück (Chemie habe ich fast jährlich LK). Ich stelle von Anfang an Teile von Abiturklausuren (meistens aus anderen Bundesländern, damit meine Schüler sie nicht kennen) als Klausur. Und in Chemie höre ich regelmäßig, die Abiturklausur war die einfachste (ich denke allerdings, sie haben intensiver gelernt und wussten, was dran kommen kann).

    Ich hatte den Weltartikel als typischen Weltartikel abgestempelt.

    https://www.welt.de/vermischtes/ar…foerderung.html

    Ich beziehe mich auf diesen Artikel.

    Ich gebe den Schülern recht. Der Unterricht hat wirklich häufig wenig mit der schriftlichen Abiturprüfung zu tun. Das liegt aber daran, dass die meisten Schüler, die Abitur machen wollen, kognitiv gar nicht in der Lage sind (oder alternativ zu faul sinnvoll nachzuarbeiten, oder beides) auf diesem Niveau zu arbeiten. Kein Wunder, wenn man im Unterricht immer wieder an den selben alten Baustellen arbeiten muss.

    Danke, dass du es aufgreifst, ich habe es auch überlegt.

    Allerdings habe ich mich gewundert, weil ich dies so nicht kenne. Unsere Schüler behaupten manchmal sogar, dass die zentrale schriftliche Abiturprüfung in Mathe die einfachste Klausur (in den 2 Jahren) gewesen sei. Aber ich habe mich neulich auch gewundert, dass manche meinten, Hausaufgaben seien unnötig. Bei uns spielen sie eine große Rolle. Ich führe zwar ab Klasse 9 keine Hausaufgabenliste mehr, aber erwarte schon, dass die Schüler es können (und Hausaufgaben als Übung helfen dabei).

    Nur dass ich aufgrund meiner 25-Jahre Erfahrungen in der Grundschule nicht pauschal irgendwem die Qualifikation abspreche ... so wie du aufgrund deiner Einzelfall-Erfahrungen. ;)

    Ich muss seit 30 Jahren in Klasse 5 und 6 die falschen Vorstellungen korrigieren (nein, es sind keine Einzelfälle, es gibt sie in jeder Klasse mehrfach (gut, manchmal dieselbe Kollegin)), ich lasse es mir von Schülern (und früher auch von den Kolleginnen) erklären, auch um zu wissen, wo ich die Schüler abholen kann/muss.

    Ach bitte, es gibt schon Gründe, warum NRW die Ausbildung umgestellt hat und Mathe verpflichtend macht.
    Das tut man nicht, weil die Mathedidaktiker arbeitslos wären.
    Es ist KEINE Allgemeinkritik an alle Grundschullehrkräfte, auch nicht an die ohne Mathestudium, aber selbst unter den motiviertesten schaffen es nicht alle, sich komplett einzuarbeiten, wie es wünschenswert wäre.

    Danke, du hast es besser ausgedrückt, was ich gemeint habe.

    Bei GrundschulkollegINNen, die guten Matheuntrrricht erteilt haben, habe ich meistens nicht nachgefragt, sprich, ich weiß nicht, ob sie Mathe studiert haben oder gute Fortbildungen besucht haben oder vielleicht selbst das ausführliche Gespräch mit Kolleginnen gesucht haben und es sich selbst beigebracht haben. Natürlich kann man sich viel beibringen. Ich weiß aber auch, dass mein Physikanfängerunterricht vor vielen Jahren oder NwT in fachfremden Themen fachlich ausbaufähig war bzw. ist (ich suche auch das Gespräch und besuche Fortbildungen, ist nicht perfekt, sondern Notlösung). Aber auch um das zu beurteilen, benötigt es Wissen, dass ich anfangs auch nicht hatte. Und je mehr Wissen ich habe, umso mehr vermeide ich den fachfremden Unterricht.

    Das habe ich im Gespräch mit mancher Kollegin (es waren immer Frauen) vermisst. (Ich habe übrigens nie Kritik geäußert, das bringt ja nichts, sie müssen ja fachfremd unterrichten, ich habe nachgefragt und mir die Vorgehensweise erklären lassen, auch um die Denkweise meiner Schüler zu verstehen. Ich denke auch, dass das Klassenlehrerprinzip große Vorteile hat, aber leider auch Nachteile. Ich habe Moebius zugestimmt, ursprünglich wollte ich mich aus der Diskussion heraushalten. )

    Und aufgrund deiner konkreten Beispiele verallgemeinerst du diese Aussage dann?

    Genau wie du auch. ;) Es waren leider keine Einzelfälle. Da hätte ich dem Schüler "die Schuld gegeben", hätte gedacht, er hat es falsch verstanden.

    (Ich hatte ursprünglich mehr geschrieben, aber ich habe seit Corona keine ausführlichen Gespräche mehr mit meinen GrundschulkollegINNen geführt, mein Wissen ist vielleicht nicht mehr aktuell, die Studiumdauer hat sich in Baden-Württemberg ja vor einigen Jahren verlängert. Aber bei manchen meiner aktuellen Fünftklässler ertappe ich mich bei dem Gedanken, ob die Kollegin Mathe studiert hat, ob sie verstanden hat, was und warum sie es unterrichtet. Früher hatten wir jährlich Gespräche in lockerer Form und ich konnte unauffällig fragen.)

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