Beiträge von Kris24

    Wer, wenn nicht die Schulleitung, entscheidet, wo und in welchem Rahmen die Zeugnisübergabe stattfindet? Wenn ihr das zuwider ist, die beiden Veranstaltungen zu kombinieren, weil dadurch für teilnehmen wollende Lehrkräfte Kosten entstehen, dann ändert sie das Verfahren. Da muss sie sich bei niemandem eine Erlaubnis einholen. Sie mag rechtlich versiert sein, aber sie scheut die Verantwortung, wie es mir scheint.

    Ich zitiere dich, versuche aber, auch die anderen zu beantworten.

    Meine SL lässt uns bei vielem mitentscheiden oder sie spricht ein Problem aus ihrer Sicht an, aber wenn die Mehrheit es anders sieht, ist es für sie (oft) auch in Ordnung. Wir haben z. B. eine Konferenzordnung, 2 gewählte KollegInnen leiten jede Konferenz. Das bedeutet nicht, dass sie nie Entscheidungen trifft, aber sie versucht vieles im Einverständnis. Und dieses Problem ist für sie vermutlich nicht so wichtig, dass sie gegen Schüler und viele Lehrer entscheidet. Früher wurde noch eine teure Halle gemietet, das hat sie irgendwann abgelehnt und durchgesetzt. Die jetzige Lösung (ca. halber Preis) ist wohl der Kompromiss.

    Unsere Schüler feiern anschließend noch weiter an einem anderen Ort (durch die Nacht). Da sind weder Eltern noch Lehrer dabei. Ich rede tatsächlich nur von der Abifeier auf dem Schulgelände mit Programm (Zeugnisübergabe und Preise werden von Musik, Bildern, kleinen Theaterstücken usw. unterbrochen, die letzten erhalten also ihr Zeugnis ca. 3 Stunden nach den ersten. Dazu gibt es ein Glas Sekt bzw. Orangensaft und Essen vom Caterer).

    Ich war letztes Jahr nicht und meine Entscheidung wurde von meinen Schülern (Basiskurs) mit Überraschung aufgenommen. Verstanden haben sie es nicht, es gab erstauntes Nachfragen. Auch meine Kollegin konnte es nicht nachvollziehen, immerhin war sie bereit, für mich den Preis zu überreichen (dann fällt es für Außenstehende nicht auf). Jetzt habe ich 2 Leistungskurse hintereinander, da kann ich noch auf weniger Verständnis hoffen. Ich wünsche mir Ehrlichkeit, ich verstecke mich nicht hinter Ausreden. Schön fände ich daher getrennte Veranstaltungen. (Es geht mir auch nicht um das Geld, eher um das Prinzip, dass alle Seiten erwarten, dass ich zahle. Zudem sind unsere Abifeiern immer erst im Juli, gleichzeitig mit den letzten Korrekturen, ich bin an diesem Abend immer sehr müde und möchte mich nicht aufbrezeln, sondern habe oft Kopfschmerzen und möchte ins Bett. Eine reine Zeugnisübergabe und Preisverleihung am Mittag, statt Feier bis in die Nacht wäre mich auch daher lieber.)

    Das "Geschwätz" (zumindest von meiner Seite) bezog sich ausschließlich auf die kostenfreie Zeugnisvergabe - und ich glaube, dass die meisten das auch so gesehen haben. (Auch wenn es bei dir gekoppelt ist.)

    Und: natürlich hilft das, Antrag stellen und schauen, was passiert.

    Der Antrag wird abgelehnt, es ist ja keine Dienstpflicht zu erscheinen. Diesen Fehler macht unsere SL nicht, sie ist rechtlich versiert.

    Erwartungen müssen nicht erfüllt werden, aber natürlich hat meine Entscheidung Folgen. (Und ich unterrichte sehr gerne Chemie-LK.)

    Ich wiederhole

    Das Problem ist, aktuell jedes Jahr knapp 40 Euro für 4 Stunden zu zahlen oder als geizig und nicht interessiert an seinen Schülern dazustehen. Verurteilen tun Schüler, vor allem ihre Eltern, aber auch einige Kollegen. Ja, es bleiben einige weg, ich auch zumindest wenn ich nur einen Basiskurs habe. Aber ich habe fast jährlich noch einen LK und da wird das Geraune unüberhörbar.

    ich muss immer schmunzeln, wenn ein Schüler sagt:"Nur wegen Fach XY bleibe ich sietzen".
    Falsch.
    Sitzen bleibt man, wenn man mehrere schlechte Noten ohne Ausgleich hat. Eine 5 in nur einem Fach ist zu verschmerzen (Thüringen, früher auch NDS)

    Eine 5 bei lauter Vieren reicht in Baden-Württemberg für Nichtversetzung. Verschmerzen lässt sich nur eine 5 in Sport, Musik oder Bildende Kunst (da zählt nur die beste Note).

    Das Problem ist ja nicht, in einem einzelnen Fach mal ein Auge zuzudrücken. Problematisch ist es, wenn das 5 Kollegen machen. Und nicht einmal, sondern über Jahre. Und nicht bei einem Schüler, sondern 5 oder 8 oder ... pro Klasse. Langfristig erodiert man auf diese Weise erfolgreich das Niveau ganzer Kurse und letztlich auch den Wert des Bildungsabschlusses.

    Es zerstört den Ruf der eigenen Schule. Wie geschrieben, die Schüler meiner Gesamtschule erhielten noch mit 4 einen Ausbildungsplatz, die von 2 anderen Gesamtschulen noch nicht einmal mehr mit 2. Verschenkte Noten sprechen sich unter Betrieben herum. Ein guter Ruf zählt viel.

    Dann muss man den Kollegen das klarmachen. Ich verstehe immer noch nicht so recht das Problem.

    Das Problem ist, aktuell jedes Jahr knapp 40 Euro für 4 Stunden zu zahlen oder als geizig und nicht interessiert an seinen Schülern dazustehen. Verurteilen tun Schüler, vor allem ihre Eltern, aber auch einige Kollegen. Ja, es bleiben einige weg, ich auch zumindest wenn ich nur einen Basiskurs habe. Aber ich habe fast jährlich noch einen LK und da wird das Geraune unüberhörbar.

    Eine andere Möglichkeit gibt es hier nicht. Versuche sogar von unserer SL, die Veranstaltungen zu trennen, scheiterten kläglich. Es hilft mir nicht, wenn andere schreiben, dass sei doch kein Problem. (Genau wie einsammeln von Geld auf dem eigenen Konto, nur SL und ich (dank euch) sahen auf einer Konferenz ein Problem, alle anderen reagierten mit Unverständnis. Ich komme auf diese Weise um Klassenfahrten herum.)

    Kenne ich, wie gesagt, anders. Auch heutzutage noch.

    Aber wenn das Problem mehrere Kollegen betrifft, muss man das halt zusammen ansprechen.

    Bei mir war damals vormittags Gottesdienst nachmittags Zeugnisverleihung mit Reden in der Aula und abends Feier.

    Hier kennt es niemand anders, man gilt als geizig, wenn man nur seinen Unwillen äußert. Die Schüler wünschen es sich so, für sie ist es der (einmalige) Höhepunkt und sie können sich nicht vorstellen, dass es nicht jeder so sieht.

    Mich erinnert es an die Diskussion von GrundschulkollegINNen, die eigenes Geld einsetzen, um den Klassenraum zu verschönern. Ich kann es aktuell hier nicht ändern, ich kann nur für mich jedes Jahr entscheiden, ob ich Geld zahle, um zur Abifeier mit Zeugnisübergabe gehe oder nicht (und natürlich fällt es auf, wenn die SL den Preis übergibt).

    Unsere SL hat übrigens einmal angeregt, Zeugnisübergabe getrennt vorzunehmen, kam nicht gut an.

    Das mag sein - in dem Ausgangspostings des Threads, den du ansprichst, ging es aber explizit nur um die Feier zur Zeugnisvergabe, nicht um eine zu bezahlen

    de Party.

    Also bitte nicht alles verfälschend in einen Topf werfen und dann entrüstet sein. Danke.

    Wie alle Threads hat auch dieser sich entwickelt und es wurde auch noch Seiten später entrüstet geäußert, dass man nicht weg bleiben dürfe, als viele schrieben, dass es eben nicht getrennt ist. Unsere Zeugnisverleihungen kosten Geld, zahle ich jetzt oder bleibe weg?

    (Mich hat es damals sehr getroffen, ich weiß bei vielen noch, wie sie sich geäußert haben.)

    Ja, wobei Kris auch erzählt, er würde auf der Veranstaltung den Preis des Faches verleihen (Einige Fachgesellschaften der Naturwissenschaften spenden Bücher und Mitgliedschaft an den jeweils besten Abiturienten des Jahrgangs).
    Diese Preise werden bei uns auf der offiziellen Zeugnisverleihung vergeben.

    Ich habe an allen drei Schulen, an denen ich unterrichtet habe, und auch an allen anderen benachbarten Schulen nie erlebt, dass die offizielle Zeugnisverleihung getrennt war. Das war schon bei meiner Abiturfeier vor fast 40 Jahren nicht der Fall. Nur erhielt man früher die Karte von seinem Kurs geschenkt. Da dies nicht mehr erlaubt ist, gibt es heute keine mehr, der Rest wurde nicht verändert.

    Gerade NRW ist ja im Versetzen streng: Klasse 9 in Latein die Note 5 bekommen (die in der Oberstufe abgewählt werden kann) in den restlichen Hauptfächern die 4+, dann geht es in die Pflichtnachprüfung für Latein, Lernen und psychischer Druck in den Sommerferien. Hier in einem anderen Thread stand, dass diese Nachprüfungen so gut wie nie bestanden werden. Andere Bundesländer sind da humaner.

    Interessehalber, welche Bundesländer sind humaner?

    Ich kenne persönlich nur NRW und Baden-Württemberg, aus Gesprächen noch ein paar weitere und für mich war bisher NRW das Bundesland, das am wenigsten verlangte.

    Nachprüfungen gibt es theoretisch in Baden-Württemberg auch, ich habe in über 20 Jahren (in 2 RPs) noch keine einzige erlebt. Bei uns heißt es mit lauter Vieren und einer 5 in Klasse 9, eine Versetzung macht keinen Sinn. Es wird auf keinen Fall versetzt, eher zum Schulartwechsel geraten (wobei Ende Klasse 9 es auch zu spät ist, geraten wird bis Mitte 9).

    Nach Klasse 9 gibt es noch Klasse 10. Wie soll da die Versetzung klappen (und bei G9 bei uns noch Klasse 11)? Nach 9 kann man doch noch nicht abwählen (oder hat sich das in NRW geändert)?

    Bei uns kostet es zwar keine 100 Euro, aber über 30 Euro (nur Caterer, kostenlose Schulräume).

    Aber ehrlich gesagt möchte ich das auch nicht. Spaß macht es nur begrenzt, das Essen ist den Preis nicht wert und dann soll ich dafür zahlen, den Preis in meinem Fach zu überreichen? (Wir hatten hier im Forum schon diese Diskussion und zu viele meinten, man müsse gehen. Ich habe vor vielen Jahren beschlossen, dann und nur dann privates Geld in die Hand zu nehmen, wenn es mir hilft. Das ist hier nicht der Fall. Aber bei uns an der Schule wird sich nichts ändern (nur "moralische Pflicht", ich darf wegbleiben, wird aber negativ bewertet).

    Und wenn besagter Kapitän des Flugzeuges das Auswahlverfahren sowie seine Ausbildung geschafft hat, dann sind mir seine früheren schulischen Leitungen völlig egal. Mir wäre da lieber, dass dieser Pilot psychisch gesund ist und sein Handwerk versteht und dort seinen Abschluss nicht veramscht bekommen hat.

    Letzteres hoffe ich auch, bin aber nicht so zuversichtlich.

    Wer in der Schule gelernt hat, dass Betrug gepaart mit schönen Augen sich lohnt, wird es auch später wiederholen. Ehrlichkeit zählt für zu viele leider nicht. Die Mitschüler beobachten es und lernen daraus.

    Die SL meiner 1. Schule (Gesamtschule in NRW) sagte zu uns, dass wir keine Noten verschenken dürfen, weil sonst nur unser 1. Jahrgang Ausbildungsstellen erhält. Ein Ausbilder, der einen unserer Schüler mit Mathe 4 anstellt und feststellen muss, dass es eher 5 oder 6 war, wird keinen unserer Schüler mehr nehmen. Wir behielten unseren guten Ruf, 2 andere Gesamtschulen nicht. Unsere mit Mathe 4 wurden Ehemalige dieser Schulen mit Mathe 2 vorgezogen. Das wurde mir auch in Praktikumsgesprächen regelmäßig mitgeteilt ("Ihre Noten sind korrekt, Ihre Schüler gut ausgebildet.")

    Es gibt schon noch echten Journalismus, aber auch Zeitungsbesitzer, die Politik machen. Leider ist viel zu wenig bekannt (und vielen auch egal), wer dahinter steht.

    Unabhängig sind die allermeisten auf jeden Fall nicht.

    Wie schon oft geschrieben, ich habe seit über 30 Jahren keinen Hausarzt und ich habe zeitweise sehr viel unternommen. Die Versorgung liegt laut lokaler Presse deutlich unter 90 %, Nachbarorte winken gleich ab, sind selbst überlastet. Im Notfall muss mich irgendjemand nehmen und das hat vor 2 Jahren geklappt (und gleich noch die Überweisung zum HNO mit Termin innerhalb von 14 Stunden, der auch seit Jahren niemand mehr aufnimmt). Aber irgendwelche Kontrolluntersuchungen? Keine Chance.

    Ich habe einen Hautarzt, bei dem ich seit seiner Eröffnung bin (nimmt seit Jahren neu auch nur noch Notfälle) und einen Zahnarzt ca. 20 km entfernt dank Beziehungen.

    Mein persönliches Erleben, kleiner Vorteil beim Hautarzt, großer Nachteil beim Hausarzt.

    Beim Hautarzt muss ich nicht im Wartezimmer warten, sondern komme sofort ins Behandlungszimmer und warte dort (und wurde einmal vergessen, plötzlich war es still, ich alleine in der Praxis und alle in der Mittagspause. Als Entschuldigung gab es anschließend die entsprechende Packung von Milka.) Termine dauern, selbst wenn ich Verdacht auf Hautkrebs äußere (ich hatte bereits dreimal).

    Als AOK-Versicherte hätte ich seit langem eine Hausärztin (Zusammenarbeit mit der AOK), so nicht. Privatärzte gibt es hier nicht.

    hui, die Preise bei medimops sind höher als ich vor Jahrzehnten gezahlt habe (neue Wege 5/6 von 2004 für 22,49 € angeboten besitze ich), ich verwende es noch, hätte aber höchstens bei Weiterverkauf 5 € verlangt.

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