Ich würde auch mit großem Gewinn weiter unterrichten, vielleicht mit halber Stelle, vielleicht mit einem Sabbatjahr, denn mir macht unterrichten wirklich Spaß. Ich merke es immer am Ende der Sommerferien, ich freue mich auf den Unterricht. (Und ich bin dankbar, dass ich mein Geld verdienen darf mit etwas, was ich mag und was ich sinnvoll finde.)
Zu Ausgangsbehauptung
Ich kenne übrigens keinen anderen Beruf, wo sich die Leute immer wieder einreden müssen, dass sie ihn ja lieben würden.
Ich kenne einige, z. B. Krankenpflegepersonal, Eisenbahner (Familie und Bekanntenkreis). Es ist kein "sich einreden müssen", sondern eher gegen Außenstehende gerichtet, die den Beruf schlecht machen. Man möchte selbst auch einen Kritikpunkt äußern, aber nicht gleich den ganzen Beruf abwerten. Denn man mag ihn (und manche sagen auch lieben, wieso nicht, ich liebe auch gutes Wetter oder Essen).
Ich überlege schon länger, warum state_of_Trance und andere sich hier so äußern. Als ich Lehrerin wurde, gab es viel zu viele. Es ergriffen also nur wirklich welche den Beruf, die unbedingt wollten. Andere Jobs waren leichter zu erreichen (mir wurde damals ungefragt eine Promotionstelle in Chemie angeboten, Gehalt in der Zeit fast so gut wie im Ref, extrem gut bezahlte Jobs in der chemischen Industrie im Anschluss gab es auch noch genug, mehr als freie Lehrerstellen (ich bekam ja mit, wie jeder mit seinem Jobangebot angab. Meine Freundin hat genau 2 Bewerbungen geschrieben und 2 Zusagen erhalten, Anfangsgehalt jenseits von einer SL, ich schrieb hunderte freie Schulen und alle Bundesländer an (für fast alle Bundesländer war ich allerdings zu spät dran), erhielt immerhin mehrere Zusagen aus NRW und eine in München). Ich habe überlegt und mich gegen die Promotionstelle entschieden und bin heute froh darüber.
Dass ich meinen Beruf wirklich mag, sieht man auch daran, dass ich freiwillig und unbezahlt Workshops mehrfach im Jahr seit über 20 Jahren für Grundschüler anbiete. Es ist anstrengend, aber macht mir wirklich Freude. Nur hier im Forum habe ich immer wieder das Gefühl, dass ich das verheimlichen muss, dass einige sich lustig darüber machen. Schade.