Wenn ich dies hier lese, denke ich, wir haben uns aus verschiedenen Gründen für das Lehramt entschieden. Und zusätzlich haben wir verschiedene Gründe zu unterrichten.
Für mich ist mein jetziger Job tatsächlich Berufung, nicht nur Geldverdienst. Und ich wollte zuerst Chemie studieren und erst dann Lehrer werden. Ich würde also lieber im Labor stehen als auf Chemie zu verzichten.
Müsste ich an eine Grund- oder auch Realschule, würde ich versuchen etwas anderes zu finden (in meinem Alter vermutlich schwierig). Falls ich nichts finden würde, würde ich an einen anderen Schultyp gehen, aber immer nach Umstieg Ausschau halten. Es wäre nur noch ein Job für den Übergang zum Geldverdienen (vielleicht haben deshalb einzelne hier keine Probleme), ich würde ihn lustlos ausführen und die Tage bis zur Pension zählen.
Klingt dramatisch? Ich habe es schon einmal erlebt, dachte, ich könnte mich daran gewöhnen. Aber ich kann auf Dauer nichts tun, wo ich nicht dahinter stehe. Mir ging es damals gesundheitlich schlecht, kleinste Belastungen führten zu Krankheit. Für mich bedeutet mein jetziger Beruf viel mehr, ich engagiere mich, weil es auch Hobby ist, weil es mir einfach Freude bereitet.
Natürlich ist das dem Land egal. Er muss verteilen. Aber die Aussage ist, jeder kann Lehrer an Grund- und Förderschulen werden. Warum sollte es noch jemand studieren? Warum sollte man Lehrern noch entsprechend zahlen? Meine Ausbildung ist nichts wert in Bezug auf andere Schultypen. Ich hätte also nicht studieren müssen (der Staat kann sich also Studienplätze sparen). In meiner amerikanischen Highschool hatten die Lehrer übrigens keine spezielle Ausbildung, sie kamen mit 22 Jahren an die Schule (und wurden schlecht bezahlt, waren nicht angesehen, Lehrer kann jeder).