Beiträge von Kris24

    Welche Formulierungen zu welchen Sachinhalten denn? Auf der Sachebene bekommt sie gar keine Antworten. Das fällt sogar meinem SuS auf, dass das inhaltsleere Banalitäten sind.

    Die Behauptungen werden mit der Zeit besser werden.

    Und du und ich fallen (hoffentlich) nicht darauf herein, aber bei vielen Mitbürgern bin ich mir nicht so sicher. Ich bin entsetzt, wie viele Menschen auf die plumpen Fakes des russischen Kremls hereinfallen. Wie viel Prozent einer Gesellschaft muss man überzeugen, wie viele verunsichern (reicht meistens), um eine demokratische Gesellschaft zu zerstören? Ich fürchte, es sind viel weniger als wir denken. (Vor Trumps Wahl und Brexit war ich zuversichtlicher.)

    Ich las gerade einen Artikel über Immunschuld und musste mehrfach schmunzeln.

    https://www.br.de/nachrichten/wi…-steckt,TQBXYXj


    Daraus zitiert

    "Immunschuld" ist kein Fachbegriff aus der Medizin. Das erste Mal taucht die Bezeichnung "immunity debt" im Mai 2021 in einem Fachartikel auf. Darin geht es darum, ob nach Aufhebung der Pandemie-Maßnahmen mit mehr Infektionskrankheiten bei Kindern zu rechnen sein werde. Im Juni 2021 steht "immunity debt" dann in einer Überschrift der Zeitung Wall Street Journal.

    Bezeichnenderweise greift eine Wirtschaftszeitung diesen Begriff auf, denn "debt" bedeutet auf Englisch finanzielle Schulden. Das ist etwas anderes als "Schuld" wie in "Immunschuld". Da schwingt der Vorwurf einer Verfehlung mit, die "gesühnt" werden muss. Niemand hat aber irgendeine Schuld auf sich geladen, weil er oder sie in den vergangenen knapp drei Jahren seltener erkältet war. Das Bild von den Finanzschulden passt da schon eher: Mit den Pandemie-Maßnahmen haben wir eine Art "Kredit" aufgenommen. Nur haben wir uns nicht Geld, sondern Zeit mit weniger Infektionen "geliehen". Die Aufhebung der Pandemie-Maßnahmen bedeutet nun so etwas wie "Zahltag": Atemwegsinfekte, die seit März 2020 nur wenige trafen, schlagen jetzt geballt zu.

    ...

    Darauf hat auch die Virologin Isabella Eckerle bei Twitter ironisch hingewiesen:

    "Haben wir schonmal über die #Immunschuld gegenüber Parasiten geredet? Also Flöhe, Läuse, Bandwürmer, Spulwürmer, Madenwürmer, usw. Waren ja seit Jahrtausenden natürlicherweise Begleiter des Menschen, wurden aber durch verbesserte Hygiene zurückgedrängt. Ob das gut ist? ;-)"

    ...

    Das Immunsystem kann aber tatsächlich geschwächt sein: Etwa bei Menschen mit einem angeborenen Immundefekt. Bestimmte Medikamente gegen Krebs, Rheuma oder nach einer Organtransplantation schwächen das Immunsystem, aber auch Diabetes oder Masern.

    Krankheiten können dem Immunsystem also sogar schaden und stärken es nicht, wie der Virologe Christian Drosten schon Ende 2021 auf Twitter etwas spöttisch schrieb: "Wer glaubt, durch eine Infektion sein Immunsystem zu trainieren, muss konsequenterweise auch glauben, durch ein Steak seine Verdauung zu trainieren." und weiter: "Im Ernst: Immunreaktion vs. 'starkes Immunsystem' ist wie Lernen vs. Intelligenz. Ich kann ein Gedicht auswendig lernen, bin dadurch aber nicht intelligenter geworden. Ich kann eine Infektion überstehen, habe dadurch aber nicht 'mein Immunsystem gestärkt'".

    Wenn ich dies hier lese, denke ich, wir haben uns aus verschiedenen Gründen für das Lehramt entschieden. Und zusätzlich haben wir verschiedene Gründe zu unterrichten.

    Für mich ist mein jetziger Job tatsächlich Berufung, nicht nur Geldverdienst. Und ich wollte zuerst Chemie studieren und erst dann Lehrer werden. Ich würde also lieber im Labor stehen als auf Chemie zu verzichten.

    Müsste ich an eine Grund- oder auch Realschule, würde ich versuchen etwas anderes zu finden (in meinem Alter vermutlich schwierig). Falls ich nichts finden würde, würde ich an einen anderen Schultyp gehen, aber immer nach Umstieg Ausschau halten. Es wäre nur noch ein Job für den Übergang zum Geldverdienen (vielleicht haben deshalb einzelne hier keine Probleme), ich würde ihn lustlos ausführen und die Tage bis zur Pension zählen.

    Klingt dramatisch? Ich habe es schon einmal erlebt, dachte, ich könnte mich daran gewöhnen. Aber ich kann auf Dauer nichts tun, wo ich nicht dahinter stehe. Mir ging es damals gesundheitlich schlecht, kleinste Belastungen führten zu Krankheit. Für mich bedeutet mein jetziger Beruf viel mehr, ich engagiere mich, weil es auch Hobby ist, weil es mir einfach Freude bereitet.

    Natürlich ist das dem Land egal. Er muss verteilen. Aber die Aussage ist, jeder kann Lehrer an Grund- und Förderschulen werden. Warum sollte es noch jemand studieren? Warum sollte man Lehrern noch entsprechend zahlen? Meine Ausbildung ist nichts wert in Bezug auf andere Schultypen. Ich hätte also nicht studieren müssen (der Staat kann sich also Studienplätze sparen). In meiner amerikanischen Highschool hatten die Lehrer übrigens keine spezielle Ausbildung, sie kamen mit 22 Jahren an die Schule (und wurden schlecht bezahlt, waren nicht angesehen, Lehrer kann jeder).

    Ist dir bewusst, dass es in einigen Bundesländern auch Gesamtschulen mit gymnasialer Oberstufe gibt? Da unterrichten dann auch Gymnasiallehrkräfte Schülerinnen und Schüler der gesamten Bandbreite (von Kindern mit Förderbedarf LE bis hin zu künftigen Abiturienten). Das bringt seine Herausforderungen mit sich, ist aber nicht das Prolem, zu dem es hier gemacht wird.

    Ich war 6 Jahre an einer integrierten Gesamtschule in NRW und bin oft verzweifelt. Und genauso ging es meinen Kollegen mit Gymnasialausbildung. Wie bringe ich einer Sechstklässlerin 3 mal 4 bei? Ich habe mir selbst etwas zusammen gebastelt, aber gut war es nicht. Wir diskutierten viel im Lehrerzimmer, ich habe viel gelernt, soviel, dass ich weiß, wieviel fehlt und es anders sehe als du.

    Interessanterweise hatten die Kollegen mit "Hauptschulausbildung" wenig Probleme. Sie ließen einfach alles anspruchsvolle weg. Und Schüler (und die meisten Eltern) merken nicht, was fehlt, freuen sich, wenn sie alles verstehen. Wenn ich mir meine alten Unterlagen von E (plus)-Kursen anschaue, bin ich entsetzt. Das Niveau war viel zu niedrig.

    (Als Ersatzschule hatten wir viele Kinder mit "Gymnasialempfehlung". Pluskurse wurden bei uns heimlich eingerichtet, um wenigstens etwas auf Oberstufe vorzubereiten.)

    Eure Storys erinnern mich an meinen Schüleraustausch in Michigan.

    Wir Austauschschüler trafen uns regelmäßig, darunter auch 6 Schweizer. Lustig fand ich, dass man selbst beim englisch sprechen heraus hören konnte, aus welcher Region sie stammten. Anfangs sprachen wir noch viel deutsch. Eine Hamburgerin hörte eine Weile zu und fiel uns plötzlich freudig ins Wort, jetzt habe ich euch endlich verstanden. Skandinavier, die dies mitbekamen fragten irritiert, ihr sprecht doch alle deutsch?

    Kris24

    Ein Gymnasiallehrer hätte umgekehrt auch an der Realschule Schwierigkeiten. Wie sagte mir eine Hauptseminarleiterin Mal, man müsse die SuS da abholen wo sie stehen. In den meisten Realschule würden sich 80% der SuS mental verabschieden, wenn man auf gymnasialem Niveau unterrichtet.

    Das sehe ich genauso. Aber wenn noch nicht einmal Realschule und Gymnasium Sek. I funktioniert, wie dann andere Schultypen (wie ein paar wie Plattenspieler hier meinen).

    Die Didaktik ist völlig verschieden. (Das fachliche Niveau ist meiner Meinung nach eher vom Kollegen anpassbar. )

    (Ich kenne halt nur Realschulkollegen an Gymnasien, war vor ca. 15 Jahren in manchen Regionen hier häufig.)

    Keine Ahnung, was dein Problem ist.

    Meiner Meinung nach ist es abwertend zu behaupten, jeder dahergelaufene Gymnasiallehrer könne easy peasy den Job eines Grundschullehrers oder Förderschullehrers machen. Ich habe weder im Studium noch im Ref noch in der Berufspraxis irgendetwas mit Primardidaktik, Schriftspracherwerb oder mit Förderschwerpukten zu tun gehabt. Dass du am Gymnasium guten Unterricht machen kannst, ist deutlich wahrscheinlicher, als das ich an einer Grund- oder Förderschule guten Unterricht machen kann.

    Das bezweifle ich. Die Realschulkollegen glaubten, guten Unterricht zu machen. Sie ließen einfach alles anspruchsvolle weg. Sie hielten völlig anderen Unterricht, andere Didaktik (mir erklärte eine mal, das an Realschulen mehr geführt werde (und das taten sie), es gab vor Jahren mal ein Programm in Baden-Württemberg, Realschulkollegen in Sek. I ans Gymnasium). Zum Glück war das Problem bekannt, sie wurden nie länger als ein Jahr in einer Klasse eingesetzt. Der Kollege anschließend hatte trotzdem Probleme, wenn er im Jahr danach versuchte, auf Gymnasiumniveau zu unterrichten (zu schwer, erkläre zu wenig, was, ich soll das selbst erarbeiten? Die Kids waren so unselbständig.)

    Und das waren Realschulkollegen in Sek. I am Gymnasium. Ein Grundschullehrer würde noch mehr führen, es ist eine völlig andere Didaktik.

    Und dann fehlte noch das Fachliche. Ich erwähnte gestern bereits pH. Statt Logarithmus, Oxoniumion, Reaktion und Unterschied saure Lösung und Säure, "färbten Säuren Indikator rot" (4 Fehler/Ungenauigkeiten in 4 Worten). Salzsäure war eine Säure usw., diesen Schülern kann niemand empfehlen, Chemie in der Kursstufe zu wählen (Problem, weder Kollegen noch Schülern war dies bewusst).

    Mir geht es genauso. Ich habe noch zusammen mit Diplomanden studiert (habe fast 2 Diplomstudiengänge, es fehlt sehr wenig), habe die die ersten pädagogischen Kurse erst im Referendariat gehabt (an der Uni nichts). Bei mir stand immer das Fachliche im Vordergrund. Ich wäre an Grund- und Förderschulen genauso ungelernt wie irgendein anderer mit irgendeinem Studium. Und ich bin sicher, dass irgendein Grundschullehrer oder Förderschullehrer nicht meinen Job (z. B. Leistungskurs Chemie oder Mathematik) könnte (ich habe erlebt, wie sie bereits in Mathe 5 gescheitert sind, weil ihr Gelehrtes nicht ausbaufähig war (sie wussten nicht, was später darauf aufbaut) Abordnung an Gesamtschule (oder bei uns Gemeinschaftsschulen konnte ich mir bisher vorstellen (ich würde aber jede Freude verlieren, Bemuttern ist nicht mein Ding), dass jemand in einem völlig anderen Bereich unterrichten soll, kann nur jemand fordern, der keine Ahnung vom anderen Bereich hat.

    Es geht nur noch um Betreuung und Bespaßung. Und wenn PISA schief geht, ist sicher kein Politiker schuld. Und das ist sicher keine Werbung für neue überzeugte Kollegen (es zieht höchstens die an, denen es völlig egal ist, was sie tun).

    Plattenspieler, ein Arzt möchte auch irgendwie Menschen heilen. Aber ich würde nicht zum Zahnarzt gehen, wenn ich ein Problem mit meinem Magen habe.

    Wie gestern geschrieben, zu viele glauben, Lehrer kann jeder. Dann kann man auch einen Sek.II-Lehrer in die Grundschule schicken.

    Werden diese Personen dann Quereinsteiger genannt? Die, die in NRW OBAS absolvieren, schließen ja auch das Referendariat regulär ab und werden als Seiteneinsteiger bezeichnet.

    Muss man denn für OBAS weiterhin zwei Jahre Berufserfahrung nachweisen oder hat man die auch gestrichen?

    Nein, sie haben das identische Studium (Haupt- bzw. Nebenfach, weil für das 2. Fach zuwenig Kurse vorhanden waren) und das gleiche Referendariat wie alle anderen (sie unterrichten also nicht mehr Stunden, erhalten nicht mehr Geld während des Referendariats, haben keine Jobgarantie usw.). Sie kamen ebenfalls direkt von der Uni (mit Diplom statt Staatsexamen). Ich hatte auch fast all meine Kurse gemeinsam mit Diplomanden.


    Es gab diese Möglichkeit eine zeitlang für Mangelfächer (aktuell kenne ich niemanden, der es macht).

    Ich habe bisher zum Glück wenige, aber nur schlechte Erfahrungen mit "Seiteneinsteiger aller Art" gemacht. Entweder haben sie fachlich falsch oder nicht schülergerecht unterrichtet. Damit es keine Klagen gab, wurde alles Schwierige weggelassen (statt pH und entsprechende Formeln hieß es z. B., Säuren (!) färben Indikator rot.) Als nachfolgender Lehrer hat man dann verloren. Ich bin daher nicht sicher, ob kein Lehrer nicht doch besser wäre.

    Wenn es nur um Betreuung und zufriedene Eltern geht, spielt das kaum eine Rolle.

    Ich habe aber zwei Kolleginnen, die z. B. Chemie auf Diplom studiert haben, Physik als Nebenfach angerechnet bekamen (dürfen Physik also nur in Sek. I unterrichten, Chemie in Sek. I und II) und dann regulär das Referendariat erfolgreich abgeschlossen haben. Das funktioniert.

    Aber gerade weil viele denken, Lehrer kann jeder, der einmal in der Schule war, ist dies für die Lehrerausbildung kontraproduktiv. Mein Fachstudium ist auf jeden Fall hilfreich für meine Tätigkeit. Ich verstehe auch Hintergründe.

    Bis zu dem Beitrag oben dachte ich noch, es könnte doch eine wahre Geschichter einer sehr verzweifelten und mental micht erwachsenen Person sein. Jetzt frage ich mich, ob die Person keine Hobbies hat.

    Das von Laborhund gefundene Bild war identisch mit dem hier geposteten (inkl. Natur außen herum). Spätestens da war mir klar, es ist ein Fake. Aber auch davor klingelte bei mir der Alarm, weniger wegen den Absätzen (da weiß ich von einer ähnlichen Geschichte bei einer Bekannten), sondern wegen der Schreibweise (ich dachte auch an die Kuh Elsa).

    Insgesamt hat es mich letzte Woche im Stress sehr amüsiert. Es gibt diese Menschen. Das Problem, das ich auch sehe, ist, dass die nächste mit echtem Problem vielleicht nicht mehr ernst genommen wird.

    Klar werden die Menschen unterschiedlich geprägt. Aber wenn man als Portugiese oder Australierin auf Deutschland guckt, dürften die Unterschiede zwischen einem Saarländer und einem Pfälzer eher nicht so ins Auge springen 8)

    Wieso ist dir das Regionale eigentlich so wichtig, hast du nicht erzählt, dass du gar keine Badnerin bist? Oder werfe ich was durcheinander?

    Das mit der Bundesländeraufteilung nach der Wende ist jedenfalls sehr interessant, muss ich gleich mal lesen gehen...

    Mir ist das regionale nicht sooo wichtig,(reiße nur gerne Witze, das ist hier an der Grenze zwischen Baden und Schwaben üblich), ich habe mich nur hier eingeklickt.

    Allerdings habe ich jeweils mehrere Jahre in anderen Regionen Deutschlands gewohnt und gemerkt, wie sehr Menschen doch durch ihre Region geprägt wurden. (Ich habe seitdem mehr Verständnis für manche "Eigenart" z. B. Sparsamkeit und Offenheit, weiß aber auch, dass ich weder in OWL noch auf der schwäbischen Alb heimisch werde. Ich bin zu sehr Badnerin (da verwechselst du mich). Bei uns geht man offen auf andere zu, im vollen Lokal landen verschiedene Gruppen an einem Tisch (nach selbstverständlich kurzer Frage) und quatscht miteinander, die entsetzten Blicke in OWL und Schwaben werde ich nie vergessen (in Mainz dagegen war es auch kein Problem).

    Natürlich sind für Australier und Amerikaner alle Deutschen gleich (sie sind noch weiter entfernt). Aber auch wir denken an die Amerikaner und unterscheiden selten Kalifornier von Menschen aus Montana oder Texas oder Boston. Dabei sind auch dort die Unterschiede gewaltig. Das meinte ich mit Ferne.

    Ist ja auch dreist, ist es überhaupt zulässig? Sag doch mal probehalber "nö", viel verlieren kannst doch eigentlich nicht.

    Je mehr auf diese Weise aufgefangen wird, desto weniger fällt ja auch in der Statistik der Lehrkräftemangel auf, ich frage mich, warum manche Schulleitung nicht beherzter ausfallen lässt.

    Bei uns fällt ja bereits rigoros aus, was geht. Steigerung wäre nur noch Klassen komplett zu Hause zu lassen (das ist nach Homeschooling nicht erwünscht). Diese Woche sind 15 % der Kollegen mindestens eine Woche krank geschrieben. Dazu kommen noch einige Kollegen, die erst mal nur 2 oder 3 Tage krank fehlen. Und dann gibt es noch Fortbildungen, Dienstbesprechung (z. B. Abiaufgabenerstellung), Seminarveranstaltungen (einige Kollegen sind Fachleiter am Seminar und besuchen z. B. Referendare) usw.

    Außerdem gehören Vertretungsstunden zu unserem Teilzeitausgleich. Wir haben sehr viele Kollegen, die Teilzeit unterrichten und weil es so viele sind, auch Klassenlehrer sind. Ausgleich sind weniger Aufsicht und vor allem deutlich geringere Zahl an Vertretungsstunden. Normalerweise kein Problem, aber in diesem Schuljahr sind seit Beginn besonders viele Kollegen erkrankt.

    Früher gab es ja den Südwestfunk (RLP + Baden?) und den Süddeutschen (Schwaben?) und heute ist es der Südwest-Rundfunk. Also fernsehtechnisch seid ihr Südwesten :flieh:

    Für eine Freundin (Schwäbin) ist es bis heute ein Trauma, dass sie in einem badischen KH auf die Welt kam.

    Ich habe kein Problem mit größeren Einheiten, um Geld zu sparen (siehe Baden-Württemberg oder Regionalfernsehen wie SWR oder MDR). Ich habe z. B. nie verstanden, warum es so kleine Bundesländer gibt. Warum gibt es im Osten nicht nur 2 Bundesländer (inkl. Berlin)? Ich erinnere mich an heftige Diskussionen nach der Wende. Lokalpatriotismus schien mir auch dort sehr ausgeprägt zu sein, die Regionen sind sogar noch kleiner.

    (Ich fand es daher sehr seltsam, dass ausgerechnet Quittengelee Lokalpatriotismus ansprach. Grund vermutlich ist, dass man als Außenstehender die Unterschiede nicht sieht, alles andere (gleich) weit weg ist. Für mich der Osten oder der Norden (beginnt doch hinter Frankfurt ;)), für Quittengelee oder mein ehemaliger SL Süddeutschland (mein Studienkollege aus Bremen nannte sogar alles südlich von Osnabrück Süddeutschland). ^^

    Sagt mal, kann es sein, dass der Lokalpatriotismus in Süddeutschland besonders ausgeprägt ist? Wobei, Düsseldorf und Köln haben ja auch so ihren Spleen... Aber gibt es auch Konkurrenz zwischen Stralsund und Greifswald? Oder zwischen Juist und Norderney?

    Die Sachsen aber auch.

    (Baden ist ungefähr doppelt so groß wie Sachsen. Und die Geschichte verlief z. B. sehr verschieden von Württemberg, die Menschen wurden unterschiedlich geprägt, was sich teilweise noch heute bemerkbar macht und zu Witzen reizt.)

    Zählst du den Südwesten zu Süddeutschland? Die regionale Identität ist hier sehr ausgeprägt. Da steckt auch die 2000jährige Geschichte, die Weinkultur und eine nicht-preussische Haltung drin.

    Und ich wundere mich immer, was andere zum Südwesten zählen...


    (Mein 1. SL in Bielefeld stellte ein Kollege aus Kaiserslautern und mich aus Südbaden anderen vor mit den Worten, beide stammen aus dem Südwesten Deutschlands.)

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