Ich weiß es nicht.
Einerseits erlebe ich (fast) täglich wunderschöne Momente, merke in vielen Situationen, wie meine Kleinen mich mögen (genau deshalb will ich nicht nur ältere unterrichten) und meine Großen mich achten, wie ich täglich mit meinen Schülern lachen und mich freuen kann.
Andererseits hat sich der Beruf in den 30 Jahren seit ich Lehrerin bin von den Rahmenbedingungen zum negativen verändert. 25 Deputatsstunden statt 23, kein Urlaubsgeld (es gab mal 500 DM) und kaum Weihnachtsgeld (statt vollem 13. Gehalt ein paar Euro monatlich) mehr. (Und ich hätte bereits seit einem Jahr eine Deputatsstunde Altersermäßigung, also aktuell insgesamt 3 Stunden mehr im Vergleich zu früher.)
Das Ansehen wurde geringer, heute heißt es "Lehrer kann jeder", Folge von Seiteneinsteigerprogrammen aller Art. (Gab es ganz früher auch schon, dann viele Jahre nicht mehr.) Meine jetzigen Schüler wählen eine andere Ausbildung und sagen, wenn das nicht klappt, kann ich immer noch Lehrer werden, in Gesprächen mit Fremden wurde mein Beruf früher bewundert und heute ernte ich Mitleid (und ertappe mich, dass ich ihn verteidige).
Nein, ich habe einen wunderbaren Beruf, nicht irgendeinen Job. Wenn es für mich nur ein Job wäre, würde ich vermutlich anders wählen. Allerdings ist für mich in höchstens 10 Jahren Schluss. (Und 2 meiner Mitreferendare wollen in spätestens 5 Jahren vorzeitig aufhören.)