Beiträge von Kris24

    Mir ist völlig unklar, warum man sich diese Verhältnisse antut und man sich selbst eine nicht tragbare Verantwortung auferlegt. Noch bedenklicher finde ich, dass man darauf auch noch stolz sein kann. Eine adäquate Aufsichtsführung sieht jedenfalls anders aus.

    Was machst du, wenn ein Drittel der Kollegen im Zug sitzt, vor dem sich ein Mensch geworfen hat? In einem Schuljahr passierte das mehrfach. Stolz ist niemand.

    Für die erste Stunde sind mittlerweile drei Präsenzen eingeplant, um solche Situationen zu vermeiden. Eine Präsenz war selbst nicht da und wir anderen zwei Präsenzen mussten fünf Lehrkräfte vertreten, die kurzfristig an diesem Tag ausgefallen waren.

    Für die 1. ist bei uns nur noch eine vorgesehen, dank digitalem Klassenbuch wird Ausfall noch abends oder frühmorgens eingetragen, dann kommen, wenn überhaupt, nur wenige Schüler. Problematisch sind Staus, Eisenbahnzwischenfälle (ein Drittel der Kollegen kommt mit dem selben Zug) etc. Was nach 7.15 Uhr an Ausfällen eingeht, kann den Schülern leider nicht mehr rechtzeitig mitgeteilt werden.

    Wir haben aktuell dank Covid-19 wieder mindestens 10 % Ausfälle im Kollegium, da fallen rigoros Randstunden aus. (Diese Kollegen stehen nicht für Vertretung zu Verfügung und müssen in der 2. - 5. (normalerweise 5 Vertretungsbereitschaften pro Stunde, wenn das nicht reicht, wird um Freiwillige gebeten, das klappt gut) zudem vertreten werden. Ich habe seit 4 Wochen 2 zusätzliche Vertretungsstunden pro Woche, ich bin gespannt, wie es im Winter weiter geht. )

    Ich müsste jetzt sagen: du weißt, dass du da widersprechen sollst?

    Aber ich sage: ich finde es gut, mit wie viel Gelassenheit und Humor du das aufnimmst. *daumenhoch*

    kl. gr. frosch

    Klingt gut, aber ist an Gymnasien vielleicht nicht so problematisch wie an Grund- oder Hauptschulen. Bei uns heißt es, die Schüler müssen sich beaufsichtigt fühlen, d.h. es kann jederzeit ein Lehrer herein kommen (ich laufe daher unregelmäßig, nicht 5 Minuten hier und dann 5 Minuten dort). Und man kennt seine Schüler, eine 10. Klasse oder 5. kann man eher alleine lassen als eine 7. Eine bilinguale oder Musikklasse eher, als eine nichtbilinguale.

    Erster Tag, erste Stunde nach Krankheitswoche: Ich hielt gleich eine Vertretung. Eine, ach was, drei. In drei Klassen gleichzeitig in drei verschiedenen Räumen. Es waren so viele Kollegen ausgefallen, dass die vorhandenen Lehrkräfte für die Vertretungen nicht ausreichten und ich drei Klassen gleichzeitig betreute. Sie waren mit Arbeitsaufträgen versorgt und ich lief wie beim Zirkeltraining im Schulhaus im Kreis von einem Klassenzimmer zum nächsten und schaute alle paar Minuten bei jeder Klasse rein. Die erledigten auch brav ihre Arbeitsaufträge, und ob ich nun bei einer Klasse am Pult sitze und denen bei der Arbeit zuschaue oder zwischendurch von einem Raum in den nächsten laufe, spielt auch keine Rolle.

    Die ganze Situation war irgendwie skurril und ich fühlte mich als Supersarek, denn das hatte es an unserer Schule vorher auch noch nicht gegeben. :top: Beim Pendeln traf ich zwischendurch auf die Vertretungsplanerin, die mich in dem Moment über die dritte zu vertretende Klasse informierte, und da bekamen wir beide erst einmal einen Lachanfall. ^^

    Bei uns passiert das öfter, dass ein Kollege mehrere Klassen betreuen muss (mir bekannter Rekord waren 7, ich bekam es mit, weil der Kollege mich bat, eine davon zusätzlich zur meinen zu übernehmen, ich war dann mehr bei den anderen, meine arbeiteten gut alleine). Ich selbst hatte einmal vier Klassen gleichzeitig zu Vertretung, zwei oder drei hatte ich bisher jedes Schuljahr mindestens einmal.

    Habt ihr so viele Vertretungen (auch in der 1. Stunde) , dass es bei euch nicht vorkommt? Und Tipp, bei uns werden inzwischen dann Klassen umgelegt, so dass die Wege kürzer sind (dank digitalem Klassenbuch geht das bei uns sehr kurzfristig). Früher (vor digitalem "Zeitalter") hatte ich im Winter mal den Fall, dass viele autofahrenden Kollegen inkl. Vertretungsplaner ein bis zwei Stunden zu spät kamen, ich hatte dann 3 Klassen in 2 verschiedenen Gebäuden mit ca. 300 Meter dazwischen Glatteis (ich selbst bin auf dem Weg zwischen den Räumen hingefallen und musste anschließend eine Schülerin trösten, der gleiches passiert war). Da bat ich auch Kollegen im anderen Gebäude um Hilfe und blieb bei den Klassen im Hauptgebäude.

    geboren sogar in Basel

    Zu was wir nicht müssen. Vieles hier ist Bundesländersache. So schlimm finde ich es in Baden-Württemberg nicht. Wir haben viele Jahre NRW bemitleidet, von außen klangen Gefahrstoffbeurteilungen schlimm, inzwischen gleicht es sich dank RISU an.

    Dank dem Programm D-GISS sind Gefahrstoffbeurteilungen in wenigen Minuten erstellt, tausende liegen bereits fertig vor und können mit wenigen Klicks angepasst werden. Ich habe dadurch viele neue schöne Versuche kennengelernt, es reicht ein Stichwort einzugeben (und welche mit KMR-Stoffen aussortiert, früher war mir vieles nicht so bewusst). Dazu haben wir eine Inventarliste unserer Chemikalien (auch nicht schlecht). Mehr müssen wir nicht (und ich finde beides sinnvoll).

    Ihr Glücklichen, ich habe ihn bisher noch nicht persönlich kennenlernen dürfen, jedoch schätzt die gesamte Fachschaft meiner Schule seine R.I.S.C Datenbank für Schulchemikalien [R.I.S.C.: Home (risc-online.de)];). Danke auch für den Link zum Boxeriment, Antimon! Kannte ich bisher noch nicht und werde ihn gerne mal ins Kollegium weiterleiten. Die erste Sichtung der Homepage regt auf jeden Fall an, weiter zu stöbern.

    Seine Fortbildung zu R.I.S.C. habe ich auch einmal besucht (morgens um 8 Uhr bei einer MNU ^^. Wir waren zu fünft und alle verschlafen. Ich musste vorher lachend daran denken, als ich seinen Namen las. Meine Schule ist aber "Fan" von D-GISS, Nachfolger von Hess-GISS, das er, wenn ich es richtig in Erinnerung habe, im letzten Jahrtausend mit entwickelt hat, bevor er sich davon trennte. Seitdem kenne ich ihn, also knapp 25 Jahre.)

    Wir haben Brom (50 ml in ca. 10 Jahren, ich habe vor kurzem nachbestellt, das Paket kam per Post, aber extrem gut verpackt), aber natürlich nehmen nur wir Chemiekollegen es in die Hand für wenige Versuche, deshalb reicht es so lange. Ich selbst verwende es nur in einem Chemieraum (ich tausche den Raum, falls ich im anderen bin), weil der Abzug dort auch von hinten aus der Sammlung bedienbar ist und direkt neben dem Giftschrank liegt. Die Flasche wird also keinen Meter getragen und ist nie im Raum mit den Schülern (der Abzug zur Schülerseite ist die ganze Zeit geschlossen, das Fenster in der Sammlung geöffnet).

    Aber die Alternativen z. B. Bromat/Bromid usw. sind noch problematischer. Man muss wissen, was die Gefahr ist und mehrere Sicherheiten zusätzlich einbauen.

    Bei uns gibt es einige Chemikalien, die an Schulen komplett verboten sind (vor allem KMR-Stoffe). Brom ist für Lehrerdemoversuche zulässig.

    Es geht doch um Angestelle von Bund und Kommunen. Wir erhalten im Dezember doch 2,8 % (nach 13 Monaten Nullrunde).

    Schulen in kommunaler Zuständigkeit gibt es doch nur wenige (oder verstehe ich euch nicht)?

    https://www.landesrecht-bw.de/jportal/?quell…d.psml&max=true

    Ich würde sagen, dass keine SuS dabei sein dürfen, wenn sie minderjährig sind außer wohl die Klassensprecher bei entsprechenden Punkten.

    (3) Die Klassenpflegschaft besteht aus den Eltern der Schüler und den Lehrern der Klasse. Der Vorsitzende der Klassenpflegschaft lädt den Klassensprecher und dessen Stellvertreter zu geeigneten Tagesordnungspunkten ein; erweist sich ein Tagesordnungspunkt als nicht geeignet, setzt die Klassenpflegschaft die Behandlung des Tagesordnungspunktes ohne Schülervertreter fort.

    Das Gesetz ist von 1983. Genau zu dieser Zeit war ich als Schülerin erstmals bei einem Elternabend (zusammen mit ca. 1/3 meiner Klassenkameraden), es war einfach üblich als Folge der 68er. Interessant. Nur bei der Wahl mussten wir heraus. Und auch als Kollegin kenne ich es. Niemand hat anscheinend je nachgesehen, ich kam gar nicht auf die Idee. Spätestens ab Klasse 9 kamen die ersten Schüler (an meiner jetzigen Schule ist es allerdings nicht üblich). Gut, zu wissen (für die Zukunft).

    In meinem Kollegium nur ca. 5%, allesamt schwer vorerkrankt.

    Bei uns tragen vor allem die nicht vorerkrankten. ;) (zumindest die, von denen ich es weiß inkl. meinerseits)

    Und es sind auch jüngere dabei. Die jüngste konsequente Maskenträgerin läuft Marathon und kann den "Scheiß" nicht gebrauchen. Ich persönlich selbst will weder an Demenz noch Diabetes erkranken. Die Wahrscheinlichkeit steigt mit (fast(?)) jeder Virenerkrankung (ich schrieb schon mal, 20 Jahre nach der Spanischen Grippe litten vorher Infizierte mehr als doppelt so häufig an Demenz). Auch viele Krebserkrankungen werden durch Viren ausgelöst, muss nicht sein. Gegen Grippe schützt auch Maske.

    Aber jeder so wie er will (und lasst den anderen in Ruhe). Hier gibt es von einzelnen immer noch blöde Kommentare, in meiner Umgebung nicht mehr. Deshalb meide ich inzwischen diesen Thread (ich dachte vorher, es sei der Impfthread und nur deshalb schrieb ich).

    Ich unterrichte dieses Jahr wieder Mathe und Naturphänomene in Klasse 5 und habe Schüler, die extrem langsam sind.

    Um einigermaßen alle unterrichten zu können, gebe ich auch Zeitangaben an (z. B. für diese Aufgabe habt ihr 5 Minuten Zeit). Die ersten sind nach 3 Minuten fertig, die letzten haben nach 5 Minuten noch nicht einmal begonnen und schauen mich entsetzt an, wenn ich weiter mache. (Jetzt überlege ich mir, was diese Kinder zu Hause berichten.)

    Aber Leistung hat auch etwas mit Zeit zu tun. Und ja, am Gymnasium ist nicht ewig Zeit. Ich sehe daher eine gewisse Geschwindigkeit durchaus als Voraussetzung für das Gymnasium.

    Etwas ähnlicher Punkt

    Ich habe dieses Jahr eine Schülerin, die extrem langsam schreibt, sie benötigt mehr als die doppelte Zeit der Zweitlangsamsten. Sie ist die einzige, die in Druckschrift schreibt. Auch sie wird aus meiner Sicht Probleme bei Klassenarbeiten bekommen (die ersten kommen Ende des Monats), in ihren Heften steht nur die Hälfte des Unterrichts (daraus lernen wird also schwer). Vielleicht hätte ihr ein Zeitlimit in der Grundschule geholfen?

    Unterrichtet ihr derzeit alle mit Masken?

    Ja (und ich bin nicht alleine). Blöde Bemerkungen wie noch vor einem Jahr gibt es nicht mehr. Aktuell sind ca. 10 % der Kollegen Covid-19-infiziert (vor den Sommerferien 20 %) und ein paar durchaus mit länger andauernden Problemen.

    Aber mir ist egal, was andere tun. Nur beklagen sollen sie sich nicht.

    Ich habe meine Booster-Impfung vergangenen Dezember erhalten und war dieses Jahr zweimal corona-positiv (zugegeben, ich war auch nicht sehr vorsichtig). Trotz relevanter Vorerkrankung wurde mir die vierte Impfung vergangene Woche im örtlichen Impfstützpunkt verweigert. Begründung: Vier "Ereignisse" (also beispielsweise drei Impfungen und eine Infektion) seien ausreichend, mehr Schutz wäre nicht notwendig. Das hatte ich so bislang noch nicht gehört.

    Doch, ich höre dies hier immer. Infektionen und Impfungen werden addiert. Ab 4 "Ereignissen" gibt es hier bisher auch für niemanden eine neue Impfung (noch nicht einmal für Ü80). Außerdem müssen hier mindestens 6 Monate nach der letzten Impfung bzw. Infektion vergangen sein (bei Ü70 reichen 3 Monate).

    Bei 2 Infektionen in diesem Jahr (plus 3 Impfungen) bist du also noch eine Weile nicht dran (außer es gibt irgendwann eine völlig neue Variante mit völlig neuem Impfstoff).

Werbung