Beiträge von Kris24

    Zitat

    Das ist aber m. E. eine Sache der Vertretungsplanung. An meiner Schule schauen die Vertretungsplaner*innen sehr genau drauf, dass zumindest die KuK, die im BG eine Erstkorrektur haben, in den nächsten Wochen nicht auch noch für Vertretungen, Prüfungsaufsichten o. ä. eingesetzt werden. Zudem haben eine ganze Reihe von KuK - gerade die TZ-Kräfte - durch den Wegfall des Unterrichts in der Kl. 13 (zusätzliche) unterrichtsfreie Tage.

    Zitat von Humblebee

    Das ist bei uns nicht möglich, zu viele Kollegen haben Erst-/Zweit- und dann Drittkorrektur, um sie nicht für Vertretung einzuplanen. Ihr habt ältere Schüler, es muss vermutlich nicht so viel vertreten werden. Bei uns fehlen aktuell bis zu 20 % der Kollegen täglich (Korrekturtag, Fortbildung, Krankheit usw.). Man hat ein oder zwei Korrekturtage (je nach Anzahl der Abiturarbeiten), die übrigen Zeit muss man vermehrt vertreten, weil eben die anderen fehlen. (Und oft reicht es trotzdem nicht, dann gibt es Doppelaufsichten usw.) Prüfungsaufsichten werden sogar vermehrt an Korrektoren vergeben, damit sie keine Vertretung vorbereiten müssen, ist also Entlastung. (Es müssen halt alle ran, die gesund sind.)

    mag sein. Bei guter Vorinformation wählen die Familien (=Eltern + Kinder) Latein, weil die Kinder nicht die Lerntypen für eine moderne Fremdsprache sind.

    Mrkwürdig, dass sich das Thema hier immer noch nicht herumgesprochen hat:schreien:

    Das ist bei uns auch so. Wir empfehlen Latein auch noch bei Kindern, die mit der Aussprache in Englisch bereits überfordert sind oder grundsätzlich so schreiben, wie sie es hören.

    (Allerdings wollen Eltern trotzdem oft französisch.)

    Obwohl ich weiß, dass die meisten Landesbeamten Lehrer sind (der Rest ist zum großen Teil Polizist), glaube ich nicht, dass nennenswert erhöht wird. (Das dachte ich mal vor über 20 Jahren. Auch damals gab es mehrere echte Nullrunden (und andere erhielten mehr).) Eher gibt es Seiteneinsteigerprogramme mit immer niedrigeren Anforderungen (sieht man bereits in einigen Bundesländern).

    Außenstehende glauben immer noch, dass wir zu gut bezahlt seien (und da sie zahlreicher sind als wir, sind sie für Wahlen wichtiger).

    Ich hatte heute erst eine Diskussion mit der Frage, wer soll das bezahlen? Die Steuern sind bereits zu hoch, das könne man dem Arbeitnehmer nicht zumuten. Auf meine Entgegnung, ich würde auch Steuern zahlen, soll ich oder der Polizist kostenlos arbeiten, damit die Steuern gesenkt würden und warum gibt es eigentlich Lehrermangel, wenn das so gut bezahlt ist, kam nur sammeln und irgendwann "ihr werdet doch gut bezahlt?" Ich sagte nur ruhig, ich würde mich heute vermutlich anders entscheiden, obwohl ich gerne unterrichte. Dann war Ruhe (und ein etwas nachdenkliches Gesicht sah mich an).

    Wozu braucht ihr Tendenzen?

    Reichen euch und den Schüler*innen sechs Noten nicht?

    Wie viele hättet ihr denn gerne?

    21 Noten (bei mir gibt es Viertelnoten von 1, 1-, 1/2, 2+ usw.)

    Versteht hier jeder (ich weiß, für andere Bundesländer unvorstellbar, in Baden-Württemberg sind nur 6 Noten auch für Eltern unvorstellbar, es gab wohl vor vielen Jahren einen Kollegen, der sich darauf beschränkt hat und mir wird es immer noch verwundert (und ablehnend) erzählt).

    Wir haben nur noch Termine nach Vereinbarung. Die festen Sprechstundenzeiten wurden abgeschafft, weil viele Kollegen zeitlich wesentlich flexibler geworden sind, seit auch Gespräche per Videokonferenz möglich sind. Wer nicht extra dafür in die Schule fahren muss, bietet eher Termine auch am frühen Abend oder frühen Morgen oder so an

    Genauso ist es bei uns.

    Jede Methode ist langweilig, wenn nie gewechselt wird. Frontalunterricht wird geschätzt, wenn in den anderen Stunden nicht frontal unterrichtet wird (oder wenn man als Schüler schlafen möchte (in Ruhe gelassen werden möchte).

    Bei Fortbildungen schätze ich auch Theorie, weil sie nur wenige Stunden dauert. Dauerhaft möchte ich es sicher nicht.

    (Methode wegen Methode ist natürlich nicht sinnvoll.)

    Wird das echt im ganzen Bundesland geregelt? Ich kann 24/7 die Schule betreten mit meinem Schlüssel.

    Hier kann auch jeder (selbst Praktikanten) die Schule jederzeit betreten.

    Ich weiß nicht, ob es offiziell geregelt ist. Allerdings kenne ich keine Schule in Baden-Württemberg, in der nicht jeder Schlüssel (auch für die Alarmanlage) hat. Ich war so überrascht, dass ich nach meinem Referendariat an 2 baden-württembergischen Schulen als fertiger Lehrer in NRW keinen erhielt und dort waren alle überrascht, dass ich überhaupt danach gefragt habe. Ich habe in all meinen Jahren in NRW mich überall umgehorcht und immer wieder gefragt. Als ich zurück kehrte (in ein anderes RP) und direkt bei der Vorstellung ihn ungefragt erhielt, dachte ich, ich bin wieder zuhause (war selbst überrascht wie sehr es mich beschäftigt hat).

    Es war hier im Forum auch schon oft Thema. Der TE ist ja auch in NRW tätig und Rala aus Baden-Württemberg verstand ihn nicht.

    Arianndi

    Bei uns müssen immer noch viele die Schule wechseln, vor allem nach Klasse 6 und 8. Wer zweimal in zwei aufeinander folgenden Klassenstufen durchfällt, muss gehen. (Das sind in jeder Klasse mehrere.) "Aufstieg" ins "allgemeine" Gymnasium wird nach Klasse 5 schwierig, weil die 2. Fremdsprache fehlt (früher zu G9-Zeiten ging es noch nach Klasse 6). Aber es gibt noch das berufliche Gymnasium ab Klasse 8.

    (In Klasse 5 und 6 sind es fast immer Kinder mit Werkrealschulempfehlung (früher Hauptschule), bei denen die Eltern es glaubten, besser zu wissen. "Mein Kind muss sich nur etwas mehr anstrengen ..." und wir sehen, wie das Kind sich bemüht, es aber doch nicht reicht. Die Grundschulempfehlung stimmt normalerweise. (Wir Lehrer wissen anfangs nicht, wer welche Empfehlung hat (nur die SL). Erst bei entsprechend schlechten Noten ist es in den pädagogischen Konferenzen Thema.)

    Wenn es im Kollegium nur beispielsweise nur 30 % GyGeKollegen in A14A/A15 gibt, bedeutet das normalerweise, dass locker 70% die Stellen irgendwann durchlaufen. Schließlich haben die meisten so eine Stelle nur die Hälfte ihrer Laufbahn inne oder sogar nur ein Jahr. Bei uns übernahm ein Kollege eine A14 von jemandem, der in Pension ging. ZWEI Jahre später wurde er Fachleiter A15. Seine A14 Stelle wurde erneut frei und es ergab sich, dass diese A14-Stelle innerhalb von 4 Jahren mit drei Lehrkräften besetzt war: Vorgänger, er selbst und Nachfolger.

    Man muss aber mindestens 3 Jahre vor Pension die Stufe erreicht haben, sonst gibt es die entsprechende Pension nicht (zumindest hier).

    Und dank "Schweinezyklus" sind sehr viele ungefähr gleich alt. War es vor einigen Jahren relativ einfach A14 zu erreichen (aber auch nicht alle), ist es bei uns aktuell seit ca. 8 Jahren fast unmöglich.

    (Und dein Beispiel verstehe ich nicht bzw. ich würde nur 2 rechnen (sonst könnte man überspitzt sagen an 2 Tagen hatten 2 Personen die Stelle (ein Tag vor der Pension und den danach, wobei so schnell werden die Stellen auch nicht besetzt). Wie lange hatte der erste die Stelle? Auch nur 2 Jahre? Dann bekäme er hier nicht die entsprechende Pension.)

    Ich finde du siehst es richtig, aber dieser Thread wird spannend werden ;)

    Aber state_of_Trance stimmt dem doch zu (1. Antwort) und dieses Stammtischgeschwätz hat mich provoziert.:gruebel:

    (Vielleicht weil ich einen Kollegen kenne, der diesem auch zustimmen würde, ich aber auch die Folgen in diesem Fall kenne und daher nicht locker bleibe.)

    Wir machen auch Versuche und praktische Arbeiten, allerdings räumen die Schüler die Geräte aus den Schränken raus und später wieder ordentlich rein. Nur fehlendes Verschleißmaterial wird mir gemeldet und von mir neu bestellt.

    Fehlt auch noch, dass ich den Schülern alles hinterherraume.

    Noch einmal, ist schlichtweg verboten in die Sammlung zu gehen und wenn etwas passiert... Und die Spülmaschine steht leider nicht im Chemieraum (für Schüler), wäre auch zu laut während des Unterrichts. (In die Schülerschränke räumen sie auch Gasbrenner etc. ein, aber Chemikalien stehen nicht im Chemieraum herum und Glasgeräte kommen bei uns in die Spülmaschine.)

    (Unterrichtest du Chemie?)

    (Ich habe jetzt mehrfach erlebt, dass die Staatsanwaltschaft gegen Kollegen ermittelt hat. Meistens wurde es gegen eine saftige Geldstrafe eingestellt und es ist noch nicht einmal ein Schüler ernsthaft verletzt worden. Ich möchte diesen Stress nicht haben. Dann würde ich auch auf Versuche verzichten.)

    Als ich noch 100 % Chemie unterrichtet habe war meine Welt meistens in Ordnung 😁 Im Ernst... Zwei experimentelle Naturwissenschaften sind gelegentlich echt anstrengend. Physik sind die Schülerpraktika einfacher, da arbeiten wir auch ohne Assistenz. Stromkreise zusammenstecken macht keinen Dreck. Ich habe dieses Semester Glück, ich bin zur 1. Lektion dran. Dann bin ich um 07:30 Uhr an der Schule und stelle alles hin, die SuS räumen selber ab. Die Schülerpraktika in Chemie wären ohne Assistenz in dem Umfang nicht leistbar. Ist auch von der Aufsicht her ne andere Nummer als in Physik. Dafür habe ich in Physik den grösseren Stress mit den Lehrerexperimenten. Wenn die Lichtschranke nicht genau an der richtigen Stelle, dann Experiment fail. In der Chemie geht's nicht so genau. Lösung wechselt die Farbe von rot zu grün und alle glauben, was ich dann erzähle. Am gechilltesten haben es schon die 100 % Mathematiker, das streiten die aber auch gar nicht ab.

    Leider gibt es in Deutschland keine Assistenz. Bei uns wollte sich ja eine CTA, die am benachbarten Schweizer Gymnasium arbeitet, vorstellen und war überrascht, dass wir alles selbst machen (müssen).

    Ja state_of_Trance es gibt Kollegen, die dann nur Theorie in Chemie machen, allerdings sind sie selten (ich kannte genau eine) und es wäre mir zu langweilig. Mir macht Chemie Spaß (es war vorher kein klagen, da selbst gewählt), weitaus mehr als Mathe und ich gebe die Freude gerne weiter (besonders freue ich mich, wenn mir die Oberstufenberatung erzählt, dass Schüler gefragt hätten, ob ich den Leistungskurs übernehme, dann würden sie Chemie wählen). Aber es kostet Zeit (und das war vor allem an den TE gerichtet und direkt nach deinem Kommentar geschrieben) und das wird auch von unseren Deutschkollegen anerkannt (die Problematik Korrektur höre ich hier nie). Ich unterrichte tatsächlich fast nur Chemie, NwT und Naturphänomene, habe im Durchschnitt nur eine Matheklasse (also nur 4 von 25 Stunden).

    (Und Schülerpraktika für kleine Gruppen sind lange nicht so zeitaufwändig wie für große. Da macht sich die Schülerzahl deutlich bemerkbar. Bei 31 Achtklässler bin ich anschließend gewaltig am putzen. Schüler dürfen aus Sicherheitsgründen nicht in die Vorbereitung, sie können nur wenig helfen.)

    Du wirst es nicht glauben, aber ich hatte auch schon Kurse mit "normalen Größen". Und weißt du was? Ich habe die Arbeit trotzdem geschafft und zwar ganz ohne miserablen Unterricht zu machen. Der ist vorbereitet und muss nicht neu erfunden werden.

    Wie oft? Einer von 5 Kursen? Jedes Jahr oder nur alle zwei? Es geht um die zusätzliche Gesamtzeit.

    Bei mir ist keiner unter 20 (und mehr als die Hälfte über 30). Und in Baden-Württemberg schreiben alle in allen Fächern. In Sek. I sind es fast immer über 30 Schüler.(Und ich zumindest bin bei kleinen Kursen schneller durch, da reichen u. U. 2 Nachmittage).

    Und zur Vorbereitung, da ist Mathe wirklich dankbar, ich freue mich über jede Stunde. In Chemie habe ich immer Versuche, fast immer Schülerversuche. Auch wenn ich genau weiß, was ich aufbauen muss, muss ich die Sachen trotzdem zusammen stellen (bei Schülerversuchen mal 16), aufbauen, hinterher abräumen, reinigen (nicht alles geht in die Spülmaschine) und wieder wegräumen (bei mir pro Woche je nach Deputatsplan (Anzahl Chemie-, NwT-, Naturphänomenestunden zwischen 2 und 10 Stunden extra und ich bin hier inzwischen sehr effektiv (zu jedem Versuch gibt es eine Materialliste, um keinen Meter umsonst zu gehen).

    Mich regt deine Überheblichkeit auf, zu glauben, alle anderen, die mehr Zeit benötigen, sind nicht effektiv. Ich möchte trotzdem nicht ans WBK wegen Kollegen wie Avitator und du (anscheinend sammeln sich dort Vermeidungskünstler, mir reicht mein Kollege).

    Ich verweise nur auf die vielen Studien zu diesem Thema. (Ich springe sicher nicht über das Stöckchen.)

    Natürlich gibt es wie überall faule Kollegen, die,die wie mir heute wieder Fünftklässler erzählten (und Kollegen früher schon bestätigt haben), fast in jeder Stunde nur einen Film zeigen. Aber selbst die Kleinen nehmen ihn nicht ernst.

    Und für Außenstehende, Arbeitszeit ist nicht alles. Und WBKs selten (und lösen sich gerade auf). 5 Klausuren sind schneller korrigiert als 30 state_of_Trance.

    Kein Widerspruch, auch no offense, aber hattest du dich nicht dereinst beschwert, dass Sek.-1-Lehrer an deiner Schule SuS in der Sek. 1 wegen mangelndem fachlichen Wissen Inhalte falsch (oder gar nicht) beigebracht hätten?

    Doch. Genau deswegen. Wir sind verschieden ausgebildet und können nicht alles (sonst würde das Studium doppelt so lange dauern). Und genau deshalb halte ich nichts (ohne zusätzliche Ausbildung) von Schulartwechsel, es ging damals im Thread um einen als Gymnasiallehrer ausgebildeten Kollegen an die Förderschule. Du meintest überspitzt formuliert, jeder könnte alles (evtl. beim unterrichten) nachlernen (ich wunderte mich, dass du deine eigene Ausbildung so gering schätzt). Meine Meinung ist, dass ich dazu noch ein Studium mit pädagogischen Teilen usw. benötige (und dann soll der Staat es bezahlen, wenn er mich versetzen möchte, doch der tut es nicht). Denn laut Staat kann jeder es unterrichten (auch irgendein Quereinsteiger mit irgendeinem (kurzem) Studium (Bachelor) siehe Thread).

    Am Gymnasium spätestens ab Klasse 8 zählt das Fachliche mehr. Bei den jüngeren Pädagogik (bei Realschule würde ich mehr fachliche Ausbildung wünschen, weiß aber, das geht aber auf Kosten des pädagogischen oder das Studium dauert viel länger).

    Daher kann ich mir an beruflichen Schulen Quereinsteiger mit entsprechenden fachlichen Kompetenzen besser vorstellen als bei den Kleinen. (Am Gymnasium in der Oberstufe eher als in der Unterstufe. Der von mir genannte Chemiker hätte höchstens in der Kursstufe eingesetzt werden dürfen. Er hielt Vorträge wie an der Uni mit einmal vor Jahren geschriebenen OH-Folien. So viele Chemiestunden gibt es aber in einem kleinen Gymnasium nicht.)

Werbung