Ich hatte mindestens 15 Stunden Fortbildung zu Mobbing und gehöre nicht zu der ausgebildeten Gruppe, sprich, ich würde bei schwereren (also bei schon fest ausgebildeten Strukturen) Fällen unsere Sozialarbeiterinnen (jederzeit ansprechbar) und/oder meine ausgebildeten Kollegen (mindestens ein halbes Jahr Grundausbildung, regelmäßig Weiterbildung) ansprechen (daran sieht man schon, wie schwierig es ist).
Ich versuche es mal.
Ja, das Thema muss deutlich angesprochen werden, aber ohne Namensnennung und vor allem keine Schuldzuweisung. Anfangs wird besprochen, was passiert ist. Ich fasste damals Mut und sprach Dinge aus. Mein stärker und länger betroffener Mitschüler nicht (ein (relativ kleiner) Vorfall gegen ihn gerichtet, den die Klassenlehrerin mitbekam war Anlass (aus unserer Schülersicht, niemand hatte gepetzt).
Die neutralen wollen oft "Frieden". Wenn es im Klassengespräch Schuldzuweisung und gar Klassenkonferenzen mit Strafen gibt (aus ihrer Sicht unberechtigt, weil doch gar nicht so schlimm), dann wird sehr oft das Mobbingopfer und nicht die Täter dafür verantwortlich gemacht. Und plötzlich ist die ganze Klasse gegen das Opfer.
Auch Einzelgespräche mit den Mobbern sind, wenn die bereits Macht durch ihre Taten erlebt und Gefallen daran gefunden haben, meistens nicht mehr erfolgreich. Vielleicht ist aktuell Ruhe (man kuscht vor der Macht der SL), aber sobald man sich wieder stärker fühlt, ist der nächste dran. Die Mobber werden mit der Zeit immer erfolgreicher, lassen sich viel schwieriger "bekehren", es ist wie eine Sucht (Freude an Macht, den anderen nieder zu drücken).
Deshalb dringender Rat, sucht sifort professionelle Hilfe, bevor es zu spät ist (und jede Schule sollte, nein muss wissen, was zu tun ist, sprecht es an). Meine Ausbildungsschulen (damals musste man in Baden-Württemberg noch wechseln), meine ersten beiden nach Ref. verdrängten es auch (ich denke, wenn das Thema wie jetzt darauf kommt, wir haben bei ein paar Kindern eindeutig versagt).