Es muss schon jedem selbst überlassen sein, ob er den Winter bei 16 Grad verbringen möchte oder nicht. Für mich wäre das definitiv nicht vorstellbar. Ich spare durchaus an Dingen, aber eine warme Wohnung (bei mir ist die 21-Grad-Linie die Wohlfühluntergrenze) gehört für mich sehr unabdingbar zur Lebensqualität und ist nichts, was ich missen wollen würde. Ich finde allerdings auch, dass der Gaspreis hier kein Argument sein darf, etwas Richtiges zu tun. Wenn ich dann das Doppelte an Heizkosten habe und woanders einsparen muss, dann begeistert mich das nicht, ist aber eben so. Nur meine ich, dass wir dann als Gesellschaft die Aufgabe haben denjenigen, die das nicht aus eigener Kraft leisten können, unter die Arme zu greifen und deutlich umfangreicher zu bezuschussen. Ich stehe vielen Sozialausgaben durchaus kritisch gegenüber, bei diesem speziellen Thema finde ich sie aber notwendig und Spartipps etwas zu einfach gemacht.
Niemand verlangt etwas, auch ich oben nicht. Aber manchmal ändern sich die Zeiten. Vor kurzem wurde noch gegen 2 % für Militärausgaben protestiert, wir benötigen keine Armee mehr behauptet usw. Jetzt erhält Scholz Applaus für 100 Milliarden Sofortmaßnahme für die Bundeswehr.
Viele Ukrainer hätten vor 6 Monaten, vor einer Woche noch nicht gedacht, dass sie jetzt im Krieg sind. Wer hätte 2019 gedacht, dass bei uns 2020/21 monatelang die Schulen geschlossen sind, ebenso Restaurants, Geschäfte, Kulturbetriebe usw.
Nein, Veränderungen sind nie einfach (und Schulschließung braucht niemand) , ich versuche es gerade bei meiner Ernährung
und wünsche mir manchmal die Vergangenheit zurück (ein schönes Stück Fleisch, eine Tüte Gummibärchen (habe ich geliebt), aber vieles geht, wenn man es will, wenn es sein muss. Und garantierte 21 Grad ist eine "ziemlich neue Erfindung".