Beiträge von Kris24

    Es gibt noch Schulen mit Papier-Klassenbücheren?

    Die Einführung eines digitalen Klassenbuches war bei uns die einzige der vielen Änderungen der letzten drei Jahren, an der ich im Rückblick nun wirklich überhaupt nichts negatives finden kann. Die Vorteile sind so immens, dass ich den Gedanken eines handschriftlich geführten Papierklassenbuches inzwischen geradezu absurd finde.

    (Werbung muss man dafür übrigens nicht machen, es gibt nur wenige System im Markt und aus der sonstigen digitalen Infrastruktur der Schule ergibt sich idR automatisch das ein zu führende digitale Klassenbuch. Nämlich das, was zur verwendeten Stunden- und Vertretungsplansoftware passt.)

    Wir haben aus Kostengründen inzwischen zwei verschiedene Systeme (anfangs war es dasselbe).

    Wir haben Diensttablets und ich habe im digitalen Klassenbuch schneller eingetragen als in der Papierform (das musste ich erst aufschlagen, wenn es überhaupt da war). Wir haben ab Klasse 5 diverse Profile und in die meisten Stunden mussten 3 - 5 Kollegen eintragen (manchmal war aufgeteilt französisch in Klasse a, Latein in b usw., der eingeteilte Klassenbuchführer hatte aber bilingual oder Spanisch usw., die dann für diese Einzelstunde bestimmten Mitschüler nahmen es nicht so ernst und vergaßen es irgendwo), dann gab es partielle Schwänzer, die nur die Stunden fehlten, in der im Parallelklassenbuch eingetragen wurde. Als Klassenlehrer musste man also in 3 - 5 Tagebücher regelmäßig hereinsehen, um denen zeitnah auf die Schliche zu kommen. Und verschwunden sind sie auch ständig. Ich habe jedes Jahr zig Stunden gesucht. (Es war z. B. drei Wochen im Spind der Reinigungsfrau im Schwimmbad (Sportunterricht) oder auf dem Vordach eines Wohnhauses in der Nähe der Schule (da hat es ein Kollege nach Klettertour geholt, er suchte seines). Zwei tauchten nie mehr auf, bei einem habe ich Jahre später erfahren, dass ein Schüler, der die Schule verlassen musste, es einfach mitnahm.)

    Kurz, alle bei uns wollen digitales Klassenbuch (vor allem Klassenlehrer), niemand Papierform. Es ist eine Riesenrleichterung. Es meldet selbstständig nach 24 Stunden, wenn eine Stunde nicht eingetragen wurde. Es ist also immer komplett (ideal für Vertretungsstunden, Kollegen können der Vertretung einfach Anweisung geben).

    Dann hast du Glück. In den letzten beiden Grundschulen, in denen ich arbeite, sieht es aus wie vor 30 Jahren: OHP und Tafel. Halt, nein, damals gab es CD player und Fernseher, mit deren Hilfe man Videokassetten und später DVDs abspielen konnte. Und so Geräte, um Super 8 Filme zu zeigen. Nun behelfe ich mir mit einem privaten CD player und ich habe mir privat einen kleinen Beamer gekauft, um DVDs zeigen zu können. Mit DVD Fach. Wlan gibt es ja sowieso nicht. Im Grundschulgebäude gibt es einen einzigen Beamer für 12 Klassen, den eine Kollegin fest installiert hat und nicht herausrückt.

    Wieso habe ich Glück? Ich arbeite am Gymnasium auch noch mit OHP und Kreidetafel. (Und ich habe sogar noch eine 16mm-Abspielgerät und Diaprojektor im Schrank, ein VHS-/DVD-Player ist angeschlossen, der Beamer zwar vorhanden, aber über 15 jahre alt und Birne defekt, wir haben noch einen Röhrenfernseher in einem Raum unter der Decke). Wir warten seit vielen auf Neuausstattung.

    Es gibt überall noch alte/kaputte Austattung. Es ist ein Problem der armen Gemeinden, Corona hat die Armut noch verstärkt.

    Es gibt die Möglichkeit, PCR-Nachtestungen in Eigenregie zu machen.

    Wenn Ihr Pooltestungen macht, dann mal mit dem zugehörigen Auswertungslabor sprechen.

    Das wird tatsächlich überlegt. Aber Pooltests gibt es bei uns nur an Grundschulen, wir überlegen aber, Lollitests (nur) für positiv getestete Schüler anzubieten und direkt ins Labor zu bringen. Es gibt aber noch Probleme.

    Die Schüler bleiben halt 14 Tage zu Hause. Weitere Quarantäne gibt es sowieso nicht mehr. Erst ab 5 Fällen in einer Klasse sollen wir uns wieder melden. Die Zahlen sind einfach zu hoch. Mein Vater musste letzte Woche z. B. ins Krankenhaus, Besuch ist überhaupt nicht mehr erlaubt.

    Das GA kommt nicht mehr hinterher. Um PCR-Tests müssen sich die Eltern kümmern. Es gibt hier ein paar private (die kosten Geld) und eben die Kinderärzte (kommen absolut nicht mehr hinterher, lehnen ohne/ nur leichte Symptome ab) oder Hausärzte (eher noch möglich, aber es wird von Woche zu Woche schwieriger).

    Danke für deine Antwort CDL. Dann sieht es bei euch ähnlich aus. Ich habe immer gerne unterrichtet, aber aktuell fällt es mir sehr schwer. Die vielen Diskussionen, der zusätzliche Fernunterricht, die Frage, wie es wirklich aussieht, wie es weiter geht.

    Mehrere Kollegen überlegen zu reduzieren, es ist (zum 1. Mal Thema im Lehrerzimmer), um einfach wieder Freude zu finden, zum 1. Mal hatte ich auch den Gedanken. Ich wünsche dir viel Kraft, Freude, alles Gute.

    Ab 20 % (?) PCR-positive SuS in einer Klasse wird diese doch im Fernlernen unterrichtet?

    Unsere Klassen sind größer (20% oder 5 Schüler), für uns gilt also 5 Schüler (nur kommt der 5. positive PCR-Test so spät, dass der erste bereits wieder zurück ist).

    (Es läuft anscheinend gerade in einigen Klassen durch. Einige Eltern sind extrem besorgt, andere schimpfen immer noch auf Tests und Maskenpflicht, halten alles für übertrieben. Ich bin nur noch müde.)

    Ich wohne ja im jetzigen Hotspot Baden-Württemberg (Gesamtinzidenz um 1000, Schüler vermutlich einiges höher). Wir haben an der Schule inzwischen in jeder Woche sehr viele positive Schnelltests, testen einige Klassen täglich mit neuen positiven Tests als Folge, haben mehrere Klassen mit 4 positive PCR-Tests gleichzeitig. Unser Problem ist, dass sich die Ärzte wegen Überlastung weigern, weitere PCR-Tests durchzuführen (auf diese Weise kommen die Labore noch innerhalb von 48 Stunden hinterher, die Inzidenz bleibt annähernd gleich und es gibt nicht 5 positive PCR-Tests in einer Klasse gleichzeitig). Lollitests gibt es bei uns nur an Grundschulen.

    Wie sieht es bei euch aus? Haben die Eltern ebenfalls Probleme nach positiven Schnelltest einen PCR-Test für ihre Kinder zu erhalten?

    Ja, gerade gelesen. Mal gespannt, ob sie in der GS was tut diesbezüglich. Aber wir haben derzeit sowieso viele kranke SchülerInnen. Die Genesenen sind auch dauernd wieder krank, da ist das Immunsystem wohl doch noch nicht ganz auf der Höhe.

    Ja, das ist inzwischen nachgewiesen. Auch die Sterberate älterer Mitmenschen ist im Jahr 1 nach Covid-19 deutlich erhöht.

    Wir haben so was Feines natürlich nicht bekommen. Wir lüften mit der guten Schwarzwaldluft und die Raumtemperatur beträgt 16 -18 ° C. Außer im Lehrerzimmer, da haut es dich fast um, weil die Luft steht und niemand lüftet. :( Aber vllt. empfindet man das dann so. Sobald man ein Fenster aufreißt, töten einen die Jungen mit Blicken. :( Neulich war eine Prüfungskommission im Haus (Lehrprobe) und die beschwerte sich bei der LAA über die Kälte. :weissnicht: So ist halt das reale Schulleben.

    Die Gymnasien haben bestimmt alle ihre Luftfilter. Die Grundschulen stehen hier am Ende der Nahrungskette. Siehe WLAN usw....

    Zum Gegenteil. Bei uns gibt es Luftfilter nur an Grundschulen (allerdings auch nur für 20% der Räume), weil die Kinder nicht geimpft werden können. Wir haben keinen einzigen. Aber dank Fenster auf Wetterseite kühlt es auch bei nur 3 Minuten lüften auf (je nach Wind) 8 - 15 Grad ab (und es schneit hinein) (16-18 Grad wären traumhaft) . Die Temperatur steigt dann zwar wieder bis zum zum nächsten Lüften, aber ich ertappe mich inzwischen selbst, das Lüften hinaus zu schieben.

    (Und unsere Grundschulen erhalten pro Schüler mehr Geld von der Stadt, von wegen Ende der Nahrungskette.)

    Meine letzte Schule war an der Landesgrenze zu Bayern, wir hatten einige bayrische Schüler, an meiner jetzigen sind viele Schweizer. Nach der Grundschule besteht Schulwahl, man kann sich also irgendwo anmelden. Probleme kann es geben, wenn es zu viele Anmeldungen gibt. Dann wird bei uns streng nach Entfernung ausgewählt. Und vermutlich fährt auch kein Schulbus. (Dies gilt für Baden-Württemberg, ich denke, es ist anderswo ähnlich? )

    Auch bei uns gilt die Kohorte über den ganzen Jahrgang. Also Religion und Ethik gemeinsam, aber auch Fremdsprachen u.a. (wir haben ab Klasse 5 mehrere Profile, es wäre gar kein Unterricht möglich, würde es auf eine Klasse beschränkt werden (wir hätten seit Schuljahrbeginn z.B. kein Sprachunterricht, weil immer jemand aus einem Jahrgang positiv ist und bei bis zu 4 Sprachgruppen in einer Klasse natürlich immer über den ganzen Jahrgang geht). Klassischer Klassenunterricht gibt es bei uns kaum.

    Ich hab jetzt nochmal nachgelesen, die Schnelltests der Schule gelten nur für die Schule.

    Jetzt brauch ich ganz dringend einen Termin am Mittwoch, weil ich da mit meinen Kindern ins Theater möchte und alle Testtermine bei uns ausgebucht sind... Da werde ich morgen schön telefonieren dürfen...

    Versuche es im Netz. Ich fand für meine Kleinstadt eine Liste mit 3 Apotheken und 2 weiteren. Ich habe gerade im Internet bei einer Apotheke gebucht.

    Ich konnte soeben einen Termin bei einer Apotheke buchen. Es war einer der letzten noch offenen. Mein Veranstalter erwartet einen zertifzierten Test einer anerkannten Stelle. Daher ist Schule in diesem Falle nicht möglich (ich will es auch nicht riskieren, abgewiesen zu werden).

    Finde die Gemeinsamkeit!

    Mein Gedankengang: Beides hatte bzw. hat Unsicherheitsfaktoren. Bei Astra stellte es sich im Nachhinein heraus und jetzt will man es eben richtig machen, allerdings gibt es dennoch Unsicherheitsfaktoren.

    Eine Kollegin von mir hat z.B., als uns die Impfung mit Astra angeboten wurde, gewartet, bis Biontec möglich war. Bei uns war im Frühjahr erstmal nur Astra für Lehrer möglich.

    BioNtech hat gestern schon mitgeteilt, dass eine Anpassung ca. 100 Tage dauern würde. Und sie beginnen ja erst, wenn sich herausstellt, dass es nötig ist (also noch einmal mindestens 2 Wochen). Dann ist man bereits bei 4 Monaten und könnte/müsste evtl. bald das nächste Mal boostern.

    Ich habe damals Anfang März auch zu AZ gegriffen, Kollegen haben gewartet. Ohne Sinusvenenthrombose hätten sie mind. bis Mai warten müssen, wären mind. 2 Monate ungeschützt gewesen, natürlich kam es dann unerwartet anders (allerdings war die Kombi AZ/Biontech auf längere Sicht besser als zweimal Biontech, auch das wusste anfangs niemand). Alle Eventualitäten hat man nie im Griff. Es kann sein, dass Omikron völlig harmlos ist und Pi oder Rho gefährlich werden und einen neuen Impfstoff benötigen. Es kann sein, dass irgendwann der Nonplusultra-Impfstoff entwickelt wird. Wie lange will man warten (und derweil ungeschützt sein)?

    Kurz, ich würde mich möglichst schnell boostern lassen (bzw. ich bin es ja schon und dafür persönlich sehr dankbar).

    Sagt mal, haltet ihr die Testzentren eigentlich für hygienisch? Ich bin etwas skeptisch, was das Aufhalten in einem Raum anbelangt als auch wie die Ernsthaftigkeit der Containerstationen einzuschätzen ist.

    Als MNB trägt man dort z.T. lediglich OP-Masken und auch das negative Ergebnis ist schon ins Formular eingetragen, wenn man nach 12 min ansteht, um sich das Formular abzuholen, dass nach 15 min erst fertig sein sollte.

    Bei uns wartet man an fast allen Testzentren (Ausnahme eine Apotheke, die andere macht es auch durch das Fenster) draußen.

    Aber ich überlege auch, wie ich nächste Woche rechtzeitig an meinen (offiziellen) Test komme (ich darf in der Schule zum Glück unbegrenzt testen, habe sogar welche für zuhause erhalten, es gab bei uns ja einige Impfdurchbrüche bei Kollegen. Die SL bittet daher alle, sich regelmäßig zu testen.)

    Ich habe genau 2 Stunden zwischen Unterricht und Veranstaltung Zeit (am Vortag geht nicht, weil der Test ja nur 24 gültig ist). Ich sehe auch schwarz, wenn ich die Schlangen sehe. Bei uns gibt es die Ergebnisse "fälschungssicher" aufs Handy, mein Veranstalter akzeptiert nur diese. Zettel oder gelber Impfpass wurden ausdrücklich ausgeschlossen.

    Wie gesagt, Lehrer wollen immer radikales Vorbild spielen. Finde Antimon da sehr erfrischend und sehe es genauso.

    Radikal oder gleichgültig?

    Ich denke, wir rasen auf ein Riesenproblem zu. Wie soll ich mich verhalten? Warnen? Gleichgültig zusehen? Dazwischen (was ist dazwischen?)

    Wir entscheiden hier im Forum alle nicht (so wichtig sind wir nicht), es ist so herrlich anonym.

    (Aber tolerant ist man meistens dann, wenn es einem egal ist.)

    So wie Schweden? 😉 Das wäre ein Beispiel für ein Land mit einer eher lockeren Strategie, gerade auch mit Blick auf Schulschließungen, und derzeit eher niedrigen Inzidenzen. Sonst fällt mir bei „Niedriginzidenzstrategieland“ zuerst China ein. Ich wollte jetzt aber keine Diskussion lostreten.

    Tegnell meinte in der letzten Woche, sie würden 6 Wochen hinterhängen, er erwarte höhere Inzidenzzahlen (keine Ahnung, wie er darauf kommt, mich hat es verwundert).

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